ASMR

ASMR – der neue Entspannungstrend?

Eine junge Frau sitzt vor ihrem Computer und spricht direkt in die Kamera. Für Youtube eigentlich ein ganz normales Szenario – wenn die Frau nicht im extremem Flüsterton auf den Zuschauer einreden würde. Am Anfang des Videos präsentiert sie ihre neue Bürste – mit der sie sich die restlichen 25 Minuten die Haare fährt. Ihre ruhige Stimme begleitet diese Aktion, durchgehend wird geflüstert. Was hat es mit diesem skurrilen Video auf sich? Ein Youtube-Troll? Nein, die Rede ist von der sogenannten „Autonomous sensory meridian response“ kurz „ASMR“.

von Julia Tilk

Umschreiben kann man den englischen Ausdruck auch als „Massage fürs Gehirn“ oder „Sinnesmassage“. Und genau dass soll ASMR bewirken: Eine entspannende Reaktion, ausgelöst durch bestimmte Laute und Gesten, wie zum Beispiel Haare kämmen, das sanfte Klimpern von Fingernägeln auf Gegenständen, es variiert stark von Person zu Person. Dabei muss auch nicht die Person selbst sich die Haare kämmen oder eine Massage bekommen, das alleinige Anschauen diverser Youtube-Videos zu diesem Thema kann den bekannten „Trigger-Effekt“ auslösen. In den USA ist das Phänomen durch Youtube-Videos schon 2010 bekannt geworden, 2014 gab es schon über 2 Millionen Videobeiträge zu diesem Thema. Seit 2013 rollt die Bekanntheitswelle auch nach Deutschland – und nun auch zu BerlinimPuls! Wir haben selbst ein ASMR-Video gedreht um dem Trend auf die Spur zu kommen. Überzeugt euch selbst, wenn Patricia und Janina in eine relaxte Traumwelt abtauchen:

Video: Patricia Neumann, Janina Wildermuth

Übrigens: Aktuell könnt ihr im Kunsthaus Bethanien in Kreuzberg eine Ausstellung zu dem Thema besuchen. Das Musikfestival Club Transmediale zeigt bis zum 22. Februar eine Installation zum ASMR-Trend.

interview

New York vs. Berlin!

interviewAnna- Sophie Harling (20) lebt schon ihr ganzes Leben in New York City. Zu Berlin hat sie allerdings eine besondere Verbindung: Sie war schon oft in der Hauptstadt zu Besuch! Kommunikationsprobleme gibt es nicht. Annas Eltern sind beide Deutsche. Sie wuchs zweisprachig auf. Für viele ist es sicherlich ein Traum in New York zu leben, doch was sagt Anna selbst? Berlin oder New York City? BiP-Redakteurin Marie Greiner hat mit ihr darüber gesprochen…

Marie: Was findest du ist der krasseste Unterschied zwischen dem Leben in New York City und dem Leben in Berlin?

Anna-Sophie: In New York sind viel mehr Menschen auf den Straßen, dir fehlt teilweise richtig die Luft zum Atmen. Berlin empfinde ich im Vergleich hingegen eher als „leer“. Das finde ich nicht schlecht, hier ist alles viel ruhiger, langsamer und die Leute sind auch entspannter. In NYC ist alles viel schneller und hektischer.

Marie: Was ist ähnlich in beiden Städten?

Anna-Sophie: Beide Städte sind sehr „multikulti“, man hört eine Menge unterschiedliche Sprachen auf der Straße und sieht viele verschiedene Kulturen. So wie in Berlin gibt es auch in NYC die sogenannten „multikulturellen Spots“, wie zum Beispiel Chinatown. In beiden Metropolen gibt es vor allem viele junge Leute, das kommt vielleicht daher, das man in beiden Städten die „Chance auf ein besseres Leben“ hat.

Marie: Wie groß ist der Unterschied zwischen arm und reich in NYC?

Anna-Sophie: Ich denke, es ist ähnlich wie in Berlin. Es gibt die teuren Hochhäuser in Queens und auch wieder gefährlichere und ärmere Gegenden wie Bronx. Eigentlich wird der Unterschied zwischen Arm und Reich hauptsächlich durch die extrem vermögende Oberklasse deutlich.

Marie: Wie gut sind die Ausbildungsmöglichkeiten in Amerika?

Anna-Sophie: Auf jeden Fall gut, aber auch sehr sehr teuer. Ich selber studiere seit zwei Jahren an der „Yales University“ und weiß, wovon ich spreche. Viele junge Leute nehmen Kredite auf , um ihre Ausbildung zu finanzieren. Im Prinzip ist es so: Um so mehr Geld – um so besser die Ausbildung.

