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BIP Gastbeitrag: Karl-Marx-Str. 1

Das interkulturelle Zentrum für junge Frauen und Mädchen „Szenenwechsel“ in Kooperation mit der Otto-Suhr-Hochschule präsentiert die Karl-Marx-Straße in wenigen Worten und viel Emotionen. Entstanden ist ein sehr poetischer, kreativer und einzigartiger Clip. Interessant, wie unterschiedlich Menschen ihren Kiez wahrnehmen. Wir finden: ein toller Film!

Wie ist es bei Dir? Wenn Du Deinen Stadtteil in einem Video zeigen würdest, was bekämen wir zu sehen? Wie würdest Du das umsetzen? Schreib uns an: jugendredaktion@berlinimpuls.de

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Was ist denn das für ein Theater?

Performance "Auf der Suche"

Performance "Auf der Suche"

Im Bus. Im Theater. In der Stadt. Im Theater. Im Bus. Die vielen jungen Erwachsenen, die unglaublich erschöpft, aber irgendwie glücklich aussehen, scheinen wie in einer Spirale gefangen, die sie sich über viele Monate hinweg sorgfältig gebaut haben. Das Projekt „Theater Total“ verlangt den schauspielerisch Ambitionierten so einiges ab: Über zehn Monate hinweg wird geprobt, an Bühnen gewerkelt, jedes Staubkorn sorgfältig aus dem Raum getragen, die Gelenke in die richtige Richtung strapaziert und das ganz ohne Nine-To-Five-Feeling – man wird immer gebraucht, irgendetwas ist bestimmt noch nicht so, wie es sein sollte.

Nun sind sie auf Tour durch ganz Deutschland, mit Zwischenstationen in Österreich und der Schweiz. In 32 Städten bauen sie ihre Bühnen auf, passen sich an die gegebenen Verhältnisse an, versuchen ein kleines bisschen der unbekannten Luft einzuatmen, wenn zwischen den Extraproben und dem Sitzen in der Maske Zeit bleibt.

Einige Schauspieler haben extra für das Stück mit dem Rauchen angefangen.

Einige Schauspieler haben extra für das Stück mit dem Rauchen angefangen.

Fasziniert habe ich die Inszenierung des Stücks „Platonov – die Vaterlosen“ von Anton Tschechow vor ein paar Tagen in Berlin miterlebt. Im pulsierenden Kreuzberg haben sie sich ein Heim gesucht und die wenig abstrahierte, aber sehr mitreißende und komplizierte Komödie des russischen Autors gezeigt. Schnell wenden sich die Gedanken jedoch ab von dem unterhaltenden Spiel und bleiben an dem Ensemble hängen. Wurden aufgrund der Aufnahmeworkshops nur so talentierte Leute herausgepickt oder wurden sie in den zehn Monaten so professionell getrimmt? Die Nachbesprechung der Regisseurin Barbara Wollrath-Kramer zeigt, dass sie unglaublich hohe Erwartungen an die jungen Schauspieler hat und selbst bei dem, was mich als Laie total überzeugt hat, noch einiges an Potential sieht. „Vordenken – mitdenken – nachdenken“ ist ihr Motto, und die erschöpften Spieler geben sich Mühe, immer voll dabei zu sein.

Meine Begleitung ins Theater macht mich darauf aufmerksam, wie kaputt die Haare einiger Jungen durch das ständige zurückgelen der Schöpfe für das Stück aus dem 19. Jahrhundert geworden ist. Zwischen zwei Aufführungen liegen selten mehr als zwei Tage, in Berlin sind es sogar zwei Präsentationen an direkt aufeinander folgenden Tagen.

Jede Szene ist perfekt choreographiert, jedes Jubeln und jede Handbewegung muss sitzen.

Jede Szene ist perfekt choreographiert, jedes Jubeln und jede Handbewegung muss sitzen.

Ein Junge, den wir von früher kannten, hat unglaublich viel an Gewicht verloren. Bereut er, dass er an dem Projekt teilgenommen hat? „Nein“, sagt er, sein Gesicht noch mit der Auftrittsschminke verfremdet, „Man lernt ein unglaublich großes Spektrum an Aufgaben am Theater kennen und wird gnadenlos zur Selbstständigkeit erzogen. Morgen werden wir zwar wieder bis drei Uhr nachts die Bühne abbauen, aber ein oder zwei Stunden am Nachmittag haben wir fast immer, um uns die Stadt anzuschauen, in der wir grade sind. Es ist toll, so viele verschiedene Orte kennenzulernen!“

Viele Schauspieler haben das Abitur gerade erst abgeschlossen, einige schon ein freiwilliges Jahr oder eine Ausbildung hinter sich. Für alle ist Theater Total vor allem eins – Orientierung. „Ich wollte halt schauen, ob das wirklich etwas für mich ist, und ob ich diesen Weg verfolgen soll“, sagt Paul-Maurice Röwert, der sich schon früher in Theatern ausgetobt hat, sich aber immer noch nicht sicher war, was die professionelle Umsetzung angeht. Jaqueline Pawliczek neben ihm hat schon Dampf gemacht: „Ich habe mich schon für ein paar Schauspielstudien beworben, vielleicht mach ich auch Theaterpädagogik“.

Diesen Sommer, wenn die jetzige Tour vorbei ist, wird wieder eine neue Generation bei Theater Total aufgenommen, ein neues Stück gespielt. Wer den Theaterbetrieb intensiv kennenlernen möchte, und nicht davor zurückschreckt, für eine vielseitige Erfahrung alles zu geben, kann sich in den kommenden Aufnahmeworkshops der Herausforderung stellen..

Theater Total online:
http://www.theatertotal.de/
http://youtube.com/theatertotalyt

Bildquelle: Pressefotos, Theater Total

artikelbildnicolehise

BiP-Radio: Synchronsprecherporträt – Nicole Hise

 

Nicole Hise beim Aufnehmen

Aufnahmebereit?

 

Bevor eine ausländische Produktion, egal ob Serie oder Film, über das deutsche Privatfernsehen flimmern kann, wird in den meisten Fällen eine deutsche Adaption produziert. Obwohl ein großes Team an so einer übersetzten Umsetzung beteilligt ist, sind Synchronsprecher, die Menschen, welche den Originalschauspielern ihre deutschen Stimmen leihen, der größten Publikumsresonanz ausgesetzt.

Die junge Sprecherin Nicole Hise ist erst seit ein paar Jahren im Geschäft und gab BiP-Reporterin Doro einen kurzen Einblick in ihren Werdegang und ihre Erlebnisse hinter dem Mikrofon:

 

Bildquelle: Nicole Hise