Apple-Check: 12 Tage Geschenke – Tag 8

Apple macht gerne alles anders als die anderen. Das wird gerne bemängelt, kann aber auch echt gut sein. Beispielsweise macht Apple nicht als 10.000ste Firma einen Adventskalender – nein, sie verteilen Geschenke nach Weihnachten und verpacken das dann hübsch in eine App.
Diese App heißt 12 Tage Geschenke und ist kostenlos im App Store erhältlich. Und hier wird getestet, was die Geschenke taugen und ob man sich den Speicherplatz lieber sparen sollte, denn zum Teil sind auch Blockbuster dabei – zumindest wenn man in Cupertino so großzügig ist, wie in den letzten Jahren.
Heute gibt es das achte Geschenk: das iBook Wassermelone – laut Apple ein Roman, der zuerst in London und später in Dublin spielt. Es geht kurz gesagt um folgendes:

    Claire liegt im Krankenhaus und erfährt direkt nach ihrer Geburt, dass ihr Mann sie verlässt. Da sie dachte, dass das die richtig echte große Liebe zwischen den beiden war, bricht für sie die Welt zusammen – denn jetzt ist sie eine übergewichtige, hässliche Wassermelone in Stiefeln; die von ihrem Mann für die Nachbarin verlassen wurde und nebenbei auch noch ein Kind großziehen muss. Doch irgendwann überrascht sie ihr Mann und dann ist das Chaos perfekt.

Klingt zwar erstmal nicht so toll, ist aber ein süßes Buch, dass echt Spaß macht zu lesen, weil die Charaktere toll gestaltet sind und die Schreibweise einen mitnimmt. Alles in allem eine komplette Leseempfehlung.
Aber genauso wie beim erstes Gratisbuch Kälteschlaf gilt auch hier die Einschränkung: auf einem iPhone ist das Lesen kompliziert und man ist mehr mit umblättern als mit lesen beschäftigt. Und auf dem iPhone hat das Buch über 1000 Seiten, auf dem iPad nur knapp 400…

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Das Europäische Parlament – Es gibt auch Themen außer der Krise!

 

In meinem letzten Artikel zu meiner Reise zum Europäischen Parlament habe ich euch von meinem Besuch im Plenarsaal erzählt. Doch wie schon erwähnt, haben außerdem SPD-Abgeordnete von Themen, mit denen sie zu tun haben, erzählt. Diese möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten:

Hier führten wir am ersten Besuchstag die Gespräche mit den Abgeordneten.

Hier führten wir am ersten Besuchstag die Gespräche mit den Abgeordneten.

Problem der Bürgerferne

Zunächst ging es um ein Problem, das die gesamte EU betrifft und nicht nur das Parlament: Die EU ist schwer greifbar für die Bürger, man blickt nur schwer durch das ganze politische System durch. Dass wir keine starke Verbindung zur EU haben, zeigt sich aber besonders bei den Wahlen zum Europäischen Parlament. Die EU-weite Wahlbeteiligung lag nur bei 43%, Deutschland lag nur mit 0,3% drüber. Es geht sogar so weit, dass teilweise EU-Gegner ins Parlament gewählt werden, einfach, weil einige unüberlegt wählen. Für sie bedeutet die Wahl nichts, die EU scheint auf unser Leben keinerlei Einfluss zu haben. Das liegt zum Teil an der Berichterstattung. Wann hört man schon mal etwas von den Erfolgen der EU? Dagmar Roth-Behrendt nutzte eine leider nur allzu zutreffende Redewendung, um das Problem zu beschreiben: „Wenn die liebe Sonne lacht, dann hat’s das eigne Land gemacht. Gibt es Hagel, Sturm und Schnee, dann war’s sicher die EG.“

Die "Eingangshalle" fand ich sehr hübsch gestaltet - aus zuverlässiger Quelle habe ich erfahren, dass die Pflanzen echt sind.

Die „Eingangshalle“ fand ich sehr hübsch gestaltet – aus zuverlässiger Quelle habe ich erfahren, dass die Pflanzen echt sind.

