Was ist… Tricking?

Tricking ist eine Trendsportart, die ihren Weg nach Berlin gefunden hat, es ist eine Mischung aus Capoeira, Akrobatik, Woschu, Taek-Won-Do, Breakdance/Tanz und Bodenturnen. Du hast immer noch keine Ahnung? BerlinImpuls Reporterin Laura hat sich mit dem Berliner Tricking Trainer Fabian getroffen und mehr darüber herausgefunden…

von Laura Hanisch

 

Fabian, woher kommt Tricking?

20140530-212452.jpgEs entstand mitten in den 90er Jahren in der USA, man mischte verschiedene Kampfsportarten, aus der sich nachher eine einzige entwickeln sollte. Die eigentlich ohne Gegner ausgeführten Übungen würden zu freien Formen entwickelt, indem man sie spektakulärer gestaltete. Den Sportlern war die einfache Krampfsportart zu langweilig, deshalb fügten sie Sprünge und Saltos ein. Dies verselbständigte sich aus Spaß und es entwickelte sich somit die Sportart Tricking. Außerdem kommt es von „Extrem Material Arts“ oder auch von der abgeschwächten Form „Material Arts“. Demnach ist Tricking ja auch benannt: Material Arts Tricking.

 

Warum kennt es niemand?

Kennen tun es eigentlich sehr viele, aber nicht unter dem Namen Tricking. Man sieht Tricking oft von Stuntmen ausgeführt, sogar in Videospielen und in Filmen findet man es wieder. Viele Leute kommen zum Tricking, weil sie zum Beispiel einen Jacky Chan Film gesehen haben. Mir ging es genauso.

 

Kann jeder Tricking machen oder muss dafür bestimmte Voraussetzungen mitbringen?

20140530-212433.jpgEs kommt drauf an, auf welchem Level man es machen möchte. Eine gewisse Portion Grundfitness ist aber auf jeden Fall hilfreich. Natürlich ist es mit viel Training verbunden und man braucht ein gutes Verständnis über seine eigene körperliche Motorik. Es versteht sich von selbst, dass es nicht nur aufs regelmäßige Training ankommt, sondern auch auf den Willen, seinen Körper an seine eigenen Leistungsgrenzen zu bringen. Und je nachdem, wie viel man trainiert, kann man alles schaffen. Letztlich kann jeder entscheiden, wie weit er oder sie trainieren möchte – prinzipiell kann es aber wirklich jeder ausprobieren.

 

Gibt es eine Art Mindestalter?

Bei uns im Verein kann man immer öfters jüngere Leute antreffen, umso früher man halt anfängt, umso einfacher ist es. Das Alter spielt beim Tricking aber eigentlich keine große Rolle, da man eigentlich nur die geistige Reife haben muss, um zu wissen, was man will und wo seine eigenen Grenzen liegen. Nur man selbst kann seine eigenen Leistungen richtig einschätzen. Tricking ist, ich mache etwas tausend Mal, bis es aussieht, wie ich will, dass es aussieht. Man muss also hartnäckig an einem Kick oder Trick dran bleiben um ihn zu schaffen. Ganz egal, welches Alter man erreicht hat. Trainieren musst du mit 14 genauso wie mit 30.

 

Wo kann man es ausüben?

20140530-212417.jpgAm schönsten und ohne viel Aufwand ist Tricking draußen, wenn es warm ist. Für Anfänger ist das aber nicht unbedingt zu empfehlen,, da der Rasen im Garten oder im Park oft nicht so gut abfedert wie eine Matte in der Halle. Die Wiese ist aber gut für Tricks, die man schon kann und einfach nur verbessern möchte. Man kann nicht nur trainieren, sondern man findet auch oft schaulustige Passanten, die einem zusehen und die man begeistern kann. Dann macht es noch viel mehr Spaß, zu trainieren. Einige Leute, die aus der Kampfsportrichtung kommen trainieren grundsätzlich in ihren Hallen. Manch ein anderer versucht sich in eine Turnhalle einzumieten, dies ist sehr schwierig in Berlin, da man bei den Turnern verpönt ist. Es gibt nämlich Turner, die denken „Was machen die denn da unsauberes Bodenturnen?” Auf der anderen Seite gibt es aber auch Turner, die zu uns wechseln, die schon eine gute Grundvoraussetzung haben, weil sie schon über eine gute Körperspannung verfügen.

 

Weshalb übst du den Sport aus?

Weil es eine Herausforderung ist, herauszufinden was man mit seinem Körper alles anstellen kann. Außerdem hat Tricking einen großen künstlerischen Aspekt, denn durch die Freiheit und die eigenen Ideen, die man alleine oder auch im Team umsetzten kann, kann man sich sehr entfalten. Der Reiz besteht auch darin, dass einem niemand sagt, wie man es machen soll, man muss es für sich selbst ausprobieren und rausfinden. Ich gebe in meinem Trainings natürlich immer Tipps und Impulse – doch letztlich entscheidet jeder selbst, was funktioniert und zum eigenen Körper passt.

 

Wie tauscht man sich international aus?

Am meisten wird das Internet und besonders YouTube genutzt. Aber auch außerhalb des Internets werden Treffen organisiert, so genannte Gatherings. Bei diesen Treffen trifft man sich ein Wochenende, bei dem man zusammen trainiert und an den meisten Veranstaltungen werden Workshops für Anfänger angeboten, die man zum Weiterbilden oder auch zum reinfinden in den Sport nutzten kann. Vor zwei Jahren war das z.B. hier in Berlin.

 

Was hat man davon, wenn man Tricking macht?

´Nen Haufen blauer Flecken und natürlich der Spaß. Außerdem verbessert man seine Motorik und man erlangt mehr Selbstbewusstsein, da man sich ein hohes Ziel setzt und dieses nach langem Training schafft. Durch die Treffen überall auf der Welt erhält man automatische internationale Kontakte und Freunde. Selbst beim Tricking Training in Berlin kommen Leute aus allen verschiedenen Sportrichtungen und Ländern zum Training, sodass eine bunte Mischung entsteht.

 

Du findest Tricking interessant und möchtest an einem Probe Training teilnehmen, klick einfach auf diese Web-site: http://twistedgravity.de/ 

 

Schreib einen Kommentar