BerlinImPuls_Torte

Abschiedsbrief

Manchmal ist es an der Zeit, Lebewohl zu sagen. So ist es leider auch jetzt. BerlinImPuls muss aufhören, leider. Wir (und damit meine ich ausnahmslos das gesamte Team) waren genauso schockiert, als wir diese Nachricht gehört haben. Niemand, aber wirklich niemand von uns, hat damit gerechnet.
Trotzdem ist es jetzt an der Zeit, uns zu verabschieden und danke zu sagen. Danke, für all die Leser, all die Zuhörer und all die Zuschauer von BerlinImPuls. Ihr wart großartig und ohne euch hätten wir das nicht geschafft.
Sicherlich, BerlinImPuls hatte nicht die Reichweite der Tagesschau oder von irgendeinem Berliner Magazin, aber das wollten wir auch nicht. Hätten wir den Massen gefallen wollen, hätten wir uns in irgendwelche Regeln, irgendwelche Korsagen stecken müssen, was wir aber nie wollten. BerlinImPuls war immer ein Experiment. Sowohl für die Angestellten, als auch für die Sponsoren – besonders aber für uns Redakteure.
Wir Redakteure sind nämlich keine gelernten Redakteure, die in ihrem CV auf diverse Preise zurückschauen können, oder überhaupt auf eine Ausbildung. Nein, die meisten von uns sind Schüler (die, die es nicht sind, sind Studenten). Wir machen das nach der Schule, in unserer Freizeit und schlagen uns Nachmittage oder Nächte um die Ohren – für Recherchen o.ä.
Sicherlich kann nicht jeder das verstehen, denn sicher ist das für viele etwas merkwürdiges, das nur schwer zu verstehen ist. Denn wenn man Sport macht, hat man am Ende Punkte oder gar keinen Pokal – oder zumindest irgendeine Form der besseren Fitness. Bei Künstlerischen Sachen hat man anschließend ein Stück, ein Bild, das man zeigen kann. Alles sieht am Ende hoch komplex aus.
So ist es aber nicht beim Fernsehen, Radio oder Blog. Nein. Eine Sendung muss einfach aussehen – der Moderator soll entspannt rüberkommen, die Kamera sollte nicht auffallen und wem fällt schon der Schnitt eines Beitrages auf? Richtig, niemandem. Außer wenn man es verkehrt macht. Und ein Artikel, geschrieben? Nun, der sollte einfach zu verstehen sein – einfach und spaßig zu lesen. Genau, in den Medien scheint alles einfach und verständlich. Was oft der Grund war, das man Freunden erklären musste, warum man sich den ganzen Samstag für das Aufnehmen einer 30 Minuten Sendung frei hält.
Aber jeder, der bei BerlinImPuls schonmal an einer Sendung mitgearbeitet hat, weiß: Das ganze ist schrecklich kompliziert und eine Mischung zwischen Hochleistungssport und absoluter künstlerischer Präzision. Sowohl körperlich, als auch geistig.
Was – werden sich jetzt viele Fragen – was ist denn an einer Sendung Hochleistungssport. Nun, euch empfehle ich, für 30 Minuten eine Tonangel zu halten. Oder versuchen, eine Kamera für 5 Minuten ruhig zu halten und dabei ein tolles Bild einzufangen (das geht meistens mit äußerst komplizierten Verrenkungen zu).
Wusstet ihr nicht? Nun, ich auch nicht. Bis ich bei BerlinImPuls gelandet bin. BerlinImPuls hat mir so viel gelehrt, das mit die Schule nicht beibringen konnte. Im Prinzip stammen 90% meines Medienverständnisses von BerlinImPuls. Was das bedeutet?
Nun, in Filmen macht mich eine schlechte Kameraführung krank; langweilige Moderationen lassen es mir eiskalt den Rücken runtertropfen; Zeitungen landen im Müll wenn ich merke, die Artikel sind nur abgetippte Agenturmeldungen… Jetzt Hand auf Herz: Welche normale Person interessiert das?
Genau, nur in den seltensten Fällen sind Leute an so was interessiert. Aber mir hat BerlinImPuls so viel gebracht.
Sicherlich, als Zuschauer, Zuhörer oder Leser interessiert einen das nicht. Da geht es nur darum, informiert zu werden. Oder unterhalten. Kann ich verstehen. Aber wie für alles, gibt es auch hierfür Menschen, die eine Leidenschaft dafür haben. Menschen, die nachts um drei Uhr wach werden, weil sie eine Artikelidee haben.
Und genau dabei hat BerlinImPuls wunderbar geholfen. Mir und so vielen anderen hat es die Möglichkeit gegeben, unsere Leidenschaft zu professionalisieren. Eine Möglichkeit gesehen, nicht nur hinter die Kulissen zu gucken, sondern einfach mal selber zu machen. Und dafür werde ich BerlinImPuls vermissen.
In diesem Sinne bleibt mir nur noch eins zu sagen – und das sage ich im Namen des ganzen Teams:
Vielen Dank für das Zuschauen!
Vielen Dank für das Zuhören!
Vielen Dank für das Lesen!
Und nicht vergessen: Liken, Teilen, Kommentieren!

