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Vom Nacktsein und anderen Unsicherheiten

Seit einiger Zeit begleitet die Lektüre eines besonderen Buches meinen Alltag. Es ist mehr eine seh lange These als ein Roman, mehr erklärend als ausschmückend. Khola Maryam Hübsch erläutert in „Unter dem Schleier die Freiheit- Was der Islam zu einem emanzipierten Frauenbild beitragen kann“ ihre Wahrnehmung des Islam und hat mehr als einen interessanten Standpunkt auf Lager.

Eine Buchrezension von Celine Kempen

Ein Aspekt ihrer komplexen These hat mich am meisten beschäftigt, wobei ich nicht ausschließen kann, dass auf den verbleibenden Seiten noch etwas kommt, das mich ebenso stark zum Nachdenken bringt. Es geht dabei um die ständige Sexualisierung der Frau in der westlichen Gesellschaft und um ihr „Nacktsein“ in der Öffentlichkeit. Die Autorin stellt die Vermutung an, dass westliche Frauen durch ihre Kleidung ständige sexuelle Verfügbarkeit ausstrahlen würden. Zudem beschäftige sich der Großteil primär mit ihrem Aussehen: Haare, Make-up, Hosen, Shirts, usw. Hübsch stellt sich daher die Frage: „Wie frei von gesellschaftlichem Druck und von dem Wunsch, (Männern) gefallen zu wollen, sind diese Frauen eigentlich?“

Wenn ich mich mal in mich einfühle, bemerke ich, dass ich ganz und gar nicht frei bin, obwohl mich die Blicke der Männer eher anekeln und niemals das Ziel meines ‚Herausputzens’ sind. Trotzdem tu ich es – mich herausputzen. Diese gesellschaftlichen Zwänge, die niemals laut ausgesprochen aber dennoch unterbewusst angenommen werden können, halten uns nicht davon ab, dem Islam vorzuwerfen, er würde seinen Frauen vorschreiben, wie sie sich zu kleiden hätten und sie damit unterdrücken. Das „hijab“ (Kopftuch) sei ein Symbol der Herabsetzung, obwohl rund 92% (Ergebnis der Studie „Muslimisches Leben in Deutschland“, 2009) deutscher Muslima angeben, sie würden sich freiwillig bedecken. Hübsch beschreibt das Kopftuch als Symbol der Ergebenheit unter „Allah“ (Gott) und als Mittel, seine Reize vor der Öffentlichkeit zu verbergen, denn sie sind dem Partner vorbehalten. Außerdem trete man so als intellektuelles Individuum auf, das außerdem den Männern das Weggucken erleichtere.

Ich dachte mir, dass ich gerne freier wäre von dem Gefühl, gut aussehen zu müssen und gefallen zu wollen. Darum hat mich diese Ansicht irgendwie angesprochen. Dennoch möchte ich kein „hijab“ tragen und auch nicht zum Islam konvertieren. Demzufolge habe ich mir neue Fragen gestellt:

  • Gibt es einen Weg für mich, als modebewusste und nicht muslimische Frau, nicht nackt zu sein? Nicht als sexuelles Objekt und sexuell verfügbare Person umherzuwandeln?
  • Gibt es einen Weg, dass ich als Frau gleichwertig behandelt und akzeptiert werde als intellektuelles Wesen, dem nicht unterstellt wird, tagtäglich die halbe Männerwelt durch Reize verrückt machen zu wollen?

Wie steht Ihr dazu?

Hier ein Video für euch, das verdeutlicht, was ich meine:
Ein und dieselbe Frau spaziert durch Manhattan. Einmal westlich gekleidet, einmal als Muslima: Ein Vergleich.

 

Quelle:

Khola Maryam Hübsch: Unter dem Schleier die Freiheit- Was der Islam zu einem emanzipierten Frauenbild beitragen kann. Patmos, 2014

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Filmrezension „Rubinrot“

 

Titel: Rubinrot

Länge: 122 Minuten

Filmstart: 14.3.2013

Empfehlung: 5/5 Fernsehtürme

KreaTiefität: 5/5 Fernsehtürme

 

 

Schon 2009 erschien Rubinrot als erster Teil einer Trilogie – und nun wurde er endlich verfilmt!

Ich selbst bin ein großer Fan der Reihe „Liebe geht durch alle Zeiten“, die sich aus den Teilen „Rubinrot“, „Saphirblau“ und „Smaragdgrün“ zusammensetzt. Doch für die, die die Bücher nicht gelesen haben, möchte ich die Story kurz zusammenfassen:

Die 16-jährige Gwendolyn Shepherd wächst in einer etwas sonderbaren Familie auf. Denn in ihrer Familie wird ein Gen vererbt, das dafür sorgt, dass der Träger dieses Gens in der Zeit reisen kann. Eigentlich war ihre Cousine Charlotte die „Auserwählte“ und wurde schon ihr ganzes Leben auf den Zeitpunkt vorbereitet, an dem sie zum ersten Mal in der Zeit springen würde. Das umfasste nicht nur das Lernen verschiedener Sprachen und der Verhaltensweisen in der Vergangenheit, sondern auch Fechten, Krav Maga und Gavotte tanzen. Doch dann stellt sich heraus, dass Gwendolyn die Genträgerin ist. Gwendolyn, die als ganz normales Mädchen aufgewachsen ist und somit völlig unvorbereitet an einer nicht ganz ungefährlichen Mission teilnehmen soll, die sich immer mehr verkompliziert.

