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Alles erlaubt – das Pornfilmfestival in Berlin

Schleichen sich Menschen mit einem Faible für Pornos bei ihrem Jieper immer in die Videothek, nach hinten in die Abteilung für Sexfilme? Eher nicht.  Die breite Masse streamt kostenlos auf etlichen Seiten. Gesucht werden Filmchen, die längst Mainstream sind und doch das schmuddelige, verbotene Image nicht verlieren. Manche drehen sich einfach selbst welche.

An dieser Stelle schreibt unsere Reporterin Genna Thiele regelmässig eine Kolumne über aktuelle Gedanken, die sie sich macht. Irgendwo zwischen Provokation, Schön-Male-und Musikerei, Mitteilungs-Wahn und Poesie sollen sich die Themen, Artikel und Dinge, die hier landen bewegen – von Euch beurteilt und kommuniziert werden! 

Hier gehts zu Gennas facebook-Kolumne!
Bei dem 9th Pornfilmfestival wird nix verhüllt.

Bei dem 9th Pornfilmfestival wird nix verhüllt.

Ganz explizit wird Sex in Kinofilmen nicht gezeigt.  Dafür gibt es Pornos. Was aber, wenn Kino und Porno sich verbinden? Enden beide Wörter ja schließen auf ein orgasmisches „O“.  Die Idee ist nicht neu, so besuchen einmal im Jahr vielfältig Interessierte das Pornfilmfestival in Berlin. Welche Leute da wohl hingehen mögen? Das habe ich mich gefragt. Dann bin ich kurz-, aber fest entschlossen selbst hingegangen. Mit J. bertrete ich dafür an zwei wochenendlichen Abenden in Folge das Moviemento, ein Kiez-Kino in der Schönleinstraße an der Schnittstelle zwischen Neukölln und Kreuzberg…

Ein voyeuristisches wie aktives Wochenende

Irgendwo zwischen experimentellem Porn, klassischen Genres, LGBT-Sex, amateurhafter Ästhetik oder Profi-Provokation spielt sich das Programm zwischen dem 22. und 26. Oktober ab. Das Heft dazu erstreckt sich auf stolze +70 Seiten. Noch erstaunlicher ist, wie überfüllt die Plätze sind. Für den sanften Einstieg haben wir uns die Fiktion-Doku „52 Tuesdays“ (dt.= 52 Dienstage) ausgesucht, einen Film über die junge, sexuell neugierige Billie und ihre lesbische Mutter, die sich spät entscheidet, lieber ein Mann zu werden.  Klingt nicht pornös, doch um diese Bandbreite geht es bei dem Festival. Für jedermann,-frau,-x soll eine Perle dabei sein.

In der Pornoindustrie schreit man gerne „Fuck, yeah“

Diesen Eindruck hinterlässt zumindest der Gay-Porn „Death Drive“ der Pornoproduktionsfirma Dark Alley Media. Der Film ist schlussendlich eigentlich als Kritik an dem Geschäft zu sehen, behandelt den Selbstzerstörungsdrang von Schwulen in der Szene und zeigt doch Sex, wie wir ihn aus Filmen, nicht aber wirklich gewohnt sind. Die Männer stöhnen permant „fuck, yeah“, wenn sie es sich besorgen. J. fragt mich: „Wer macht das schon?“. Ich stelle mir bei den experimentellen Elementen so einige Fragen, finde aber keine Antworten. Der Film ist okay, der Regisseur erfrischend ehrlich und eigentlich Dokumentarfilmer. Diese späten Stunden beschäftigen mich seitdem. Empfehlen kann ich diese sündige Art der Horizonterweiterung allemal. Es ist erfrischend, unzensierte Bettgeschichten anzuglotzen, um die sich kein seichter Plot aus klischeebehafteten Hollywood-Romanzen zieht. Es ist informativ, weil die Thematik besonders aufbereitet und inszeniert wird. Es bleibt mit dem jungen wie gemischten Publikum unterhaltsam und für manche Zuschauer schlicht erregend. Gut investierte acht Euro.

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Bei experimentellen Pornos erwarten den Zuschauer schon mal Tanzeinlagen und kosmische Katzenwesen.

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Musik-Szene-Check: Das ist Hardcore!

