Bandmitglieder v.l.n.r.: Pascal, Samuel, Espin, Carsten - Fotograf: Marco Floris

„The Gecko“ – Energiegeladener Indie-Elektro-Dance-Rock zum Tanzbein-Schwingen!

Bandmitglieder v.l.n.r.: Pascal, Samuel, Espin, Carsten - Fotograf: Marco Floris

 

Es ist der 29. November, der draußen für kalte Füße sorgt, während die Britisch-Deutsche Band „The Gecko“ in der Wabe Berlin den Zuschauern kräftig einheizt. Das Konzert dauert nur eine halbe Stunde, aber schnell wird mir klar, was das für eine tolle Live-Band ist. Schon zu Beginn fiel auf, wie sehr sie das Publikum mit ihrem Mix aus verschiedenen Musik-Genres mitreißen und mit wie viel Leidenschaft „The Gecko“ Musik machen. Bereits bei den ersten Tönen des Synthesizers und dem nebeligen grünen Bühnenlicht füllte sich der Bereich vor der Bühne und die Massen fingen an zu tanzen. Das lag nicht zuletzt an der hervorragenden und mitreißenden Bühnenshow der Band und dem spontanen Entertainment des Frontmanns und Sängers Espin. Mitten während des Liedes kletterte er mitsamt Mikro auf einen knapp zwei Meter hohen Metallpfeiler auf der Bühne und sang den Song von dort oben; in einer Hand das Mikro, mit der anderen Hand sich am Pfeiler haltend, ohne dass ihm die Puste ausging, und dass alles noch mit einem sympathischen „British Accent“.

Ihren Musikstil konnte ich bis dato noch nicht wirklich einordnen: Eine Mischung aus Electro Pop und Dance-Rock, oder doch Indie-Elektro-High-Energy-Brit-Synth-Rock? Was steckt nun eigentlich dahinter? Das will ich wissen und bitte sie zusammen mit meiner BerlinImPuls-Musikredakteurin Agnes zum Interview. Das alternative Quartett „The Gecko“ besteht aus den Wahlberlinern Espin Bowder (Gesang), Samuel Halscheidt (Gitarre), Carsten Brocker (Keyboard, Bass) und Pascal Gemmer (Schlagzeug) und existiert in ihrer jetzigen Besetzung seit 2009. Sänger Espin und Gitarrist Samuel nehmen sich die Zeit und so lernen wir die Jungs von „The Gecko“ beim Interview etwas besser kennen.

Schnell wird im Interview klar: Die Suche nach einer passenden Genrebezeichnung für die Musik von „The Gecko“ erweist sich als überaus schwierige Aufgabe. So richtig einordnen wollen sie sich nämlich nicht – und das ist auch gut so. Samuel bezeichnet ihren Musikstil als Electro-Dance-Rock – „auf keinen Fall aber als Elektro-Pop!“ – und auch Espin beschreibt die Musik als „Electronica-Rock“ mit britischen Einflüssen, „irgendwo zwischen The Cure und The Killers“. Auch Einflüsse von Bands wie Kraftwerk und Pink Floyd sind rauszuhören. Vor allem durch ihn, das britische Mitglied der Gruppe, wird der individuelle Sound der Gruppe maßgeblich beeinflusst.

Fotograf: Marco Floris

The Gecko’s Intention beim Musikmachen wird während des Interviews deutlich: „Uns geht es nicht ums Geld verdienen, sondern eher darum, Leute mit unserer Musik zu erfreuen und Spaß an der Sache zu haben“, meint Samuel. Das merkte man auch während des Auftritts: „The Gecko“ schaffen es, die Energie ihrer Lieder auch dem Publikum zu vermitteln und somit eine stimmige Verbindung zwischen Band und Zuhörer herzustellen, die keinesfalls, wie es bei mach anderen Bands der Fall ist, unpersönlich ist.

Noch ist die Band bei keinem Label unter Vertrag. Aber das stört sie nicht. „Das gute daran, dass eine Band alles selber macht, ist, dass man sehr viel Freiheit hat und sich musikalisch nach niemandem richten muss“, meint Espin. „Ohne Musik können wir nicht leben. Daher machen wir sie für uns und unsere Fans und nicht für irgendeine Plattenfirma.“ Ansonsten würde die Musik von „The Gecko“ um einiges an Individualität verlieren und in einen Topf mit zahlreichen anderen Indiebands geworfen werden, die von Plattenfirmen angehalten werden, Musik für ein großes Publikum zu komponieren. Doch das schaffen „The Gecko“ auch ohne einen Plattenvertrag: Durch einen geschickten Genre-Mix, der sowohl Indie-Rocker, als auch Elektroniker und tanzfreudige Dance-Rock-Hörer anspricht und garantiert für einen Ohrwurm sorgt.

