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Alles erlaubt – das Pornfilmfestival in Berlin

Schleichen sich Menschen mit einem Faible für Pornos bei ihrem Jieper immer in die Videothek, nach hinten in die Abteilung für Sexfilme? Eher nicht.  Die breite Masse streamt kostenlos auf etlichen Seiten. Gesucht werden Filmchen, die längst Mainstream sind und doch das schmuddelige, verbotene Image nicht verlieren. Manche drehen sich einfach selbst welche.

An dieser Stelle schreibt unsere Reporterin Genna Thiele regelmässig eine Kolumne über aktuelle Gedanken, die sie sich macht. Irgendwo zwischen Provokation, Schön-Male-und Musikerei, Mitteilungs-Wahn und Poesie sollen sich die Themen, Artikel und Dinge, die hier landen bewegen – von Euch beurteilt und kommuniziert werden! 

Hier gehts zu Gennas facebook-Kolumne!
Bei dem 9th Pornfilmfestival wird nix verhüllt.

Bei dem 9th Pornfilmfestival wird nix verhüllt.

Ganz explizit wird Sex in Kinofilmen nicht gezeigt.  Dafür gibt es Pornos. Was aber, wenn Kino und Porno sich verbinden? Enden beide Wörter ja schließen auf ein orgasmisches „O“.  Die Idee ist nicht neu, so besuchen einmal im Jahr vielfältig Interessierte das Pornfilmfestival in Berlin. Welche Leute da wohl hingehen mögen? Das habe ich mich gefragt. Dann bin ich kurz-, aber fest entschlossen selbst hingegangen. Mit J. bertrete ich dafür an zwei wochenendlichen Abenden in Folge das Moviemento, ein Kiez-Kino in der Schönleinstraße an der Schnittstelle zwischen Neukölln und Kreuzberg…

Ein voyeuristisches wie aktives Wochenende

Irgendwo zwischen experimentellem Porn, klassischen Genres, LGBT-Sex, amateurhafter Ästhetik oder Profi-Provokation spielt sich das Programm zwischen dem 22. und 26. Oktober ab. Das Heft dazu erstreckt sich auf stolze +70 Seiten. Noch erstaunlicher ist, wie überfüllt die Plätze sind. Für den sanften Einstieg haben wir uns die Fiktion-Doku „52 Tuesdays“ (dt.= 52 Dienstage) ausgesucht, einen Film über die junge, sexuell neugierige Billie und ihre lesbische Mutter, die sich spät entscheidet, lieber ein Mann zu werden.  Klingt nicht pornös, doch um diese Bandbreite geht es bei dem Festival. Für jedermann,-frau,-x soll eine Perle dabei sein.

In der Pornoindustrie schreit man gerne „Fuck, yeah“

Diesen Eindruck hinterlässt zumindest der Gay-Porn „Death Drive“ der Pornoproduktionsfirma Dark Alley Media. Der Film ist schlussendlich eigentlich als Kritik an dem Geschäft zu sehen, behandelt den Selbstzerstörungsdrang von Schwulen in der Szene und zeigt doch Sex, wie wir ihn aus Filmen, nicht aber wirklich gewohnt sind. Die Männer stöhnen permant „fuck, yeah“, wenn sie es sich besorgen. J. fragt mich: „Wer macht das schon?“. Ich stelle mir bei den experimentellen Elementen so einige Fragen, finde aber keine Antworten. Der Film ist okay, der Regisseur erfrischend ehrlich und eigentlich Dokumentarfilmer. Diese späten Stunden beschäftigen mich seitdem. Empfehlen kann ich diese sündige Art der Horizonterweiterung allemal. Es ist erfrischend, unzensierte Bettgeschichten anzuglotzen, um die sich kein seichter Plot aus klischeebehafteten Hollywood-Romanzen zieht. Es ist informativ, weil die Thematik besonders aufbereitet und inszeniert wird. Es bleibt mit dem jungen wie gemischten Publikum unterhaltsam und für manche Zuschauer schlicht erregend. Gut investierte acht Euro.

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Bei experimentellen Pornos erwarten den Zuschauer schon mal Tanzeinlagen und kosmische Katzenwesen.

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Just De Fun 2013 – Breakdance Festival Neukölln

Das Medienkompetenzzentrum Szenenwechsel stellt Euch in diesem Beitrag das Just de Fun Battle 2013 in Neukölln vor. Dort treffen sich verschiedene Breakdance- und HipHoptänzer um gegeneinander anzutreten. In kurzen Interviews geben Euch einige der Tänzer ihr Statement zu dieser Veranstaltung ab. Viel Spaß beim Schauen !

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Youki – und die Leuts

 

Wels liegt in Oberösterreich und hat knapp 60.000 Einwohner. Es ist nach Linz die zweit größte Stadt in Oberösterreich. Aber wo kommen sie her, die Filminteressierten? Wer geht auf die Youki und wie gefällt es ihnen?