Was ist Hardcore für eine Musikszene? Wofür steht die Musik, der Lifestyle, warum ist man Teil dieser Musikbewegung? BerlinImPuls stellt euch Fans, Bands und Konzertveranstalter vor und lüftet das Geheimnis von so manch einem Klischee.

Ein Gastbeitrag vom Medienkompetenzzentrum mezen in Berlin-Pankow.

Teil 1: Das ist Hardcore!

 

Teil 2: Das ist Hardcore auch nicht :-)

 

 

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Fulminantes DJ-Set am Geburtsor der Berliner Techno-Szene: Tresor!


BiP-Reporter Louis checkt für euch die Berliner Club-Szene. An diesem Wochenende war er für euch in der Ipse!

Wenn einer gerne feiert und sich irgendwann mal in das bumm-bumm-bumm des elektronischen Viervierteltaktes verliebt hat, dann kommt er nicht umhin, sich mit der Geschichte des Techno in Berlin auseinanderzusetzen. Tut man dies, dauert es nicht lange, bis man sich mit einer Institution namens „Tresor“ konfrontiert sieht.

1991 auf der Suche nach einer neuen Location, entdeckt sich dieser Tresorraum eines alten Kaufhauses als erster Technoclub Berlins und avanciert im Zeichen der revolutionären Brise nach der Wende zum Sinnbild der neuen Technoszene: Kalte, spartanische Einrichtung trifft auf harte, mechanische Musik und kreiert den neuen Sound der Hauptstadt.

Der Tresor fungierte als Startrampe für viele neue DJs und erlangte nicht zuletzt durch sein eigenes Label Tresor Records (Jeff Mills, Juan Atkins etc.) internationale Berühmtheit. Gründe genug, sich irgendwann mal einen Einblick zu verschaffen, sei es auch nur aus musikhistorischen Interessen…

Ein freier Samstag und ein glückliches +1 auf der Gästeliste überzeugten, um halb 4 waren wir nun drin. Versprach man mir von manchen Seiten leicht sarkastisch, ein Publikum aus EasyJet- Touristen und Brandenburg-Prolls, war doch hier ein vielfältiger Mix aller Subkulturen beim Feiern zu beobachten. Ein Pluspunkt.

Der Weg in den Keller führt durch einen rustikalen Korridor, der gutes erahnen lässt, begleitet von den Klängen kompromisslosem Technos. Betritt man das Gewölbe, erwarten einen erst einmal ein verwirrender Mix aus Dunkelheit und Strobos, sowie gefühlte 40 Grad Raumtemperatur. Die Drums knallen auf einen ein, die Menge tanzt, es ist auf jeden Fall Atmosphäre im Raum.

Nach ausgiebigem Tanzen beschließen wir, uns mal weiter kundig zu tun. Jede Treppe scheint überall hinzuführen, die drei Ebenen sind gut vernetzt mit einem Gefüge aus mehreren Korridoren und Gängen. Oben erwartet einen ein Areal, was wenig mit dem industriellen Flair des Kellers zu tun hat. Die Bar ist hübsch beleuchtet, es gibt einen großen Loungebereich und einen weiteren Floor. Der DJ spielt deepen, treibenden House, man tanzt auf Parkett. Die restlichen Stunden der Nacht verbringen wir hier oben und lassen uns von einem überragenden 4-Stunden DJ-Set verzaubern.

Gegen Ende wagen wir nochmal den Sprung in den Keller. Die Leute wurden merklich weniger, es ist jetzt halb 9. Der DJ beendet sein Set furios, das Licht geht an, die Party ist vorbei. Für einen Club, bei dem 3-Tages-Parties früher zum guten Ton gehörten, zwar ungewohnt früh, nichtsdestotrotz war es einige der guten Stunden des Nachtlebens hier.

Als Fazit kann ich sagen, dass es ohnehin mal jeden, der sich von Leidenschaftswegen her mit elektronischer Musik und ihren Ursprüngen befasst, in den Tresor ziehen muss. Meine Kulturaufarbeitung der anderen Art war es auf jeden Fall wert, und sollte mich eines Abends ein außergewöhnliches Lineup noch einmal in dieses Etablissement locken, werde ich mich wahrscheinlich nicht zieren. Daumen hoch!

