Bildquelle: Lupo/Pixelio

Mit dem Rucksack ans andere Ende der Welt – Checkliste zum Work & Travel


12 Monate, 15.000 km Entfernung, ein Rucksack: Was es heißt, ein Jahr nach Australien auszuwandern und dort zu leben, das weiß BiP-Reporterin Lilly. Denn sie hat genau das vor. In 4 Wochen. Einfach weg. Wie das geht und an was sie dabei alles im Vorfeld gedacht hat, das teilt sie uns in ihrer Checkliste mit.

Von Lilly Jogwer

Bildquelle: Lilly Jogwer

Bildquelle: Lilly Jogwer

Den Kopf frei bekommen, neue Erfahrungen sammeln, zu sich selbst finden. Direkt nach dem Abitur wissen die wenigsten eindeutig, wie sie ihren Lebensweg beschreiten wollen und brauchen eine kurze Denkpause. Ob nun ein freies Soziales oder Ökologisches Jahr, Au-Pair im Ausland, Work & Travel oder einfach Jobben: Ein Jahr geht schnell rum, bringt weiter und macht reifer! Ich schwebe im Moment zwischen verschiedenen Berufsfeldern. Muffensausen überkommt mich, sobald ich mich für eine Universität oder eine Ausbildung entscheiden soll. So habe auch ich mich entschlossen, für mindestens 12 Monate in die weite Welt hinaus zu reisen und einmal Abstand von allem zu Hause zu gewinnen. Trotz des Massenandrangs und der Gefahr, mehr Europäern über den Weg zu laufen als Einheimischen, soll es für mich Australien sein. Die vielfältige Natur reizt mich, welche Berge, Regenwald, Wüste und Korallenriffe beinhaltet. Auch die Möglichkeiten, mein Englisch zu perfektionieren und Geld zu verdienen, haben mich überzeugt, diesen Kontinent zu wählen. Von einer Stadt zu der anderen um nach Kellner- oder Hostel- Jobs Ausschau zu halten, von einer Farm zur Nächsten um Schafe oder Rinder zu hüten und Birnen zu pflücken, mal weg vom Schreibtisch und rein in die frische Luft und die harte Arbeit – das stell ich mir spannend vor. Mit den verschiedensten Leuten tratschen und aus deren Erfahrungen lernen, genau das habe ich vor während meinem Auslandsjahr.

Nun trennen mich noch genau 30 Tage von meinem Traum und ich habe noch einiges zu erledigen. Da es sicherlich noch ein paar andere gibt, die mit einem solchen Vorhaben liebäugeln, hier eine To-Do-Liste mit den wichtigsten Vorbereitungen:

• Flugticket 

Sobald du eine endgültige Entscheidung getroffen hast, solltest du dich auch schon nach Flügen umsehen. Je früher, desto besser und vor allem günstiger. Auf den unterschiedlichsten Internetseiten wie zum Beispiel http://www.billigfluege.de / findet man Hinflüge schon für ca. 600 Euro. Ein im Voraus gebuchter Rückflug kann ganz schön in die Enge treiben oder spannende Planänderungen verhindern – also gut darüber nachdenken.

• Reisepass

Um ein Visum beantragen zu können, benötigst du einen gültigen Reisepass, welchen du in deinem zuständigen Bezirksamt beantragen kannst. Das kostet 59 Euro und dauert 4 Wochen lang.

• Geldanlagen, Kreditkarte

Um ein Visum beantragen und überhaupt einreisen zu dürfen, sind sage und schreibe 5000 $ nachzuweisen. Bei den meisten Banken kannst du kostenlos ein Kreditkarten-Konto eröffnen. Online-Überweisungen und Geld abheben im Ausland stellen so kein Problem mehr dar.

• Visum

Auf der Internetseite des australischen Ministeriums für Immigration kannst du ziemlich schnell und ohne Aufwand das Working Holiday Visa beantragen, solange Reisepass und Geldanlagen zur Verfügung stehen. Zwei Wochen habe ich auf die Zusage warten müssen. http://www.immi.gov.au/

• Krankenversicherung

Über deine nationale Krankenversicherung bist du im Ausland nicht mehr versichert, weshalb es sich empfiehlt, eine Partnerorganisation zu finden, die Auslandsversicherungen für 12 Monate anbietet. Die meisten Versicherungen bieten zum Beispiel ein Rundum Paket für ca. 300 Euro an. Damit bist du durch und durch versorgt und brauchst bei Schlangenbissen keine Todesangst zu bekommen.

• Impfpass

Für Australien brauchst du keine außergewöhnlichen Impfungen, es sei denn, du möchtest nach deinem Aufenthalt nach Asien reisen, wofür Malaria- und Hepatitis A+B-Impfungen von Relevanz wären. Ein internationaler Impfpass und eine Überprüfung der Grundimpfungen sind aber durchaus ratsam.

