Eifrig am Diskutieren

Pro & Contra: Was bitte ist am Winter so schlimm?

 

Die Temperaturen sinken und sie ist wieder da: Die graue Betondecke über Berlin! Es ist Herbst und vorbei ist die Leichtigkeit von Becks und Strandbar, Flip-Flops und Sonnenbrille. Aber ist das eigentlich so schlimm oder kann man dem Herbst und Winter nicht auch etwas Positives abgewinnen? Ein Pro & Contra von unseren Redakteuren Annika Naujokat und Benjamin Lewerenz.

Pro: „Sich aufwärmen ist doch viel leichter, als sich abzukühlen“

Während der Diskusion

BiP Redakteurin Annika in der Diskussion mit ihrem Kontrahenten Benny

Mag sein, dass es etwas mit dem individuellen Temperaturempfinden eines Menschen zu tun hat, dass einige den Winter lieben oder hassen. Sicher sind gefrorene Füße und Hände nicht schön und sie können durchaus auch eine gewisse Behinderung im winterlichen Alltag darstellen, doch nichts desto trotz bin ich ein absoluter Winterfan. Woher das rührt?  Vielleicht daher, dass ich mit dem Sommer und der warmen Jahreszeit ganz einfach noch weniger anfangen kann. Die warme Jahreszeit macht mir tatsächlich in erster Linie als Schülerin zu schaffen. Sobald der Temperaturanstieg sich meldet, heißt es morgens: dicke Jacke anziehen und tagsüber: schwitzen. Klar kann man sich dann nach dem „Zwiebelprinzip“ kleiden, wie einem in jener Zeit ja häufig vorgehalten wird. Aber die ganzen Jacken dann in der Schule mit sich herumzuschleppen, macht auch nicht gerade viel Spaß.

Sportunterricht wird durch den Sommer auch immer lästiger, als ich ihn persönlich sowieso schon empfinde. Die Lehrer kommen ja häufig auf die geniale Idee, bei dem „schönen“ Wetter raus zu gehen, aber ich finde eigentlich, dass das Schwitzen allein durch körperliche Anstrengung schon übel genug ist. Dann wären da noch diese lästigen Viecher, die Frühling und Sommer für gewöhnlich mit sich bringen. Ob am Abend auf der Terrasse zu Hause, oder beim Mittagessen draußen vor einem Restaurant, immer sind es Bienen oder Mücken, die mich stets blitzartig vom Tisch fliehen lassen. Allgemeine Aggression durch jegliche Art von Stichen, oder einem Summen bei einem gemütlichen Essen mit der Familie erlebe ich demnach auch nicht selten.

Und dann ist da noch etwas: Ich für meinen Teil kann nur mit einer Decke schlafen! Dieser Umstand wird natürlich zum Problem, sobald es für das Federbett zu warm wird. Auch ein Laken ist meistens nicht die Lösung. Ich habe es lieber, wenn ich mich warm einkuscheln kann, während es außerhalb des Bettes deutlich kühler ist. Während der Schulzeit tritt dieser Effekt beim Aufstehen als eine „belebende Kälte“ auf und am Wochenende lässt es mich mein Bett umso mehr genießen und wertschätzen. Da ich leider keinen Ventilator besitze, werde ich im Sommer täglich von der quälend heißen Raumtemperatur belästigt. Es ist sehr viel einfacher, einen Raum aufzuheizen, anstatt ihn runterzukühlen. Sich in ein Auto zu setzen, die Klimaanlage einzuschalten und sich aufzuwärmen, empfinde ich als angenehmer, als mich in einen von der Sonne aufgeheizten Wagen begeben zu müssen, um auch dann nur kaum spürbare Abkühlung zu erhalten.

Zudem ist der Winter ja nicht immer nur kalt und grau. Es scheint ja oft genug auch die Sonne und das beschert einem ja die schönen Wintertage, an denen man raus geht, um Schlitten zu fahren und Schneemänner zu bauen. Nicht dass ich das im vergangenen Winter getan hätte, doch man sieht an solchen Wintertagen ja allzeit die rundum bespaßten Familien, die zusammen allerlei dieser winterlichen Aktivitäten an der frischen Luft ausüben. Über alle dem steht aber natürlich des Winters schlagkräftigstes Argument: Weihnachten! Verbunden damit sind Lebkuchen, Plätzchen-backen, Zeit mit der Familie, ein schöner Weihnachtsbaum und nicht zu vergessen: die Geschenke.