Marie: Wie stehen die Chancen, in NYC einen guten Arbeitsplatz zu finden?

Anna-Sophie: Es ist sehr schwer, in NYC einen guten Arbeitsplatz zu finden. Außerdem sind die Lebenshaltungskosten sehr hoch, viele junge Leute könnten es sich so oder so nicht leisten, in NYC zu leben.

Marie: Wie würdest du die Mentalität der Menschen in Berlin bzw. der Menschen in NYC beschreiben?

Anna-Sophie: Ich schätze die Menschen in Berlin lässiger und entspannter von ihrer Lebensweise aus ein. In NYC sieht man überwiegend Karriere- und Businessleute. Die Menschen arbeiten sehr hart, nehmen selten Urlaub und arbeiten auch oft an Wochenenden, schon allein um den Lebensstandard zu halten. Allgemein geht alles ziemlich stressig zu.

 

Marie: Was findest du in NYC schlechter/besser als in Berlin?

Anna-Sophie: Ich finde, dass in NYC die Leute zu sehr aufs Geld fokussiert sind. An Berlin mag ich die vergleichsweise vielen grünen Parks, die auch mehr „wild“ sind als in NYC. Zudem gefällt mir, dass man ihm näheren Umland so viele Wälder und Seen hat, wo man auch mal vom städtischen Leben abschalten kann.

Marie: Was gibt es für Freizeitangebote für die Jugendlichen in NYC?

Anna-Sophie: Ich denke, alles was es hier in Berlin auch gibt, also Kinos, Clubs, ect. Allerdings wird das allgemein in den USA mit dem Alkohol- und Tabakkonsum bei Minderjährigen viel strenger kontrolliert und bestraft. Die typischen „Houseparties“ gibt es aber natürlich auch in NYC.

Marie: In New York City leben ja sehr viele Stars. Bist du schon mal welchen begegnet und wie verhalten sich die Menschen, wenn sie welche sehen?

Anna-Sophie: Natürlich sieht man oft Stars in NYC, ich kann jetzt allerdings keine Namen nennen, da ich in der Richtung nicht so bewandert bin. Es ist aber so, dass sich die Prominenten in NYC nicht verstecken müssen. Sie führen ein ganz „normales Leben“. Dadurch, dass es so ziemlich Normalität ist, das man mit den Stars Haus an Haus wohnt, kenne ich von den „Einheimischen“ keinen, der ausrastet, ein Foto oder Autogramm will. Es ist einfach ganz normal.

Marie: Was muss man als Reisender in NYC unbedingt gesehen haben?

Anna-Sophie: Auf jeden Fall den Time Square, die 5th Avenue und den Central Park, also die typischen Touristenplätze, wo die Einheimischen auf Grund der vielen Touristen fast so gut wie nie sind. Außerdem ist es sehr beeindruckend mit dem Boot um die Insel von Manhattan zu fahren, von wo aus man die Freiheitsstatue sehen kann. Wer das nötige Kleingeld hat, der sollte sich die Broadwayshow auf keinen Fall entgehen lassen! Es empfiehlt sich aber nicht nur die touristischen Sachen zu machen, sondern auch mal selber ein bisschen auf Entdeckungstour zu gehen. Die High Line, eine nicht mehr genutzte Hochbahnstraße im Westen von Manhattan, die jetzt in eine Parkanlage integriert wurde, ist auch einen Besuch wert und liegt nicht so im Touristengebiet.

Marie: Was ist dein persönlicher Lieblingsort in NYC?

Anna-Sophie: Mein Lieblingsort ist der Park am East River in Long Island City. Von hier hat man einen wundervollen Blick auf Manhattan, außerdem sind hier nicht so viele Touristen.

Marie: Möchtest du dein ganzes Leben in NYC leben? Wenn nicht, was wäre die Alternative?

Anna-Sophie: Die einzige Stadt, in der ich es mir noch vorstellen könnte zu leben, wäre Berlin. Aber: Ich liebe New York City und möchte nach Möglichkeit mein ganzes Leben hier leben.

Das Interview führte Marie Greiner.

Bildquelle: Janina Wildermuth

Deutsch-Amerikanische Freundschaft – hautnah erleben!