• Führerschein

Falls du mit dem Gedanken spielst, dir ein Auto zu kaufen, solltest du nicht nur deinen Führerschein in Deutschland absolvieren, sondern auch einen internationalen Führerschein beantragen. Das passiert ebenso beim zuständigen Bezirksamt. Ohne diesen bist du nicht berechtigt, dir ein Auto zu kaufen, geschweige denn zu fahren. Der internationale Führerschein kostet 15 Euro und wird noch am gleichen Tag ausgestellt.

Das sind wohl die 6 wichtigsten Punkte, die man vorher regeln sollte, denn alles andere kann man sich im schlimmsten Falle vor Ort besorgen. Natürlich sind ein guter Rucksack (um die 65l Fassungsvermögen), eine kleinere Version als Handgepäck, ein Bauchgurt und eine Hand voll Klamotten, eine Reiseapotheke, ein Adapter und ein Laptop auch von Nöten. Doch um diese „Kleinigkeiten“ kann man sich auch noch kurz vor Schluss kümmern.

Lest ab September hier, was mich in Australien erwartet, was ich erlebe und was ich so mache in der BiP-Kolumne „Grüße vom anderen Ende der Welt…“

Bildquelle Artikelbild: Lupo/Pixelio

 

 

Zug_Hinfahrt

Unsere Reise nach Wels

 

Die Zugfahrt

So, nun melde ich mich also aus Wels (Österreich), vom Filmfestival „Youki“. Um hierher zu gelangen, habe ich einiges auf mich genommen! Denn unser ICE, der uns bis Fulda brachte, wo wir dann umstiegen, fuhr schon in aller Frühe vom Hauptbahnhof ab…um 5 Uhr musste ich aufstehen!

Im Zug kamen wir – das sind Tara und ich aus der Berlinimpiuls Redaktion, so wie Svenja, Luis und Lotta von Volltreffer –  dann natürlich zunächst auch nicht zum Schlafen, dafür waren wir viel zu aufgeregt. Ich besonders, da ich noch nie ICE gefahren bin. Also vertrieben wir uns unsere Zeit mit Lesen, Quatschen, Hausaufgaben, Schreiben, Computerspielen (Luis ist mit einem riesigen Messer durch eine düstere Stadt geschlichen und hat jeden armen Bürger, der ihm über den Weg lief, umgebracht…) und natürlich Essen.

Ja, das Essen – 7,5h sollte unsere Reise dauern und daher hatte jeder ein großes Paket Verpflegung mit. Von Schnitzel zu Leberkäse, von Möhren zu Mandarinen und von Zimtröllchen zu Keksen war alles dabei. Leska hatte so viel Essen mit, dass sie darüber einen Großteil des eigentlichen Gepäcks vergessen hat – den Kulturbeutel!

Nach dem Umsteigen in unseren Anschlusszug, der uns dann nach Wels bringen sollte, setzte bei uns allen dann die Müdigkeit ein, von der ich mich den ganzen Tag nicht mehr erholte :D.

Ankunft in Wels

In Wels angekommen, war ich zunächst total enttäuscht: Wels selbst sah nicht sonderlich erhebend aus und Berge waren zu meinem Leidwesen weit und breit nicht zu sehen – dabei sahen die auf der Karte gar nicht so weit entfernt aus :(.

In der Jugendherberge erwartete mich dann die nächste Überraschung: Ich musste meine Vorstellung davon, was Jugendliche zwischen 13 und 16 Jahren in ihrer Freizeit so machen, überdenken, als ich den Gesprächen meiner Mitreisenden lauschte: „Jeder Junge in meinem Alter (14) war schon mal auf YouPorn.“, “Kifft ihr?“, „Du hast noch nie gekifft?!“ – da war ich erst mal baff. Natürlich kamen auch gewohntere Fragen wie „Habt ihr einen Freund/ eine Freundin?“ und „Benutzt ihr Make-Up?“.

Abends gingen wir dann zur Eröffnung der Youki, und da waren sie dann diejenigen, weswegen wir hier sind. junge Festivalmacher, Filmemacher, Filme, Musik und eine extrem lockere Athmosphäre…aber dazu hier mehr.

Infos zur 14. Youki unter www.youki.at

Youki_Tag2_14

Youki – die Wettbewerbe laufen an

Mittlerweile sind wir alle (oder vielleicht auch nur ich?) wieder munter und haben uns gleich daran gemacht, das Festival zu erkunden.

@Youki

Morgens um 9 Uhr starteten die ersten Film-Wettbewerbe. Junge Leute aus allen Kontinenten hatten, so sie zwischen 10 und 26 Jahren alt waren, die Möglichkeit, ihre Kurzfilme einzusenden und somit an den Wettbewerben teilzunehmen.

Natürlich wurde zunächst eine Vorauswahl durchgeführt – sonst würde die Zeit für all die Filme gar nicht reichen!

Vergeben werden insgesamt 5 Preise: Einen in der Altersgruppe von 10-14 Jahren (700€), einen für Jugendliche zwischen 15 und 20 Jahren (1100€) und einen weiteren für die 21- bis 26-jährigen (1500€). Zusätzlich gibt es noch einen Preis namens „Innovative Film Award“, zu dem 800€ Preisgeld gehören, und den Publikumspreis (600€).

