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„Und der Gewinner ist….“ Pro & Contra Preisverleihungen

Erbrechen für den Weltfrieden

Ein Contra von Benjamin Lewerenz

Ich habe mich dagegen entschieden, hier eine schön strukturierte Contra-Meinung zum Thema Preisverleihungen zu veröffentlichen. Ich falle lieber direkt mit der Tür ins Haus und möchte euch und mich mal ein paar Minuten in dieses Thema entführen: „Über die Bedeutung von Champagner-getränkten Floskeln der Selbstbeweihräucherung bei öffentlichen Preisverleihungen“. Seid Ihr bereit?

Floskel # 1: „Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet!“ – Überhaupt nicht, deswegen halte ich auch jetzt erstmal meine wundervoll auswendig gelernte Rede. Halt die Backen, du Spaten!  Schreibe wenigstens eine richtige Rede!

Floskel # 2: „Ich möchte mich bei…“ …all den geldgeilen Säcken bedanken, die mir geheuchelt haben, dass sie mich mögen, nur um meinen unglaublichen Körper zu Geld zu machen! Ach du Scheiße! Gleich geht das Geschleime und die Werbung los!

Floskel #3: „Ihr wart so toll!“ Bei Frauen ist dann immer alles „unglaublich toll!“. Aber Achtung, jetzt sollte man sitzen! Weil sonst rutscht man auf einer Schleimspur aus, die ihres gleichen sucht. Und dann wird noch zehnmal überlegt, ob man wen vergessen hat. Und dann wird weitergeschleimt.

Zugegeben: Eigentlich stört es micht nicht, dass ich ständig denselben Mist hört, dass kenne ich aus der Schule. Nein – mich stört nur diese endlose Heuchelei, die ewig dreisten Lügen und die unendliche Geldverschwendung, die da jedes Mal mit dran hängt. Es wäre doch um Längen unterhaltsamer, wenn die „Preisgekrönten“ einfach mal sagen würden täten dürften könnten, was sie wirklich denken. Wie zum Beispiel so was:

  • „Damit habe ich schon ewig gerechnet! Endlich wird mir offiziell bescheinigt, wie geil ich bin!“
  • „Ja – uhhh – ihr seid toll! Aber ohne mich wärt ihr am Arsch, weil ihr eben an mir euer Geld verdient“
  • „Ich bedanke mich bei mir, weil ich einfach mal der beste bin!“
  • „Warum bekomme ich den Preis erst jetzt? Ich bin schon zum zehnten Mal nominiert, ich hätte ihn jedesmal verdient; ihr Säcke!“

Warum sagt nie jemand die Wahrheit? Nein, es wird gelogen bis sich die Balken biegen! Im Zweifelsfall wird auch der Weltfrieden vorgelogen! Oh – okay. Ich gebe zu, das war eine gemeine und unfaire Lüge. Es ist nicht immer heile Welt. Wenn gerade ein ehemaliger Preisträger (oder eine andere „Größe“) gestorben ist, dann wird dem Verstorbenen die ganze Feier gewidmet. Dann wird am Anfang für den Verstorbenen gesungen, dann wird in den Dankesreden jedes Mal gesagt wie „unglaublich“ und „toll“ der Verstorbene war und der Moderator des Abends macht die berühmteste Nummer des Stars nach oder parodiert sie.

Achso, das wichtigste habe ich vergessen: Wer gewinnt, steht eh immer schon vorher fest. Es sind 50% Stars, 25% die besten ihres Faches, 20% Newcomer und 5% Überraschung. Die Überraschung muss sein, damit man am Tag danach in den Zeitungen steht. Wenn es dann mal nicht möglich ist, eine Überraschung einzubauen, dann muss man eben einen Skandal inszenieren.

So, wenn ihr möchtet, bastelt euch hier ein Trinkspiel draus – aber für die ganzen Alkoholleichen bin ich nicht verantwortlich! Die nächste Preisverleihung kommt bestimmt. Aber ich geh mich jetzt erstmal erbrechen – wenn ich nochmal das Wort Preisverleihung höre!

