Tim Schultheiß

Alternative der Woche… mit TIM SCHULTHEISS ORCHESTRA

 

Ich muss mich bei euch entschuldigen. Drei Millionen Likes bei Facebook und ein momentaner 1.Platz in den britischen iTunes-Charts hätten mich drauf stoßen müssen, aber ich habe nicht richtig recherchiert und das zu spät festgestellt. Daher möchte ich bei Euch entschuldigen für meinen Fehler, euch Avicii als Alternative der Woche unterzujubeln. Ich möchte daher eine echte Alternative nachschieben, die „nur“ 423 Likes bei Facebook zurückblicken kann.

Meine Alternative ist ein Potsdamer Singer-Songwriter. Nämlich Tim Schultheiss. Jetzt werden einige sagen: Den kenn ich doch – verwechselt er da wieder was?! Nein, bekannt ist er vom Radiosender Fritz, wo er die RadioFritzen am Morgen und meinFritz moderiert. Aber das er eine Band hat wissen nur wenige.

Die Plattenfirma sagt: „Menschen, die auf Heavy Metal stehen, müssen Heavy Metal hören. Die, die in ruhigere Gewässer tauchen können, sind herzlich willkommen. „ Genau das beschreibt seine Musik auch echt gut. Seine Gitarre entspannt – seine Stimme harmoniert.  „Warum versuchen wir krampfhaft, Kontakt zu Menschen zu halten, die uns nichts mehr bedeuten? Warum enden Dinge, die niemals enden sollten? Fragen, die Tim in den Liedern stellt. Er hat keine Antworten – aber das Gefühl für die Melodie dazu.“ – so tiefgründig wie es hier klingt kann man seine Musik interpretieren. Muss man aber nicht. Es ist viel schöner im so zu lauschen. Zu entspannen. Und sich dabei vielleicht auch mal den einen oder anderen Gedanken zu machen.

 

Er ist demnächst übrigens auch zu sehen  – am 21.2. in der Junction Bar zusammen mit Marceese und am 23.3 im Privat Club zusammen mit Lino Modica und Drei Tage Wach. Also viel Spaß

In diesem Sinne bis nächste Woche

Euer Benny

heino

Pro & Contra: Das neue Heino-Album

Heino is back und zack auf Platz 1 der Deutschen Charts. Wer, wie, wo, was, warum? Was issen da los? Genau DAS fragen wir uns auch. Nur unter Erpressung war es möglich, zwei unserer engagierten BiP Redakteure auf das „verbotene“ Heino-Album anzusetzen. Sie haben es getan. Sie haben es gehört. Nur für euch. Was Doro und Benny davon halten… das lest ihr hier. Wir empfehlen die Hörproben erst danach. So ist der Spaß bedeutend größer :-)

PRO

Ein Kommentar von BiP Reporterin Doro

Wenn der Opa einen Text von Peter Fox hört, dann ist es vielleicht Heino zu verdanken. Der Gute hat es sich nämlich zur Aufgabe gemacht, die Zielgruppen einiger – meist nur in jugendlichen Sphären bekannter – deutscher Songs – ins fortgeschrittene Alter zu erweitern. Neue Instrumentalisierung und Heinos Gesangsstil – der sich manchmal an das Original annähert („Sonne“) manchmal entfernt („Songs für Liam“) tun sich neue Interpretationsmöglichkeiten der schon lange abgeschriebenen Texte auf. „Mit freundlichen Grüßen“ ist ein provokant augenzwinkernder Titel, der den Zuhörern schon angekündigt, dass nicht alles zu ernst nehmen ist – aber wenn, dann bitte ganz offen gegenüber dem Alten, dem Neuen, dem Heino sein.

CONTRA 

Ein Kommentar von BiP Reporter Benjamin

Musik ist schön. Sie sorgt für Gänsehaut. Sie sorgt für schöne Erinnerungen. Sie sorgt für Kopfkino. Sie lässt einen tanzen. Sie lässt dein Herz höher schlagen. Zumindest theoretisch. Mir ist es bei der Vorbereitung zu diesem Pro-Contra-Artikel das erste Mal in meinem Leben passiert, dass ich angefangen habe zu heulen. Wegen der Musik. Er hat einige meiner Lieblingssongs geschändet. Und dabei bin ich eigentlich extrem tolerant!

Aber über musikalische Qualität läst sich streiten, daher möchte ich mich lieber auf Fakten stützen, mit denen Heino selbst den Bock abschießt. Beispielsweise dem Fakt, dass Heino die Songs einfach so gecovert hat. Ohne die Bands mal anzufragen; ohne ein Demo; ohne auch nur mal Bescheid zu sagen, was er vorhat. Jede Schülerband weiß, dass das so nicht geht. Und spätestens seit YouTube-versus-GEMA weiß das echt auch der letzte Depp.

