Quelle: Facebookseite "Stattbad Berlin"

Clubcheck: STATTBAD Wedding

Auf einen Sprung ins Stattbad.
Menschen tanzen in einem Schwimmbecken, zwischen Fliesen, Plastikschalensitzen und Spinden…

Von Louis

Quelle: Facebookseite "Stattbad Berlin"

Quelle: Facebookseite „Stattbad Berlin“

Club: STATTBAD Wedding
Event: Stattnacht
Eintritt: 13,-

Hinter dem eindrucksvollen Club Stattbad verbirgt sich – Nomen est Omen – das ehemalige Stadtbad Wedding. Anfang des 20. Jahrhunderts designed und erbaut, diente es knappe 100 Jahre zur Freude aquaphiler Familien und Schwimmfetischisten, seit Anfang Mai 2009 fungiert es als Kulturzentrum sowie Club und kann dank seiner Aufmachung und der oft hochkarätigen Line-ups als „Watergate des Weddings“ gesehen werden.

Kurzum, ein Laden, den man nicht außen vor lassen dürfte, hätte man es sich zur Aufgabe gesetzt, die Club- und Technolandschaft Berlins einer subjektiven Prüfung zu unterziehen.
Es lockten ein freier Samstag Abend, kein Vakuum im Portemonnaie, sowie der potentielle Genuss, ein DJ-Set von Ewan Pearson und der NZ-Newcomer Mount Kimbie und zu erleben. In einem Schwimmbad. Wer würde da schon widersprechen.

Als ich um halb 1 ankam, war die Schlange derart beschaulich, dass wir keine Minute anstehen mussten. Nach kurzer Beäugung unserer Personalien wurden uns der Einlass in den Schwimmtempel gewährt. Hat man sich an der Kasse vorbeigezahlt, steht man erst einmal so da, und wundert sich. Nach Club siehts hier noch nicht so aus, eher nach…mh, naja…Schwimmbad halt irgendwie. Zwischen Fliesen, Plastikschalensitzen und Spinden hindurchgehangelt, sieht man sich plötzlich mit dem Pool konfrontiert, und spätestens jetzt weiß man, was das Stattbad ausmacht.
Ein Floor tut sich halb vor, halb unter einem auf. Menschen tanzen in einem Schwimmbecken, andere Menschen stehen oben an der Brüstung und tanzen ebenfalls. Wer das noch nie gesehen hat, dem könnte es erst mal kurz die Sprache verschlagen. Ich hangele mich eine steile Metalltreppe runter und tauche per Kopfsprung ein ins Vergnügen.
Die Besonderheit am Pool-Floor ist die Schräglage. Bühnengleich schaut man, wenn man hinten steht, hinunter auf den DJ und die sich dazu bewegende Crowd. Ein Festivaleffekt, der den Raum und das Publikum größer erscheinen lässt.
Manch einem fällt das Tanzen schwer auf schrägem Boden, und auch ich muss zugeben, dass es erst ungewöhnlich war, jedoch macht für mich persönlich die Atmosphäre alles wett, nicht zuletzt erreicht durch die erstaunlich gut abgestimmten Lichteffekte.

Quelle: Facebookseite "Stattbad Berlin"

Quelle: Facebookseite „Stattbad Berlin“

Nach einer Weile tanzen und feiern entschied ich mich, noch den anderen Floor aufzusuchen. Hier finden immerhin immer die berühmt-berüchtigten BOILER ROOM Parties statt. Passend dazu heißt der Floor auch Boiler und ist ein Heizkeller. Bravo.
Von seiner Quadratmeterzahl eher auf Wohnzimmerfeeling limitiert, besticht der Heizungsraum durch seine industrielle, rohen Aufmachung und die grandios beleuchteten Heizungsrohre, die sich neben einem Zaun mehrere Meter tief auftun und für einen unheimlichen Warehouse-Charme der 90er sorgt.
Da an diesem Abend allerdings vermehrt Gummistiefelbrettertechno zur Abwechslung vom MainFloor gegeben wurde, verbrachte ich den Rest meiner Nacht im Planschbecken und ließ mich von Ewan Pearsons traumhaften Set in Ekstase schießen.

Als Fazit kann ich sagen, dass das Stattbad Wedding für jeden ernsthaften Clubbesucher eine Reise wert ist. Der teils hohe Eintritt ist durch das meist überdurchschnittliche LineUp gerechtfertigt, und die Aufmachung lohnt sich einfach. Wer auf abgefahrene Lichteffekte und ein außergewöhnliches Rave-Feeling steht, ist in der alten Badeanstalt auf jeden Fall nicht verkehrt.

https://www.facebook.com/STATTBAD
Adresse: Gerichtstraße 65, 13347 Berlin
Telefon: 030 46797350