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Street Food in Kreuzberg: Markthalle 9

In Berlin vereinen sich Menschen aus der ganzen Welt. Und mit ihnen kulinarische Highlights aus allen Teilen der Erde. BerlinImPuls hat sich Geschmack geholt – in der Markthalle 9 in Kreuzberg. Ja, ihr werdet Hunger bekommen. Guten Appetit :-)

Ein Gastbeitrag von Eva Luise Hoppe, Paul Meyer und Marta Schmidt Yánez.

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Sonntags neue Gefilde – die Ipse


BiP-Reporter Louis checkt für euch die Berliner Club-Szene. An diesem Wochenende war er für euch in der Ipse!

In Berlin wird der Sonntag ja zelebriert, wie in keiner anderen Stadt. Statt Katerfrühstück, Mittagsschlaf und Tatortabend dreht hier die Feierszene nochmals auf. Afterhour, Sonntagsschoppen, Montagskrankheit, dir werden zahlreiche Gründe an den Kopf geworfen, wenn man dich überzeugen will, Gottes Feiertag außerhalb deiner Komfortzone zu genießen.

Diesen Sonntag dürstete es uns nach angenehmen Ambiente, Outdoor Feeling und Mellow House. Ruhe statt raven hieß heute die Devise, die letzte Nacht war lang. Die Wahl zwischen dem Club der Visionäre und der Ipse gewann letztere schließlich durch den günstigeren Eintritt und die Möglichkeit, Neues zu entdecken.

Gegen 14 Uhr öffneten sich die Tore und da wir eh schon seit geraumer Zeit davor rumhingen, waren wir auch die ersten Gäste. Das bescherte uns nicht nur verbilligten Eintritt (3,-), sondern auch die Chance, direkt den besten Platz der Location ausfindig zu machen und zu belegen.

Sucht man einen Afterhour Platz zum Wohlfühlen, ist man hier sicherlich richtig, zumindest solange die Sonne scheint. Direkt am Seitenarm der Spree gelegen, hat man nicht nur die Gelegenheit, die Party im direkt gegenüberliegenden Club der Visionäre zu beobachten, sondern auch die von Samstag Nacht durchgetanzten Füße im Wasser zu kühlen. Generell überzeugt in der Ipse die liebevoll angebrachte Deko sowie der Fakt, dass quasi alles aus Holz ist. Das gibt dem Ganzen nicht nur einen gewissen Natur-Touch, sondern fühlt sich auch einfach gut an.

Einmal gründlich umgeschaut, springt mir auch direkt der Leder gewordene Traum eines jeden Sitzravers ins Auge: Ein schwarzes Sofa, irgendwie plattgedrückt, freischwingend, leer. Geil. Unnötig zu sagen, dass wir unsere neugewonnene Burg die nächsten 6 Stunden gegen die immer zahlreicher hereinströmenden Gäste verteidigen wollten und somit wenig Bewegung an den Tag legten. Muss man auch nicht, wenn man gepolsterte Perfektion bewohnt.

Gegen 20 Uhr war dann auch Schluss mit Genuss, die Tanze hatte sich moderat gefüllt, der Tatort ruft und auch der Schlaf möchte sich bald mal zu Wort melden. Alles in allem bin ich sehr überzeugt, die Ipse hat sich schnell zwischen dem Chalet und dem Club der Visionäre etabliert, die Leute sind nett und der Flair stimmt.

Wer treibende Beats und Vorwärtsbewegung sucht, muss sich eventuell wo anders umschauen, doch als Sonntagsoption mit Openair-Feeling hat mich die Ipse durchaus abgeholt. Top.

 

 

Club: [ipsə]

Event: Heat Facilities Open AIR

Eintritt: 3,-

https://www.facebook.com/ipse.offline

 

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Vintage in Kreuzberg!

„Was anziehen? Was sieht gut aus? Was ist der aktuelle Stil? “ Mit diesen Fragen ist jeder von uns irgendwann mal konfrontiert. Wenn einige meiner Freunde manchmal zu mir kommen, um mich diesbezüglich um einenRat zu fragen, sage ich ihnen: Stil ist mehr als ein Mode-Trend! Er ist nicht von den glänzenden Seiten einer Zeitschrift bestimmt, sondern ist vor allem durch Persönlichkeit, Stimmung und Geschmack beeinflusst! Die meisten Mode-Experten sind sich darüber einig, dass Stil auch durch unsere Kultur beeinflusst wird. Was heißt das dann für Berlin? BiP Reporterin Ina Bozhilova ist der Frage nachgegangen…

Berlin, die große, schnelle Stadt ist eine der Modemetropolen der Welt und man kann viele verschiedene Modearten innerhalb ihrer Grenzen beobachten. Ich nahm die schwierige Aufgabe auf mich, den Stil der jungen, trendigen Menschen auf den Straßen der multikulturellen Hauptstadt zu untersuchen und habe versucht herauszufinden, was die Berliner unter Mode verstehen.

