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Smartphone liegen lassen und Gutes tun

Gemeinschaftlich Gutes tun – diese Idee ist seit dem Erfolg internationaler Projekte wie der „Ice Bucket Challenge“ und hochkarätiger prominenter Unterstützung wieder in unseren Köpfen präsent. Natürlich nicht ohne mediales Hinterfragen und gespaltene Meinungen zu dieser polarisierenden Mutprobe, durch die via facebook Nominierte eine eiskalte Dusche für den guten Zweck riskieren.

von Genna-Luisa Thiele

An dieser Stelle schreibt unsere Reporterin Genna Thiele regelmässig eine Kolumne über aktuelle Gedanken, die sie sich macht. Irgendwo zwischen Provokation, Schön-Male-und Musikerei, Mitteilungs-Wahn und Poesie sollen sich die Themen, Artikel und Dinge, die hier landen bewegen – von Euch beurteilt und kommuniziert werden! 

Ich bin hin- und hergerissen zwischen Jubel, Trubel und Heiterkeit und dem kleinem Klopfen im Kopf das mir sagt, die Aktion hat Gewinner und Verlierer.

H2O

Die beliebtesten Argumente wurden mitunter auf der subthieles-facebook-Seite diskutiert:
Für die Videos gehen Unmengen an Wasser flöten, das andernorts Menschen wie uns zum Trinken fehlt. Die Challenge erscheint mir daher bizarr, ja makaber aufgrund der Verschwendung.

Doch das gute Gewissen überzeugt uns, gehen ja glücklicherweise im Gegenzug Geldspenden an eine Organisation im Kampf gegen die tückische Krankheit ALS. Deren mithin tödlichen Auswirkungen sind viel zu viele Menschen ausgesetzt, ohne Aussicht auf Heilung. Die Forschung nach einem Gegenmittel geht nun effektiver voran, von der gebührenden Sensibilität und Aufmerksamkeit ganz zu schweigen.

Zeitgleich zur „Ice Bucket Challenge“ bietet Unicef nun eine ebenso herausfordernde Möglichkeit, Gutes zu tun. Der Clou hierbei aber ist: Das Nichtstun.

Ein Klick und zehn Minuten Müßiggang

sollen reichen, einem Kind in Not 24 Stunden Wasser zu spendieren. Der Touchscreen unseres Smart-Phones ist das Werkzeug dieser Wasserspende. Zusammen mit Designer Georgio Armani, dem Paten des Projekts. Die Aktion klingt wie ein utopischer Romanauszug? Nun ja, dieses Wunschbild ist bereits Wirklichkeit.

Das „Unicef One Tap-Project“ ist eine Spenden-Aktion die wir (Achtung Wortwitz) mit unserem smarten Phone ausführen können. Simple drei Schritte und Durchhaltevermögen benötigen wir:

1. Die Seite: UNICEFTAPPROJECT.ORG suchen
2. Auf den Link öffnen, sodass sich die Seite öffnet.
3. Unser Smartphone mindestens zehn Minuten nicht anrühren. OH WEH!

The Final Countdown

Damit wir standhaft und somit fern von unserem leuchtenden Display bleiben, zählt die Homepage einen Countdown runter. Plötzlich blinkt das liebste Kommunikationsgerät und verkündet, dass wir just in diesem Moment einem Kind Trinkwasser für einen vollen Tag gespendet haben. Das geht auf unser Konto und zieht doch keine Almosen von diesem ab.

Ich frage mich schon länger, wann wir begreifen, dass man Geld weder essen noch trinken kann. Wer noch stolzer sein möchte oder seine Grenzen testen will, kann weiter gehen und aus vierundzwanzig Stunden ein, zwei oder drei Tage werden lassen.
Je nachdem wie lange dem Tippen widerstanden wird.

Das Spiel des Lebens: Spenden leicht gemacht

Prominenz hin oder her, so kann sogar unsere Generation XY – die Zielgruppe von BerlinImPuls – ohne Gewissensbisse und Überziehen des Konto-Dispos mit wenig Zeitaufwand die Welt verbessern. Ich finde, so leichthin das Projekt geht, ist es der perfekte Start für die Frostbeulen oder Sparfüchse, die sich solchen Spielchen sonst entziehen, und da zähle ich mich dazu

.Wer von seinem Weihnachts-, Geburtstags- oder sonstigem Geldvorrat noch Scheine übrig hat, kann mit einem Betrag von fünf Dollar krönend 200 Tage sprudelndes Nass spenden. Damit alles im Fluss bleibt. Meine Devise lautet ja eh >>let it flow<< statt let it snow.

In diesem Sinne: Vielleicht kuriert es uns auch von der Smartphone-Sucht.

Hier gehts zu Gennas facebook-Kolumne!

 

 

Was ist ein Meko?

Gastbeitrag: Was ist ein Meko?

 

In Berlin gibt es 12 Medienkompetenzzentren (Mekos). Aber was soll das eigentlich sein, so ein Meko? Unsere Gastreporter aus Lichtenberg haben mal beim Medienkompetenzzentrum „Die Lücke“ nachgefragt und sind dabei auf interessante Angebote gestoßen, die die Mekos für Kids und Jugendliche haben…

 

 

Hier findest du eine Übersicht über alle 12 Berliner Medienkompetenzzentren

Und hier geht es direkt zum Meko Lichtenberg „Die Lücke“

 

 

doodle

„Ich hab kein Smartphone. Hast du eins oder hat es dich?“

Blackberry. Samsung. Apple. Motorolla. Sony Ericsson. Nokia. Du kannst telefonieren. Du kannst SMS schreiben. Du kannst ins Internet. Du kannst reinsprechen und es spricht zurück. Du kannst alles. Unterwegs.

Ist es nicht nervig, wenn du mit jemanden sprichst und er spielt Doodle Jump während du ihn bittest, dir die Chemiehausaufgaben zu erklären? Hast du dir schon mal überlegt, ob es nicht total unnatürlich ist, dein Leben von einem „Androiden“ steuern zu lassen?

In unserem Zeitalter machen wir nicht mehr so viel natürliches, aber übersteigt das Rumgematsche auf einer Plastikscheibe nicht deine eigene Persönlichkeit? Was machst du, wenn du es zu Hause vergisst? Ach nein, wie dumm von mir. Sowas würde dir doch nie passieren! Aber was wenn doch? Dann kannst du dich in der U-Bahn nicht mehr beschäftigen, weil du total verlernt hast, was du ohne Smartphone machst, wenn dir langweilig ist. Du kannst nicht mehr bei Facebook nachgucken wie das Mädchen links neben dir heißt, die doch auf deine Schule geht. Du kannst keine Musik mehr hören. Was machst du? Du steigst aus, gehst auf den anderen Gleis der U-Bahn, fährst nach Hause um dein iPhone zu holen und kommst zu spät zur Schule.

In der Pause würde gerne das Mädchen aus der U-Bahn die Chemiehausaufgaben erklärt haben, aber du spielst Doodle Jump und hörst ihr gar nicht zu. Als sie angepisst weggeht, merkst du erst, dass sie eigentlich ganz hübsch aussieht. Du würdest ihr gerne hinterherrufen, aber du kennst ihren Namen nicht. Währenddessen ist dein kleiner Doodle in den Abgrund gestürzt.

Ärgerlich… Jetzt musst du von vorne anfangen. Bei beidem :-)