heino

Pro & Contra: Das neue Heino-Album

Heino is back und zack auf Platz 1 der Deutschen Charts. Wer, wie, wo, was, warum? Was issen da los? Genau DAS fragen wir uns auch. Nur unter Erpressung war es möglich, zwei unserer engagierten BiP Redakteure auf das „verbotene“ Heino-Album anzusetzen. Sie haben es getan. Sie haben es gehört. Nur für euch. Was Doro und Benny davon halten… das lest ihr hier. Wir empfehlen die Hörproben erst danach. So ist der Spaß bedeutend größer :-)

PRO

Ein Kommentar von BiP Reporterin Doro

Wenn der Opa einen Text von Peter Fox hört, dann ist es vielleicht Heino zu verdanken. Der Gute hat es sich nämlich zur Aufgabe gemacht, die Zielgruppen einiger – meist nur in jugendlichen Sphären bekannter – deutscher Songs – ins fortgeschrittene Alter zu erweitern. Neue Instrumentalisierung und Heinos Gesangsstil – der sich manchmal an das Original annähert („Sonne“) manchmal entfernt („Songs für Liam“) tun sich neue Interpretationsmöglichkeiten der schon lange abgeschriebenen Texte auf. „Mit freundlichen Grüßen“ ist ein provokant augenzwinkernder Titel, der den Zuhörern schon angekündigt, dass nicht alles zu ernst nehmen ist – aber wenn, dann bitte ganz offen gegenüber dem Alten, dem Neuen, dem Heino sein.

CONTRA 

Ein Kommentar von BiP Reporter Benjamin

Musik ist schön. Sie sorgt für Gänsehaut. Sie sorgt für schöne Erinnerungen. Sie sorgt für Kopfkino. Sie lässt einen tanzen. Sie lässt dein Herz höher schlagen. Zumindest theoretisch. Mir ist es bei der Vorbereitung zu diesem Pro-Contra-Artikel das erste Mal in meinem Leben passiert, dass ich angefangen habe zu heulen. Wegen der Musik. Er hat einige meiner Lieblingssongs geschändet. Und dabei bin ich eigentlich extrem tolerant!

Aber über musikalische Qualität läst sich streiten, daher möchte ich mich lieber auf Fakten stützen, mit denen Heino selbst den Bock abschießt. Beispielsweise dem Fakt, dass Heino die Songs einfach so gecovert hat. Ohne die Bands mal anzufragen; ohne ein Demo; ohne auch nur mal Bescheid zu sagen, was er vorhat. Jede Schülerband weiß, dass das so nicht geht. Und spätestens seit YouTube-versus-GEMA weiß das echt auch der letzte Depp.

Und dann ist Heino auch noch so dreist und beleidigt die Bands die er covert.“Die Kollegen haben ein Händchen für volkstümliche Texte“ sagt er. Aber nein, damit meint er nicht Hansi Hinterseer, sondern Rammstein. Okay – aber nicht nur das ist böse. Außerdem sagt er, dass er selten „so leichte Lieder“ gesungen hätte. Ähhhh – hallo? Noch dreister geht´s wohl kaum, immerhin reden wir hier von dem Mann, der „Karamba, karacho, ein Whisky“, „Die Schwarze Barbara“ oder „Blau blüht der Enzian“ gesungen hat.

Neu erfinden musste er sich für das neue Album übrigens nicht. Denn Heino klingt auch weiterhin einfach wie Heino. Er singt Pop von Westernhagen, Clueso, Nena oder Stephan Remmler, Hip-Hop von den Fantastischen Vier oder den Absoluten Beginnern oder Metal von Rammstein und Oomph!. Doch statt die Songs mit einem Remix zu seinen eigenen zu machen, beschränkt er sich auf das Plagiat. Gezwungenermaßen, denn eine offizielle Genehmigung der Plattenfirmen oder Bands hat er nicht. Heino singt Ton für Ton nach, um keinen juristischen Ärger zu riskieren. Zwischen den verschiedenen Musikstilen differenziert er nicht. „Wo ist der Unterschied, ob ich ‚Junge komm‘ bald wieder‘ von Freddy Quinn oder „Junge“ von Die Ärzte singe?“, sagt Heino selbst. Nur an seinem Rachen kommen die Lieder nicht ungeschoren vorbei. So wird aus „Ihr Name war Fräulein Meyer“ ein „Ihrrr Name warrr Frrräulein Meyer“.

Was sollen jetzt eigentlich die Bands mit dem Geld machen, dass sie durch die Gema für die Musik bekommen? Schließlich können Rammstein, die Sportfreunde Stiller oder die Fantastischen Vier nicht zugeben, dass sie sich über das Geld freuen. Es ist von Heino. Wie wäre es also damit, das Geld zu spenden? Vielleicht an eine Stiftung, die die Krebsforschung voran treibt. Besonders die Ohrenkrebsforschung…

In diesem Sinne, bis zum nächsten Mal

Euer Benny

woodstock

Przystanek Woostock – Pol’and’Roll!

