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Kick-Off CodeWeek 2015

EINLADUNG
Kick-Off Code Week 2015

Samstag, 10. Oktober 2015, 10:30 – 17 Uhr
Fab Lab Berlin, Prenzlauer Allee 242, 10405 Berlin

Am 10. Oktober 2015 feiern Code Week und Code Week Award mit spannenden Workshops gemeinsam den
Auftakt der Woche rund um das Thema Programmieren und digitale Kompetenzen! Ihr seid 6 Jahre oder älter, Eltern,
Lehrer oder einfach nur interessiert am Thema Coding? Dann kommt vorbei – Jede/r kann mitmachen!

Dreh-und Angelpunkt ist das Fab Lab Berlin: Druckt euch eure eigene Action-Figur mit einem 3D-Drucker aus,
bastelt mit Hardware und Elektronik oder programmiert Spiele. Wir schalten live nach Aachen, Bremen, Hamburg,
Ulm, Bocholt, Darmstadt und Mainz und schauen den Gewinnerprojekten des Code Week Award bei Coding-
Workshops über die Schulter!

Mit dabei ist auch Prof. Gesche Joost, Schirmherrin der Code Week in Deutschland und
Digitalbotschafterin der Bundesregierung. Außerdem zeigen wir euch, was in Europa während der Code Week passiert.
Keine Vorkenntnisse nötig, wir freuen uns auf euer Kommen!

Hier geht’s zu allen Code Week-Events in Deutschland und Europa: events.codeweek.eu
Und hier findet ihr alle unsere sieben Förderprojekte: code-week-2015

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Wenn ein Konzern aktiv wird

Ein Konzern spendet – nach eigenen Angaben – diesen Freitag alle Tageseinnahmen an soziale Projekte und Hilfsorganisationen.“Give-A-Day“ nennt sich die Aktion. Mein erstes Gefühl: Skepsis.

An dieser Stelle schreibt unsere Reporterin Genna-Luisa Thiele regelmäßig eine Kolumne über aktuelle Gedanken, die sie sich macht. Irgendwo zwischen Provokation, Schönmale und -Musikerei, Mitteilungswahn und Poesie sollen sich die Themen, Artikel und Dinge, die hier landen bewegen – von euch beurteilt und kommuniziert werden!

Soziales Shoppen
So soll es sein, am morgigen 10. April. Der Leiter der dänischen BESTSELLER company, Anders Holch Povlsen, will alle Einnahmen seines Tagesgeschäfts spenden. Beteiligt sind laut Website die weltweiten Marken des Konzerns: Jack&Jones, Only, Vero Moda und Pieces etwa.

Jeder Kauf, online wie vor Ort, soll zählen. 50 Prozent der Einnahmen würden demnach lokal investiert, die andere Hälfte des Geldes global. Abzüglich der Mehrwertsteuer des jeweiligen Landes, in dem das behelligte Projekt sitzt.

Mode kommt von Mode, nicht von Mutter Theresa
Das erklärte Ziel einer Modemarke ist es, Leute einzukleiden. Nicht mehr, nicht weniger. Ich weiß, dass es sich bei Firmen und Filialen nicht um Samariterdienste handelt. Die Idee, für eine faire Welt zu arbeiten, findet sich nicht in den Grundpfeilern der Modeindustrie.

Die Designer mögen Trends prägen und der Eigentümer versucht sein, akzeptable Arbeitsbedingungen anzustreben. Doch Mode bleibt in dieser Größenordnung vor allem ein nie verjährendes Wirtschaftswunder für die Branche.

Eine Frage der Verantwortung 
Eigentlich ist das genauso folgerichtig. Für die Utopie einer umweltbewussten, fairen und gleichberechtigten Gesellschaft gibt es ja auch Bildungsinitiativen, NGOs, ehrenamtliches Engagement en masse.

Aber Mode hat eine mobilisierende Kraft. Das bedeutet, Mode erreicht, beeinflusst und beschäftigt viele, viele Menschen. Zeitgleich ist sie an sich nutzlos. Mode ist Schmuck, kein Bedürfnis.

Für die Produktion dieser Mode für viele, viele, viele Millionen Menschen müssen einige, wenige, manche Menschen viele, viele, viele Stunden schuften. Diese Gruppe Menschen hat, kann man sich vorstellen, mitunter keine Zeit und kein Geld jene Kleidung zu kaufen, die aus ihren geschickten Fähigkeiten heraus manufakturiert wurden.

Die Egoismus-Theorie
Ein Teil des Vermögens an Bedürftige abgeben, ist also heroisch? Eine ritterliche Geste, dieses Zurückgeben am „Give-A-Day“? Es gibt Freiwilligen-Agenturen mit selbigem Slogan, in denen rund um die Uhr unentgeltlich für gute Zwecke geschuftet wird. Insofern macht es sich der milliardenschwere Konzern mit einem Spendentag nach Jahrzehnten durchaus leicht.

„Give-A-Day“ ist kein Akt der absoluten Selbstlosigkeit. Sonst wäre die Aktion stillschweigend abgelaufen. Der Anlass passt außerdem: 40 Jahre besteht das Familienunternehmen in der Branche. Die Aktion „Give-A-Day“ ist vor allem vorbildliche Werbung für die Marken. Das Unternehmen bekommt mediale Aufmerksamkeit und gut gewillte KäuferInnen.

Kommt meine Investition an?
Schlussendlich aber kommt, dürfen wir der Marke und ihren Kooperationsunternehmen wie UNICEF und SaveTheChildren glauben, die Kaufkraft der Kunden einmal Bedürftigen zu Gute.

Diese Investition dürfte laut bisherigen Verkaufszahlen und Schätzungen der Forbes-Liste vom Vermögen nicht gering sein. Trotz des schalen Beigeschmacks: Wen schert’s, solange die Investition ankommt. Ich stelle die Theorie, das nichts ohne Eigennutz geschieht nicht in den Vordergrund, wenn Mittellose profitieren.

Ich glaube, wenn ein Egoist hilft, um sich besser zu fühlen, ohne nachträglich zu schaden: dann kann man dankbar sein für den Umstand, dass Egoismus mitunter im Helfersyndrom gipfeln kann.

Und nun? 
Boykottiert man große Modeketten, ist ein Tag wie Freitag, der 10. eine Gewissensfrage und vor allem ein Prüfstand für die eigene Kompromissbereitschaft. Wie radikal sind meine Werte?

Normalerweise laufe ich an den „üblichen Verdächtigen“ unter Modegeschäften vorbei. Konsequent. Shoppe ich Freitag, reihe ich mich damit wieder ein in die Schlange jener Konsumenten, von denen ich eine Weile schon Abstand halte. Ein Ausnahmezustand. Werde ich morgen kaufen und spenden?

Ja. Falls das ganze ein Hoax ist: bleibt immerhin das Rückgaberecht.
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