Selbstverständlich gehören zu diesen Preisen auch Pokale – und die werden von Künstlern selbst hergestellt! In diesem Jahr sorgt das Wiener Kunst- und Musiklabel „fettkakao Wien“ für die schönen Pokale.

Und hier ein paar impressionen aus dem Kino.

Mehr Infos zur 14. Youki auf: www.youki.at

woodstock

Przystanek Woostock – Pol’and’Roll!

Love. Peace. Rock’n’Roll. 1969 war mal. Denkste! Jedes Jahr findet in Polens kleiner Stadt, Kostrzyn, ein Woodstock Festival statt. Dieses Jahr war es schon das 17te und es wird auch nächstes Jahr wieder eins geben. Dieses Mal wurden aber Recordzahlen vermessen: 700 000 Leute, ob  jung, alt, polnisch oder deutsch waren da.

Ich gehe nun schon seit drei Jahren auf dieses Festival, aber jetzt wurden meine Erwartungen maßlos übertroffen. Es fing schon damit an, dass wir am Tag vor der offiziellen Eröffnung keinen Zeltplatz auf dem „Hauptgelänge“ gefunden haben. Wir konnten uns nur noch so knapp auf eine Wiese hinter vielen Bäumen neben andere Camper quetschen. Wie ich schon sagte: Ich war da schon ein paar mal und wir haben immer locker einen riesen Zeltplatz 200 Meter vor der Bühne beschlagnahmen können.

Die Menschenmengen waren so riesig, dass einer meiner Freunde, Fabian, auf einer Wiese sein Quartier aufgeschlagen hat, die ich noch nie in meinem ganzen Woodstookleben gesehen habe! Die Sache wird jetzt bestimmt klar sein, wenn ich verrate, dass dieses Ereignis kostenlos war. Man schließt sich zu einer 5er-Gruppe zusammen, kauft sich ein Berlin-brandenburg-Ticket und teilt es durch fünf. Auf dem Gelände kann man Essen kaufen und dieses Jahr gab es auch einen Aldi, wobei man dann schätzungsweise 30Euro für Essen ausgibt (auch wenn man nichts dabei hat und in den 30Euro ist auch ein T-Shirt drin). So ist man dann für ein Festival bei groben 35Euro! Jetzt könnte man auch die Rekordzahlen von fast einem dreiviertel Millionen Menschen verstehen.

Es heißt zwar Woodstock, aber so viel Original ist an dem Festival gar nicht dran. Ja gut, es gibt eine Schlammgrube und viel vollgedröhnte Menschen, aber es gab auch dieses Mal zwei Millitärstände, wo es alles mögliche zu kaufen gab, was ein grünes Muster hatte. Das fand ich ziehmlich schade doch glücklicherweise hat Airbourne am Samstag Abend gespielt. Eine australische Hard Rock Band, die wohl AC/DC als Idol haben.

Als vorletzte Band an dem letzten Festivaltag hat The Prodigy gespielt. Sie machen Techno Dance was schon sehr ungewöhnlich für ein Woodstock Festival ist, aber man kann ja schließlich nicht Jimi Hendrix und Janis Joplin von den Toten auferstehen lassen.

Als ich in der Menge stand um The Prodigy zu sehen hatte ich Angst, obwohl sie noch nicht mal angefangen haben. Die Menschen drängen sich auf das Gelände als gebe es eine Art müde Massenhysterie. Die Zelte in der ersten Reihe, die nun wirklich nicht zu nah an der Bühne standen waren plattgetreten. Die Mitarbeiter auf dem Hochsitzen haben sich schon hektische Zeichen, die nach Gefahr aussahen. Bei dem zweiten Lied sah der Sänger der Band in das Publikum und sein Gesicht war der Art verzerrt, als hätte ihn etwas zur Tode erschrocken. Sie fingen an zu spielen und ich wurde geschupst und mit Ellenbogen gehauen und dabei stand ich noch nicht mal im Moshpit. Nach dem zweiten Lied gab ich auf und drängelte mich aus der Menge, dass auch um die halbe Stunde gedauert hat. Ich bin persönlich kein Fan von Dance, aber ich hätte sie mir gerne angehört. Doch diese Umstände machten das für mich zunichte. Ich fand es schade, dass es da so abging. Eins können wir uns von den Polen abgucken: wenn es um die Sicherheit geht, sind sie sehr gut, denn ich bin gesund zu meinem Zelt gekommen und habe The Prodigy beim Dösen ausklingen lassen.

Im Großen und Ganzen würde ich jedem dieses Festival empfehlen, der eine lange Klausurphase hinter sich hatte, keine Agnst vor dem schmutzig sein hat und sich mal einfach so gehen lassen will. Ich werde auch nächstes Jahr wieder dabei sein, denn alle drei Punkte stürmen nach jeder Zeugnisausgabe über mich ein. Na razie (pl. „bis dann“)!

 

Quellen:

http://haltestellewoodstock.wordpress.com/2011/08/08/festival-haltestelle-woodstock-2011-700-000-besucher-rekordzahl/

http://www.lastfm.de/music/Airbourne