socks-73933_640

Ist weniger mehr?

Ich habe seit März protestiert: mit Mode. Einen Monat lang Modeprotest. Eine gute Zeitspanne, um das erste Urteil zu fällen.

An dieser Stelle schreibt unsere Reporterin Genna-Luisa Thiele regelmäßig eine Kolumne über aktuelle Gedanken, die sie sich macht. Irgendwo zwischen Provokation, Schönmale und -Musikerei, Mitteilungswahn und Poesie sollen sich die Themen, Artikel und Dinge, die hier landen bewegen – von euch beurteilt und kommuniziert werden!
Ich bin so des-Kaisers-neue-Kleider mäßig aufgewachsen. Babydollhängerchen, Hippiekleid, Bluejeans. Glitzerrock, kleines Schwarzes, Bluse. Hosenanzug, Culottes, Bomberjacke. Lederjacke, Hoddie, Overall. Norwegerpulli, überlange Strickjacke, Leohandschuhe. Ich habe alles (mal besessen).

Wie viel Kleidung braucht ein Mensch?
Seit Jahren beschäftigt mich mein Konsum. Ich finde es interessant, dass ich mehr kaufe, desto unzulänglicher ich mich fühle und oft, um mich zu belohnen. Ich habe mich mit meinen Shoppinggelüsten auseinandergesetzt. Ab diesem Punkt gibt es viele Wege, keinen aber zurück.

Deshalb gehe ich weiter, schaue nach fairen Linien und lokalen Produzenten, bis hin zu Strumpf und Slip. Es ist wie eine riesige Recherche für eine persönliche Reportage. Und es ist nicht immer einfach.

Ich sortiere regelmäßig meine Kleider, und es fliegt immer ein altes Stück für ein neues: eine effektive Methode, weil man sich überlegt, inwieweit es das neue Teil wert ist. Ich kaufe nur im Sale, wenn ich das Teil auch für eine Summe kaufen würde, die über meinem Budget liegt. Ich plane, was ich brauche. Ich schmeiße regelmäßig raus, und vermisse nichts.

Ein Experiment zur Fastenzeit
Deshalb kam mir der Modeprotest 2015 recht. Für sieben Wochen reduziert man seine Garderobe auf maximal 50 Teile. Das klingt nicht wenig, wenn man Unterwäsche und Socken nicht mitzählt. Doch auch diese tagtäglichen Begleiter fallen unter die Regeln. Hartgesottende Modefaster zählen Socken einzeln, nicht als Paar…

Ich habe mich für 45 Teile entschieden, weil ich monatlich vier Klamotten ausleihe, im Abo. Die Aktion läuft seit dem 18. Februar, und sie endet am Samstag. Ich habe die Socken im Paar gezählt. Ich war nicht akribisch, aber es sind je zwei große Tragetaschen von mir bis oben hin mit Sachen gefüllt worden. Diese Taschen habe ich nicht mehr angefasst.

Übrig geblieben ist der Kern: meine drei besten Blusen, meine drei liebsten Strickjacken, zwei Pullover, ein Hoodie, zwei Röcke, zwei Hosen, vier Tops, zwei zum Unterziehen, zwei zum Ausgehen. Mein Stil ist klarer geworden seitdem. Ich brauche nicht ewig zum Anziehen. Ich entdecke, dass ich ein Kombinationstalent sein kann.

Wie eine Pyramide bauen: Langfristiges Projekt
Bis auf den blasserdbeerfarbenen Pullover erinnere ich mich an keines der wegsortierten Teile. Der besagte Pulli liegt oben. Ganz schön traurig. Ich hatte wider Erwarten genug zum Anziehen. Die Zeit vor Ostern, um den wankelmütigen April rum, ist eine doofe Zeit für diesen Protest. Weil Wintermode nun mal nicht Sommermode ist: weder vom Material her, noch von der Wetterfestigkeit und auch nicht vom Wohlfühlgefühl her. Ich schätze mich so ein: 50 Teile für die Herbstwintermode, und 50 weitere für die Frühlingssommerwochen, das ist für mich realistisch.