Mein Fazit: Ganz ehrlich – Was bitte ist so schlimm an der kalten Jahreszeit?

Contra: „Sich aufwärmen ist doch viel leichter, als sich abzukühlen“

BiP-Redakteuer Benny argumentiert mit Händen und Füßen um Annika zu überzeugen

BiP-Redakteuer Benny argumentiert mit Händen und Füßen um Annika zu überzeugen

Ach ja – der Winter… Was ist daran gut? Dass man sich den Hintern entweder abfriert oder ihn in der Straßenbahn wegge“kuschelt“ bekommt…? Jetzt mal ehrlich: Das ist doch nicht schön, oder? Denn im Winter gibt es nur zwei Extreme: Entweder man steht draußen, umgeben von ´ner Menge Schnee und bibbert vor sich hin, oder man ist irgendwo drinnen und ringt um Luft bei viel zu heißen Heizungen und trockener Luft. Und das macht das Bekleiden so kompliziert: Jacke, Pullover, Pullover, T-Shirt, T-Shirt, Unterhemd & Thermounterwäsche. Das muss man immer anziehen, wenn man raus will und immer anziehen, wenn man in ein Haus geht. Ergo ist man sich eigentlich nur am umziehen. Im Sommer – also der warmen Jahreszeit – braucht man maximal ein T-Shirt… Morgens angenehme 20 °C und mittags sind es schöne 27 °C. Das ist doch sehr viel einfacher!

Aber nicht nur das: Im Sommer kann man viel mehr Sport machen als im Winter. Der wohl bekannteste Sport: Schwimmen. Die Freibäder haben offen, das Wasser ist eine angenehme Abkühlung und die Mädels (und Typen) können ihre Reize zeigen… Und ganz ehrlich: Ein Mädchen im Bikini sieht doch viel besser aus als ein Michelin-Mädchen mit 10 Schichten Klamotten. Selbiges geht auch bei Jungs – das Sixpack ist doch viel schicker als die Jacke überm Pulli überm Pulli überm T-Shirt überm T-Shirt übern Hemd.

Außerdem ist die ganze Welt bunt! Die Blumen blühen, die Bäume sind grün, die Welt ist hellwach – denn die Sonne ist bis 22 Uhr aktiv und nicht schon um 18 Uhr untergegangen. Beispiel Schule: Man steht morgens auf – dunkel; man geht zur Schule – dunkel; man kann endlich nach Hause – dunkel; man geht zu Freunden – dunkel. So geht es mir jetzt schon – und es ist gerade erst Herbst! Was ist das dann erst zu Weihnachten – oder im tiefsten Winter…?

Außerdem ist das Wetter im Winter immer schlecht! Entweder ist es bewölkt oder es schneit oder es regnet oder es scheint die Sonne und blendet einen, weil sie so niedrig steht und durch den Schnee reflektiert wird… Man hat das Gefühl, man ist blind! Macht sich super für Auto- oder Radfahrer. Und dann habe ich noch dieses Argument: Nur im Sommer bekommt man eine natürliche, angenehme Bräune und sieht nicht so künstlich-orange-verkokelt aus wie die Nutzer des Solariums.

Und mein Fazit: All together – Im Sommer ist man und Frau einfach schöner, entspannter, sicherer und leichter :-)

 

Das Special: Benny & Annika lachen sich tot – ähm, diskutieren über den Winter…

 

 

 

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Pro und Contra: Königshaus

 

Am 22.September wählt Deutschland sein (wenn auch nur indirekt) neues Regierungsoberhaupt. Die Wahl liegt im Grunde zwischen einer 58-jährigen Frau, deren mitreißende Ausstrahlung und Lebensfreude zu wünschen übrig lassen, und einem älteren Herren, der nicht gerade unserer Vorstellung von einem Charmebolzen entspricht und auch sonst als der nette Opa von nebenan durchgehen könnte.

Andere Länder dagegen haben eine Königin, an der man auf offener Straße nicht einfach vorbeilaufen könnte oder einen Prinzen, der Mädchen jeden Alters ein hingerissenes Seufzen entlockt.

Wir –  Clara, Leonie und Katja –  haben uns gefragt: Was sind die Vor- und Nachteile eines Königshauses und sollten wir froh sein, keine Monarchie zu sein oder eher alten Zeiten nachtrauern?