Club: Tresor

Event: Beats & Boats: Tresor Meets Secretsundaze

Eintritt: 15,-

https://www.facebook.com/tresorberlin

interview

New York vs. Berlin!

interviewAnna- Sophie Harling (20) lebt schon ihr ganzes Leben in New York City. Zu Berlin hat sie allerdings eine besondere Verbindung: Sie war schon oft in der Hauptstadt zu Besuch! Kommunikationsprobleme gibt es nicht. Annas Eltern sind beide Deutsche. Sie wuchs zweisprachig auf. Für viele ist es sicherlich ein Traum in New York zu leben, doch was sagt Anna selbst? Berlin oder New York City? BiP-Redakteurin Marie Greiner hat mit ihr darüber gesprochen…

Marie: Was findest du ist der krasseste Unterschied zwischen dem Leben in New York City und dem Leben in Berlin?

Anna-Sophie: In New York sind viel mehr Menschen auf den Straßen, dir fehlt teilweise richtig die Luft zum Atmen. Berlin empfinde ich im Vergleich hingegen eher als „leer“. Das finde ich nicht schlecht, hier ist alles viel ruhiger, langsamer und die Leute sind auch entspannter. In NYC ist alles viel schneller und hektischer.

Marie: Was ist ähnlich in beiden Städten?

Anna-Sophie: Beide Städte sind sehr „multikulti“, man hört eine Menge unterschiedliche Sprachen auf der Straße und sieht viele verschiedene Kulturen. So wie in Berlin gibt es auch in NYC die sogenannten „multikulturellen Spots“, wie zum Beispiel Chinatown. In beiden Metropolen gibt es vor allem viele junge Leute, das kommt vielleicht daher, das man in beiden Städten die „Chance auf ein besseres Leben“ hat.

Marie: Wie groß ist der Unterschied zwischen arm und reich in NYC?

Anna-Sophie: Ich denke, es ist ähnlich wie in Berlin. Es gibt die teuren Hochhäuser in Queens und auch wieder gefährlichere und ärmere Gegenden wie Bronx. Eigentlich wird der Unterschied zwischen Arm und Reich hauptsächlich durch die extrem vermögende Oberklasse deutlich.

Marie: Wie gut sind die Ausbildungsmöglichkeiten in Amerika?

Anna-Sophie: Auf jeden Fall gut, aber auch sehr sehr teuer. Ich selber studiere seit zwei Jahren an der „Yales University“ und weiß, wovon ich spreche. Viele junge Leute nehmen Kredite auf , um ihre Ausbildung zu finanzieren. Im Prinzip ist es so: Um so mehr Geld – um so besser die Ausbildung.

Marie: Wie stehen die Chancen, in NYC einen guten Arbeitsplatz zu finden?

Anna-Sophie: Es ist sehr schwer, in NYC einen guten Arbeitsplatz zu finden. Außerdem sind die Lebenshaltungskosten sehr hoch, viele junge Leute könnten es sich so oder so nicht leisten, in NYC zu leben.

Marie: Wie würdest du die Mentalität der Menschen in Berlin bzw. der Menschen in NYC beschreiben?

Anna-Sophie: Ich schätze die Menschen in Berlin lässiger und entspannter von ihrer Lebensweise aus ein. In NYC sieht man überwiegend Karriere- und Businessleute. Die Menschen arbeiten sehr hart, nehmen selten Urlaub und arbeiten auch oft an Wochenenden, schon allein um den Lebensstandard zu halten. Allgemein geht alles ziemlich stressig zu.

 

Marie: Was findest du in NYC schlechter/besser als in Berlin?

Anna-Sophie: Ich finde, dass in NYC die Leute zu sehr aufs Geld fokussiert sind. An Berlin mag ich die vergleichsweise vielen grünen Parks, die auch mehr „wild“ sind als in NYC. Zudem gefällt mir, dass man ihm näheren Umland so viele Wälder und Seen hat, wo man auch mal vom städtischen Leben abschalten kann.

Marie: Was gibt es für Freizeitangebote für die Jugendlichen in NYC?