Auf ihren Zeitreisen wird sie von dem arroganten, aber teuflisch gutaussehenden Gideon de Villiers begleitet, der ebenfalls in der Zeit reisen kann. Zwischen diesen beiden liegen Welten (Gideon wuchs wie Charlotte auf), weshalb es nicht verwunderlich ist, dass es zu einigen Reibereien kommt.

Es ist immer etwas schwerer, einen Film über eine Story zu drehen, zu der schon ein Buch erschienen ist – die Bücher haben meist eine große Fangemeinde, die ihre gefeierte Story so genau und überzeugend umgesetzt haben will wie möglich, die sich die Personen in Gedanken schon vorgestellt hat und die Kulisse vor Augen hat. Doch wie es bei Büchern nun mal so ist, können die Vorstellungen dort ziemlich weit auseinander gehen.

Meine Vorstellung der Charaktere wurde jedenfalls gut getroffen. Gwendolyn ist einfach liebenswert, ihre Cousine Charlotte ist genauso eingebildet, wie ich sie mir ausgemalt habe und in Gideon habe ich mich natürlich auf der Stelle verliebt…

Beim Film „Rubinrot“ findet man einige Veränderungen und Neuerungen, andere Sachen wurden weggelassen. Ich finde allerdings, dass das der Story nicht geschadet hat. Sie ist genauso spannend und lustig wie im Buch.

Wenn man vom Film eine exakte Verbildlichung des Buches erwartet hat, findet man sicherlich einige Kritikpunkte (vor allem beim Ende wurde etwas dazu erfunden), aber als eigenständiger Film betrachtet, war er echt klasse.

Ich werde ihn mir jedenfalls demnächst ein zweites Mal ansehen!

Eure BerlinImPulserin Katja

 

Quelle Artikelbild: Facebookseite von Rubinrot

 

 

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Buchtipp „Dämonenhunger“

Passend zu unserer Weltuntergangskolumne ist mir kürzlich das Buch „Dämonenhunger“ von Timothy Carter untergekommen. In meinen letzten Themen bin ich auf verschiedene Weltuntergangstheorien eingegangen – aber die Vernichtung der Menschheit durch hungrige Dämonen war nicht dabei.

Genau darum geht es aber in diesem Buch. Jede Spezies hat auf der Erde nur eine bestimmte Zeit zur Verfügung. Ist diese abgelaufen, öffnen sich überall auf der Welt Portale, die der dem Untergang geweihten Spezies die Möglichkeit geben, die Welt zu verlassen. Doch irgendwann schließen sich die Portale wieder und dann kommen die Dämonen, um die Welt zu reinigen…

Natürlich gibt es auch eine Hauptperson: Vincent. Seine Familie gehört einer Sekte an und predigt schon seit Jahren den Weltuntergang. Bei einem Projekttag in seiner Schule zum Thema Weltuntergangstheorien sieht er unter einem der Ausstellungstische ein seltsames Wesen mit spitz zulaufenden Ohren. Ehe er sich versieht, ist Vincent von Elfen, Feen und anderen Wesen umgeben und muss erfahren, dass die Vernichtung der Menschheit kurz bevorsteht.

Doch wo sind die Portale? Eigentlich hätte jeder Mensch ihren „Ruf“ hören müssen. Wer könnte etwas davon haben, die rettenden Portale vor der Menschheit zu verbergen? Vincent macht sich auf, die Welt zu „retten“ – sie vor noch größerem Schaden zu bewahren würde es wohl eher treffen – und nimmt den Kampf gegen die zerrinnende Zeit auf.

Das Buch ist mit einer Menge Humor geschrieben, was auch schon der Klappentext zeigt:

„Ein paar erläuternde Worte zum bevorstehenden Weltuntergang:

1.)    Bitte beachten Sie, dass entgegen anderslautenden Berichten nicht mit apokalyptischen Reitern zu rechnen ist.

2.)    Die ordnungsgemäße Entvölkerung des Planeten erfolgt durch Dämonen. Jeder Menge davon, um genau zu sein. Und sie haben viele scharfe Zähne.

3.)    Aus Gründen des Naturschutzes wird darauf verzichtet, die Meere in Blut zu verwandeln und das Höllenfeuer niederregnen zu lassen. Bitte stellen Sie sich aber auf schlechtes Wetter ein (und die in Punkt 2 angekündigten Dämonen).

4.)    Gerüchte, dass brave Kinder und mildtätige Erwachsene verschont werden, können nicht bestätigt werden.

Wir wünschen Ihnen einen erfolgreichen Weltuntergang!“

Ich selbst hatte beim Lesen viel Spaß und kam stellenweise aus dem Lachen nicht mehr heraus. Daher kann ich „Dämonenhunger“ nur empfehlen :)

 

Eure BerlinImPulserin Katja

 

Bildquelle Titelbild: Gerd Altmann/pixelio.de