 

Pro und Contra Königshaus

Ein Kommentar von Clara Sziborra

Ich bin eher geteilter Meinung und konnte irgendwie keine Seite schwerer werten, als die andere:

Das britische Königshaus kennt jeder und viele haben sich bestimmt auch die Hochzeit von Prinz William im Fernsehen angeguckt.  Das Königshaus ist wunderbar, ja, zum Schwärmen, aber auch zum Beschweren.

Wer würde nicht gern einen Prinzen heiraten, vielleicht mal Königin werden? Aber wer würde schon gern ständig sein Staatsoberhaupt in der Presse sehen, weil das Kleid zu kurz oder der Bikini zu grell gewesen war? Andererseits sind wir ja doch neidisch auf die Briten, Dänen und Spanier mit ihren tollen Vorzeigefamilien, aber würden wir unsere Angie dagegen eintauschen?

Einen politschen Nutzen haben sie nicht wirklich, aber sie machen einen guten Eindruck.

 Die erste Frage wäre natürlich: Wer sollte denn nun noch König   werden?  Wir haben die Thronfolgerfamilie schon vor ca. 100 Jahren von ihrer Vormachtstellung ‚befreit‘, die Erben sind längst verstreut und vielzählig. Man müsste sie erst suchen und nachfragen, ob sie überhaupt bereit wären, das symbolische Zepter wieder zu übernehmen. Noch dazu müsste etwas in unsere Verfassung geändert werden, was auch nur möglich ist, wenn 2/3 im Bundestag dafür sind.

Wie jedoch sollten die Politiker davon überzeugt werden? Was bringen die Adligen an der Spitze denn schon?

Hohe Einschaltquoten für die öffentlichen Sender zum Beispiel, Geschichten über die Thronerben verkaufen sich auch in Zeitungen immer gut und außerdem kann man schöne kleine Souvenirs herstellen, wie die Königin mit Wackelkopf oder als Teebeutel.

Es würde die deutsche Wirtschaft sicherlich ein wenig ankurbeln, wenn da nicht diese Unmengen von Kosten wären! Man stelle sich vor, Kates Kleid wäre von Steuerzahlern finanziert worden – die wären bestimmt mächtig stolz gewesen, aber der Staat hätte nur geseufzt. Wie viele Kindergärten, Schulen oder Spielplätze von dem ganzen Geld gebaut werden könnten. Letztendlich verschlucken die Kronenträger doch mehr als sie dem jeweiligen Land bringen.

Aber dennoch sind wir neidisch auf die Schweden, die stolz von ‚ihrer‘ neuen Prinzessin erzählen, wir wünschten, die Deutschen hätte etwas, was sie so sehr zusammenschweißen würde und ihnen abgesehen von Autos und Bier noch etwas geben würde, worauf sie stolz sein könnten.

Man bedenke mal, wie berühmt und tätig unsere Adelshäuser in der Vergangenheit waren! Katharina die Große zum Beispiel, kam doch eigentlich aus Stettin und heiratete sich dort erst ein, um schließlich ihren Mann mit Hilfe der russischen Revolutionäre zu beseitigen und allein an der Spitze zu stehen. Auch die Vorfahren der britischen Krone haben – na, wer hätte das gedacht – deutsche Wurzeln. Aber wie gesagt, wie soll man eben diese Familien wiederfinden und genau den richtigen König raussuchen? Wird per Los gezogen oder wählen wir unser neues repräsentatives Oberhaupt? Wer soll das entscheiden, wer hat das Recht dazu? Der Bundestag scheint dafür mehr als unangemessen, der König soll ja eigentlich auch fürs Volk sein und mit der Politik fast gar nichts zu tun haben. Aber da wären wir eben wieder beim Nutzen. Wobei sich auch die Dänen längst nicht mehr von ihrem Monarchen sagen lassen, was sie zu tun oder zu lassen haben, nein, auch sie haben ein Parlament und eine richtige Regierung. Das Königshaus ist einfach nur noch von früher übrig, wie ein zurückgebliebener Partygast, der irgendwie zur Attraktion des Hauses geworden ist und einfach als Anhängsel behalten wird. Zum Anlocken der Gäste sozusagen.

 

Pro Königshaus

Ein Kommentar von Leonie Herz

Eben dieser von Clara angesprochene Stolz auf eine Figur des Staates ist es, was für mich ein Königshaus so attraktiv macht, auch, wenn das vielleicht ein bisschen altmodisch, politisch nicht gerade weit entwickelt und kitschig klingt.