Selten so gelacht! Peinlichkeiten und Publicity als Win-Win für Stars und Zuschauer

Ein Pro vom Patricia Neumann

Warum sollte man sich nach so einer, wie ich zugeben muss, überzeugenden Meinung noch Preisverleihungen anschauen? Ich erklär euch das jetzt mal am Beispiel der am Montag ausgestrahlten MTV Video Music Awards…

Die Preisverleihungen bestehen heute nicht mehr nur aus langweiligen Dankesreden, sondern aus etlichen Auftritten, Neuvorstellungen von Songs und jeder Menge Peinlichkeiten, über die man herzhaft lachen kann, ohne das es jemanden wehtut. Nicht zu vergessen ist außerdem die Tatsache, das der ganze Schulhof am Tag danach über die Verleihung am Abend zuvor spricht und man sofort mitreden kann.

Nun aber noch mal ein paar mehr Argumente…

Punkt 1: Die Auftritte! Egal ob cool oder peinlich, neues oder altes Lied – die Stars geben sich meist bei den Auftritten sehr viel Mühe, weil das heutzutage bei den Verleihungen der Aufhänger ist. Bei den VMA’s konnte man das wirklich gut sehen. Da wäre der grandiose Auftritt von Justin Timberlake: 20 Minuten am Stück hat der Kerl seine größten Hits mit einer sagenhaften Choreographie gesungen. Und dann hat er es auch noch geschafft, die etwas ins Alter geratene Truppe von N’Sync auf die Bühne zu bringen! Gut – sie haben zusammen nur einen  Song gesungen, aber das lag wohl daran, dass manche von denen ganz schön aus der Form geraten sind.

Punkt 2: Die Neuvorstellungen! Gerade bei den amerikanischen Preisverleihungen fällt mir das immer wieder auf, dass die da auf der Bühne (oder mein Geheimtipp: im Vorspann der Nominierungen) Songs vorstellen, die in Deutschland noch kaum einer kennt. Aber ein paar Wochen, oder manchmal sogar Monate, später kommen die Songs dann auch bei uns groß raus. So ging mir das ganz besonders Anfang diesen Jahres bei den Grammys mit den „The Lumineers“. Bei den VMA’s geht es mir mit dem neuen Song von Robin Thicke so. „Give it to you“ läuft seit dem bei mir rauf und runter.

Punkt 3: Real-Satire! Jetzt mal ehrlich: In der, wie ich es nenne, „Preisverleihungs-Saison“ gibt es doch nichts besseres, als sich nach einem anstrengenden Tag aufs Sofa zu legen und sich einfach über die zahlreichen Stolperer, Busen-Blitzer oder andere Peinlichkeiten zu belustigen. Wer hat sich denn bitte letzte Woche nicht am Tag nach den VMA´s über diesen maßlos peinlichen Auftritt von Miley Cyrus ausgelassen? Ich habe bisher noch nicht gesehen, das jemand so oft seine Zunge rausstreckt und dann auch noch einen mindestens 10 Jahre älteren Kerl so anmacht. Witzig, aber total peinlich, oder? Das Gute: Wir bekommen eine Art kostenlose Real-Satire, haben Spaß und die Stars erhalten eine Menge Publicity. Und die hat dafür ne Menge Publicity bekommen. Quasi eine Win-Win Situation, oder?

Fazit: Für mich geht es bei den Preisverleihungen überhaupt nicht um die Preise und Dankesreden. Für mich geht es um das, was drum herum passiert. Und das ist wirklich sehenswert, wie man an den VMA’s gesehen hat. Also: Wenn man die höchstens 5% Prozent an gar nicht mal so unglaublich schlimmen Dankesreden aushält, kann man vor dem Fernseher wirklich was erleben. Jetzt mal Hand aufs Herz: Was spricht denn jetzt noch dagegen?

Bildquelle: Janina Wildermuth

Deutsch-Amerikanische Freundschaft – hautnah erleben!

Deutschland und die USA pflegen eine enge Beziehung. Mit dem Antritt von Obama hat sich das Verhältnis sogar noch verbessert. Erschüttert wurde es jetzt durch den NSA-Spionageskandal. Aktuell findet das 53.Deutsch-Amerikanische-Volksfest in Berlin statt und wir wollen wissen, wie es um diese Freundschaft steht…

Von Janina Wildermuth

Um diese Fragen zu beantworten, begebe ich mich auf das am meisten besuchte Volksfest Berlins. Mit 500 000 Besuchern jährlich liegt das seit  1961 stattfindende Deutsch-Amerikanische-Volksfest ganz hoch im Kurs. Vom 26. Juli bis zum 18. August 2013 kann man angeregt zur Live-Swing-Musik tanzen, sich beim Bingo amüsieren, Fotografien aus dem Alliierten-Museum betrachten, Frauen in Petticoats zuschauen oder am Sandstrand einfach einen original Hotdog verzehren.