Anna-Sophie: Ich denke, alles was es hier in Berlin auch gibt, also Kinos, Clubs, ect. Allerdings wird das allgemein in den USA mit dem Alkohol- und Tabakkonsum bei Minderjährigen viel strenger kontrolliert und bestraft. Die typischen „Houseparties“ gibt es aber natürlich auch in NYC.

Marie: In New York City leben ja sehr viele Stars. Bist du schon mal welchen begegnet und wie verhalten sich die Menschen, wenn sie welche sehen?

Anna-Sophie: Natürlich sieht man oft Stars in NYC, ich kann jetzt allerdings keine Namen nennen, da ich in der Richtung nicht so bewandert bin. Es ist aber so, dass sich die Prominenten in NYC nicht verstecken müssen. Sie führen ein ganz „normales Leben“. Dadurch, dass es so ziemlich Normalität ist, das man mit den Stars Haus an Haus wohnt, kenne ich von den „Einheimischen“ keinen, der ausrastet, ein Foto oder Autogramm will. Es ist einfach ganz normal.

Marie: Was muss man als Reisender in NYC unbedingt gesehen haben?

Anna-Sophie: Auf jeden Fall den Time Square, die 5th Avenue und den Central Park, also die typischen Touristenplätze, wo die Einheimischen auf Grund der vielen Touristen fast so gut wie nie sind. Außerdem ist es sehr beeindruckend mit dem Boot um die Insel von Manhattan zu fahren, von wo aus man die Freiheitsstatue sehen kann. Wer das nötige Kleingeld hat, der sollte sich die Broadwayshow auf keinen Fall entgehen lassen! Es empfiehlt sich aber nicht nur die touristischen Sachen zu machen, sondern auch mal selber ein bisschen auf Entdeckungstour zu gehen. Die High Line, eine nicht mehr genutzte Hochbahnstraße im Westen von Manhattan, die jetzt in eine Parkanlage integriert wurde, ist auch einen Besuch wert und liegt nicht so im Touristengebiet.

Marie: Was ist dein persönlicher Lieblingsort in NYC?

Anna-Sophie: Mein Lieblingsort ist der Park am East River in Long Island City. Von hier hat man einen wundervollen Blick auf Manhattan, außerdem sind hier nicht so viele Touristen.

Marie: Möchtest du dein ganzes Leben in NYC leben? Wenn nicht, was wäre die Alternative?

Anna-Sophie: Die einzige Stadt, in der ich es mir noch vorstellen könnte zu leben, wäre Berlin. Aber: Ich liebe New York City und möchte nach Möglichkeit mein ganzes Leben hier leben.

Das Interview führte Marie Greiner.

Quelle: Clean Bandit

Clean Bandit: Diese Band raubt euch Herz und Hirn!

Quelle: Clean Bandit

Quelle: Clean Bandit

Die am 5.12.2013 releaste Single „Rather Be“ der Band „Clean Bandit“ wurde von BBC Radio damalig zum heißesten Track der Woche gewählt. In berechtigt sehnlichster Erwartung des offiziellen Videos auf irgendeiner nicht GEMA-verseuchten Plattform drehten die treuen Anhänger von Clean Bandit – berechtigter Weise – durch. Denn sie wurden mit Ausschnitten vom Dreh gereizt, via facebook, von den Band-Mitgliedern Neil, Grace, Jack und Luke. Seit Wochen. Über Monate. Warum das so gut klappt? Nicht nur dank ihrer klaren, kräftigen Stimmen sind die Künstler gefragter denn je.

von Genna Louisa Thiele

Wie sieht eine Beschreibung aus, die dem aufstrebenden Quartett gerecht wird? Kunstvolle Videos, die einen Fragezeichen auf die Stirn brennen, aber die eigenen Augenbewegungen fesseln, die sich erstaunt auf deren liebevoll-ironische Freakshow- Inszenierung auf dem Bildschirm richten. Heftige Kompositionen von den feinsten Musikelementen des Pops, Hip-Hops und classicus.

Warum uns Klassik mit einmal begeistern kann

Yep, ihr hört richtig, und es ist ne empfehlenswerte Reaktion, wenn ihr zu den Electro-Beats eure Hüften wackeln/eure Arme in die Luft reißen/ euch wirbeln wollt; eure Beine rhythmisch zucken lasst, zu dem eigentlich poppigen Song – der auf einen Schlag von Violine, Saxophon, Cello unterbrochen wird. Mutig. Ungewöhnlich harmonisch.

