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Vorweihnachtszeit in Finnland…

Der Weihnachtsmann ist keine Erfindung von CocaCola, sondern eine aus Finnland… Wie also wird man im Lande des Weihnachtsmannes auf Weihnachten eingestellt? Nun, um es vorweg zu nehmen, nicht so gut wie in Deutschland.
Denn die Deutschen sind die Weltmeister in der Vorweihnachtsstimmung. Auch wenn jetzt die Konsumkritiker wieder aufmucken: „Ja, aber das auch nur weil die Konzerne uns mit Weihnachtsspots drauf einstimmen und alles Verweihnachtet wird“. Durchaus richtig, deutsche Vorweihnachtszeit ist unglaublich konsumorientiert (z.B. Weihnachtsmarkt), verbunden mit einer Handvoll Traditionen für die ganze Familie.
Das mag jetzt mürrisch und knapp bringen, aber weil es jetzt nicht um Deutschland gehen soll, wollte ich mich auf das wesentliche konzentrieren. Soll am Ende nicht heißen, dass ich die Vorweihnachtszeit gerade in Deutschland nicht von ganzem Herzen liebe! Wirklich!
Die Finnen können den Deutschen in Sachen Vorweihnachtszeit auch nicht wirklich das Handtuch reichen, wir Deutschen sind einfach ungeschlagen. Obwohl die Finnen von Natur aus einen großen Vorteil haben: Schnee! Im Norden mehr, im Süden weniger. Aber immer mit Garantie.
Hier in Helsinki hatte ich diesen Winter zweimal deutschen Winter. Ich habe mich total gefreut, bis mich die Finnen auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt haben und meinten: Öhm, das war noch kein Winter. Das war ein bisschen Schnee. Winter gibt es schon im Norden – und mit Norden meine ich alles nördlich von Helsinki und ungefähr 100 Kilometer von der Küste entfernt. Denn da liegt schon sehr sehr viel Schnee und der Weg zur Schule wird auf Skiern zurückgelegt. Klingt komisch, ist aber so. Weckt einen am Morgen wohl auch gleich auf, was besonders wichtig ist, weil man hier ja kaum noch Sonne hat.

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Aber ja, wie bekommen die Finnen sonst noch Weihnachtslust? Im Prinzip kann man das auf Sachen runterbrechen: Musik, Kerzen und Pikkujoulut.
1. Musik Continue reading

Jaakko & Jay – “Rauha” (Fullsteam / VÖ: 20.09.13)

Alternative der Woche: Jaakko & Jay

 

 von Frank Segert

Jaakko & Jay – “Rauha” (Fullsteam / VÖ: 20.09.13)

Die Welt ist ungerecht. Viel zu viele Bands gehen völlig unverdient durch die Decke. Jaakko & Jay habe ich vor vier Jahren als Support von Frank Turner zum ersten Mal gesehen. Seitdem hat sich ihr Bekanntheitsgrad nicht sonderlich geändert. Und das obwohl sie regelmäßig in Deutschland touren.

Dass sie ein Stück weit in der Rolle des ewigen Toursupports stecken, hindert die beiden Finnen aber nicht daran, jedes Mal volle Pulle durchzuziehen. Denn a) gibt es weit schlechtere Rollen, als die des ewigen Toursupports, in der man allerlei Ecken Europas erkunden kann und b) will die Prügelei von den Platten niemand hören, wenn sie mit angezogener Handbremse kommt.
Jaakko & Jay spielen Akustik-Gitarre und ein reduziertes Drum-Set aus Snare Drum und Hi-Hat. Gut möglich, dass auf dem Album mehr Becken und Trommeln zu hören sind, aber mal ehrlich, das interessiert doch eh keine Sau. Rauha wurde auf der jüngsten Tour mit den finnischen Label-Mates Disco Ensemble schon verkauft und mit dem einen oder anderen Song im Live-Set bedacht. Wer die alten Platten schon kannte, kann bedenkenlos zugreifen. Es gibt nur sehr wenig, was von dem Dreiklang Akustik-Gitarre, Schlagzeug und volle Kanne abweicht.

Ein Filter hier, eine sensiblere Gitarrenlinie da. Aber die Energie überträgt sich ohne Umwege. Wer der Instrumentierung wegen die Ernsthaftigkeit und den Klang von klassischem Folk erwartet, liegt gleich ganz falsch. Es ist laut, das Tempo hoch bis sehr hoch. “Rauha” heißt “Frieden” auf Finnisch und es ist durchaus vorstellbar, dass die beiden Finnen aus der Ferne betrachtet auf Tour schnell in die Hippie-Schublade gesteckt werden. Die richtige Schublade ist wohl eher: Punkrock.

 

Wir danken Frank Segert von www.akkordarbeit.wordpress.com für diesen Gastbeitrag!