Natürlich kann man die Legitimation der Königsfamilie in Frage stellen und sich über die Ausgaben, die durch königliche Hochzeiten entstehen, aufregen, aber irgendwie gehört die Queen nun mal zu England, wie schon die britische Nationalhymne, deren Text ja schließlich lautet ,, God save the queen‘‘ schon ganz deutlich macht. Und irgendwie ist das doch auch ganz schön.

Ich war kurz vor der Hochzeit von William und Kate in London und ich habe noch nie eine Stadt so bunt und aufgeregt gesehen. Die Straßen waren voll britischer Flaggen und überall gab es lustige Hochzeitssouvenirs. Kitschig?? Ja, vielleicht schon! Aber auch irgendwie toll. Ich meine, manche Leute werden verrückt, wenn die deutsche Nationalmannschaft ein Spiel gewinnt und rennen mit der Deutschlandflagge durch die ganze Stadt. Warum darf man das dann nicht auch in England anlässlich einer Hochzeit machen?

Angela Merkel würde man nie auf Geldscheine drucken…

Ich finde nicht, dass Deutschland jetzt unbedingt eine Königsfamilie bräuchte, aber als Repräsentanten wären mir vielleicht William und Kate doch lieber als die mürrische Frau Merkel. Und mehr macht die Königsfamilie ja auch nicht. Sie repräsentiert einfach nur, in die Politik kann sie sich fast gar nicht mehr einmischen. Außerdem verkörpert sie Tradition, zieht jede Menge Touristen an und ist vielleicht sogar eine Identifikationsfigur für ihr Volk. Laut einer Umfrage nämlich steht der Großteil der Briten nämlich immer noch hinter ihrer Monarchie.

Und solange es Menschen gibt, die vorm Buckingham Palace stehen und sehnsüchtig darauf warten, dass die Königsfamilie den Balkon betritt, solange finde ich es gerechtfertigt, dass es Königshäuser gibt.

 

 Contra Königshaus

Ein Kommentar von Katja Niklas

Ich bin dagegen schon irgendwie froh, dass Deutschland keine Monarchie ist. Klar, wir können nicht hingebungsvoll zu unserem attraktiven Prinzen und seiner wunderschönen Prinzessin aufschauen oder einen Freudentanz aufführen, wenn sich königlicher Nachwuchs ankündigt.

Aber so kommen wir auch nie in die Verlegenheit, dass sich die Welt über Partybilder des königlichen Sprosses amüsiert oder mokiert, auf denen nackte Tatsachen zu sehen sind.

Denn welcher Paparazzi wartet stundenlang auf eine günstige Gelegenheit, Frau Merkel und ihren Mann in Badeklamotten am Strand zu erwischen?

Unsere Politiker sind im Großen und Ganzen einfach Politiker und werden auch als solche behandelt: Ihr Privatleben interessiert eigentlich nur dann, wenn es Handlungen beinhaltet, die dem Bürger unrecht vorkommen – und dazu zählt die Frage, ob jemand 7 Eier zum Frühstück bestellt, aber nur eines isst, eher nicht.

Zumal das Königlich-Sein ja nicht automatisch bedeutet, dass diejenigen gut aussehen und uns durch z.B. soziales Engagement stolz machen. Stellt euch mal vor, wie es wäre, wenn wir nicht nur unsere jetzigen Politiker hätten, sondern auch noch eine Königsfamilie, die jedem Klischee (Schönheit, Klugheit, Hilfsbereitschaft, Liebe zu ihrem Volk, etc.)trotzt und stattdessen nur im Schloss rumgammelt, gönnerhaft aus dem Fenster winkt, Deutschland durch unpassende Bemerkungen in Verruf bringt und seine Bürger nur benötigt, damit es sich mit dessen Steuern in die Karibik absetzen kann…

 

Eure BerlinImPulser Clara, Leonie und Katja

 

Titelbild: HAUK MEDIEN ARCHIV / Alexander Hauk / www.alexander-hauk.de  / pixelio.de

Bild (Geld): Jens Märker  / pixelio.de

Bild (Puppen): Maret Hosemann  / pixelio.de

 

heino

Pro & Contra: Das neue Heino-Album

Heino is back und zack auf Platz 1 der Deutschen Charts. Wer, wie, wo, was, warum? Was issen da los? Genau DAS fragen wir uns auch. Nur unter Erpressung war es möglich, zwei unserer engagierten BiP Redakteure auf das „verbotene“ Heino-Album anzusetzen. Sie haben es getan. Sie haben es gehört. Nur für euch. Was Doro und Benny davon halten… das lest ihr hier. Wir empfehlen die Hörproben erst danach. So ist der Spaß bedeutend größer :-)