Der Britenrabatt

Mir war bewusst, dass jedes Mitgliedsland der EU etwas einzahlt, schließlich müssen die Mittel der EU von irgendwoher kommen, aber dass Großbritannien weniger zahlt, als es müsste, wusste ich nicht. 1984 sagte Margaret Thatcher, die damalige Premierministerin Großbritanniens, „I want my money back!“. Die Gründe: Zu der Zeit war Großbritannien wirtschaftlich noch schwächer. Außerdem ging der Großteil der EU-Gelder in die Agrarwirtschaft, an der Großbritannien nur einen kleinen Anteil hatte, weshalb kaum Gelder zu ihnen zurückflossen. Daher bekamen die Briten einen Rabatt auf ihre Mitgliedszahlungen.

Mittlerweile hat sich die wirtschaftliche Situation geändert und auch der Geldanteil der Agrarwirtschaft am EU-Haushalt ist gesunken, doch der Rabatt besteht noch immer. Denn der „Witz“ an der Sache ist: Man hat damals keine Dauer festgelegt und den Rabatt auch noch in einem Vertrag festgelegt und um einen Vertrag zu ändern, benötigt man Einstimmigkeit. Wie die Abgeordnete Jutta Haug so schön sagte: „Es hat sich bisher keine britische Regierung gefunden, die…“ freiwillig zustimmt, mehr zu zahlen. Welch eine Überraschung.

Großbritannien droht mit Austritt

Am zweiten Tag fanden die Gespräche in einem anderen Raum statt.

Am zweiten Tag fanden die Gespräche in einem anderen Raum statt.

Die Briten sind in der EU bekannt für Sonderwünsche, Ausnahmeregelungen und wenig Kompromissbereitschaft. Mittlerweile herrschen in Großbritannien die Euro-Skeptiker vor und setzen Premierminister David Cameron unter Druck. Dieser hat ein Referendum (Volksabstimmung) bezüglich dem Austritt Großbritanniens aus der EU bis 2017 angekündigt, wobei seine Amtszeit 2015 endet. Soll sich sein Nachfolger damit rumschlagen, falls er nicht wiedergewählt wird? Unschlau wäre es nicht, denn die Folgen der Entscheidung, wie auch immer sie ausfallen mag, wird sich sicher auch auf das Ansehen des Premierministers auswirken. „Da werden sich einige Leute, bevor es soweit ist, noch Gedanken machen, inwiefern man die Kunst, sich ins eigene Knie zu schießen, perfektionieren will“ (Dr. Klaus Löffler, Leiter des Besucherdienstes des Europäischen Parlaments). Denn ein Austritt Großbritanniens aus der EU würde auch ihren Austritt aus dem europäischen Binnenmarkt und damit den Verlust ihrer Handelsvorteile bedeuten. Sie müssten also Zölle bezahlen, wenn sie in ein EU-Land exportieren, um es klarer auszudrücken: Ein Austritt wird teuer. Die Frage ist bloß, ob das für die Mehrheit der Stimmberechtigten eine Rolle spielt, sobald sie abstimmen dürfen. Ich bin gespannt.

28 Mitgliedsländer hat die EU mittlerweile.

28 Mitgliedsländer hat die EU mittlerweile.

Und andere interessante Themen

Von den schon beschriebenen Problemen abgesehen, gab es auch weitere Themen, wie z.B. das Problem der Altersarmut. Die Menschen in Deutschland werden älter, aber es kommen immer weniger junge Leute nach. Wer soll also die Rente der Älteren finanzieren? Die „Lösung“ dafür ist einfach: „Es gibt ja Zyniker, die sagen ‚Lasst die Bilder weg! Dann rauchen mehr und desto mehr rauchen, umso mehr sterben früher und umso niedriger werden die Rentenkassenbeiträge‘.“ Das erzählte uns Constanze Krehl und bezog sich damit auf die vom Parlament kurz zuvor beschlossene Bestimmung, dass Zigarettenpackungen mit Schockbildern und Warnhinweisen bedruckt werden müssen.

Die EU beschäftigt sich auch mit dem Datenschutz – die momentane Datenschutzrichtlinie ist allerdings aus dem Jahre 1995. Datentechnisch gesehen, ist das fast aus der Steinzeit. Daher hat das Europäische Parlament im letzten Monat einer Datenschutzreform zugestimmt.