Weniger ist mehr, sagen Minimalisten
Minimalismus. Ein praktisches Wort, mit dem ich keinen Glamour verbunden habe. Ganz lange. Ich bin sehr besitzergreifend, was Dinge betrifft, die einen Wert für mich haben (könnten). Bücher will ich einmal so viele besitzen, wie in eine kleine hauseigene Bibliothek passen würden. Fotos und Collagen, als Bilderbuch meiner Erinnerungen und auch Briefe, mit Zeilen aus meinem Leben. Notizhefte, gespickt mit Ideen und Gefühlen, mal wirr und unleserlich, mal klar und geordnet.

Neben dem, was ich lese und dem, was ich schreibe, macht mich ein Stück weit auch das, was ich trage, erkenntlich. Der Wäscheständer im Wohnzimmer mit meiner Wäsche ist immer bunt. Mein Stil exzentrisch und detailverliebt, selten kühl. Ich mag Mode. Aber meine Ansprüche sind höher geworden. Ich mag es heute zeitlos. Polyester kommt nicht mehr in meinen Schrank, zu schnell süfft der Schweiß in den Stoff und geht dort nicht mehr heraus. Ich spare und warte, bis ich kaufe. Weil ich dieses Teil länger tragen will als eine Saison, so lange, bis man mich an meinem Leopardenshirt schon von weitem erkennt.

Kleidung muss ja keine Karikatur sein
Wenn mein Erscheinungsbild repräsentieren soll, wer ich bin, will ich niemand sein, der wertelos Sweatshop-Ramsch trägt. Aus Prinzip, weil für ein bisschen Chichi keine Menschen leiden brauchen, meiner Meinung nach.
Minimalismus bedeutet heute für mich Prioritäten setzten können und Gutes auf Anhieb erkennen. Eine eigene Form von Luxus. Eine Haltung, die weniger einengt. Dafür mehr aussagt. Und definitiv nicht leicht kurz vor Ostern umzusetzen ist. Aber definitiv einen Versuch wert war.

Hier gehts zu Gennas facebook-Seite! 

sheep-17482_1280

Moral ist aus der Mode.

„Halte ich für doppelmoralische Scheiße.“ Das klingt unangenehm, nach einem Hauch Streber und einem Hieb Strenge. Vor allem sagt das so niemand mehr.

An dieser Stelle schreibt unsere Reporterin Genna-Luisa Thiele regelmäßig eine Kolumne über aktuelle Gedanken, die sie sich macht. Irgendwo zwischen Provokation, Schönmale und -Musikerei, Mitteilungswahn und Poesie sollen sich die Themen, Artikel und Dinge, die hier landen bewegen – von euch beurteilt und kommuniziert werden! 

Wie verlogen, denke ich mir dann oft. Heute gibt es Phänomen, die sind schlichtweg makaber. Vlogger, die Primark bewerben und en masse Luxusartikel einkaufen, dabei Floskeln in die Kamera sagen wie:

„Mode ist auch eine Form des Ausdrucks; Kleidung unterstreicht den Charakter.“

Wie geschmacklos, sage ich mir dann fassungslos. Soll das bedeuten, diese Vorbilder für tausende Follower sind charakterlich genauso giftig, ausbeuterisch, billig und austauschbar wie die Klamotten des Konzerns?

Dabei ist die Plattform eine riesige Chance. In sozialen Netzwerken initiieren Twitter-Manische mitunter Diskussionen, an denen jeder teilnehmen kann, der Internetanschluss findet. Hashtags dienen heute als Katalysator für politische und gesellschaftliche Bewegungen.

In einigen Branchen, Beispiel Modeindustrie, sind Blogger aktive Mitgestalter und anerkannte Trendsetter. Wo geht dieser Trend nur hin, zweifle ich dann. Moral jedenfalls ist aus der Mode gekommen.