Deutschland und die USA pflegen eine enge Beziehung. Mit dem Antritt von Obama hat sich das Verhältnis sogar noch verbessert. Erschüttert wurde es jetzt durch den NSA-Spionageskandal. Aktuell findet das 53.Deutsch-Amerikanische-Volksfest in Berlin statt und wir wollen wissen, wie es um diese Freundschaft steht…

Von Janina Wildermuth

Um diese Fragen zu beantworten, begebe ich mich auf das am meisten besuchte Volksfest Berlins. Mit 500 000 Besuchern jährlich liegt das seit  1961 stattfindende Deutsch-Amerikanische-Volksfest ganz hoch im Kurs. Vom 26. Juli bis zum 18. August 2013 kann man angeregt zur Live-Swing-Musik tanzen, sich beim Bingo amüsieren, Fotografien aus dem Alliierten-Museum betrachten, Frauen in Petticoats zuschauen oder am Sandstrand einfach einen original Hotdog verzehren.

Doch was sagen die Besucher zu diesem Fest? Wie amerikanisch ist es wirklich und was denken Deutsche über Amerikaner? Hat die Abhöraffäre ein Keil zwischen die beiden Staaten getrieben? Mit all diesen Fragen habe ich mich beschäftigt und bin dabei selbst auf interessante Fragen gestoßen.

 „Insbesondere in schwierigen Situationen halten sie mehr zusammen als Deutsche“

Bildquelle: Janina Wildermuth

Bildquelle: Janina Wildermuth

So äußerte sich eine Frau über Amerikaner. Sie seien „crazy“ und ziemlich „gechillt“, meinte ein Mann mit gegelten Haaren, ganz like Elvis Presley. Viele Leute trauten sich jedoch nicht über „die Amis“ zu urteilen – aus gutem Grund : Denn wer die Leute nicht kennt, sollte keine voreiligen Schlüsse ziehen. Man kann Menschen nicht rein nach der Herkunft beurteilen. Demnach war es von mir nicht gut überdacht, nach allgemeinen Charaktereigenschaften eines gesamten Volkes zu fragen. Das hat mich zum Nachdenken angeregt…

 

 

großes Angebot mit Kultcharakter

großes Angebot mit Kultcharakter

Was das  Herz begehrt

Als ich über das Fest schlenderte, fiel mir auf einmal ein ziemlich gefüllter, kleiner Stand auf. Von Erdnussbutter, verschiedenen Sirup-Sorten, bis hin zu den guten alten gebackenen Bohnen gab es alles, was das amerikanische Herz begehrt. Das Regal war sehr rustikal und wirkte damit wie aus einem Western. Hmm, am liebsten hätte ich mich einmal durch das Regal gegessen. Gleich nebenan hörte ich Leute kreischen. Die Achterbahn „Teststrecke“, mit mehreren Loopings löste bei mir schon beim zusehen Freude aus und das Adrenalin strömte durch meinen Körper.

2 schnittige Oldtimer

2 schnittige Oldtimer

 

Nicht nur der Traum der Männer

Beliebt sind die zahlreichen Oldtimer. Viele mit Kultstatus, aber auch einige neue Modelle wurden vorgestellt. Gut platziert vor historischen Monumenten, coolen Stränden oder auch auf dem Parkplatz nebenan, konnte ich diese Schlitten betrachten. Ein Paar, dass ich getroffen hatte, kam sogar mit eigenem Wagen auf das Fest. Eine andere Frau hat solch ein Auto bereits seit Jahren auf der Wunschliste.

Eine doch etwas andere Nachbildung der Freiheitsstatue

Eine doch etwas andere Nachbildung der Freiheitsstatue

Wie steht es denn nun um die Freundschaft?

Wenn man fragt, wie weit der NSA-Spionageskandal die zwischenmenschlichen Beziehungen beeinflusst hat, hört man nur: Gar nicht. Vielen Besuchern, die ich angesprochen habe, ist die Wahrheit über die Überwachungsprogramme egal. Sie würden und werden weiterhin so oder so doch bespitzelt. Ihre Daten seien nie absolut sicher gewesen. Damit ist klar, dass auch dieser Skandal die Freundschaft zwischen Deutschland und den USA nicht zerrütteln kann .

Wer den „American Way Of Life“ liebt und lebt ist sicherlich gut auf dem  Deutsch-Amerikanischen-Volksfest aufgehoben. Der Rest natürlich auch. Und nun feiern wir auch gerne mit beim German-American-Day

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Der Jahresrückblick 2012 – ungeniert unzensiert!

2013 hat begonnen und alle wünschen sich ein tolles, neues Jahr  – mögen alle Wünsche in Erfüllung gehen, es besser werden, als letztes Jahr, bla bla bla. Aber muss es denn eigentlich besser werden, als letztes Jahr? BiP Reporter Benjamin Lewerenz hat für euch 2012 noch mal kurz durch den Kakao gezo…. ähm ausgewertet. Viel Vergnügen.

