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Ein Wochenende im Ministerium – Einladung zum Staatsbesuch 2014

Am kommenden Wochenende (30./31.8.) ist es wieder soweit: Die 14 Ministerien, das Bundeskanzleramt und das Presse- und Informationsamt öffnen ihre Türen für Besucher.

Es gibt nicht nur zahlreiche Infostände, sondern auch Veranstaltungen wie Gespräche und Interviews mit prominenten Gästen, Hausführungen, Spiele, Musik- und Bühnenhighlights, usw. Das zentrale Thema ist dieses Mal „25 Jahre Einheit und Freiheit“, an die z.B. durch Ausstellungen und Gespräche mit Zeitzeugen erinnert wird.

Egal, ob man nun politisch interessiert ist, sich für Geschichte begeistert, sich über bestimmte Projekte informieren oder sich einfach nur einen schönen Tag machen möchte, es ist für jeden etwas dabei.

Hier findet ihr die Highlights des Wochenendes, während hier das gesamte Programm vom Staatsbesuch 2014 zu finden ist.

Zusätzlich bietet die Bundesregierung einen kostenlosen Shuttleservice zu allen Veranstaltungsorten.

 

 

 

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2014 – Der Anfang vom Ende

Was war das nur für ein ereignisreiches Jahr! Darum möchte ich jetzt, im Dezember 2014 zurückblicken und in Erinnerung rufen, was wir 2014 alles erleben und mitmachen mussten.

von Katja Niklas

Thomas Siepmann  / pixelio.de

Thomas Siepmann / pixelio.de

Alles begann mit dem Regierungsantritt der großen Koalition. Das war sozusagen der Anfang vom Ende. Dabei sah es Ende 2013 doch noch so gut aus: Die SPD führte eine Mitgliederbefragung durch, in welcher über den Koalitionsvertrag abgestimmt werden durfte. Die Führungsetage der SPD gab sich gegenüber der Öffentlichkeit zuversichtlich, dass der Vertrag bei ihren Mitgliedern gut ankommen würde, doch in der Basis brodelte es. Sigmar Gabriel war jedes Mittel recht, um zum Ziel – der großen Koalition – zu kommen und schreckte auch nicht vor privaten Gesprächen zurück. Nach und nach verstummten die kritischen Stimmen, aus Angst vor erneutem Besuch, aus Angst vor dem Unmut des Parteivorsitzendens. Die letzten Rebellen mussten sich in den Untergrund zurückziehen und konnten von dort aus nicht mehr an der Befragung teilnehmen. Es kam, wie es kommen musste: Wir hatten die große Koalition am Hals.

Kitas statt Kasernen

Spätestens als Ursula von der Leyen, Bundesministerin für Verteidigung, mit dem Stellenabbau bei der Bundeswehr begann, die frei gewordenen Kasernen in Kindergärten umgestaltete und die Ex-Offiziere zur Erziehung unserer Kinder einzog, dürfte auch den Letzten klar geworden sein, dass die nächsten 4 Jahre kein Zuckerschlecken werden würden. Der Groll auf die Regierung vertiefte sich, als Horst Seehofer – der mit dem Mindestlohn, wie ihn die SPD wollte, noch nie so ganz einverstanden war – sich für einen Flexi-Mindestlohn einsetzte. Nach einigen Hausbesuchen von Sigmar Gabriel fand diese Idee aber zum Glück keine Mehrheit.

Oliver Weber  / pixelio.de

Oliver Weber / pixelio.de

Nur die Satireredaktionen freuten sich und zogen schamlos über jeden Fehltritt der Regierung her – bis Horst Seehofer sie der Gotteslästerung bezichtigte und kurzerhand Thomas de Maizière, Innenminister, „überredete“, die Inquisition wieder einzuführen. Ab da entschied Seehofer (natürlich nicht offiziell), über was auf welche Art und Weise und zu welcher Zeit berichtet wird. Es wurde gemunkelt, dass er de Maizière im Gegenzug versprochen haben soll,  der Kanzlerin weniger oft in den Rücken zu fallen und sich mit seinem unerschöpflichen Selbstvertrauen etwas zurückzuhalten. Falls das stimmt, hatte er jedenfalls wenig Erfolg. Den absoluten Höhepunkt lieferte er im Rahmen der Diskussion um seine PKW-Maut. Als die EU-Kommission ihm mitteilte, dass seine Pläne so nicht umsetzbar sind, nahm er den „Freistaat“ kurzerhand wörtlich und verkündete, dass Bayern aus der EU aussteigen werde. Danach wolle er die PKW-Maut für Ausländer einführen, wobei er das Ausland auf alles außerhalb Bayerns ausdehnte…