Die erste Station meiner Reise durch die Berliner Modewelt war derUp-Coming Bohemian Kiez Kreuzberg. Als ein Mittelpunkt der Kunstszene ist Kreuzberg Heimat für viele exotische Restaurants, kleine Theater und alternative Kleidergeschäfte, wodurch es zu einer der beliebtesten Gegenden der Stadt geworden ist. Bewaffnet mit einer Kamera, einem kleinen Notizblock und viel Geduld habe ich mich an einem Samstagnachmittag auf den Weg gemacht und nach den Mode-Trends in Kreuzberg gesucht. Ich ging für einen Spaziergang in die Bergmannstraße, wo ich modisch-junge Menschen beobachten konnte, die die späte Augustsonne genossen.

Das erste, was ich bei den Menschen bemerkte war die Ungebundenheit und Schnodderigkeit, die sie zur Schau stellten. Kreuzberg ist der Inbegriff des Böhmischen Paradieses. Frauen tragen wunderschöne Maxi-Kleider mit bunten Blumenmustern, die einen Hauch von Vintage um sich hatten. Im Anblick dieser Kombination von derzeit angesagten Plateau-Sandalen, knallig-bunten Bangles und großen Handtaschen fühlte ich mich, als ob ich nicht in Berlin, sondern in einer Welt der Freiheit und des Friedens wäre, fast so wie in Bollywood.

Eine Frau hat mich besonders beeindruckt: Als sie die Straße in ihrem Daisy Dukes, floralen Hemd und ihren hochhackigen Sandalen entlang schlenderte. Es war, als ob sie die Energie von Twiggy kanalisieren würde – das britische Modell der 60er – was nur beweist, dass die Modemagazine recht haben -Vintage ist das neue New. Also, meine Damen, ruft Eure Mütter und Großmütter an und werft einen Blick in die alten, staubigen Koffer auf ihren Dachböden, die vielleicht gefüllt sind mit diesen wunderschönen Vintage-Kleidern. Wer weiß,was für Schätze Ihr dort findet!

Apropos Vintage in Kreuzberg: In einem eher unauffälligen Bereich der bunten Bergmannstraße versteckt sich einer der schönsten Vintage-Berlin-Stores überhaupt. Es ist eines der am besten gehüteten Geheimnisse Berlins, aber für die Eingeweihten ist es ein Ort einzigartiger Kleidungsstücke, Mode und Inspiration. Ich habe diesen Shop nur durch Freunde entdeckt und man kann mir dort oft begegnen, zwischen den Ständern und Racks von Vintage-Kleidung, die strategisch im ersten Stock des Gebäudes auf 1000 Quadratmeter verteilt ist. Es war nicht einmal oder zweimal, dass ich erstaunt Artikel zu unglaublich niedrigen Preisen gefunden habe. Wann immer Ihr Zeit habt: Check it out, es ist das Geld und die Zeit wert… Nur finden müsst Ihr den Shop alleine!

Bei meinem Streifzug durch den Vintage-Laden bemerkte ich im Shop eine große Menge sogenannter „Hipster“ rund um die Regale schlendern – auf der Suche nach Unikaten. Wer nicht weiß, was das Wort „Hipster“ bedeutet: Dies ist der Name einer neuen Generation von jungen Erwachsenen, die eine besondere Vorliebe für Apple Elektronik, umweltfreundliche Natur und für alle ‚Vintage-Dinge‘ haben. Viele von ihnen haben auch ihre eigenen Blogs auf der Plattform Tumblr, wo sie eine Menge schwarz-weiß Fotografien, profunde Zitate und Bilder von schönen Kleidern veröffentlichen. Viele Berliner Hipster durchstreifen die Straßen von Kreuzberg, fotografieren Gebäude und bearbeiten sie später auf ihren Macs und laden sie dann auf Tumblr hoch. „Hipsters“ Regel Nummer eins lautet: Immer schnauben, wenn jemand fragt, ob sie ein Hipster sind und immer den Satz sagen „Ich mochte dies lange, bevor es Mode wurde… “

Und so ergänzen Hipster mit ihren verschiedensten Stilrichtungen den Charakter und das Image von Kreuzberg. Schließlich würde der Kiez nicht der gleiche sein, wenn nicht über zwanzig von ihnen mit ihren Kameras herumlaufen würden und sie alle diesen Kiez mit ihrer eigenen Mode auf eine ganz spezielle Art und Weise prägen!

