schenken

Geste statt Geld!

 

von Genna-Louisa Thiele

Der typische Verlauf

Eigentlich ist es jedes Jahr ähnlich: Es wird kalt, aber der Schnee lässt auf sich warten, spätestens im Herbst stehen Schokokalender, Milka-Weihnachtsmänner und Stollen im Supermarkt auf dem Präsentierteller und trotzdem sind alle schlecht und schlechter gelaunt. Die Deko frisst Strom und das Kochen muss ja auch noch geplant werden. Und wer hat eigentlich die Kohle für die Geschenke? Und wissen unsere Eltern eigentlich, was wir brauchen, wenn wir es ihnen nicht auf die Nase binden? Überhaupt, dann gibt es zum Fest der Liebe doch lieber Geldscheine, weil das nun mal die Welt regiert und das Leben erleichtert.

Und plötzlich ist da Harmonie

Auffällig aber: in Stimmung kommt man doch. Plötzlich gibt es nichts Erstrebenswerteres, als alle um sich herum lieb zu haben, sich auf Rotkohl, Klöße, Gans oder Gulasch zu freuen, Disney-Türchen zu öffnen… Nur die Frage mit den Geschenken bleibt offen. Fragt man aber mal, unabhängig von Weihnachten, seine Liebsten, was sie glücklich macht oder womit man ihnen eine Freude machen kann, sind die Antworten überraschend simpel und erstaunlich praktisch:

Freundin: „Da braucht es nicht viel. Einfach eine schöne Geste.“

Freund: „Essen. Essen macht immer glücklich.“

Mama: „Weniger Stress. Ach und wenn du mal den Abwasch machen würdest. Ha, ha.“

Das erleichtert uns einiges!

Lasst euch hiermit gesagt sein: nicht immer nützt es, nützlich zu denken. Weihnachten hatte mal andere Werte, und die bieten euch die Vorlage, euren Geldbeutel zu schonen. Denn was uns alle sicher freut, ist wenn jemand für uns Zeit opfert, Gedanken investiert und uns Aufmerksamkeit schenkt. Und in der irren Welt Freunden und Familie einfach mal was abnimmt und zeigt: Ich bin da. Und ich mag es, wenn du dich freust. Dann muss auch keiner mehr Socken verschenken, zu große Oberteile umtauschen oder gezwungener Maßen mal schnell was bei Media Markt erstehen.

Schenken ist also eigentlich total einfach, oder?

Linktipp, passend zum Thema: www.zeit-statt-zeug.de

advent

Advent ist am schönsten, wenn er spießig ist…

 

Man könnte annehmen, eine 17-jährige Jugendliche, die bereits bei ihren Eltern ausgezogen ist und in einer WG wohnt, ist froh, dem familiären Weihnachtswahnsinn endlich entgangen zu sein. Für gewöhnlich ist das wohl auch der Fall, doch BiP-Reporterin Lilly Jogwer ist trotz aller Freiheiten immer noch von dem Weihnachtszauber gefangen. Warum? Das erzählt sie euch hier!

Meine Mitbewohnerin und ich haben schon im September Lebkuchen und Pralinen ins Haus geholt und mussten uns zwingen, mit dem Plätzchenbacken bis zum ersten Dezember zu warten. Um diese Zeit zu überbrücken kam uns die Idee ,uns gegenseitig Adventskalender zu basteln und einen Adventskranz anzuschaffen. Auch die Weihnachtskiste wurde Ende November aus dem Keller geholt. Um den ersten Advent gebührend zu zelebrieren, haben wir zum Kekse backen und Rouladen Essen eingeladen und unsere bescheidene Küche geschmückt. Mit ein paar Mädchen verwandelten wir unsere Wohnung in eine regelrechte Weihnachtsbäckerei und rührten, kneteten und bemalten Kekse. Sobald ein Blech in den Ofen geschoben wurde, stand schon eine andere Bäckerin in den Startlöchern und fing an, Eiegelb vom Eiweiß zu trennen. Gegen Nachmittag galt es parallel zu dem Backwahnsinn das Rouladen-Fleisch mit einer Pfanne zu bearbeiten, es zu füllen und anzubraten. Auch Knödel wurden gefüllt und zu Kugeln geformt und der Rotkohl zubereitet. Unsere Köpfe glühten und die Küche wurde immer chaotischer. Nach stundenlanger Arbeit fielen wir erschöpft auf die Stühle und das deftige Essen wurde angerichtet. Die provisorische Tischlandschaft beherbergte nun ein gutes Essen für jeden und Massen an Keksen…

Am Ende dieses Tages waren wir zu ausgelaugt um noch an das Geschirr oder den Boden zu denken und schliefen augenblicklich ein. Und nicht nur den ersten Advent haben meine Mitbewohnerin und ich so gestaltet. Am sechsten Dezember wurden die Schuhe gefüllt und jeden Tag erfreut uns eine Kleinigkeit aus dem Adventskalender. Das plötzliche Schneechaos bot uns die Möglichkeit, einen großen Schneemann im Hof zu bauen. Besonders die vielen Weihnachtsmärchen können einem die Sonntage versüßen. Eifrig sind wir nun auf der Suche nach den passenden Weihnachtsgeschenken für Freunde und Familie und neuen Rezeptideen. Da soll noch einmal jemand sagen, die Jugend heutzutage hat keinen Sinn mehr für Traditionen. Mir ist das selbst schon fast unheimlich – aber: Es ist schön!

Eure BerlinImPulserin Lilly

 

Wie verbringt Ihr euren Advent?