Love. Peace. Rock’n’Roll. 1969 war mal. Denkste! Jedes Jahr findet in Polens kleiner Stadt, Kostrzyn, ein Woodstock Festival statt. Dieses Jahr war es schon das 17te und es wird auch nächstes Jahr wieder eins geben. Dieses Mal wurden aber Recordzahlen vermessen: 700 000 Leute, ob  jung, alt, polnisch oder deutsch waren da.

Ich gehe nun schon seit drei Jahren auf dieses Festival, aber jetzt wurden meine Erwartungen maßlos übertroffen. Es fing schon damit an, dass wir am Tag vor der offiziellen Eröffnung keinen Zeltplatz auf dem „Hauptgelänge“ gefunden haben. Wir konnten uns nur noch so knapp auf eine Wiese hinter vielen Bäumen neben andere Camper quetschen. Wie ich schon sagte: Ich war da schon ein paar mal und wir haben immer locker einen riesen Zeltplatz 200 Meter vor der Bühne beschlagnahmen können.

Die Menschenmengen waren so riesig, dass einer meiner Freunde, Fabian, auf einer Wiese sein Quartier aufgeschlagen hat, die ich noch nie in meinem ganzen Woodstookleben gesehen habe! Die Sache wird jetzt bestimmt klar sein, wenn ich verrate, dass dieses Ereignis kostenlos war. Man schließt sich zu einer 5er-Gruppe zusammen, kauft sich ein Berlin-brandenburg-Ticket und teilt es durch fünf. Auf dem Gelände kann man Essen kaufen und dieses Jahr gab es auch einen Aldi, wobei man dann schätzungsweise 30Euro für Essen ausgibt (auch wenn man nichts dabei hat und in den 30Euro ist auch ein T-Shirt drin). So ist man dann für ein Festival bei groben 35Euro! Jetzt könnte man auch die Rekordzahlen von fast einem dreiviertel Millionen Menschen verstehen.

Es heißt zwar Woodstock, aber so viel Original ist an dem Festival gar nicht dran. Ja gut, es gibt eine Schlammgrube und viel vollgedröhnte Menschen, aber es gab auch dieses Mal zwei Millitärstände, wo es alles mögliche zu kaufen gab, was ein grünes Muster hatte. Das fand ich ziehmlich schade doch glücklicherweise hat Airbourne am Samstag Abend gespielt. Eine australische Hard Rock Band, die wohl AC/DC als Idol haben.

Als vorletzte Band an dem letzten Festivaltag hat The Prodigy gespielt. Sie machen Techno Dance was schon sehr ungewöhnlich für ein Woodstock Festival ist, aber man kann ja schließlich nicht Jimi Hendrix und Janis Joplin von den Toten auferstehen lassen.

Als ich in der Menge stand um The Prodigy zu sehen hatte ich Angst, obwohl sie noch nicht mal angefangen haben. Die Menschen drängen sich auf das Gelände als gebe es eine Art müde Massenhysterie. Die Zelte in der ersten Reihe, die nun wirklich nicht zu nah an der Bühne standen waren plattgetreten. Die Mitarbeiter auf dem Hochsitzen haben sich schon hektische Zeichen, die nach Gefahr aussahen. Bei dem zweiten Lied sah der Sänger der Band in das Publikum und sein Gesicht war der Art verzerrt, als hätte ihn etwas zur Tode erschrocken. Sie fingen an zu spielen und ich wurde geschupst und mit Ellenbogen gehauen und dabei stand ich noch nicht mal im Moshpit. Nach dem zweiten Lied gab ich auf und drängelte mich aus der Menge, dass auch um die halbe Stunde gedauert hat. Ich bin persönlich kein Fan von Dance, aber ich hätte sie mir gerne angehört. Doch diese Umstände machten das für mich zunichte. Ich fand es schade, dass es da so abging. Eins können wir uns von den Polen abgucken: wenn es um die Sicherheit geht, sind sie sehr gut, denn ich bin gesund zu meinem Zelt gekommen und habe The Prodigy beim Dösen ausklingen lassen.

Im Großen und Ganzen würde ich jedem dieses Festival empfehlen, der eine lange Klausurphase hinter sich hatte, keine Agnst vor dem schmutzig sein hat und sich mal einfach so gehen lassen will. Ich werde auch nächstes Jahr wieder dabei sein, denn alle drei Punkte stürmen nach jeder Zeugnisausgabe über mich ein. Na razie (pl. „bis dann“)!

 

Quellen:

http://haltestellewoodstock.wordpress.com/2011/08/08/festival-haltestelle-woodstock-2011-700-000-besucher-rekordzahl/

http://www.lastfm.de/music/Airbourne