Was ist … Emo/Scene?

 

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Ein Erfahrungsbericht von Mimi Mushroom

 

 

 

Jeder hat sie schon einmal irgendwo gesehen, die sogenannten Emos.
Sie haben Seitenscheitel und Ponys die quer über die Stirn fallen und mit viel Haarspray fixiert sind. Ihre Augen werden durch einen dicken Lidstrich betont – egal ob männlich oder weiblich, die Klamotten sind hauteng. Die Füße verwöhnen sie am liebsten mit Schuhen von Converse oder Vans, auffälliger Schmuck und Piercings sind ein Muss.
Aber was bedeutet das eigentlich? Und wo hat diese Kultur ihren Ursprung? Und was ist eigentlich der Unterschied zwischen Emo und Scene?

Foto: Lina Luuh

Foto: Lina Luuh

Ursprünglich bezeichnete das Wort „Emo“ (Emotional Hardcore) einen Musikstil, welcher sich in den 80er Jahren vor allem aus dem Punk entwickelte. Die Texte wurden emotionaler und verrieten dem Zuhörer wie es im Inneren des Songwriters oder Sängers aussah. So wurden Gefühle wie Depressionen, Trauer oder Verzweiflung – welche in der Punk- und Hardcoreszene tabu waren – zum ersten Mal offen zur Schau gestellt, untermalt von harten Klängen. Aber auch Liebe und Freundschaft sind viel behandelte Themen.
Besonders beliebte und bekannte Bands wären zum Beispiel Escape the Fate, Bring me the Horizon, Suicide Silence oder auch Secondhand Serenade.

Um die Entstehung des Namen ranken sich diverse Fassungen. Eine Geschichte besagt, dass bei einem Konzert von einer der ersten emotionaleren Punkbands jemand aus dem Publikum rief „You’re Emo!“, was daraufhin als Bezeichnung dieser Musik verwendet wurde. Andere besagen, dass man diesen Musikstil aufgrund seiner emotionalen Texte als Emo bezeichnet.
Selbstverständlich entwickelte sich aus dieser neuen Musikrichtung auch ein Modestil, welcher jedoch kein Muss ist, um zu der Szene dazu zu gehören. Die Emo-Szene ist also eine reine Musikkultur, wo wir auch schon bei der nächsten Frage angekommen wären: Was ist der Unterschied zur Scene Kultur?

Foto: Maria Ria

Foto: Maria Ria

Im Grunde genommen unterscheidet sich die Scene Kultur dadurch, dass sie fast eine reine Stylekultur ist. Die sogenannten „Scene Kids“ fallen besonders durch schrille Farben auf, die sich durch ihr komplettes Outfit und Styling ziehen. Die Haare sind meist stark auftoupiert, mehrfarbig und der Pony fällt ins Gesicht. Einen Scheitel gibt es nicht. Oftmals lassen Extensions die Haare länger aussehen als sie sind. Ein kräftiger, knalliger Lidschatten wird IMMER mit schwarzem Eyeliner kombiniert getragen. Meistens sind außerdem die Augenbrauen durch Puder oder Stift extra betont und Make-up verleiht einen makellosen Teint. Kleidungstechnisch ist eigentlich erlaubt was gefällt, hauptsache es ist bunt und/oder schrill. Häufig findet man zerrissene Strumpfhosen oder gemusterte Strumpfhosen, Galaxy Leggings, Bandanas, Tierprints oder Bandshirts. Accessoires, die verniedlichen, und vor allem Körperschmuck, also Piercings wie Septum, Snakebites oder Bridge, sind kaum wegzudenken für diese Szene.

Aber auch die Lebenseinstellung der Scene Kids unterscheidet sich von der der Emos. Während die Scenes oft viel bzw. übermäßig Party machen, entspannen sich die Emos lieber, hören Musik und treffen sich mit ihren Freunden. Außerdem ist es oftmals(!) so, dass Scene Kids ein größeres Selbstbewusstsein besitzen als Emos oder es vielleicht auch einfach nur vorspielen, was wahrscheinlich daher kommt, dass Scenes einen großen Bekanntenkreis haben und im Internet sehr präsent sind. Sie posten viel, vor allem Bilder von sich oder ihrem Essen, bekommen dafür natürlich dank ihrer vielen Freunde viel Zuspruch und haben normalerweise ihren eigenen Youtubechannel. Ihr Ziel ist es fame zu werden. Scene Kids, die dieses Ziel erreicht haben sind zum Beispiel: Hannie Dropkick, Vanna Venom, Verena Schizophrenia oder ihr Bruder Max Amphetamine.
Wie ihr merkt, haben diese vier merkwürdige Nachnamen. Diese sind ebenfalls ein typisches Merkmal von Scene Kids, die durch diese ausgedachten Namen ihre Privatssphäre schützen. Und mal ehrlich: Das klingt doch gleich viel interessanter, oder?

Auch der Scene Kultur kann man einige Musikrichtungen zuordnen. Diese Musik besteht meist ebenfalls aus den typischen Instrumenten, die es im Emocore auch gibt, doch werden diese von elektronischen Beats unterstützt. Beispielbands für diese Musikrichtung wären zum Beispiel Black Veil Brides, Brokencyde, We butter the bread with butter oder Asking Alexandria.