Außerdem kann Moral auch als das Gegenteil von bösen Handlungen angesehen werden. In diesem Fall spricht man dann von „moralisch gut“ und beschäftigt sich vor allem damit, was der Mensch als richtiges, gutes oder gerechtes Handeln ansieht.

Diese Definition von wasistwas.de passt zu meiner romantischen Idee von guten Werten, die geteilt werden. In der Realität entscheiden wir das für uns. Ob das so gut ist?, grüble ich dann. Es gibt ein ganz spannendes Wort, nämlich die Doppelmoral. Das Wort ist abwertend und wird benutzt, wenn gleiches Verhalten unterschiedlich beurteilt wird. Insbesondere, wenn jemand andere für ein Verhalten verurteilt, das er selbst pflegt.

Ich würde diesen Begriff gerne erweitern. Auf die Gepflogenheit, dass jemand sein eigenes Verhalten mit zweierlei Maß misst. Für mich klar vorhanden in folgenden Situationen: Tierschutz unterstützen, aber durch Tierversuche getestete Kosmetik tragen. Sich tolerant nennen, aber immerzu auf die Norm pochen. „Ausländer raus!“ rufen, aber Kleidung made in China tragen und Früchte aus Andalusien kaufen. Kein Geld für bio-Nahrung oder faire Produktion oder Obdachlose haben, aber 3000 Euro für Silvesterknaller ausgeben.

Lese ich meine Beispiele, wird mir mehr und mehr klar, wonach ich andere bewerte: Nach ihrer Art, mit Fremden umzugehen, deren Schicksal sie nicht kennen. Nach ihrer öffentlichen Haltung Menschen gegenüber, die ärmer oder verrückter sind als sie. Nach dem Maß an Respekt, welches sie ihrem Gegenüber zollen und wie sie über Personen sprechen, die nicht anwesend sind.

Ich achte darauf, welchen Wert sie ihrem Leben geben und worauf sie brennen, und auf welche Art und Weise sie das tun: Mit geradem Rückgrat und authentisch oder zwielichtig und unaufrichtig. Ja, ich gebe es zu, mir sind Leute auf Anhieb sympathischer die sich mit Problematiken zumindest auseinandersetzen, sich gesellschaftlichen DRahtseilakten immerhin bewusst sind und die ihr Verständnis so global wie möglich halten, bestrebt, beständig ihr Wissen erweitern.

Warum? Weil ich mich selbst nach genau denselben Werten messe. Grob geschätzt werden wir alle einen Automatismus entwickelt haben, durch dessen Filter wir die Menschen wahrnehmen. Deshalb verstehe ich einige Menschen weniger als andere. Und keiner kann von dem anderen verlangen, die eigenen Werte anzupassen. Das ist Selbstbestimmung, gebe ich dann vor mir zu.

Gehen wir deshalb nur einen Schritt weiter, sagen wir, möglicherweise zieht jeder eben solche Gleichgesinnte in sein Leben. Vielleicht macht uns das bewusst, wie sorgfältig wir unseren Charakter gestalten und wie bedacht wir handeln sollten. Ob wir die Entwicklung mögen oder nicht: Unsere Welt ist global geworden. Unsere kollektiven Taten, gut wie schlecht, betreffen wesentlich mehr als uns allein. Es gilt, das bei aller YOLO-Marnier zu bedenken.

Hier gehts zu Gennas facebook-Kolumne! 

ballet-148251_1280

Wie kann etwas Schönes so schlecht sein?

Ich mag Blogs. Ständig verliere ich mich im geschriebenen Wort. Ich liebe Mode. Street-Style, High-Fashion und Vintage sind da markante Wörter.