Die Berlinimpulser und Volltreffer Reporter haben für euch das Publikum mal genauer unter die Lupe genommen.

Könnt ihr sie verstehen?

 

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Youki – „Glück ist langweilig“

 

Auch am Donnerstag war auf dem Filmfestival wieder viel los. Es begann schon in der Früh um 7 Uhr: Einige aufgeweckte Kinder rannten kreischend und Türen schlagend durch den Gang vor unserem Zimmer und rissen uns damit auf grausamste Weise aus unseren süßen Träumen…

 

Dementsprechend müde saßen wir nach dem Frühstück im Alten Schlachthof und sahen uns die am Wettbewerb teilnehmenden Filme an.

Da so viele Filme eingereicht wurden, dauerte das wieder bis in den späten Vormittag hinein, sodass wir uns direkt im Anschluss auf die Suche nach etwas zum Essen machten: Es gibt einen McDonalds in Wels!

 

Um 15.30 Uhr kam dann der 2. Teil des Filmsofas: „Ich möchte Teil einer Protestkultur sein oder: Im Zweifel für den Zweifel“. Zu Gast waren diesmal Peter Schernhuber von der Festivalleitung der Youki, Vera Schöpfer von Screenagers und Agnes Aistleitner, Macherin des Films „State of Revolution“.

In dieser Folge des Filmsofas ging es zwischen Zusammenhänge von Festivals und Protest, von Filmen und Protest. Führt man den Protest weiter, wenn man einen Film dazu produziert? Welchen Personen gibt man ein Forum und welchen nicht?

Diese Fragen wurden – wieder live im dorf tv – gestellt und diskutiert.

Vera Schöpfer war Leiterin eines Projektes, in dem 6 deutsche und 6 griechische Jugendliche zusammen Dokumentarfilme gedreht haben – sowohl in Deutschland als auch in Griechenland. Allerdings kamen ihnen kurz vor ihrer Reise nach Griechenland die dortigen Demonstrationen in die Quere. Sie entschieden sich jedoch, trotzdem hinzufahren. Dort angekommen, wechselten sie kurzentschlossen ihr Thema – statt einen Film über einen Astrologen zu drehen, dokumentierten sie die Protestbewegung und drehten den Film „Athens Calling„: „Nach der großen Demonstration gegen die Sparbeschlüsse des Parlaments brennen mehr als 40 Gebäude in Athen, darunter drei Kinos. Unmittelbar nach den Krawallen durchstreifen junge deutsche und griechische Filmemacher die Stadt und suchen Antworten auf die Frage: Warum der Angriff auf die Tempel der Kultur?  Stimmen von Athener Künstlern, Lehrern, Jugendlichen, Politikern – Eindrücke und Bilder aus einer Stadt am Abgrund.“ (screenagers.de)

Auch Agnes Aistleitner beschäftigte sich in ihrem Film „State of Revolution“ mit einer Protestbewegung. Dabei war sie jedoch nicht in Griechenland, sondern in Kairo. Ihr Anliegen war es, zu untersuchen, ob das Bild, das die Nachrichten von der Situation zeichneten, wirklich der Realität entsprach. Dafür suchte sie die Begegnung mit Menschen, die ihr ihre Sicht darlegen konnten und startete eine Gesprächsrunde.

Peter Schernhuber war gewissermaßen Vertreter für die Festivals und legte seine Meinung zum Zusammenhang zwischen Protest und Festivals dar.

Dieser zweite Teil des Filmsofas hat mich wesentlich mehr gefesselt als der letzte, denn er gab mir neue Denkanstöße. Bisher hatte ich nicht darüber nachgedacht, was es eigentlich bedeutet, einen Film über Protestbewegungen zu drehen. Bezieht man damit Stellung? Ist es überhaupt möglich, in einem solchen Film die eigene Meinung außen vor zu lassen? Denn schon beim Zusammenschneiden des Materials muss man sich ja für bestimmte Stellen entscheiden und andere auslassen. Bezieht ein Festival Stellung, wenn es einem solchen Film eine Plattform bietet?

Besonders zu denken gegeben, haben mir zwei Aussagen von Vera Schöpfer: „Wenn man einen Film machen will, muss es einen bewegen. Weil sonst macht man keinen guten Film.“ und „Glück ist langweilig.“

Ich finde, diese beiden kann man nicht nur auf Filme beziehen, sondern auf unser komplettes Leben. Was wäre, wenn alles immer fantastisch wäre – könnten wir uns dann überhaupt noch für etwas begeistern? Schließlich gäbe es nichts Außergewöhnliches mehr.

Eure BerlinImPulserin Katja

Anmerkung: Der Film „Athens Calling“ ist momentan nur in Ausschnitten zu sehen. Wenn ihr den vollen Film sehen wollt, solltet ihr eine Anfrage an vera(at)screenagers.de schicken.