Doch was sagen die Besucher zu diesem Fest? Wie amerikanisch ist es wirklich und was denken Deutsche über Amerikaner? Hat die Abhöraffäre ein Keil zwischen die beiden Staaten getrieben? Mit all diesen Fragen habe ich mich beschäftigt und bin dabei selbst auf interessante Fragen gestoßen.

 „Insbesondere in schwierigen Situationen halten sie mehr zusammen als Deutsche“

Bildquelle: Janina Wildermuth

Bildquelle: Janina Wildermuth

So äußerte sich eine Frau über Amerikaner. Sie seien „crazy“ und ziemlich „gechillt“, meinte ein Mann mit gegelten Haaren, ganz like Elvis Presley. Viele Leute trauten sich jedoch nicht über „die Amis“ zu urteilen – aus gutem Grund : Denn wer die Leute nicht kennt, sollte keine voreiligen Schlüsse ziehen. Man kann Menschen nicht rein nach der Herkunft beurteilen. Demnach war es von mir nicht gut überdacht, nach allgemeinen Charaktereigenschaften eines gesamten Volkes zu fragen. Das hat mich zum Nachdenken angeregt…

 

 

großes Angebot mit Kultcharakter

großes Angebot mit Kultcharakter

Was das  Herz begehrt

Als ich über das Fest schlenderte, fiel mir auf einmal ein ziemlich gefüllter, kleiner Stand auf. Von Erdnussbutter, verschiedenen Sirup-Sorten, bis hin zu den guten alten gebackenen Bohnen gab es alles, was das amerikanische Herz begehrt. Das Regal war sehr rustikal und wirkte damit wie aus einem Western. Hmm, am liebsten hätte ich mich einmal durch das Regal gegessen. Gleich nebenan hörte ich Leute kreischen. Die Achterbahn „Teststrecke“, mit mehreren Loopings löste bei mir schon beim zusehen Freude aus und das Adrenalin strömte durch meinen Körper.

2 schnittige Oldtimer

2 schnittige Oldtimer

 

Nicht nur der Traum der Männer

Beliebt sind die zahlreichen Oldtimer. Viele mit Kultstatus, aber auch einige neue Modelle wurden vorgestellt. Gut platziert vor historischen Monumenten, coolen Stränden oder auch auf dem Parkplatz nebenan, konnte ich diese Schlitten betrachten. Ein Paar, dass ich getroffen hatte, kam sogar mit eigenem Wagen auf das Fest. Eine andere Frau hat solch ein Auto bereits seit Jahren auf der Wunschliste.

Eine doch etwas andere Nachbildung der Freiheitsstatue

Eine doch etwas andere Nachbildung der Freiheitsstatue

Wie steht es denn nun um die Freundschaft?

Wenn man fragt, wie weit der NSA-Spionageskandal die zwischenmenschlichen Beziehungen beeinflusst hat, hört man nur: Gar nicht. Vielen Besuchern, die ich angesprochen habe, ist die Wahrheit über die Überwachungsprogramme egal. Sie würden und werden weiterhin so oder so doch bespitzelt. Ihre Daten seien nie absolut sicher gewesen. Damit ist klar, dass auch dieser Skandal die Freundschaft zwischen Deutschland und den USA nicht zerrütteln kann .

Wer den „American Way Of Life“ liebt und lebt ist sicherlich gut auf dem  Deutsch-Amerikanischen-Volksfest aufgehoben. Der Rest natürlich auch. Und nun feiern wir auch gerne mit beim German-American-Day

Bild 6

Was ist denn an Pferdefleisch so schlimm? Die Redaktion diskutiert…

 

Alle reden und berichten darüber: Der Pferdefleisch-Skandal. Aber was denken wir Jugendliche darüber?  Unsere BerlinImPuls-Reporter Djamal, Annika, Doro, Patricia und Benjamin haben in der Jugendredaktion darüber diskutiert und wollen eure Meinung wissen:

Werdet ihr euer Ess/Konsumverhalten ändern???