Der BER - die ewige Baustelle Kurt Michel  / pixelio.de

Der BER – die ewige Baustelle
Kurt Michel / pixelio.de

BER als Lehrstätte für Bauarbeiter

Ein von Seehofer genehmigtes Thema war der Flughafen Berlin Brandenburg (weil es gegen die Preußen ging), über dessen Verwendung lange Zeit diskutiert wurde. Ein Vorschlag, der mir sehr gefallen hat, war, aus ihm eine Lehrstätte (ihr könnt euch aussuchen, wie ihr es schreibt – Leerstätte passt auch) zu machen, in der sich angehende Bauarbeiter, Architekten, Ingenieure und Elektroniker nach Herzenslust austoben dürfen. Auf einem Gelände wie dem BER bieten sich zahlreiche Möglichkeiten, praktische Erfahrungen für das spätere Berufsleben sammeln zu können, ohne dabei Angst vor Fehlern haben zu müssen. Denn ein paar Fehler mehr machen bei diesem Großpfuschprojekt auch keinen Unterschied mehr. Der Vorschlag scheiterte jedoch, stattdessen wurde die Verantwortung für den Flughafen Berlin Brandenburg an den Beauftragten der Bundesregierung für  Kultur und Medien übergeben, welcher den Antrag stellte, dass der BER in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen wird. Die UNESCO prüfte, inwiefern er die Kriterien für ein Weltkulturerbe erfüllt und nahm den BER schließlich in die Liste auf: „Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass der Flughafen Berlin Brandenburg ein außergewöhnliches Zeugnis einer alternden und damit bald aussterbenden Kultur ist, seine schon lange währende Entstehung ein bedeutendes Beispiel der Hauptstufen der Erdgeschichte darstellt und seine Geschichte ein einzigartiges Meisterwerk der menschlichen Blödheit ist, weshalb wir ihn in die Welterbeliste aufnehmen.“ (Mitglied des Komitees, nach Informationen der NSA).

Im Nachhinein muss ich zugeben, dass dieser Schritt wirklich genial war. Der Flughafen Berlin Brandenburg ist damit vor Änderungen und Erweiterungen, also jeglichen Bauarbeiten und somit auch vor der Fertigstellung geschützt. Außerdem hatte man damit eine Diskussion losgetreten, die sämtliche Versuche, zu regieren, überschattete. Bewusst wurde mir das aber erst jetzt, wo ich versucht habe, mich an die politischen Höhepunkte und auch Tiefpunkte zu erinnern. Denn außer den Kindergärten und dem Flexi-Mindestlohn fällt mir nichts ein, was dafür sprechen würde, dass unsere Politiker den lieben langen Tag noch etwas anderes gemacht haben, als sich selbst in der Datenbank der NSA (Zur Beruhigung abgehörter Staaten wurde der Regierung dieser Staaten der Zugang zu den Daten über sich selbst gestattet.) zu googeln.

Die NSA hat ihre Ohren überall... Aka  / pixelio.de

Die NSA hat ihre Ohren überall…
Aka / pixelio.de

NSA kauft Telekom

Ach, fast hätte ich die NSA und ihre Skandale vergessen, mittlerweile ist es ja fast Alltag. Wobei die Tatsache, dass die NSA die Telekom gekauft und damit zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen hat, doch noch eine Erwähnung wert ist. Nun bekommt sie nicht nur einen Teil der Abhörkosten über die Telefongebühren erstattet, sondern kann ihre Überwachungsaktivitäten zudem als Qualitätssicherung deklarieren.

Was für ein Jahr!

Bildquelle Artikelbild: SarahC.  / pixelio.de

flickr-Pressealbum FDP

“Die Jugend ist unsere Zukunft..” Was die FDP nach der Wahl mit uns so vor hat! Der BiP Parteien-Check!

Im September ist Bundestagswahl, dann dürfen alle ab 18 offiziell wählen, und alle Jüngeren bei der U18-Wahl ihre Stimme abgeben. Aber für wen? BerlinImPuls hat für euch gecheckt, was die großen Parteien für die Jugendlichen machen. Spielen wir eigentlich eine Rolle? Heute beschäftigen wir uns mal mit der zweiten regierenden Partei – der FDP…

von Benjamin Lewerenz

Heute geht es um die Partei, auf der am meisten rumgehackt wird. Die, die sich jede Woche auf’s neue für die „heute-show“ qualifiziert – die FDP. Aber ist das ständige Rumgehacke verdient oder sind sie vollkommen zurecht an der Macht? Das wollen wir jetzt überprüfen…

CHECK NR. 1: Das Regierungsprogramm

Brüderle

Pressebild FDP

Ich war entsetzt! Denn die liebe FDP hat uns Jugendlichen kein eigenes Kapitel gewidmet. Tja, wir sind ja auch völlig unwichtig (schließlich sorgen wir für eure Rente). Aber nun gut, bleiben wir beim Inhalt, die Form soll ja keine Rolle spielen.

