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Vintage in Kreuzberg!

„Was anziehen? Was sieht gut aus? Was ist der aktuelle Stil? “ Mit diesen Fragen ist jeder von uns irgendwann mal konfrontiert. Wenn einige meiner Freunde manchmal zu mir kommen, um mich diesbezüglich um einenRat zu fragen, sage ich ihnen: Stil ist mehr als ein Mode-Trend! Er ist nicht von den glänzenden Seiten einer Zeitschrift bestimmt, sondern ist vor allem durch Persönlichkeit, Stimmung und Geschmack beeinflusst! Die meisten Mode-Experten sind sich darüber einig, dass Stil auch durch unsere Kultur beeinflusst wird. Was heißt das dann für Berlin? BiP Reporterin Ina Bozhilova ist der Frage nachgegangen…

Berlin, die große, schnelle Stadt ist eine der Modemetropolen der Welt und man kann viele verschiedene Modearten innerhalb ihrer Grenzen beobachten. Ich nahm die schwierige Aufgabe auf mich, den Stil der jungen, trendigen Menschen auf den Straßen der multikulturellen Hauptstadt zu untersuchen und habe versucht herauszufinden, was die Berliner unter Mode verstehen.

Die erste Station meiner Reise durch die Berliner Modewelt war derUp-Coming Bohemian Kiez Kreuzberg. Als ein Mittelpunkt der Kunstszene ist Kreuzberg Heimat für viele exotische Restaurants, kleine Theater und alternative Kleidergeschäfte, wodurch es zu einer der beliebtesten Gegenden der Stadt geworden ist. Bewaffnet mit einer Kamera, einem kleinen Notizblock und viel Geduld habe ich mich an einem Samstagnachmittag auf den Weg gemacht und nach den Mode-Trends in Kreuzberg gesucht. Ich ging für einen Spaziergang in die Bergmannstraße, wo ich modisch-junge Menschen beobachten konnte, die die späte Augustsonne genossen.

Das erste, was ich bei den Menschen bemerkte war die Ungebundenheit und Schnodderigkeit, die sie zur Schau stellten. Kreuzberg ist der Inbegriff des Böhmischen Paradieses. Frauen tragen wunderschöne Maxi-Kleider mit bunten Blumenmustern, die einen Hauch von Vintage um sich hatten. Im Anblick dieser Kombination von derzeit angesagten Plateau-Sandalen, knallig-bunten Bangles und großen Handtaschen fühlte ich mich, als ob ich nicht in Berlin, sondern in einer Welt der Freiheit und des Friedens wäre, fast so wie in Bollywood.

Eine Frau hat mich besonders beeindruckt: Als sie die Straße in ihrem Daisy Dukes, floralen Hemd und ihren hochhackigen Sandalen entlang schlenderte. Es war, als ob sie die Energie von Twiggy kanalisieren würde – das britische Modell der 60er – was nur beweist, dass die Modemagazine recht haben -Vintage ist das neue New. Also, meine Damen, ruft Eure Mütter und Großmütter an und werft einen Blick in die alten, staubigen Koffer auf ihren Dachböden, die vielleicht gefüllt sind mit diesen wunderschönen Vintage-Kleidern. Wer weiß,was für Schätze Ihr dort findet!

Apropos Vintage in Kreuzberg: In einem eher unauffälligen Bereich der bunten Bergmannstraße versteckt sich einer der schönsten Vintage-Berlin-Stores überhaupt. Es ist eines der am besten gehüteten Geheimnisse Berlins, aber für die Eingeweihten ist es ein Ort einzigartiger Kleidungsstücke, Mode und Inspiration. Ich habe diesen Shop nur durch Freunde entdeckt und man kann mir dort oft begegnen, zwischen den Ständern und Racks von Vintage-Kleidung, die strategisch im ersten Stock des Gebäudes auf 1000 Quadratmeter verteilt ist. Es war nicht einmal oder zweimal, dass ich erstaunt Artikel zu unglaublich niedrigen Preisen gefunden habe. Wann immer Ihr Zeit habt: Check it out, es ist das Geld und die Zeit wert… Nur finden müsst Ihr den Shop alleine!

Bei meinem Streifzug durch den Vintage-Laden bemerkte ich im Shop eine große Menge sogenannter „Hipster“ rund um die Regale schlendern – auf der Suche nach Unikaten. Wer nicht weiß, was das Wort „Hipster“ bedeutet: Dies ist der Name einer neuen Generation von jungen Erwachsenen, die eine besondere Vorliebe für Apple Elektronik, umweltfreundliche Natur und für alle ‚Vintage-Dinge‘ haben. Viele von ihnen haben auch ihre eigenen Blogs auf der Plattform Tumblr, wo sie eine Menge schwarz-weiß Fotografien, profunde Zitate und Bilder von schönen Kleidern veröffentlichen. Viele Berliner Hipster durchstreifen die Straßen von Kreuzberg, fotografieren Gebäude und bearbeiten sie später auf ihren Macs und laden sie dann auf Tumblr hoch. „Hipsters“ Regel Nummer eins lautet: Immer schnauben, wenn jemand fragt, ob sie ein Hipster sind und immer den Satz sagen „Ich mochte dies lange, bevor es Mode wurde… “

Und so ergänzen Hipster mit ihren verschiedensten Stilrichtungen den Charakter und das Image von Kreuzberg. Schließlich würde der Kiez nicht der gleiche sein, wenn nicht über zwanzig von ihnen mit ihren Kameras herumlaufen würden und sie alle diesen Kiez mit ihrer eigenen Mode auf eine ganz spezielle Art und Weise prägen!