An dieser Stelle schreibt unsere Reporterin Genna-Luisa Thiele regelmäßig eine Kolumne über aktuelle Gedanken, die sie sich macht. Irgendwo zwischen Provokation, Schönmale und -Musikerei, Mitteilungswahn und Poesie sollen sich die Themen, Artikel und Dinge, die hier landen bewegen – von euch beurteilt und kommuniziert werden! 

Nur wenn das Eine mit dem Anderen zusammenkommt gerate ich ins Straucheln.

Mich stört die Art und Weise, mit der das gehypte Medium aus der Gesellschaftsmitte heraus Marken bewirbt, immens. All diese gefeierten ModebloggerInnen, deren überteuerte und qualitativ schrecklich kurzweilige Sachen in Fabriken hergestellt wurden, in denen die Näherinnen tagein tagaus mit Ausbeutung konfrontiert sind.

Jemand, dessen Faible für Kleider, Luxus, Taschen, Schuhe fair bleibt, suche ich in den weiten Netzwerken der Blog-Branche vergeblich. Ja, ich halte es für sehenswert, wenn jemand Stil durch Haltung zeigt. Längst wünsche ich mir diesen einen Vorreiter, diesen Blog xy der heraussticht. Selbst eine subtile Herangehensweise an das Thema wäre mir recht. Ein neuer Star am Stilhimmel, der ohne es zu betonen auf etwas mehr Nachhaltigkeit achtet. Sodass bedachtes Kaufen und Tragen nebenbei zum Trend und dann zur Gewohnheit werden kann, als wäre das lange schon selbstverständlich.

Sicher ist momentan: Sünde wird immer ein Teil des Geschäfts bleiben. In unserem getakteten, genormten und fortschrittlichen Alltag ist es trotz oder gerade deshalb nicht gänzlich möglich, ohne schlechten ökologischen Fußabdruck, ohne Dreck an den Händen zu konsumieren oder zu leben. Das würde unhaltbaren Verzicht für die meisten bedeuten, auch mich. Vielleicht würde dieser Anstand nicht einmal die Lage entscheidend ändern. Doch warum sie mit Engelszungen fördern, warum Unverantwortlichkeit fashionable machen?

Auf der norwegischen Homepage afterposten sind nun fünf Episoden der Dokumentation „Sweatshop“ online (englische Untertitel). Der norwegische Modeblogger Ludvig und die beiden Bloggerinnen Frida und Annike fahren nach Kambodscha, besuchen eine der Produktionsstätten ihrer Lieblingsmarken und leben mit den dort arbeitenden Frauen. Ein Projekt, das notwendig ist. Zwar zeigt sich nicht, wie Protagonisten ihr virtuelles und modisches Leben danach weiterführen und ob sie die Reise an das dunkle Ende der Stoffkette tatsächlich so sehr geprägt hat, wie es den den Aufnahmen zu urteilen der Anschein ist.

Bleibt zu hoffen, dass mehr und mehr solcher Szenen oder ähnlicher Artikel wie dieser uns irgendwann endlich so schockieren, fast schon verfolgen. Damit wir irgendwann ernst zu nehmend so handeln, dass wir uns mit einem guten Gewissen schlafen legen können. In einem guten Pyjama.

Hier gehts zu Gennas facebook-Kolumne! 

BerlinImPuls Game

Wir ziehn dich mal an – Nilams Modeyoutube-Game

Erst waren da Prinzessinnen, dann It-Girls, dann Models. In Film und Fernsehen, in Magazinen.
Stunde um Stunde konnte man nach Lust und jugendlicher Laune vor Online-Spielen sitzen, Barbie und MyScene beispielsweise einen lässigen Look verpassen.

Von Genna-Luisa

Was Frauen auch jetzt noch in kleine Mädchen verwandeln kann: dressing up games, bei denen man irgendwelche virtuellen Modepüppchen einkleidet.
Was das kleine Mädchen in uns trotzdem an dressing up games stören mag:
Die Model sind nicht echt. Die Stimmen verzerrt nervig. Und die Klamotten waren auch nur vor Jahren ein Blickfang.