Den Rest des „Bürgerprogramm“ kann man auf zwei Teile kürzen:

  1. „Wir haben…“ Die FDP lobt sich selber gerne. Mit großen Schritten, die die FDP gemacht hat und zu der die FDP die Regierungskoalition gedrängt, überedet oder überzeugt hat. Ob das alles so stimmt, hat der #ZDFcheck mal überprüft. Die haben auch die CDU/CSU, SPD und alle anderen Parteien auf ihre Aussagen auf Wahrheitsgehalt überprüft. Hört euch einfach ein Rede von Rainer Brüderle an, er zählt immer das auf, was auch hier im Programm steht.
  2. „Wir wollen…“ …rumfloskeln ohne Ende. Es klingt fast genauso wie bei der CDU/CSU nur das es weniger ist. Sehr viel weniger. Besonders was Jugend angeht. Starke Jugendarbeit, starke Jugendverbände, Stärkung der politischen Teilhabe, Bleiberecht für Jugendliche. Es kommen nur solche Stichpunkte. Nicht mehr und nicht weniger.

Unterm Strich bleibt mir nur zu sagen, dass ich zwar schon bei der CDU/CSU schockiert war über die Inhaltslosigkeit, aber die FDP hat das nochmal übertroffen. Jetzt verstehe ich, warum immer alle auf der FDP rumhacken, bei der Leere…

CHECK NR. 2: Die persönliche Stellungnahme

Zwei Wochen! Zwei Wochen! Und sie haben nicht geschafft, was SPD und CDU/CSU in nichtmal 48 Stunden geschafft haben! Ich habe keine E-Mail bekommen und damit keine Antworten auf meine individuellen Fragen! Schade, liebe FDP. Ihr habt es verbockt!

 

FDP-Logo

Der FDP-Check:

Umsetzbarkeit: So naja
Hohle Phrasen-Dichte: Hoch
Populismus: Stellenweise
Qualität der Ideen: Einfallslos
Regierungsprogramm: Grauenvoll
Reaktion der Partei: Gab’s nicht

 

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Willkommen zum Staatsbesuch 2011

Reporterin Katja meldet sich zurück aus dem Untergrund 😛 Am 21. August habe ich mich unter das Volk gemischt, um unauffällig in Berlins Ministerien eindringen zu können… Scherz. Das heißt, unauffällig war ich schon, aber ich musste natürlich nicht klammheimlich in die Ministerien einbrechen – denn es war der Tag der offenen Tür!

An dem Wochenende (20./21.8.2011) standen die Tore des Bundeskanzleramts, des Bundespresseamts und der Ministerien für das „normale Volk“ offen. Es wurde sich enorm ins Zeug gelegt, um Besuchern die Welt der Politik nahezubringen und zu zeigen, was denn eigentlich so in den Ministerien passiert. Die Welt von Politikern besteht nämlich nicht nur aus endlosen hitzigen Diskussionen über Themen, von denen ich rein gar nichts verstehe und über die dann im Fernsehen berichtet wird… 😀

Leider konnte ich nur am Sonntag dabei sein, da wir ja am Samstag die Radio- und die Fernsehsendung zum Thema „Poetry Slam“ aufgenommen haben – bestimmt gibt es dazu auch bald einen Beitrag.

Aber jetzt bin ich von meinem eigentlichen Thema abgekommen. Ich war also nur am Sonntag anwesend, und habe daher nicht allen Ministerien einen Besuch abstatten können. Um genau zu sein, war ich nur in drei Ministerien: Denen für Gesundheit, für Verkehr und für Wirtschaft.

Das Ministerium für Gesundheit

Wie auch in den letzten Jahren („Familien-Tradition“) statteten wir (meine Mutter, meine Tante, meine Schwester und ich) im Gesundheitsministerium zuerst dem Stand einen Besuch ab, wo man Handcreme „herstellen“ konnte. Die Erwachsenen setzten meine Schwester und mich dort ab und schauten sich etwas um, während wir uns an die Arbeit machten.

