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Vegan Ice, Ice, baby

Hält das Wetter sein Versprechen, strahlt der Himmel in den spätsommerlichen Septembertagen noch blau über uns und mit meiner Vorliebe für Skandinavien teile ich auch kindliche Begeisterung für frisch gezapftes Soft-Eis. Die mit Stickstoff aufgeschlagen Türmchen aus Sahne in süßlichen Waffeln locken bei diesen milden Temperaturen Touristen, Ur-Berliner, Kleinkinder an.

von Genna Thiele

An dieser Stelle schreibt unsere Reporterin Genna Thiele regelmässig eine Kolumne über aktuelle Gedanken, die sie sich macht. Irgendwo zwischen Provokation, Schön-Male-und Musikerei, Mitteilungs-Wahn und Poesie sollen sich die Themen, Artikel und Dinge, die hier landen bewegen – von Euch beurteilt und kommuniziert werden! 

10660738_776082769115027_690406810_nDie märchenhafte Geschichte vom soften Eis

Selbstbestimmtes Handeln ist ein gelobtes Privileg und so trieb mich die Neugier vor zwei Wochen zu einem Eck-Eisstand an dem belebten S-Bahhof der Warschauer Straße. Temporär aufgebaut, bietet die bonbonfarbene Verkaufsfläche ein kulinarisches Experiment, das seines gleichen sucht: Soft-Eis selbst kreieren. Zumindest was die Zutaten betrifft, den handwerklichen Rest erledigt die personifizierte Eismaschine vor dem Veganz. Diese menschliche Kiez-Kreatur ist entweder männlich, weiblich und zumeist jung, wie die szenigen Verkäufer in Großstädten nun mal jung sind. Spitzbübisch stehen sie damals wie heute in der gleißenden Sonne und verzapfen kühle Träume für 1,20 €.

Der Selbstversuch des Septembers 

So eine spontane Eigenkreation ist ja durchaus risikobehaftet. Mein persönlicher Entwurf schmeckte wie Erdbeersahne und verschmolz durch die cremige Textur auf meiner gierigen Zunge. Das Topping gönnte ich mir nicht, dafür frische Fruchtstücken der Nektarine, Himbeere und der deutschen Lieblingsfrucht, dem Appel. An sich verabscheue ich Frucht-, insbesondere Erdbeereis ebenso wie Wasser mit Geschmack (hochgelobtes IT-Getränk mit einem Nachgeschmack von Chemie) . Die natürlichen Zauberzutaten des Veganz sorgten für meinen Sinneswandel.

Bei dieser eisigen Geschmacksexplosion blieb kein Geheimnis, warum der Geschmack so gut und unverfälscht ist…

Ring frei für die Reismilch

Niemals behaupte ich, Cornflakes mit Mandelmilch würden so gut schmecken wie die gewohnte Variante mit der Kuhmilch.

Ich ziehe meinen Hut vor den Veganern, denen bei ihrer tierschonenden Variante von einem Frühstück nichts abgeht. Verarbeitete Reismilch schlägt jedoch inhaltlich Milcheis in den wichtigsten Disziplinen des guten Geschmacks, das verspreche ich bei Gott im Himmel. Laktose-Intoleranz schert hier keinen Genießer. Zudem schmeckt die rohe Frucht ulkiger Weise nach Frucht – wer je eine süße Beere aus Nachbars Garten geklaut hat, weiß: mit dieser Fruchtsüße hält keine Imitation mit.

Wie der Biss in ne Wolke

Statt klebriger Kalorienbombe durch Zusatzstoffcocktail, schlemmte ich gewissenhaft und gelassen die Kombination aus fettarmer Reismilch und meiner Auswahl an Früchten. Nüssen und Gewürze präsentieren sich auch im Angebot. Die Geschmäcker sind ja, das ist uns allseits bekannt, verschieden. Vor allem in multikulti-touri-Gegenden wie dem Friedrichshain. Weder falle ich in unter die Kategorie öko, noch diätverliebt. Doch diese Aktion hat mich schmunzeln lassen über Vorteile gegenüber Veganem.

Somit habe ich den Ort der Magie für den nahenden Sommerausklang in der Hauptstadt gefunden.

Wie in eine Wolke beißen – so kann ein Abschied vom Spätsommer schon mal schmecken. Warum sich dem also aus Protest verwehren? Das ist mein Schlusswort zum September-Donnerstag.

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Street Food in Kreuzberg: Markthalle 9

In Berlin vereinen sich Menschen aus der ganzen Welt. Und mit ihnen kulinarische Highlights aus allen Teilen der Erde. BerlinImPuls hat sich Geschmack geholt – in der Markthalle 9 in Kreuzberg. Ja, ihr werdet Hunger bekommen. Guten Appetit :-)

Ein Gastbeitrag von Eva Luise Hoppe, Paul Meyer und Marta Schmidt Yánez.