Exakt deshalb ist dieses Spiel Ihr zieht mich an – Making Choices! auf der mit  editorials überfüllten Plattform youtube,
bei dem man die leibhaftig echte Nilam (Bloggerin, Synchronsprecherin, Schauspielerin) einkleiden kann,
clever, neuartig und sehr privat – inklusive Suchtfaktor.

Nilam hält sogar einen Dialog zu der in drei Videos gewählten Auswahl, und das ist nicht hohl, sondern eine sehr coole  Art, den Voyeurismus gepaart mit der Liebe zu Stoffen, Schuhen, Accessoires Klick um Klick zu frönen 😉

Nilam kann man hierbei im Alltag kennenlernen, zu einer Party ausführen oder mit ihr casual chillen.
Aber Nilam ist kein Püppchen. Wenn sie sich in zusammengestellten Garderobe nicht wohlfühlt, gibt sie ganz ehrlich kontra – und dabei spielerisch Einblicke in mittlerweile ziemlich berühmtes Leben.

Wer trotz all dieser ästhetischen Argumente lieber gänzlich abtauchen will in seine vergangene Phase von verglitzerten 10 Jahren, klicke bitte hier: http://de.myscene.com/games/beauty_studio/beauty_studio.aspx

Aber seid gewarnt: Ihr werdet den Unterschied schnell merken. Warum ihr das Nilams-Kleider-Spiel ausprobieren solltet? Weil das 5000784634xte Mal Sims dann doch … naja nicht langweilt. Aber mal Pause haben kann.

:-)

Was ist … Emo/Scene?

 

823600_530704526970476_612682652_o

 

 

 

Ein Erfahrungsbericht von Mimi Mushroom

 

 

 

Jeder hat sie schon einmal irgendwo gesehen, die sogenannten Emos.
Sie haben Seitenscheitel und Ponys die quer über die Stirn fallen und mit viel Haarspray fixiert sind. Ihre Augen werden durch einen dicken Lidstrich betont – egal ob männlich oder weiblich, die Klamotten sind hauteng. Die Füße verwöhnen sie am liebsten mit Schuhen von Converse oder Vans, auffälliger Schmuck und Piercings sind ein Muss.
Aber was bedeutet das eigentlich? Und wo hat diese Kultur ihren Ursprung? Und was ist eigentlich der Unterschied zwischen Emo und Scene?

Foto: Lina Luuh

Foto: Lina Luuh

Ursprünglich bezeichnete das Wort „Emo“ (Emotional Hardcore) einen Musikstil, welcher sich in den 80er Jahren vor allem aus dem Punk entwickelte. Die Texte wurden emotionaler und verrieten dem Zuhörer wie es im Inneren des Songwriters oder Sängers aussah. So wurden Gefühle wie Depressionen, Trauer oder Verzweiflung – welche in der Punk- und Hardcoreszene tabu waren – zum ersten Mal offen zur Schau gestellt, untermalt von harten Klängen. Aber auch Liebe und Freundschaft sind viel behandelte Themen.
Besonders beliebte und bekannte Bands wären zum Beispiel Escape the Fate, Bring me the Horizon, Suicide Silence oder auch Secondhand Serenade.

Um die Entstehung des Namen ranken sich diverse Fassungen. Eine Geschichte besagt, dass bei einem Konzert von einer der ersten emotionaleren Punkbands jemand aus dem Publikum rief „You’re Emo!“, was daraufhin als Bezeichnung dieser Musik verwendet wurde. Andere besagen, dass man diesen Musikstil aufgrund seiner emotionalen Texte als Emo bezeichnet.
Selbstverständlich entwickelte sich aus dieser neuen Musikrichtung auch ein Modestil, welcher jedoch kein Muss ist, um zu der Szene dazu zu gehören. Die Emo-Szene ist also eine reine Musikkultur, wo wir auch schon bei der nächsten Frage angekommen wären: Was ist der Unterschied zur Scene Kultur?