Was diese angenehm Verrückten mit der großen Leidenschaft für Musik noch so sympathisch macht: Warner Records? Drauf geschissen. Mercury Records? Wozu! Plattenfirmen werden strikt abgelehnt, sie produzieren selbst, gründeten ihre eigenen Produktionsfirma „Incredible Industries“ und bauen sich gerade konsequent ihre Fan-Meute auf. Und dank BBC Radio 1 Live-Lounge könnt ihr euch das produktiv neuste Ergebnis der Klimperfinger dieser kleinen Genies anhören. Ein tanzbares, cleveres Cover von Lordes „Royals“ – Ihr ward schon verliebt in den Original-Song, dann schwärmt für diese Version

Wer sich danach einer neuen Sucht erfreuen kann, die aus sauberen Banditen und ihren mentalen wie musikalischen Ergüssen besteht, klicke doch bitte “Rihanna“ an – hinreißend…

Ihr solltet nur noch gewarnt sein: ihr werdet sie als Freunde haben wollen. Oder als Liebhaber. Ihr werdet wollen, dass sie das Video zu eurem Hochzeitsantrag drehen. Oder bei eurer Beerdigung dafür sorgen, dass die Welt euch nicht vergisst. Und jetzt: klickt sie an, die Tracks der heißesten Newcomer.

Foto: Lea Neumeyer

Klaviermusik im neuen Stil – BIP trifft Newcomer auf der Fashion Week

Wohin das Auge blickt: Messehallen, Werbebanner, Menschenmengen. Es ist Fashion Week in Berlin! Mittendrin: Ein musikalischer Newcomer an einem Klavier. BiP hat mit Nicolai Jan Hübner ein Interview gemacht, der mit leisen Tönen für die musikalische Untermalung im Messetrubel gesorgt hat. Er ist ein Pianist, der Chill-out Musik mit romantischen Einflüssen spielt. Eigentlich wohnt er in Achern (Baden Württemberg), doch er reiste extra nach Berlin, um ein kleines Konzert zu geben. Unsere BerlinImPuls Reporterinnen Lea Neumeyer und Janina Wildermuth haben sich für euch mit ihm getroffen…

von Lea Neumeyer und Janina Wildermuth

plakatierte Werbeblöcke am Eingang so weit da Auge reicht

plakatierte Werbeblöcke am Eingang so weit da Auge reicht

 

BIP: Wie entstehen deine Kompositionen?

Nicolai: Ich schreibe eigentlich immer Nachts. So zwischen 23 und 2 Uhr kann ich richtig arbeiten. Meine Musik ist auch tagesabhängig, d.h ist der Tag gut verlaufen, klingt das Stück auch meist fröhlich und  wenn ich einen schlechten Tag hatte, ist das Stück auch dementsprechend schwermütiger.

BIP: Was wolltest du vorher werden?

Nicolai: Ich habe 10 Jahre lang Fußball gespielt, bevor ich von meiner Mutter zum Klavierunterricht verdonnert wurde. Also eigentlich strebte ich eine Karriere als Fußballprofi an. Nun hat es aber mit der Musik geklappt, dennoch habe ich vor 2 Jahren eine Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann angefangen, der Sicherheit halber. Man weiß ja nie, was im Leben kommt.

BIP: Hast du vor deinen Konzerten Lampenfieber?

Nicolai: Eine gewisse Anspannung ist immer da, aber das finde ich auch wichtig, denn dann bin ich konzentrierter.

BIP: Strebst du eine bestimmte Zielgruppe mit deiner Musik an?

Nicolai: Nein, ich habe keine bestimmt Zielgruppe im Sinn. Meine Musik soll jeder hören können. Ja, es ist nicht unbedingt Alltagsmusik, aber das ist ja das Besondere. Man soll sich bei meiner Musik entspannen können.

BIP: Du bezeichnest deine Musik ja als Chill-Out Kompositionen mit romantischen Einflüssen. Bist du denn auch selber ein Romantiker?

Nicolai: Ja, ich bin schon romantisch. Ich mag es, wenn man bei angezündeten Teelichtern ein schönes Essen genießt.

