Lucy-Rose

Die Alternative der Woche! mit Lucy Rose

London, Marylebone Station – ein hageres Mädchen klettert aus dem Zug. Ihr blondrotes Haar verdeckt leicht die schüchternen Rehaugen, mit denen sie sich in der riesigen Halle umblickt. Sie wirkt ein wenig verloren, während sie mit einer Hand den Griff eines Gitarrenkastens umklammert.
So ungefähr muss es ausgesehen haben, als Lucy Rose Parton sich aus ihrer Heimat Warwickshire aufmachte und in London ihren großen Durchbruch suchte.

London – Olympiastadt, Stadt des skurrilen Humors, aber vor allem der Dreh und Angelpunkt für musikalische Talente und kreative Köpfe. Doch sie ist eine von vielen, wirklich vielen unter ihnen, und man weiß in der britischen Hauptstadt nur zu gut: einzig wer schnell genug ist, seine Chancen nutzt und Kontakte knüpft, schafft es mit Glück irgendwie unter Umständen, Teil von Londons pulsierender Musikszene zu werden.
Die Vorraussetzungen sind gut, und der Ehrgeiz erst recht da: auf dem heimischen Klavier komponiert sie früh erste Stücke, als Teenie kauft sie sich eine Gitarre und flott hat sie mit 16 schon die ersten Stücke fertig, welche die schüchterne Engländerin aber bis dahin kaum jemanden hören lässt.
Erst auf Open-Mic Veranstaltungen offenbart sie ihr Talent und ihren sensiblen Indie-Folk Pop á la Joni Mitchell der breiteren Öffentlichkeit: mithilfe ihrer zarten Stimme und einer Gitarre, zu der sie eine intensive Busenfreundschaft pflegt. Es könnte gar nicht besser kommen, als sie auch noch auf Jack Steadman trifft, Frontmann der britischen Indie-Rocker „Bombay Bicycle Club“.

Ihr fragt euch, was danach kam?
Eine gemeinsame Single („Flaws“), ein Dutzend eigene Tracks, die Mitwirkung am dritten Bombay Bicycle Club Album „A Different Kind Of Fix“, die eigene Band, sogar eine eigene Teesorte! Ja, ihr habt richtig gehört: ‚Builder Grey‘ ist eine von Lucy Rose entwickelte Teesorte (2 part english breakfast tea:1 part Earl Grey).
Die Vogue jedenfalls hält sie für „one of indie music’s breakout stars for 2012“, wovon sich die meisten am 24. September selbst überzeugen können – dann nämlich erscheint ihr Debütalbum „Like I Used To“.

klingt für mich nach… hauchfeinem, subtilem Folk für das Indie-Ohr

würde sich gut verstehen mit… Feist, Noah and The Whale, Mumford & Sons

am besten zu hören… bei typischem Londoner Regenwetter und einer Tasse ‚Builder Tea‘