Foto: Maria Ria

Foto: Maria Ria

Im Grunde genommen unterscheidet sich die Scene Kultur dadurch, dass sie fast eine reine Stylekultur ist. Die sogenannten „Scene Kids“ fallen besonders durch schrille Farben auf, die sich durch ihr komplettes Outfit und Styling ziehen. Die Haare sind meist stark auftoupiert, mehrfarbig und der Pony fällt ins Gesicht. Einen Scheitel gibt es nicht. Oftmals lassen Extensions die Haare länger aussehen als sie sind. Ein kräftiger, knalliger Lidschatten wird IMMER mit schwarzem Eyeliner kombiniert getragen. Meistens sind außerdem die Augenbrauen durch Puder oder Stift extra betont und Make-up verleiht einen makellosen Teint. Kleidungstechnisch ist eigentlich erlaubt was gefällt, hauptsache es ist bunt und/oder schrill. Häufig findet man zerrissene Strumpfhosen oder gemusterte Strumpfhosen, Galaxy Leggings, Bandanas, Tierprints oder Bandshirts. Accessoires, die verniedlichen, und vor allem Körperschmuck, also Piercings wie Septum, Snakebites oder Bridge, sind kaum wegzudenken für diese Szene.

Aber auch die Lebenseinstellung der Scene Kids unterscheidet sich von der der Emos. Während die Scenes oft viel bzw. übermäßig Party machen, entspannen sich die Emos lieber, hören Musik und treffen sich mit ihren Freunden. Außerdem ist es oftmals(!) so, dass Scene Kids ein größeres Selbstbewusstsein besitzen als Emos oder es vielleicht auch einfach nur vorspielen, was wahrscheinlich daher kommt, dass Scenes einen großen Bekanntenkreis haben und im Internet sehr präsent sind. Sie posten viel, vor allem Bilder von sich oder ihrem Essen, bekommen dafür natürlich dank ihrer vielen Freunde viel Zuspruch und haben normalerweise ihren eigenen Youtubechannel. Ihr Ziel ist es fame zu werden. Scene Kids, die dieses Ziel erreicht haben sind zum Beispiel: Hannie Dropkick, Vanna Venom, Verena Schizophrenia oder ihr Bruder Max Amphetamine.
Wie ihr merkt, haben diese vier merkwürdige Nachnamen. Diese sind ebenfalls ein typisches Merkmal von Scene Kids, die durch diese ausgedachten Namen ihre Privatssphäre schützen. Und mal ehrlich: Das klingt doch gleich viel interessanter, oder?

Auch der Scene Kultur kann man einige Musikrichtungen zuordnen. Diese Musik besteht meist ebenfalls aus den typischen Instrumenten, die es im Emocore auch gibt, doch werden diese von elektronischen Beats unterstützt. Beispielbands für diese Musikrichtung wären zum Beispiel Black Veil Brides, Brokencyde, We butter the bread with butter oder Asking Alexandria.

Ihr seht Emos und Scenes haben zwar eine Menge gemeinsam, sind jedoch nicht das Gleiche. Ich hoffe es fällt euch nun leichter diese beiden Gruppen zu unterscheiden und ihr habt erfahren, was ihr gerne wissen wolltet.
Bis zum nächsten Mal, wenn es wieder heißt: Was ist …?
Eure Mimi :*

Foto: Andi EternalMangekyou Sharingan

Foto: Andi EternalMangekyou Sharingan

Kindertrödelmarkt

Primark erobert Berlin

Primark – eine 1969 in Irland gegründete Modekette, welche seit 2009 auch in Deutschland Filialien eröffnet. Bisher sind es schon sieben Stück: unter anderem in Frankfurt oder auch Bremen. Und die Eröffnung einer achten Filliale steht kurz bevor. Mitte 2012 soll im Schloß-Straßen-Center in Berlin-Steglitz die erste Berliner Primark-Filiale seine Tore öffnen, Ende des Jahres eine zweite am Alexanderplatz.

Wenn überhaupt kennt man die irische Modekette nur aus dem Londonurlaub, oder eben, wenn Primark schon einen Standort in der eigenen Stadt hat. Das Unternehmen punktet vor allem mit seinen unschlagbar tiefen Preisen und, im Vergleich zu anderen Discount-Ketten, sehr modischen Artikeln, weniger mit der Qualität der Produkte: Neben Kleidung führt das Unternehmen auch Schuhe, Schmuck und Dekorationsartikel.

Noch ist Primark „relativ“ unbekannt, jedoch fürchten viele, dass die Verbreitung der Kette auf dem deutschen Markt dazu führen könnte, dass der Reiz am irischen Unternehmen verloren gehen könnte, da dann jeder mit dem Pulli rumläuft, den man sich eigentlich als „Souvenir“ für 4 Pfund im Urlaub gekauft hatte.

Meiner Meinung nach ist das aber eben unabdingbar, da die Preise in solchen Ketten ja gerade deshalb so günstig sind, da man ja nicht für Exklusivität zahlt. Der einzige Punkt an dem der Reiz verloren gehen könnte ist der, dass es dann nichts besonderes mehr ist, bei Primark einkaufen zu gehen, da zukünftig bestimmt in jeder größeren Stadt in Deutschland eine Filiale zu finden sein wird.

Ein anderer Kritikpunkt ist der an den Bedingungen, unter denen Billig-Mode-Ketten produzieren. Doch bedeutet dass Primark automatisch noch schlechtere Arbeitsbedingungen hat als beispielsweise H&M, da sie ihre Artikel noch günstiger verkaufen können? Heisst billiger automatisch schlechter?

Ich habe mal recherchiert: Die Produktionsländer sind die gleichen: Sie liegen zum größten Teil alle in Süd-Osten Asien, Indien zum Beispiel. Generell wird heutzutage in unserer globalisierten „Wegwerfgesellschaft“, in der Aktualität einen höheren Stellenwert als Qualität und Nachhaltigkeit hat, meist nur auf sein eigenes Wohl geachtet. Dass möglicherweise Kinder, die vielleicht nicht mal halb so alt sind wie wir, statt in die Schule zu gehen, arbeiten gehen und an 16-Stunden-Arbeitstagen unserer Kleidung fertigen, um ihre Familien über Wasser zu halten, wird meist ausgeblendet. Erst vor ein paar Wochen hat die ARD z.B. im H&M Markencheck ausführlich darüber berichtet.

Im Grunde glaube ich, dass es unter dem ethisch-moralischem Aspekt keinen Unterschied macht, ob man ein T-Shirt für drei Euro bei Primark, für sieben Euro bei H&M oder für 30 Euro bei Hollister kauft, da alle Firmen in den gleichen Ländern, meist sogar in denselben Fabriken produzieren lassen. Der Preisunterschied kommt also eher durch Marketingkosten zu Stande.

Um wirklich sicher gehen zu können, dass in der Produktion seiner Kleidung alles mit rechten Dingen zu ging, muss man schon bei Unternehmen einkaufen, die ausschließlich im eigenen Land produzieren oder Unternehmen, die sich auf „fair-trade-Kleidung“ spezialisiert haben.

Im Allgemeinen sollte man versuchen, wenn man einkaufen geht, nicht auszublenden, was für eine Reise das Produkt, das man in den Händen hält, schon hinter sich hat, und durch wessen Hände es möglicherweise schon gegangen ist. Vielleicht ist es manchmal besser, etwas zu sparen, um sich guten Gewissens neue Kleidung zu kaufen, auch wenn ich weiß, dass das nicht leicht ist, aber man hat ja auch länger was davon, wobei man natürlich darauf achten muss, dass es wirklich „fair-trade“ Produkte sind: Denn im Gegenschluss heisst es:  Teurer bedeutet nicht immer fairer.