Die Themen ihrer Lieder, zum Beispiel der ihrer ersten EP „Failure Is Not An Option“, sind abwechslungsreich wie ihre Musik. Sie reichen von sozial-kritschen Themen über persönliche Erlebnisse und Erfahrungen mitten aus dem Leben bis hin zu Inspirationen von Reisen. Espin wohnte bisher in sieben verschiedenen Ländern, darunter Großbritannien, Irland, Italien und Simbabwe. Einflüsse, die die Musik von „The Gecko“ bereichern.

Trotz der musikalisch-poetischen Vielfalt verliert die Musik aber nicht an Ernsthaftigkeit und ist sowohl reif als auch energisch und wild. Die Songtexte schreibt Espin Bowder, er ist der poetische Kopf der Gruppe: „Nur in der Musik kann ich philosophisch sein, sie gibt mir die Freiheit, Dinge auszudrücken, die ich sonst nicht ausdrücken kann. Deshalb ist die Freiheit in der Musik auch so wichtig“. Samuel überlegt: „Nicht unbedingt nur die Freiheit, auch totale Einengung kann inspirierend sein, da man dadurch einen Ansporn hat, musikalisch zu rebellieren und sich gegen etwas aufzulehnen, es kann einem viel Energie geben.“ Er hat Musik studiert und ist der Philosoph der Gruppe. Zusammen mit den anderen beiden Mitgliedern, Carsten und Pascal, versieht er Espins Texte mit einer passenden Melodie und Begleitung.

Unterstützung für ihre erste EP erhielten „The Gecko“ von Musikern wie Gordon Raphael von „The Strokes“, Simon Wangemann aus der Band „I Heart Sharks“ und Oren Gerlitz („Jahcoozi“). Über ihre nächste EP, die vermutlich im Februar oder März 2012 erscheint, wollte uns die Band allerdings noch nicht viel erzählen, sie wird eine große Überraschung. „Unsere nächste EP hat einen ganz neuen Charakter, sie wird viel professioneller“, meinen Samuel und Espin schwärmerisch. Mehr wollten sie uns darüber aber leider noch nicht verraten…

Wie sich the Gecko nun anhören könnt ihr auf ihrer Myspace– oder Website erfahren (thegeckomusic.com) oder live beim Deichbrandt Festival am 21.7. 2012 in Nordholz.

Und jetzt: Boxen laut und Mucke an!

Eure BerlinImPulserin

Rim

 

5 Fragen an „The Gecko“!

Was war euer lustigstes und peinlichstes Banderlebnis?

Espin: Auf der Tour in England bin ich mal mit dem Tourbus aus Versehen beim Rückwärtsfahren in mein eigenes Haus gecrasht, weil ich nicht aufgepasst habe. Der Wagen war hin. Und einmal während einem Festival hatte Carsten seine Hotelschlüssel verloren…

Samuel: …und es war bereits fünf Uhr morgens Also mussten wir dann alle zu viert in einem roten Doppelbett schlafen.

 

Welche Band habt ihr als Teenies gehört, bei der ihr euch im Nachhinein denkt „Oh mein Gott, warum hab ich das denn mal gut gefunden!?“

Espin: Ich war ein großer Fan von Bros und hatte eine Kylie Minoque CD als ich 10 war.

Samuel: Oh Gott, ich hatte mal die Maxi CD von David Hasselhoffs „I´ve been lookin‘ for freedom“.

Espin: Früher habe ich immer gerne „Knight Rider“ mit David Hasselhoff geguckt, mein Hamster hieß sogar Michael Knight.

 

Von wem würdet ihr gerne mal gecovert werden?

Espin: Auf jeden Fall „Massive Attack“ und „Jose Gonzales“. Wir würden es aber auch super finden, wenn jemand Remixe von unseren Liedern machen würde.

 

Welche Lieder eurer EPs findet ihr am besten?

Samuel: Das kann man gar nicht so genau sagen, von der ersten EP wahrscheinlich „Russian Rocket“ und von der neuen definitiv „Real Thing“.

 

Was hört ihr privat gerne für Musik?

Espin: Electronica, Indie, Classic Rock und Dubstep, aber auch Klassik.

Samuel: Ich höre eigentlich alles gerne außer Rap und Volksmusik. Am liebsten Indie, Jazz, Klassik und gefühlvolle, tanzbare, energetische Musik.