Ihr seht Emos und Scenes haben zwar eine Menge gemeinsam, sind jedoch nicht das Gleiche. Ich hoffe es fällt euch nun leichter diese beiden Gruppen zu unterscheiden und ihr habt erfahren, was ihr gerne wissen wolltet.
Bis zum nächsten Mal, wenn es wieder heißt: Was ist …?
Eure Mimi :*

Foto: Andi EternalMangekyou Sharingan

Foto: Andi EternalMangekyou Sharingan

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Mit Perücke und ganz viel Pink durch den Tiergarten – der AVON-Frauenlauf 2013

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Am 4.5.2013 hieß es wieder: In die Turnschuhe, fertig, los! Der alljährliche Avon-Frauenlauf fand nun schon das 30. Mal statt.

Dieses Mal hatte ich auch ordnungsgemäße Kleidung an und war damit bestens gerüstet für den 5km-Lauf durch den Tiergarten. Das Gelände erinnerte an einen Rummel, überall standen Zelte rum, Menschen drängelten sich aneinander vorbei und die Geräuschkulisse war alles andere als ruhig. Ich habe sogar gesehen, dass es ein Zelt gab, bei dem man sich kostenlos massieren lassen konnte. In einem anderen dagegen wurde kostenloses Schminken und Frisieren angeboten. Da bin ich schon so ein bisschen in Versuchung geführt worden, aber leider hatte ich ja keine Zeit – schließlich war ich zum Laufen gekommen!100_5128

Um 16.30 Uhr startete mein Lauf dann auch. Ich machte meine Musik an, wartete, bis sich die Menschenmasse träge in Bewegung gesetzt hatte und joggte dann los. Die Sonne schien, es war schon warm und die Stimmung war super. Dass ich während des Laufens allerdings teilweise ein breites Grinsen im Gesicht hatte, war anderen Gründen zu verdanken: Schon kurz nach dem Start lief ich hinter ein Frau, die ein Schild hinten auf dem Rücken hatte: „weiblich ≠ Barbie“ (die Barbie war als Bild zu sehen). Das Schild hätte aber bestimmt mehr Eindruck erweckt, wenn es nicht an einem leuchtend pinkfarbenen T-Shirt gehangen hätte… sowieso wurden meine Augen von dem ganzen Pink um mich herum geradezu geblendet. Ich meine, klar, der Avon-Lauf ist nur für Frauen, aber muss man deshalb die offiziellen T-Shirt pink machen? Das ist ja wohl ein wandelndes Klischee!

Wo wir gerade bei Frauen sind: Eini100_5131ge Frauen entpuppten sich beim zweiten Blick als Männer. Die Tarnung mit blonder Perücke, Bällen im Top und ganz viel Pink war zwar gut, konnte aber aufgrund mangelnder Natürlichkeit niemanden lange täuschen. Weshalb sie immer wieder belustigte Blicke zugeworfen bekamen. Eine Freundin erzählte mir, sie wäre an einem Mann vorbeigelaufen, der sich das Bein hielt, auf der Stelle rumhüpfte und weinerlich sagte „Ich hab´n Krampf! Aua. Krampf! Aua, Aua, Aua, ich hab `nen Krampf!“. Das hätte ich ja auch gerne gesehen…

Andere Männer standen lieber am Rand und feuerten die Frauen an. Einer stand in voller bayrischer Tracht mit einem Schild „Go Mädels!“ da. Unterstützung wurde uns auch durch Trommelgruppen und eine Band gewährt, die aus vollem Halse „Yeah, baby, she´s got it!“ schmetterte. Von meinen schmerzenden Beinen lenkten mich auch zwei Frauen ab, die ebenfalls Zettel auf dem Rücken hatten: Bei der linken Frau stand „Mutter >“ und bei der rechten Frau dazu passend „< Tochter“. Nette Idee. Eine nette Idee war auch das Schild „Überhol mich ruhig, von vorne sehe ich noch v100_5133iel besser aus!“

Dank dieser vielen amüsanten Kleinigkeiten verging der größte Teil der Strecke wie im Fluge – naja, Ähnlichkeit mit einem Flug hatte es eher weniger. Ich würde es eher als „Lückenhopsen“ bezeichnen, denn obwohl sich auf der Strecke die Masse so langsam verteilte, blieb es ziemlich voll und wenn man voran kommen wollte, musste man jede sich bietende Chance, zu überholen, nutzen. Richtig anstrengend fand ich dann erst den letzten Kilometer. Die Beine fühlten sich immer mehr an wie Gummi, die Zunge hing schon fast seitlich aus dem Mund und gierte nach etwas zu Trinken und die Füße brüllten sowieso schon lange „Aua! Wir wollen Feierabend! Schluss mit dem Schwachsinn! Paaauuuuuuuuusssssssssseeeeeeeeeee!“.

Irgendwie schaffte ich es aber dennoch ins Ziel (die Füße wurden einfach ignoriert) und erhielt meine tolle Medaille. Aber damit war noch lange nicht Schluss. Denn nicht nur der Avon-Lauf war am 5.4., sondern auch die Lange Nacht der Familie, der ich danach noch einen kleinen Besuch abstattete.

Eure BerlinImPulserin Katja