Das Ganze war buchstäblich eine wirklich rührende Angelegenheit: Zuerst gab es eine fettähnliche Zutat, die unter ständigem Rühren erhitzt wurde. Dann bekam man heißes Wasser, was unter ständigem Rühren mit dem nun geschmolzenen „Fett“ vermischt wurde. Während des nächsten Arbeitsschrittes kühlte die noch unfertige Creme unter ständigem Rühren ab. Zu guter Letzt wurde die abgekühlte, nun cremige Mischung in eine Tube gepresst und bekam eine Beschriftung. (In Gedanken war ich noch lange Zeit später am Rühren…)

An ein paar anderen Ständen machten wir – nun wieder „vereint“, sprich zu viert – noch einige Quiz (Zum Beispiel zum Thema Organspenden, welches ich besonders wissenswert fand.) und spielten dann zum Abschluss in Zweierteams Memory. Selbstverständlich fingen wir schon kurz nach Beginn des Spiels an, Karten unter dem Tisch zu verstecken, wenn sicher war, dass die „gegnerische“ Mannschaft die jeweiligen Gegenstücke entdeckt hatte, oder wir vertauschten die Positionen einiger Kärtchen. Zum Schluss einigten wir uns auf ein Unentschieden.

Im Ministerium für Verkehr schlenderten wir größtenteils nur rum und betrachteten die Stände. Einen Stand allerdings gab es, wo die gleiche Freude wie beim Memory spielen in uns aufkam: Der „Auto-wickeln-Stand“. Versteht mich jetzt nicht falsch, das soll nicht heißen, dass dort ein normal großes Auto stand, welches von uns gewickelt werden sollte (Wobei das auch mal eine lustige Vorstellung ist… XD). Ihr müsst euch das so vorstellen, dass es zwei kleine Trucks (ungefähr so lang wie meine Hand) an einer Schnur befestigt waren, welche wiederum mit dem anderen Ende an einem Holzstück festgemacht war. Dieses Holzstück nahm man in die Hand und fing bei „LOS!“ an, es so schnell wie möglich zu drehen, damit die Schnur aufgewickelt wurde. Meine Tante hat gegen mich verloren. Danach durfte man sich als Belohnung (auch wenn man auf ganzer Linie verloren hatte) ein Eis zusammenmixen lassen (So eine tolle Maschine würde ich auch gerne zu Hause haben…einfach Zutaten wie Beeren und Schokolade auswählen, in die Maschine tun und zusammenmixen lassen.).

Mit unserem Eis in der Hand gingen wir dann langsam zum nebenan liegenden Ministerium für Wirtschaft. Bevor man dieses „vollständig“ betreten konnte, musste man allerdings durch die Sicherheitskontrolle durch. Meine Schwester und ich konnten dank fehlender Rucksäcke oder Taschen sofort durch diesen „Rahmen“, mussten vorher nur noch nachschauen, ob unsere Hosentaschen etwas enthielten. Mein Bonbon-Papier wurde nicht als mögliche Bedrohung angesehen und so durfte ich passieren. Nach dem Mittagessen im Innenhof besuchten wir den Eichensaal und lösten das dort angebotene Quiz, welches sich rund um – logisch – Wirtschaft drehte. Ich löste es etwas schneller als die anderen 3, um einen besonderen Gast, der wenig später im Innenhof seinen Auftritt haben sollte, nicht zu verpassen.

Ja, jetzt wollt ihr wissen, wer das war, oder? (Hoffe ich zumindest :)) Nun, vielleicht kommt ihr von alleine drauf. Dieser besondere Gast ist Tänzer und ich habe bei meinem Artikel zur Streetdance-Meisterschaft schon etwas über ihn geschrieben. Er ist taub-stumm und heißt… Tobias Kramer! Leider war die Bühne ziemlich klein, so dass er immer aufpassen musste, wohin er trat und sich nicht „richtig austoben konnte“ (zumindest hatte es den Anschein). Aber trotzdem fand ich es mal wieder faszinierend. Und mit diesem Ereignis endete dann auch mein Tag in den Ministerien und ich fuhr geschafft nach Hause.

Das klingt jetzt alles vielleicht mehr nach einem Jahrmarkt, als nach einem Tag der offenen Tür in den Ministerien, aber auch nur, weil ich gezielt zu solchen Ständen gegangen bin. Denn ehrlich gesagt, interessiere ich mich nicht sonderlich für Politik und habe so die Stände mit dem Infomaterial rund um bedeutende Persönlichkeiten, irgendwelche Organisationen, Projekte der Regierung und zukünftige Vorhaben links liegen gelassen.

Für alle, die darüber nachdenken, beim nächsten Tag der offenen Tür ebenfalls dabei zu sein: Es ist empfehlenswert, auch wenn man wie ich kein Interesse an Politik zeigt.

Katja