 

Quelle Artikelbild: Helga Ewert, pixelio.de 

 

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Die Alternative der Woche! mit San Cisco

Da geben sich San Cisco schon alle Mühe, ihr Musikvideo möglichst innovativ zu gestalten, ein wenig Kritik an den Mann zu bringen und Multitasking-Drumming zu betreiben. Und das einzige, worüber sich in Youtube-Video Kommentaren aufgeregt wird, sind Skinny Jeans! Höchstwahrscheinlich die des Gitarristen auf 00:18 Minuten…

Obwohl solche Tweets amüsant zu lesen sind, sollte man die vier Australier nicht unterschätzen. Jordi Davieson, Josh Biondillo, Nick Gardner und Scarlett Stevens, die sich schon aus Highschoolzeiten kennen, sind nicht nur „Just another Indie-Band“, sonst wären sie kaum so schnell die Erfolgsleiter hochgeklettert.
Bei ihrem eingängigen Indie-Pop Track „Awkward“ setzen sie auf das unterschätzte Weniger-Ist-Mehr Prinzip: schlichte Basslinie, eingängige Gitarrenakkorde und natürlich, der obligatorische Schellenkranz.
Doch sie können auch ganz anders. Zwischen feinem, mathematischem Uhrwerk-Pop á la Vampire Weekend über Balladen wie „Reckless“ schmeißen sie auch locker flockig ein geniales Cover der Psychadelic-Rocker Tame Impala hinterher, wobei das meiste 2010 als bunte Mischung auf ihrer ersten EP „Golden Revolver“ landet. Die breite Palette der Surfer sorgt für gute Laune und die typisch lässige Festival Stimmung – was ihnen 2011 unter anderem Auftritte in halb Australien inklusive Phillip Island sichert.

„King George“ hießen sie damals. Doch das und die Festivalauftritte des Sommers waren erst der Anfang. Sie nannten sich in „San Cisco“ um und sicherten sich ihre Weltherrschaft mit Fernsehauftritten in Neuseeland und dem Musiksender BalconyTV. Im gleichen Jahr folgt auch noch die Nominierung für den Unearthed J Award. Und beim australischen Radiosender Triple J findet sich „Awkward“ plötzlich im Hottest-100-Countdown auf Platz 7 wieder. Trotz ihrem Erfolg, vornehmlich in Down Under, haben sie ihr Nischen-Dasein als flippige Hipster nicht aufgegeben.
Und mal ehrlich, wen stören da die Skinny Jeans?

klingt für mich nach… do do do doo, do do doo do do!

würden sich gut verstehen mit… The Jungle Giants, Two Door Cinema Club, Vampire Weekend

am besten zu hören… beim Wellenreiten im hautengen Neoprenanzug

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Die Alternative der Woche! mit Hot Chip

Mit Hot Chip ist es so eine Sache. Auf der einen Seite ist da ist dieser düstere Elektro Pop, der sich fast so psychedelisch anhört, dass man sich schon um den Geisteszustand der fünf Londoner sorgen möchte. Aber andererseits besitzt dieser basslastige, kleinteilige, gleichzeitig auch entspannte Synthie Pop ein Suchtpotenzial wie eine Flasche Club Mate: der erste Schluck ist gewöhnungsbedürftig, aber danach kannst du einfach nicht mehr aufhören. Zwar vielleicht keine Musik mit Sofortwirkung, doch mit schweren Folgen: Meine Hot Chip-Sucht war so groß, dass ich fast mein gesamtes Erspartes für alle fünf Alben der im Jahre 2000 gegründeten Band geopfert hätte.

So ging es wahrscheinlich nicht nur mir, denn Hot Chip stürmten mit ihren letzten vier Alben die britischen Charts und wurden außerdem für den Mercury Music Prize nominiert. Naja, wenn auch noch die renomierteste britische Musikzeitschrift, das NME Magazine, ihre Single „Over and Over“ als beste Single des Jahres 2006 auszeichnet, können die Begründer und Sänger der Band Alexis Taylor und Joe Goddard mitsamt Instrumentalisten mit ihrer verschrobenen Art schonmal nichts falsch gemacht haben.

„Night And Day“ ist ihre aktuelle Single, die auf ihrem 2012 neu erschienenen Album „In Our Heads“ zu hören ist. Der vorgestellte Song „One Pure Thought“ hingegen ist etwas gemächlicher, schöner, „harmloser“ und erschien 2008 auf dem Album „Made In The Dark“.

klingt für mich nach… Musik von Hipstern für Hipster

würden sich gut verstehen mit… LCD Soundsystem, Cut Copy, Metronomy

am besten zu hören… als Hot Chip-Einstiegsdroge