Dagmar Roth-Behrendt setzte sich während meines Aufenthalts in Straßburg mit Erfolg für strengere Bestimmungen bei der Zulassung von Medizinprodukten ein. Bei dieser mangelt es an vielen Stellen, wie ein Versuch britischer Journalisten zeigte: Sie gaben sich als Hersteller künstlicher Hüften aus und erhielten tatsächlich an etlichen Zulassungsstellen in Osteuropa eine Zulassung für ihr „Produkt“, obwohl aus den Unterlagen dazu Sicherheitsmängel hervorgingen. Mit Geld lässt sich eben vieles erreichen.

Doch all diese Themen sind nur ein Bruchteil aller, die im Europäischen Parlament diskutiert werden. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte die Fahrt noch viel länger dauern können, denn ich hätte gern noch mehr erfahren. Ich hoffe, ich konnte euch mit meiner Begeisterung etwas anstecken und euer Interesse für das Europäische Parlament wecken. Denn das Europäische Parlament ist die Institution der EU, über die wir mitwirken können. Es ist sozusagen unsere Stimme, die wir auch nutzen sollten.

Mit dem Boot unter der Brücke bin ich auch gefahren. Ich empfehle das Kinderprogramm und eine nächtliche Fahrt.

Mit dem Boot unter der Brücke bin ich auch gefahren. Ich empfehle eine nächtliche Fahrt und das Kinderprogramm. © European Union – European Parliament

Lucy-Rose

Die Alternative der Woche! mit Lucy Rose

London, Marylebone Station – ein hageres Mädchen klettert aus dem Zug. Ihr blondrotes Haar verdeckt leicht die schüchternen Rehaugen, mit denen sie sich in der riesigen Halle umblickt. Sie wirkt ein wenig verloren, während sie mit einer Hand den Griff eines Gitarrenkastens umklammert.
So ungefähr muss es ausgesehen haben, als Lucy Rose Parton sich aus ihrer Heimat Warwickshire aufmachte und in London ihren großen Durchbruch suchte.

London – Olympiastadt, Stadt des skurrilen Humors, aber vor allem der Dreh und Angelpunkt für musikalische Talente und kreative Köpfe. Doch sie ist eine von vielen, wirklich vielen unter ihnen, und man weiß in der britischen Hauptstadt nur zu gut: einzig wer schnell genug ist, seine Chancen nutzt und Kontakte knüpft, schafft es mit Glück irgendwie unter Umständen, Teil von Londons pulsierender Musikszene zu werden.
Die Vorraussetzungen sind gut, und der Ehrgeiz erst recht da: auf dem heimischen Klavier komponiert sie früh erste Stücke, als Teenie kauft sie sich eine Gitarre und flott hat sie mit 16 schon die ersten Stücke fertig, welche die schüchterne Engländerin aber bis dahin kaum jemanden hören lässt.
Erst auf Open-Mic Veranstaltungen offenbart sie ihr Talent und ihren sensiblen Indie-Folk Pop á la Joni Mitchell der breiteren Öffentlichkeit: mithilfe ihrer zarten Stimme und einer Gitarre, zu der sie eine intensive Busenfreundschaft pflegt. Es könnte gar nicht besser kommen, als sie auch noch auf Jack Steadman trifft, Frontmann der britischen Indie-Rocker „Bombay Bicycle Club“.

Ihr fragt euch, was danach kam?
Eine gemeinsame Single („Flaws“), ein Dutzend eigene Tracks, die Mitwirkung am dritten Bombay Bicycle Club Album „A Different Kind Of Fix“, die eigene Band, sogar eine eigene Teesorte! Ja, ihr habt richtig gehört: ‚Builder Grey‘ ist eine von Lucy Rose entwickelte Teesorte (2 part english breakfast tea:1 part Earl Grey).
Die Vogue jedenfalls hält sie für „one of indie music’s breakout stars for 2012“, wovon sich die meisten am 24. September selbst überzeugen können – dann nämlich erscheint ihr Debütalbum „Like I Used To“.

klingt für mich nach… hauchfeinem, subtilem Folk für das Indie-Ohr

würde sich gut verstehen mit… Feist, Noah and The Whale, Mumford & Sons

am besten zu hören… bei typischem Londoner Regenwetter und einer Tasse ‚Builder Tea‘