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Ein Wochenende im Ministerium – Einladung zum Staatsbesuch 2014

Am kommenden Wochenende (30./31.8.) ist es wieder soweit: Die 14 Ministerien, das Bundeskanzleramt und das Presse- und Informationsamt öffnen ihre Türen für Besucher.

Es gibt nicht nur zahlreiche Infostände, sondern auch Veranstaltungen wie Gespräche und Interviews mit prominenten Gästen, Hausführungen, Spiele, Musik- und Bühnenhighlights, usw. Das zentrale Thema ist dieses Mal „25 Jahre Einheit und Freiheit“, an die z.B. durch Ausstellungen und Gespräche mit Zeitzeugen erinnert wird.

Egal, ob man nun politisch interessiert ist, sich für Geschichte begeistert, sich über bestimmte Projekte informieren oder sich einfach nur einen schönen Tag machen möchte, es ist für jeden etwas dabei.

Hier findet ihr die Highlights des Wochenendes, während hier das gesamte Programm vom Staatsbesuch 2014 zu finden ist.

Zusätzlich bietet die Bundesregierung einen kostenlosen Shuttleservice zu allen Veranstaltungsorten.

 

 

 

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Willkommen zum Staatsbesuch 2011

Reporterin Katja meldet sich zurück aus dem Untergrund 😛 Am 21. August habe ich mich unter das Volk gemischt, um unauffällig in Berlins Ministerien eindringen zu können… Scherz. Das heißt, unauffällig war ich schon, aber ich musste natürlich nicht klammheimlich in die Ministerien einbrechen – denn es war der Tag der offenen Tür!

An dem Wochenende (20./21.8.2011) standen die Tore des Bundeskanzleramts, des Bundespresseamts und der Ministerien für das „normale Volk“ offen. Es wurde sich enorm ins Zeug gelegt, um Besuchern die Welt der Politik nahezubringen und zu zeigen, was denn eigentlich so in den Ministerien passiert. Die Welt von Politikern besteht nämlich nicht nur aus endlosen hitzigen Diskussionen über Themen, von denen ich rein gar nichts verstehe und über die dann im Fernsehen berichtet wird… 😀

Leider konnte ich nur am Sonntag dabei sein, da wir ja am Samstag die Radio- und die Fernsehsendung zum Thema „Poetry Slam“ aufgenommen haben – bestimmt gibt es dazu auch bald einen Beitrag.

Aber jetzt bin ich von meinem eigentlichen Thema abgekommen. Ich war also nur am Sonntag anwesend, und habe daher nicht allen Ministerien einen Besuch abstatten können. Um genau zu sein, war ich nur in drei Ministerien: Denen für Gesundheit, für Verkehr und für Wirtschaft.

Das Ministerium für Gesundheit

Wie auch in den letzten Jahren („Familien-Tradition“) statteten wir (meine Mutter, meine Tante, meine Schwester und ich) im Gesundheitsministerium zuerst dem Stand einen Besuch ab, wo man Handcreme „herstellen“ konnte. Die Erwachsenen setzten meine Schwester und mich dort ab und schauten sich etwas um, während wir uns an die Arbeit machten.

Das Ganze war buchstäblich eine wirklich rührende Angelegenheit: Zuerst gab es eine fettähnliche Zutat, die unter ständigem Rühren erhitzt wurde. Dann bekam man heißes Wasser, was unter ständigem Rühren mit dem nun geschmolzenen „Fett“ vermischt wurde. Während des nächsten Arbeitsschrittes kühlte die noch unfertige Creme unter ständigem Rühren ab. Zu guter Letzt wurde die abgekühlte, nun cremige Mischung in eine Tube gepresst und bekam eine Beschriftung. (In Gedanken war ich noch lange Zeit später am Rühren…)

An ein paar anderen Ständen machten wir – nun wieder „vereint“, sprich zu viert – noch einige Quiz (Zum Beispiel zum Thema Organspenden, welches ich besonders wissenswert fand.) und spielten dann zum Abschluss in Zweierteams Memory. Selbstverständlich fingen wir schon kurz nach Beginn des Spiels an, Karten unter dem Tisch zu verstecken, wenn sicher war, dass die „gegnerische“ Mannschaft die jeweiligen Gegenstücke entdeckt hatte, oder wir vertauschten die Positionen einiger Kärtchen. Zum Schluss einigten wir uns auf ein Unentschieden.