Und dann ist Heino auch noch so dreist und beleidigt die Bands die er covert.“Die Kollegen haben ein Händchen für volkstümliche Texte“ sagt er. Aber nein, damit meint er nicht Hansi Hinterseer, sondern Rammstein. Okay – aber nicht nur das ist böse. Außerdem sagt er, dass er selten „so leichte Lieder“ gesungen hätte. Ähhhh – hallo? Noch dreister geht´s wohl kaum, immerhin reden wir hier von dem Mann, der „Karamba, karacho, ein Whisky“, „Die Schwarze Barbara“ oder „Blau blüht der Enzian“ gesungen hat.

Neu erfinden musste er sich für das neue Album übrigens nicht. Denn Heino klingt auch weiterhin einfach wie Heino. Er singt Pop von Westernhagen, Clueso, Nena oder Stephan Remmler, Hip-Hop von den Fantastischen Vier oder den Absoluten Beginnern oder Metal von Rammstein und Oomph!. Doch statt die Songs mit einem Remix zu seinen eigenen zu machen, beschränkt er sich auf das Plagiat. Gezwungenermaßen, denn eine offizielle Genehmigung der Plattenfirmen oder Bands hat er nicht. Heino singt Ton für Ton nach, um keinen juristischen Ärger zu riskieren. Zwischen den verschiedenen Musikstilen differenziert er nicht. „Wo ist der Unterschied, ob ich ‚Junge komm‘ bald wieder‘ von Freddy Quinn oder „Junge“ von Die Ärzte singe?“, sagt Heino selbst. Nur an seinem Rachen kommen die Lieder nicht ungeschoren vorbei. So wird aus „Ihr Name war Fräulein Meyer“ ein „Ihrrr Name warrr Frrräulein Meyer“.

Was sollen jetzt eigentlich die Bands mit dem Geld machen, dass sie durch die Gema für die Musik bekommen? Schließlich können Rammstein, die Sportfreunde Stiller oder die Fantastischen Vier nicht zugeben, dass sie sich über das Geld freuen. Es ist von Heino. Wie wäre es also damit, das Geld zu spenden? Vielleicht an eine Stiftung, die die Krebsforschung voran treibt. Besonders die Ohrenkrebsforschung…

In diesem Sinne, bis zum nächsten Mal

Euer Benny

Foto: Red Eye Transit

Die Alternative der Woche: Heyerdahl

 

Foto: Red Eye Transit

Norwegen, das Land der Fjorde und des Nordkreises – des (mehr oder weniger) großen Durchbruchs der deutschen Musik und des guten Essens – wenn man auf Fisch steht. Aber Norwegen hat nochmehr – beispielsweise unsere Alternative der Woche.
Heyerdahl sind vier Jungs aus Oslo (Das war die Stadt, in der Lena den ESC gewonnen hat). Die haben vorher alle anderweitig Musik gemacht und sich hierfür zusammengeschlossen. Aber das ist alles, was man zu den Jungs rausfindet.
Deswegen nun zur Musik. Denn nach dem langen Nebelhorn hüpfen Synthies und eine Drum quer durcheinander um dann in den Gesang zu münden. Die zwei Hauptgesangsstimmen scheinen gegeneinander anzusingen, nur um dann im Kampf vom Nebelhorn unterbrochen zu werden. All das wird in einem wunderbaren Ende zusammengeführt, bei dem einem das Herz im Takt schlägt. Indieelectro in seiner besten Form!

https://soundcloud.com/redeyetransit/03-shadows-m

Zugegeben, sicher ist das nicht jedermans Geschmack, aber ich find es toll. Und was ich auch zugeben muss: Sie sind nicht immer so übertrieben elektrisch. In den anderen Tracks ihres Albums ist eine weichere Stimme, die aber hervoragend zum rockigeren Stil passt. Klingt komisch? Ist aber so.

Nicht nur die Band ist neu – auch das Label. Red Eye Transit bezeichnet sich selbst als „Independent record label seeking inspiration in the unknown.“. Sie sitzen in Austin – in Texas – in der Wüste. Sie haben auch irgendwie nur zwei Bands unter Vertrag – die Brückenbauer zwischen den USA und Norwegen.

Ich denke, dass ist mal eine Brücke, auf die man bauen sollte. Hoffen wir, dass sowohl die Band als auch das Label weiter so Indie bleiben.

In diesem Sinne bis nächste Woche

Euer Benny