 

Quelle Artikelbild: Helga Ewert, pixelio.de 

 

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Berliner Bezirke: Kreuzkölln im Wandel

 

Angesagte Clubs, rustikale Cafés, hippe Szenenmusik aus allen Ecken. Vorallem junge Leute pilgern immer öfter zu den aktuell populärsten Bezirken Berlins. Kreuzberg hat die 180° Drehung schon weitgehend hinter sich, Neukölln steht kurz davor. Das Maybach-Ufer, der Kreuzberg im Viktoria Park oder die mit unterschiedlichsten Cafés und Bars belagerte Bergmannstraße sind der Dreh- und Angelpunkt der Berliner Jugend. Doch was macht solch einen „Trendbezirk“ eigentlich aus? Ist es die interessante Mischung der Bewohnerschaft aus allerlei Nationen? Oder machen der sonst so verhasste Dreck, die „Kunst“ des Graffitis und die vielen Altbauten Kreuzberg und Neukölln so außergewöhnlich? BiP-Reporterin Büsra Delikaya hat versucht, es für euch herauszufinden…

Lautstarke Kneipen, die hohe Arbeitslosigkeit oder die sozialen Brennpunkte in beiden Bezirken scheinen lange kein Hindernis mehr für einen sozialen Aufstieg zu sein. Immer mehr junge Eltern, Studenten, Mode- und Kunstinteressierte lassen sich nicht länger von dem haftenden Image „Problemkiez“ abschrecken. Dabei entstand das nicht ohne Grund. Allein in Neukölln-Nord haben 70 Prozent aller Schulabgänger höchstens einen Hauptschulabschluss. Die Arbeitslosenquote beträgt zurzeit 23,1 Prozent, Tendenz steigend. Vor allem Kindern und Jugendlichen nichtdeutscher Eltern werden kaum eine Perspektiven geboten. Das Hauptproblem ist dabei nicht die mangelnde Wertschätzung der Eltern für die Bildung ihrer Kinder – nein, es scheitert fast immer an den sprachlichen Barrieren und den fehlenden Deutschkenntnissen. Der Teufelskreis beginnt: Die Jugendlichen können nicht stark genug von zu Hause aus gefördert werden und verfallen oft genug noch in das Schema der typischen kriminellen ausländischen Jugend mit einer vollends verbauten Zukunft. Aber all das scheint zur Zeit in den Hintergrund zu gertane…

Der einst so „gefürchtete Bezirk“ rund um den Landwehrkanal zwischen Neukölln und Kreuzberg entwickelt sich immer mehr und immer schneller zu einem Geheimtipp. Es sind die vielen mediterranen Restaurants und die modischen Inspirationsquellen, z.B. in Form von jungen Mädchen und Jungs, die sich immer ausgefallener und up to date anziehen, die im Gedächtnis hängen bleiben und nicht mehr nur die Bilder vom Drogendealer in der Hasenheide oder am „Kotti“, wie der Straßenzg rund um das Kottbusser Tor von Berlinern liebevoll genannt wird.

Kreuzberg ist das Sinnbild für die kreative Individualität geworden. Neukölln steht für lebendiges MultiKulti. Die Vermischung der verschiedensten Kulturen und Mentalitäten entfachen eine wunderbar harmonische Atmosphäre über den Dächern „Kreuzköllns“. Bei einem Rundgang durch die Kreuzköllner Szene begegnet man oftmals Teenagern, wie sie mit einer Bionade oder Fritz Cola in der Hand, Spiegelreflexkameras um den Hals hängend und mit Jutebeuteln ausgestattet umherwandern. Auch der überraschende Ansturm auf Flohmärkte, kuriose Läden mit selbstdesignten bunten Klamotten oder Vintage-Second-Hand Shops bestägigt den rasant steigenden Hype um die beiden sympathischen Bezirke. Auch Touristen folgen dem interessanten Ruf Neuköllns und Kreuzbergs nach einer Besichtigung und interpretieren das neue Szenevirtel als „Must See“.

Also, es ist endlich an der Zeit, die staubige Vorstellung der problematischen, voller Arbeitslosen und Kriminellen bevölkerten Stadtteile abzulegen und die neue revolutionäre Ära der hippen, jungen und frischen Bezirke Neuköllns und Kreuzbergs aufbrechen zu lassen!

 


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