Foto: Lea Neumeyer

Foto: Lea Neumeyer

BIP: Wie hast du dein erstes Album „Future“ rausgebracht?

Nicolai: Ich habe das alles selber organisiert, mit einem Musikerfreund. Wir haben die ganze Produktion auch selber bezahlt und geregelt. Die entstandenen CDs verkaufe ich immer auf den Konzerten. (schmunzelnd)

BIP: Wohin möchtest du noch gelangen? Was sind deine Ziele?

Nicolai: Ein Traum ist es natürlich als Vorprogramm eines Starpianisten gebucht zu sein. Ein anderer ist schon in Erfüllung gegangen: Hier auf der Fashion Week aufzutreten, denn mich interessiert Mode sehr (freudestrahlend) und da macht es mich umso glücklicher hier dabei sein zu dürfen.

BIP: Man sagt ja viel über Berlin, Weltstadt der Medien, Kultur und Politik, aber was hast du für einen Eindruck von unserer Hauptstadt gewonnen?

Nicolai: Mir gefällt Berlin sehr. Ich kann mir sogar vorstellen, später hierher zu ziehen. Die Stadt ist sehr inspirierend.

BIP: Wieso fokussierst du dich nur auf das Piano? Könntest du dir vorstellen in einer Band zu spielen?

Nicolai: Nein, eigentlich nicht. Ich spiele solo, weil ich finde, dass klassische Musik in den Hintergrund geraten ist und möchte den Menschen diese Musikrichtung wieder näher bringen. Mir gefällt meine Musik so, wie sie ist und ich habe Spaß am komponieren. Deshalb spiele ich auch nur eigene Songs, keine Cover Versionen.

Nach den Konzerten in Berlin ging es für ihn gleich weiter nach London. Wenn ihr mehr von dem jungen Pianisten wissen wollt, was er wann so treibt, dann besucht seine Facebook Seite https://de-de.facebook.com/nicolaijhuebner

Lust auf ne Hörprobe? Bitteschön!

Die YouTube Szene

Gastbeitrag: 600.000 Klicks im Monat – wir stellen einen YouTuber vor

 

300.000 bis 600.000 Klicks bekommt Klimo im Monat auf seinem YouTube Channel. Er produziert Rap und HipHop Videos und zählt damit zu den erfolgreichen YouTubern in Deutschland. Unsere Gastreporter von Medienkompetenzzentrum „Die Lücke“ in Lichtenberg haben den YouTuber getroffen und mal nachgefragt, wie das eigentlich so ist, ein „YouTuber“ zu sein und damit sogar sein Geld zu verdienen…

 

 

Hier geht zu es zum YouTube Channel von Klimo / Berliner Untergrund TV

 

 

Was ist … Emo/Scene?

 

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Ein Erfahrungsbericht von Mimi Mushroom

 

 

 

Jeder hat sie schon einmal irgendwo gesehen, die sogenannten Emos.
Sie haben Seitenscheitel und Ponys die quer über die Stirn fallen und mit viel Haarspray fixiert sind. Ihre Augen werden durch einen dicken Lidstrich betont – egal ob männlich oder weiblich, die Klamotten sind hauteng. Die Füße verwöhnen sie am liebsten mit Schuhen von Converse oder Vans, auffälliger Schmuck und Piercings sind ein Muss.
Aber was bedeutet das eigentlich? Und wo hat diese Kultur ihren Ursprung? Und was ist eigentlich der Unterschied zwischen Emo und Scene?

Foto: Lina Luuh

Foto: Lina Luuh

Ursprünglich bezeichnete das Wort „Emo“ (Emotional Hardcore) einen Musikstil, welcher sich in den 80er Jahren vor allem aus dem Punk entwickelte. Die Texte wurden emotionaler und verrieten dem Zuhörer wie es im Inneren des Songwriters oder Sängers aussah. So wurden Gefühle wie Depressionen, Trauer oder Verzweiflung – welche in der Punk- und Hardcoreszene tabu waren – zum ersten Mal offen zur Schau gestellt, untermalt von harten Klängen. Aber auch Liebe und Freundschaft sind viel behandelte Themen.
Besonders beliebte und bekannte Bands wären zum Beispiel Escape the Fate, Bring me the Horizon, Suicide Silence oder auch Secondhand Serenade.