2012 war natürlich überschattet vom Weltuntergang, der sich zu vielen Zeitpunkten im Jahr angedeutet hat – so zum Beispiel zu Beginn des Jahres, als der deutsche Oberschnorrer Christian Wulff zurückgetreten war. Okay, er hätte nie zurücktreten müssen, wenn er nur geschnorrt hätte – so macht es die halbe Bundesregierung – nein, sein Fehler war es, auf die Mailbox des BILD-Chefredakteurs zu sprechen. Aber nicht nur er war ein großer politischer (Welt)Untergang, die gesamte Koalition ist und bleibt ein Fehlgriff, deren einziger gemeinsamer Nenner der Streit war. Egal, welchen Schritt zurück man machen wollte – ob Horst Seehofer mal wieder irgendeinen Vorschlag auf Basis von beliebigen Stammtischparolen gemacht hat (Yeah, erst mit Füßen raustreten, jetzt Freiherr zu Guttenberg zurückholen!), die Bundesfrauenpartei CDU mal wieder irgendwelche politischen Forderungen aus den 50ern durchsetzen will (die Frau zurück an den Herd! Her mit der Herdprämie!) oder ob die FDP mal wieder irgendwelchen Dummpfug abgelassen hat (Verdammt, die Auswahl ist zu groß).

Der einzige politische Erfolg dieses Jahr war die Wiederwahl des Barack Obama als Präsident der USA. Der hat es immerhin geschafft, dass alle deutschen Fernsehsender der ersten Reihe die selbe präapokalyptische Lobhudelei auf ihn abgelassen haben, und das die gesamte Nacht. Dabei habe ich immer noch nicht verstanden, wer wen wie jetzt in den USA gewählt hat, nur dass Endergebnis Obama sehr gefreut hat – das habe ich verstanden.

Aber immerhin gab es da mal was anderes als das ständige Gemecker über unseren deutschen Athleten (Okay – zugegeben dazwischen gab es schon noch was anderes, aber darauf komme ich später noch mal zurück). Erst bei der EM, danach bei Olympia 2012 in London – dabei war es doch ein voller Erfolg. Bei der EM, gut da sind wir schon im Halbfinale (wieder mal gegen Italien) ausgeschieden, aber bei Olympia haben wir mehr Medaillen geholt als in Peking. Aber was passiert in den deutschen Medien: Es wird nur gemeckert, dass man meinen könnte, unseren Athleten würde der Himmel auf den Kopf fallen.

Gut, der ist uns nun nicht auf den Kopf gefallen, dafür ist Felix Baumgartner aus allen Wolken gefallen und hat sein Hirn aber oben vergessen – wieso sonst sollte er kurze Zeit nach seinem Absturz – äh, pardon: Absprung aus dem All in einem Interview sagen, dass die beste Regierungsform auf der Welt eine gemäßigte Diktatur sei…? Und warum schafft Red Bull Sachen, für die sich die NASA den Arsch aufreißen müsste? Vielleicht sollte man diese Privatisieren – nach dem Motto: Herzlich Willkommen bei der Landung von Red Bull Curiosity. Ja – auch die NASA hatte nach langer Zeit mal wieder einen Erfolg, den ihr weder die Chinesen, noch die Russen klauen konnten. Ein Erfolgserlebnis für die Ewigzweiten USA. Und glücklicherweise wurde Curiosity auch von Amerikanern entwickelt und geflogen, und nicht von Italienern. Sonst hätte man in der Kapsel wahrscheinlich Bunga Bunga gemacht und anschließend eine Bruchlandung hingelegt – wobei man bei der Gelegenheit auch fast noch das halbe Mittelmeer verseucht hätte. Aber eben nur fast!

War sonst noch was? Ach ja – ARTE hat sein 20. Jubiläum gefeiert, Brad Pitt war auf der dOCUMENTA und der FC Bayern hat das Finale Dahoam versemmelt. Bleibt eigentlich nur noch zu sagen, dass einige Menschen kurz vor dem vermeintlich echten Ende der Welt dann noch vollkommen durchgeknallt sind und entweder in einer Grundschule wahllos getötet haben oder aber noch dringend eine Bank überfallen müssen…

Bleibt uns (der Redaktion) nur noch zu sagen: Auf das 2013 besser wird! Und das Kate Middleton & Prinz William hoffentlich einen Jungen bekommen!

Euer Benjamin Lewerenz

Bildquelle Artikelbild: iwona golczyk  / pixelio.de