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BerlinImPuls spricht über Berufsberatung

 

Schaut euch an, wie Doro, Tara, Tobias und Katja über das Thema Berufsberatung sprechen. Lernt unsere Redakteure näher kennen und findet heraus, was es für Möglichkeiten gibt, sich in der Berufswelt zurechtzufinden. Was habt ihr für Pläne für eure berufliche Zukunft, wo informiert ihr euch? Postet uns doch einfach auf unserer Facebook Fan-Page facebook.de/berlinimpuls … oder noch leichter, hier auf dem Blog!

 

 

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Pro & Contra: Organspende! Ja, nein, vielleicht? Bitte entscheiden Sie sich jetzt!

 

Organspende scheint ein heikles Thema zu sein. Die Krankenkassen müssen neuerdings Organspendeausweise verschicken, das neue „Transplantationsgesetz“ will alles irgendwie leichter machen und in den Medien werden zunehmend Fälle von Organhandel oder Organ-Vergabeskandalen bekannt. Schwer, da eine eigene Meinung zu haben? Nö, finden BiP Reporter Doro und Benjamin. Ihre Sicht der Dinge zum Thema Organspende – hier und jetzt im BiP Pro & Contra (Bildquelle: Gerd Altmann  / pixelio.de)

 

 

PRO – Warum Organspende ne gute Sache ist

Ein Kommentar von BiP Reporterin Doro Zwetkow

In Deutschland klettern Leute mit Geld die Listen hoch, die bestimmen, wer das nächste Spenderorgan bekommen soll, das sagen uns zumindest die aktuellsten Fälle in den Medien.

Darauf erst mal in den Partyurlaub ganz weit weg von den korrupten Instituten und ordentlich die Leber versauen, damit sie auch keinem mehr nutzen kann. Aber Vorsicht! Mit jedem Mal im Urlaub steigt natürlich die Chance, dass du von der Super-Organ-Secret-Geheimbund-Spenden-wir-sind-mit-der-Regierung-unter-einer-Decke-Mafia gekidnappt und ausgenommen wirst. Da hilft dir auch nichts mehr, wenn du dir und denen vorher ordentlich die Leber vermiest hast.

Diese Super-Organ-Secret-Geheimbund-Spenden-wir-sind-mit-der-Regierung-unter-einer-Decke-Mafia (SOSGSWMDRUDM) wird jedes Mal nicht-so-super-secret auf den Tisch gelegt, wenn es in meinem Freundeskreis um Organspenden geht. Denn wenn du einen Organspendeausweis hast, kann dich diese Organisation ganz sicher finden und wird deine Gutmütigkeit ausnutzen.

Ich möchte nicht abstreiten, dass es irgendwo irgendetwas wie eine Mafia um Organe gibt, aber ich glaube, wenn sie wirklich meine Organe haben wollen, geht das auch ganz schnell ohne Organspendeausweis. „Was ist mit den Rettungskräften am Notfallort, die bei der Identifikation in dein Portemonnaie schauen und dich dann wegen eines Organdeals sterben lassen?“

Und da brennen die Ängste in solchen Szenarien und ziehen eine Aschespur durch alle Krimiserien der Zukunft. Dass der Mensch viel sensibler ist, wenn es um so ein heikles Thema wie den eigenen Körper und das eigene Leben geht ist verständlich. Doch wenn es darum geht, sich selbst von einem Organspender retten zu lassen, höre ich von vielen in dieser Diskussion eine klare Befürwortung. Hilft-mir-bitte-aber-ich-helfe-euch-nicht-Mentalität möchte ich ungern in meinem mentalen Ausweis stehen haben und auf meinem physischen Ausweis bin ich Organspender, weil ich auch mal gerettet werden will wenn ich gerettet werden muss.

Und ja, mir ist mein Körper etwas wert, und ich bin sehr dankbar, dass er mir jeden Tag das Leben ermöglicht. Aber irgendwann geht auch dieses Leben zu Ende, und ich glaube an kein Leben danach, erst Recht nicht in dem gleichen Körper. Da habe ich kein Problem damit ihn los und anderen Leuten zur Hilfe eilen zu lassen… oder?

Ein Kommentar von BiP Reporterin Doro Zwetkow

Artikelbild: Thorben Wengert, pixelio.de

 

CONTRA: Finger weg von meinen Eingeweiden!

 Ein Kommentar von Benjamin Lewerenz

Biep – Biep – Biiiiiiep. „Hab dich lieb, Opa!“ Das Mädchen fängt an zu weinen und legt seinem Opa ein Stofftier unter den Arm. Die Eltern geben dem Arzt einen Organspendeausweis. „Was ist das, Mama?“ – „Es ist gut so!“

Eine merkwürdige Antwort von der Mutter. Aber irgendwo ja auch verständlich – oder wer möchte seiner kleinen sechs jährigen Tocher erklären, dass nach dem Tod noch an Opa rumgeschnippelt wird? Und wie soll man ihr erklären, dass sie ihren Opa das letzte Mal vollständig gesehen hat? Und wie soll man seiner Tochter erklären, dass man sich Teile von Opa nochmal kaufen kann; sozusagen der „Große Opa Schlussverkauf“ (Oder auf Neudeutsch: Grandpa-Sale). Vor allem kann ihr auch niemand erklären, was genau Großvater entnommen wird. Man weiß immer nur, dass irgendwas entnommen wird – aber was, dass bliebt auf immer im Ungewissen…

Ungewiss bleibt außerdem, wer das Organ bekommt. Theoretisch sollte es derjenige bekommen, der es gerade am nötigsten hat. Nur ist es so in letzter Zeit irgendwie… nie passiert. Da haben immer irgendwelche reichen Schnösel bekommen, die zur richtigen Zeit den richtigen Arzt hatten – solche, die gegen ein gewissen Entgelt bereit waren, ihre Patienten bedürftiger zu machen als sie eigentlich sind. Ist ja nicht so, als könne dafür jemand anderes sterben.

Außerdem wird mit den Organen gehandelt wie mit Gemüse. Wer will – wer will – wer hat noch nicht? Der meistbietendste bekommt den Zuschlag – könnte man ja mal als neuen Bereich bei Ebay vorschlagen. Verdienen die bestimmt einen Haufen Geld dabei. Das erinnert mich an einen Spruch aus der US-Amerikanischen Fernsehserie NCIS, wo der Gerichtsmediziner Dr. Mallard einmal deklarierte: „Mit Menschenteilen ist es wie mit den Autos – in Einzelteilen ist beides mehr wert als wenn man es komplett verkauft.“ Solange es aber einen Wettbewerb mit freiem Markt ziwschen den Organtransplanteuren gibt, wird sich das auch nicht ändern.

Also freut Euch, Leute – Eure Organe sind Euch nie sicher. Und wenn ihr Euch denkt, dass ihr mit Euren Organen wenigstens Euren Kindern oder Enkeln das Erbe versüßen könntet – dann sucht Euch (wenn ihr alt seit) einen jungen, aber kranken Reichen und regelt die Organtranplantation privat.

Bildquelle: Jörg Klemme, Hamburg  / pixelio.de