Im Ministerium für Verkehr schlenderten wir größtenteils nur rum und betrachteten die Stände. Einen Stand allerdings gab es, wo die gleiche Freude wie beim Memory spielen in uns aufkam: Der „Auto-wickeln-Stand“. Versteht mich jetzt nicht falsch, das soll nicht heißen, dass dort ein normal großes Auto stand, welches von uns gewickelt werden sollte (Wobei das auch mal eine lustige Vorstellung ist… XD). Ihr müsst euch das so vorstellen, dass es zwei kleine Trucks (ungefähr so lang wie meine Hand) an einer Schnur befestigt waren, welche wiederum mit dem anderen Ende an einem Holzstück festgemacht war. Dieses Holzstück nahm man in die Hand und fing bei „LOS!“ an, es so schnell wie möglich zu drehen, damit die Schnur aufgewickelt wurde. Meine Tante hat gegen mich verloren. Danach durfte man sich als Belohnung (auch wenn man auf ganzer Linie verloren hatte) ein Eis zusammenmixen lassen (So eine tolle Maschine würde ich auch gerne zu Hause haben…einfach Zutaten wie Beeren und Schokolade auswählen, in die Maschine tun und zusammenmixen lassen.).

Mit unserem Eis in der Hand gingen wir dann langsam zum nebenan liegenden Ministerium für Wirtschaft. Bevor man dieses „vollständig“ betreten konnte, musste man allerdings durch die Sicherheitskontrolle durch. Meine Schwester und ich konnten dank fehlender Rucksäcke oder Taschen sofort durch diesen „Rahmen“, mussten vorher nur noch nachschauen, ob unsere Hosentaschen etwas enthielten. Mein Bonbon-Papier wurde nicht als mögliche Bedrohung angesehen und so durfte ich passieren. Nach dem Mittagessen im Innenhof besuchten wir den Eichensaal und lösten das dort angebotene Quiz, welches sich rund um – logisch – Wirtschaft drehte. Ich löste es etwas schneller als die anderen 3, um einen besonderen Gast, der wenig später im Innenhof seinen Auftritt haben sollte, nicht zu verpassen.

Ja, jetzt wollt ihr wissen, wer das war, oder? (Hoffe ich zumindest :)) Nun, vielleicht kommt ihr von alleine drauf. Dieser besondere Gast ist Tänzer und ich habe bei meinem Artikel zur Streetdance-Meisterschaft schon etwas über ihn geschrieben. Er ist taub-stumm und heißt… Tobias Kramer! Leider war die Bühne ziemlich klein, so dass er immer aufpassen musste, wohin er trat und sich nicht „richtig austoben konnte“ (zumindest hatte es den Anschein). Aber trotzdem fand ich es mal wieder faszinierend. Und mit diesem Ereignis endete dann auch mein Tag in den Ministerien und ich fuhr geschafft nach Hause.

Das klingt jetzt alles vielleicht mehr nach einem Jahrmarkt, als nach einem Tag der offenen Tür in den Ministerien, aber auch nur, weil ich gezielt zu solchen Ständen gegangen bin. Denn ehrlich gesagt, interessiere ich mich nicht sonderlich für Politik und habe so die Stände mit dem Infomaterial rund um bedeutende Persönlichkeiten, irgendwelche Organisationen, Projekte der Regierung und zukünftige Vorhaben links liegen gelassen.

Für alle, die darüber nachdenken, beim nächsten Tag der offenen Tür ebenfalls dabei zu sein: Es ist empfehlenswert, auch wenn man wie ich kein Interesse an Politik zeigt.

Katja