 

 

 

 

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Youki – Filmkritik 1#

Nr. 5, Qualität verpflichtet und Vaktmästaren. Drei Kurzfilme, die unsere Volltreffer und Berlinimpulser Reporter gesehen und bewertet haben. Die Filmemacher sind zwischen 11 und 20 Jahre alt und ihr könnt sicher sein, dass sie unseren Geschmack getroffen haben… Hier die Filmkritik 1#.

Die Filme selbst könnt ihr hier in voller Länge sehen.

Nr. 5

Fiktion, Österreich, 2012, 8 min, Alter: 11 Jahre

 

Qualität verpflichtet

Fiktion, Österreich, 2011, 8 minuten, Alter: 16 Jahre

 

Vaktmästaren

Fiktion, Schweden, 2012, 13 min, Alter: 20 Jahre

Trailer gibt es hier: vimeo.com

Infos gibt es hier: www.imdb.com

 

 

 

 

 

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Youki – die Wettbewerbe laufen an

Mittlerweile sind wir alle (oder vielleicht auch nur ich?) wieder munter und haben uns gleich daran gemacht, das Festival zu erkunden.

@Youki

Morgens um 9 Uhr starteten die ersten Film-Wettbewerbe. Junge Leute aus allen Kontinenten hatten, so sie zwischen 10 und 26 Jahren alt waren, die Möglichkeit, ihre Kurzfilme einzusenden und somit an den Wettbewerben teilzunehmen.

Natürlich wurde zunächst eine Vorauswahl durchgeführt – sonst würde die Zeit für all die Filme gar nicht reichen!

Vergeben werden insgesamt 5 Preise: Einen in der Altersgruppe von 10-14 Jahren (700€), einen für Jugendliche zwischen 15 und 20 Jahren (1100€) und einen weiteren für die 21- bis 26-jährigen (1500€). Zusätzlich gibt es noch einen Preis namens „Innovative Film Award“, zu dem 800€ Preisgeld gehören, und den Publikumspreis (600€).

Selbstverständlich gehören zu diesen Preisen auch Pokale – und die werden von Künstlern selbst hergestellt! In diesem Jahr sorgt das Wiener Kunst- und Musiklabel „fettkakao Wien“ für die schönen Pokale.

Und hier ein paar impressionen aus dem Kino.

Mehr Infos zur 14. Youki auf: www.youki.at

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Die Alternative der Woche! mit San Cisco

Da geben sich San Cisco schon alle Mühe, ihr Musikvideo möglichst innovativ zu gestalten, ein wenig Kritik an den Mann zu bringen und Multitasking-Drumming zu betreiben. Und das einzige, worüber sich in Youtube-Video Kommentaren aufgeregt wird, sind Skinny Jeans! Höchstwahrscheinlich die des Gitarristen auf 00:18 Minuten…

Obwohl solche Tweets amüsant zu lesen sind, sollte man die vier Australier nicht unterschätzen. Jordi Davieson, Josh Biondillo, Nick Gardner und Scarlett Stevens, die sich schon aus Highschoolzeiten kennen, sind nicht nur „Just another Indie-Band“, sonst wären sie kaum so schnell die Erfolgsleiter hochgeklettert.
Bei ihrem eingängigen Indie-Pop Track „Awkward“ setzen sie auf das unterschätzte Weniger-Ist-Mehr Prinzip: schlichte Basslinie, eingängige Gitarrenakkorde und natürlich, der obligatorische Schellenkranz.
Doch sie können auch ganz anders. Zwischen feinem, mathematischem Uhrwerk-Pop á la Vampire Weekend über Balladen wie „Reckless“ schmeißen sie auch locker flockig ein geniales Cover der Psychadelic-Rocker Tame Impala hinterher, wobei das meiste 2010 als bunte Mischung auf ihrer ersten EP „Golden Revolver“ landet. Die breite Palette der Surfer sorgt für gute Laune und die typisch lässige Festival Stimmung – was ihnen 2011 unter anderem Auftritte in halb Australien inklusive Phillip Island sichert.

„King George“ hießen sie damals. Doch das und die Festivalauftritte des Sommers waren erst der Anfang. Sie nannten sich in „San Cisco“ um und sicherten sich ihre Weltherrschaft mit Fernsehauftritten in Neuseeland und dem Musiksender BalconyTV. Im gleichen Jahr folgt auch noch die Nominierung für den Unearthed J Award. Und beim australischen Radiosender Triple J findet sich „Awkward“ plötzlich im Hottest-100-Countdown auf Platz 7 wieder. Trotz ihrem Erfolg, vornehmlich in Down Under, haben sie ihr Nischen-Dasein als flippige Hipster nicht aufgegeben.
Und mal ehrlich, wen stören da die Skinny Jeans?

klingt für mich nach… do do do doo, do do doo do do!

würden sich gut verstehen mit… The Jungle Giants, Two Door Cinema Club, Vampire Weekend

am besten zu hören… beim Wellenreiten im hautengen Neoprenanzug