heino

Pro & Contra: Das neue Heino-Album

Heino is back und zack auf Platz 1 der Deutschen Charts. Wer, wie, wo, was, warum? Was issen da los? Genau DAS fragen wir uns auch. Nur unter Erpressung war es möglich, zwei unserer engagierten BiP Redakteure auf das „verbotene“ Heino-Album anzusetzen. Sie haben es getan. Sie haben es gehört. Nur für euch. Was Doro und Benny davon halten… das lest ihr hier. Wir empfehlen die Hörproben erst danach. So ist der Spaß bedeutend größer :-)

PRO

Ein Kommentar von BiP Reporterin Doro

Wenn der Opa einen Text von Peter Fox hört, dann ist es vielleicht Heino zu verdanken. Der Gute hat es sich nämlich zur Aufgabe gemacht, die Zielgruppen einiger – meist nur in jugendlichen Sphären bekannter – deutscher Songs – ins fortgeschrittene Alter zu erweitern. Neue Instrumentalisierung und Heinos Gesangsstil – der sich manchmal an das Original annähert („Sonne“) manchmal entfernt („Songs für Liam“) tun sich neue Interpretationsmöglichkeiten der schon lange abgeschriebenen Texte auf. „Mit freundlichen Grüßen“ ist ein provokant augenzwinkernder Titel, der den Zuhörern schon angekündigt, dass nicht alles zu ernst nehmen ist – aber wenn, dann bitte ganz offen gegenüber dem Alten, dem Neuen, dem Heino sein.

CONTRA 

Ein Kommentar von BiP Reporter Benjamin

Musik ist schön. Sie sorgt für Gänsehaut. Sie sorgt für schöne Erinnerungen. Sie sorgt für Kopfkino. Sie lässt einen tanzen. Sie lässt dein Herz höher schlagen. Zumindest theoretisch. Mir ist es bei der Vorbereitung zu diesem Pro-Contra-Artikel das erste Mal in meinem Leben passiert, dass ich angefangen habe zu heulen. Wegen der Musik. Er hat einige meiner Lieblingssongs geschändet. Und dabei bin ich eigentlich extrem tolerant!

Aber über musikalische Qualität läst sich streiten, daher möchte ich mich lieber auf Fakten stützen, mit denen Heino selbst den Bock abschießt. Beispielsweise dem Fakt, dass Heino die Songs einfach so gecovert hat. Ohne die Bands mal anzufragen; ohne ein Demo; ohne auch nur mal Bescheid zu sagen, was er vorhat. Jede Schülerband weiß, dass das so nicht geht. Und spätestens seit YouTube-versus-GEMA weiß das echt auch der letzte Depp.

Und dann ist Heino auch noch so dreist und beleidigt die Bands die er covert.“Die Kollegen haben ein Händchen für volkstümliche Texte“ sagt er. Aber nein, damit meint er nicht Hansi Hinterseer, sondern Rammstein. Okay – aber nicht nur das ist böse. Außerdem sagt er, dass er selten „so leichte Lieder“ gesungen hätte. Ähhhh – hallo? Noch dreister geht´s wohl kaum, immerhin reden wir hier von dem Mann, der „Karamba, karacho, ein Whisky“, „Die Schwarze Barbara“ oder „Blau blüht der Enzian“ gesungen hat.

Neu erfinden musste er sich für das neue Album übrigens nicht. Denn Heino klingt auch weiterhin einfach wie Heino. Er singt Pop von Westernhagen, Clueso, Nena oder Stephan Remmler, Hip-Hop von den Fantastischen Vier oder den Absoluten Beginnern oder Metal von Rammstein und Oomph!. Doch statt die Songs mit einem Remix zu seinen eigenen zu machen, beschränkt er sich auf das Plagiat. Gezwungenermaßen, denn eine offizielle Genehmigung der Plattenfirmen oder Bands hat er nicht. Heino singt Ton für Ton nach, um keinen juristischen Ärger zu riskieren. Zwischen den verschiedenen Musikstilen differenziert er nicht. „Wo ist der Unterschied, ob ich ‚Junge komm‘ bald wieder‘ von Freddy Quinn oder „Junge“ von Die Ärzte singe?“, sagt Heino selbst. Nur an seinem Rachen kommen die Lieder nicht ungeschoren vorbei. So wird aus „Ihr Name war Fräulein Meyer“ ein „Ihrrr Name warrr Frrräulein Meyer“.

Was sollen jetzt eigentlich die Bands mit dem Geld machen, dass sie durch die Gema für die Musik bekommen? Schließlich können Rammstein, die Sportfreunde Stiller oder die Fantastischen Vier nicht zugeben, dass sie sich über das Geld freuen. Es ist von Heino. Wie wäre es also damit, das Geld zu spenden? Vielleicht an eine Stiftung, die die Krebsforschung voran treibt. Besonders die Ohrenkrebsforschung…

In diesem Sinne, bis zum nächsten Mal

Euer Benny