Um die Entstehung des Namen ranken sich diverse Fassungen. Eine Geschichte besagt, dass bei einem Konzert von einer der ersten emotionaleren Punkbands jemand aus dem Publikum rief „You’re Emo!“, was daraufhin als Bezeichnung dieser Musik verwendet wurde. Andere besagen, dass man diesen Musikstil aufgrund seiner emotionalen Texte als Emo bezeichnet.
Selbstverständlich entwickelte sich aus dieser neuen Musikrichtung auch ein Modestil, welcher jedoch kein Muss ist, um zu der Szene dazu zu gehören. Die Emo-Szene ist also eine reine Musikkultur, wo wir auch schon bei der nächsten Frage angekommen wären: Was ist der Unterschied zur Scene Kultur?

Foto: Maria Ria

Foto: Maria Ria

Im Grunde genommen unterscheidet sich die Scene Kultur dadurch, dass sie fast eine reine Stylekultur ist. Die sogenannten „Scene Kids“ fallen besonders durch schrille Farben auf, die sich durch ihr komplettes Outfit und Styling ziehen. Die Haare sind meist stark auftoupiert, mehrfarbig und der Pony fällt ins Gesicht. Einen Scheitel gibt es nicht. Oftmals lassen Extensions die Haare länger aussehen als sie sind. Ein kräftiger, knalliger Lidschatten wird IMMER mit schwarzem Eyeliner kombiniert getragen. Meistens sind außerdem die Augenbrauen durch Puder oder Stift extra betont und Make-up verleiht einen makellosen Teint. Kleidungstechnisch ist eigentlich erlaubt was gefällt, hauptsache es ist bunt und/oder schrill. Häufig findet man zerrissene Strumpfhosen oder gemusterte Strumpfhosen, Galaxy Leggings, Bandanas, Tierprints oder Bandshirts. Accessoires, die verniedlichen, und vor allem Körperschmuck, also Piercings wie Septum, Snakebites oder Bridge, sind kaum wegzudenken für diese Szene.

Aber auch die Lebenseinstellung der Scene Kids unterscheidet sich von der der Emos. Während die Scenes oft viel bzw. übermäßig Party machen, entspannen sich die Emos lieber, hören Musik und treffen sich mit ihren Freunden. Außerdem ist es oftmals(!) so, dass Scene Kids ein größeres Selbstbewusstsein besitzen als Emos oder es vielleicht auch einfach nur vorspielen, was wahrscheinlich daher kommt, dass Scenes einen großen Bekanntenkreis haben und im Internet sehr präsent sind. Sie posten viel, vor allem Bilder von sich oder ihrem Essen, bekommen dafür natürlich dank ihrer vielen Freunde viel Zuspruch und haben normalerweise ihren eigenen Youtubechannel. Ihr Ziel ist es fame zu werden. Scene Kids, die dieses Ziel erreicht haben sind zum Beispiel: Hannie Dropkick, Vanna Venom, Verena Schizophrenia oder ihr Bruder Max Amphetamine.
Wie ihr merkt, haben diese vier merkwürdige Nachnamen. Diese sind ebenfalls ein typisches Merkmal von Scene Kids, die durch diese ausgedachten Namen ihre Privatssphäre schützen. Und mal ehrlich: Das klingt doch gleich viel interessanter, oder?

Auch der Scene Kultur kann man einige Musikrichtungen zuordnen. Diese Musik besteht meist ebenfalls aus den typischen Instrumenten, die es im Emocore auch gibt, doch werden diese von elektronischen Beats unterstützt. Beispielbands für diese Musikrichtung wären zum Beispiel Black Veil Brides, Brokencyde, We butter the bread with butter oder Asking Alexandria.

Ihr seht Emos und Scenes haben zwar eine Menge gemeinsam, sind jedoch nicht das Gleiche. Ich hoffe es fällt euch nun leichter diese beiden Gruppen zu unterscheiden und ihr habt erfahren, was ihr gerne wissen wolltet.
Bis zum nächsten Mal, wenn es wieder heißt: Was ist …?
Eure Mimi :*

Foto: Andi EternalMangekyou Sharingan

Foto: Andi EternalMangekyou Sharingan