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Familiendrama Deluxe: „Eine Familie“ im Theater am Kurfürstendamm

Theater is schnöde? Isses nich. BerlinImPuls-Reporterin Celine war für uns im Theater am Kurfürstendamm und hatte einen intensiven, dramatischen, prominent besetzten Abend – rund ums wesentlichste aller Themen: Familie!

von Celine Kempen

1422529587_150114_einefamilie_plakat_594x8413mm_druck-kleinDer Suizid des alkoholkranken Vaters zwingt eine Familie zur Zusammenkunft auf dem Familiensitz im US-Staat Oklahoma. Die drei Töchter reden seit Jahren nicht miteinander, die an Mundhöhlenkrebs erkrankte und drogensüchtige Mutter hat dennoch ihre vorlaut zynische Art nicht verloren und attackiert ihr Umfeld, wann immer sich ihr die Gelegenheit bietet. Sehr bald eskaliert die Situation und die ganze Familie liegt sich, im wahrsten Sinne des Wortes, in den Haaren. Diese Tragikomödie spannt einen Bogen über Themen wie Generationskonflikt, Missbräuchen jeglicher Art, bis hin zu den Problemen, die eine langjährige Ehe mit sich bringt. Der Broadway-Hit „Eine Familie“ brachte dem amerikanischen Dramatiker Tracy Letts („Bug“, „Killer Joe“) 2008 den Pulitzer-Preis ein. 2013 wurde das Drehbuch mit Stars wie Meryl Streep, Julia Roberts und Benedict Cumberbatch unter dem Namen „Im August in Osage County“ erfolgreich verfilmt.

Zum ersten Mal in Berlin

Aktuell (13. Februar bis 3. Mai) gibt es das Stück erstmals in Berlin zu sehen. Ein von Ilan Ronen geleitetes hochkarätiges Ensemble steht auf der Bühne- unter anderem mit Annette Frier („Danni Lowinski“) als älteste Tochter und Ursula Karusseit („In aller Freundschaft“), die in der Rolle als Rabenmutter brilliert. Des Weiteren hat die münsteraner Tatortkommissarin, Friederike Kempter, die Rolle der egozentrischen Schwester inne. Zu nennen ist hier jedoch die Gesamtheit der Schauspieler: Felix von Manteuffel, Eva Löbau, Marion Breckwoldt, Jan Messutat, Ivan Vrgoč, Jaron Löwenberg, Amelie Plaas-Link und Eva Bay sind auch dabei.

Den Rahmen des Stückes bildet das Haus der Familie, das einen verwahrlosten Eindruck macht mit seinen verklebten Fenstern, herumliegenden Sachen und dem altem Mobiliar- dieser Effekt ist beabsichtigt und trifft meiner Meinung nach ins Schwarze, weil er die emotionale Verwahrlosung der Bewohner prägnant symbolisiert. Häufig sind mehrere Gruppen über die Bühne verteilt, obwohl nur eine von ihnen beleuchtet wird und dadurch im Mittelpunkt steht. Das schafft eine Glaubhaftigkeit der Situation des Zusammenlebens einer Familie und ist zugleich ein schönes Sinnbild für ihre Allgegenwärtigkeit.

Bissige, zynische, bittere Dialoge

Die Inszenierung ist, wie ich finde, genau richtig für das Stück; klassisch und auf das Wesentliche konzentriert. Meiner Meinung nach werden die stilistischen Mittel effektiv verwendet, um die Umstände der Charaktere und deren Beziehungen untereinander eindrücklicher zu machen. Doch das, was diese Tragikomödie ausmacht, sind die bissigen, zynischen und bitteren Dialoge, die mitunter lustig, mitunter traurig düster sind.

Diese Dialoge müssen jedoch richtig gespielt werden und das wurde- vom gesamten Ensemble!- großartig umgesetzt. Persönlich gefallen mir Ursula Karusseit und Annette Frier am besten, da sie die zum Teil bipolaren Charaktere mit Bravour meistern. Doch auch Felix von Manteuffel wird herausgefordert, da er sowohl den Vater, als auch später den Onkel spielt.  Ein Publikumsliebling ist auch Marion Breckwoldt, alias die Schwester der Mutter, da sie den schwarzen Humor ihrer Rolle exzellent herüberbringt und damit für einige Lacher sorgt.

Auf der offiziellen Seite findet man folgende Beschreibung: „Ein bös-pointiertes Fest der Selbstzerstörung. Der unterhaltsamste Scherbenhaufen der jüngeren Theatergeschichte.“

Das Stück hat alle meine Erwartungen erfüllt, die ich mir durch das Schauen des Filmes „Im August in Osage County“ gemacht habe. Die Schauspielkünste sind ein Genuss und die Kulisse ist angenehm. Wer einen turbulenten Abend mit viel Emotion erleben möchte und dabei noch einen Einblick in eine Familie gewinnen möchte, die zerbrochener nicht sein könnte, sollte sich diese Theateraufführung nicht entgehen lassen.