PRO

Ein Kommentar von BiP Reporterin Doro

Wenn der Opa einen Text von Peter Fox hört, dann ist es vielleicht Heino zu verdanken. Der Gute hat es sich nämlich zur Aufgabe gemacht, die Zielgruppen einiger – meist nur in jugendlichen Sphären bekannter – deutscher Songs – ins fortgeschrittene Alter zu erweitern. Neue Instrumentalisierung und Heinos Gesangsstil – der sich manchmal an das Original annähert („Sonne“) manchmal entfernt („Songs für Liam“) tun sich neue Interpretationsmöglichkeiten der schon lange abgeschriebenen Texte auf. „Mit freundlichen Grüßen“ ist ein provokant augenzwinkernder Titel, der den Zuhörern schon angekündigt, dass nicht alles zu ernst nehmen ist – aber wenn, dann bitte ganz offen gegenüber dem Alten, dem Neuen, dem Heino sein.

CONTRA 

Ein Kommentar von BiP Reporter Benjamin

Musik ist schön. Sie sorgt für Gänsehaut. Sie sorgt für schöne Erinnerungen. Sie sorgt für Kopfkino. Sie lässt einen tanzen. Sie lässt dein Herz höher schlagen. Zumindest theoretisch. Mir ist es bei der Vorbereitung zu diesem Pro-Contra-Artikel das erste Mal in meinem Leben passiert, dass ich angefangen habe zu heulen. Wegen der Musik. Er hat einige meiner Lieblingssongs geschändet. Und dabei bin ich eigentlich extrem tolerant!

Aber über musikalische Qualität läst sich streiten, daher möchte ich mich lieber auf Fakten stützen, mit denen Heino selbst den Bock abschießt. Beispielsweise dem Fakt, dass Heino die Songs einfach so gecovert hat. Ohne die Bands mal anzufragen; ohne ein Demo; ohne auch nur mal Bescheid zu sagen, was er vorhat. Jede Schülerband weiß, dass das so nicht geht. Und spätestens seit YouTube-versus-GEMA weiß das echt auch der letzte Depp.

Und dann ist Heino auch noch so dreist und beleidigt die Bands die er covert.“Die Kollegen haben ein Händchen für volkstümliche Texte“ sagt er. Aber nein, damit meint er nicht Hansi Hinterseer, sondern Rammstein. Okay – aber nicht nur das ist böse. Außerdem sagt er, dass er selten „so leichte Lieder“ gesungen hätte. Ähhhh – hallo? Noch dreister geht´s wohl kaum, immerhin reden wir hier von dem Mann, der „Karamba, karacho, ein Whisky“, „Die Schwarze Barbara“ oder „Blau blüht der Enzian“ gesungen hat.

Neu erfinden musste er sich für das neue Album übrigens nicht. Denn Heino klingt auch weiterhin einfach wie Heino. Er singt Pop von Westernhagen, Clueso, Nena oder Stephan Remmler, Hip-Hop von den Fantastischen Vier oder den Absoluten Beginnern oder Metal von Rammstein und Oomph!. Doch statt die Songs mit einem Remix zu seinen eigenen zu machen, beschränkt er sich auf das Plagiat. Gezwungenermaßen, denn eine offizielle Genehmigung der Plattenfirmen oder Bands hat er nicht. Heino singt Ton für Ton nach, um keinen juristischen Ärger zu riskieren. Zwischen den verschiedenen Musikstilen differenziert er nicht. „Wo ist der Unterschied, ob ich ‚Junge komm‘ bald wieder‘ von Freddy Quinn oder „Junge“ von Die Ärzte singe?“, sagt Heino selbst. Nur an seinem Rachen kommen die Lieder nicht ungeschoren vorbei. So wird aus „Ihr Name war Fräulein Meyer“ ein „Ihrrr Name warrr Frrräulein Meyer“.

Was sollen jetzt eigentlich die Bands mit dem Geld machen, dass sie durch die Gema für die Musik bekommen? Schließlich können Rammstein, die Sportfreunde Stiller oder die Fantastischen Vier nicht zugeben, dass sie sich über das Geld freuen. Es ist von Heino. Wie wäre es also damit, das Geld zu spenden? Vielleicht an eine Stiftung, die die Krebsforschung voran treibt. Besonders die Ohrenkrebsforschung…

In diesem Sinne, bis zum nächsten Mal

Euer Benny