Weitere Infos findet Ihr auf: http://www.komoedie-berlin.de/produktionen/eine-familie.html

Streetdance 2

Filmrezension „Streetdance 2“

 

Titel: Streetdance 2

Länge: 88 Minuten

Filmstart: 7. Juni 2012

Trailer: http://www.youtube.com/watch?v=StQTfkNTDUs

Heute, am 7.6.2012 erschien der Tanzfilm Streetdance 2 in den deutschen Kinos – und ich als begeisterter Tanzfan habe ihn mir natürlich sofort angesehen.

Wie auch schon bei den Step Up-Filmen sind die Hauptpersonen in diesem Film andere, als die im Teil davor. Allerdings tauchen einige schon bekannte Leute aus Teil 1 wieder auf: Eddie und die Tanzcrew „The Surge“.

Auch diesmal geht es – wie überraschend – um einen entscheidenden Battle gegen eine scheinbar unschlagbare Crew. Und natürlich braucht man auch dafür wieder eine leistungsstarke Gruppe, mit der man diese Crew doch schlagen könnte.

Die männliche Hauptperson von Streetdance 2 ist Ash, ein Streetdancer, der von der Gruppe „Invincible“ öffentlich gedemütigt wurde und nun eine Revanche will. Dafür reist er quer durch die Welt und sucht sich die besten Tänzer zusammen – unter ihnen auch die Salsa-Tänzerin Eva. (Ich schätze, dass Ash und Eva sich auch außerhalb des Tanzparketts näher kommen, aber das brauche ich erst gar nicht zu erwähnen^^.)

Im ersten Streetdance Teil wurde eine Kombination aus Street und Ballett angestrebt, in Streetdance 2 eine Fusion aus Street und Salsa.

Dass das nicht von vornerein glatt läuft und die Crewmitglieder nicht von Anfang an ein Herz und eine Seele sind, erklärt sich von selbst.

Alles in allem hat mir der Film gut gefallen. Die Story fand ich zwar etwas „hohl“ und Ash konnte ich nicht wirklich leiden, aber ich schaue mir ja keine Tanzfilme an, weil ich eine tiefgründige Story erwarte – schließlich geht es ums Tanzen. Und das kam wahrlich nicht zu kurz! Vor allem die Salsa-Szene zu Beginn des Filmes fand ich atemberaubend.

Wenn ihr also nur an guten Moves interessiert seid und eine seichte Story nicht ablehnt, kann ich euch Streetdance 2 nur empfehlen…aus Sicht des Geldbeutels ist der Film allerdings nicht die ideale Wahl, da er in 3D gezeigt wird und die Kinos damit wieder saftige Aufpreise verlangen.

Empfehlung: 4/5 Fernsehtürme

KreaTiefität: 5/5 Fernsehtürme

 

Eure BerlinImPulserin Katja

 

Bildquelle: streetdancethemovie.co.uk

gottdesgemetzels

Filmtipp „Der Gott des Gemetzels“

Zugegeben, der Titel ist etwas irreführend – denn es handelt sich nicht, wie man beim Hören des Wortes „Gemetzel“ annehmen könnte, um einen Film der auf der gleichen Schiene wie Horror-Splatter-Reihen à la Saw oder Final Destination läuft, sondern um eine schwarze Komödie von Roman Polanski, in dem ein sehr kleines Ensemble von vier Personen auf geringem Raum miteinander agiert.

Vier Personen, geringer Raum – nun, das klingt jetzt schon etwas sanfter als der gedanklich schon abgelaufene „Gemetzelfilm“ aber der Film zeigt auf eine sehr schöne Weise, welch unterhaltendes Szenario entstehen kann, wenn man vier Charaktere mit einem offensichtlichen und vielen im Keller vergrabenen Problemen auf einen Haufen wirft.

Das Ganze beginnt mit einem Erziehungsproblem (worin sich hoffentlich nicht allzu viele Leser wiederfinden) – das Kind von Alan (gespielt von Christoph Waltz) und Nancy (Kate Winslet) hat das Kind von Penelope (Jodie Foster) und Michael (John C. Reilly) geschlagen, worauf sie sich in der Wohnung des letztgenannten Pärchens einfinden um den Vorfall zu klären. Mit dem nahezu ununterbrochen piependen Handy des Businessmanns Alas, einem 18-Jahre-lang-gereiften Single Malt Whisky und Dramadreiecken die sich nicht oft genug drehen können, wird die anfängliche Situation zu einem mentalen Gemetzel, dessen Einzelteile jeder mal in subtilerer Form im Alltag kennengelernt hat.

Auf einem Theaterstück von Yasmina Reza basierend, wurde das Schauspiel elegant für die Leinwand umgesetzt  und kann sich mit seinen dynamischen Darstellern und gewitzten Dialogen mehr als einmal sehen lassen. Ein idealer Film für einen unterhaltsamen Ausklang oder Einklang eines Abends, nicht zu sehr beschwerend, aber feine, intelligente Denkanstöße gebend.

Kurz im Überblick

Filmstart:                  24.11.2011

Länge:                       80 Minuten

FSK:                           12 Jahre

Einschätzung:        sehr wenig Elemente sehr kurzweilig sehr unterhaltend gemacht

 

Trailer: