Mittelmeerkreuzfahrt – bringt’s das?

 

Für viele Menschen ist es ein großer Wunsch, Urlaub auf einem Kreuzfahrtschiff zu machen. Man braucht sich um nichts kümmern, sieht jeden Tag einen anderen Ort, genießt das Meer und es wird nie langweilig. Ich jedoch war nie besonders daran interessiert, auf einem Kreuzer die Meere zu erobern. Doch als meine Eltern einen Kreuzfahrt – Urlaub durchs Mittelmeer planten, wollte ich es mir nicht entgehen lassen und entschied mich, doch mitzufahren…

von Janina Wildermuth

Bildquelle: Janina Wildermuth

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Auch wenn ich die Vorstellung hatte, nur die ältere Gesellschaft beim Sonnen zu sehen und mich auch sonst nicht viel zu bewegen, packte ich meinen Koffer. Unser Schiff gehörte zu der „Costa-Flotte“, von der wir alle noch den dramatischen Unfall mit der „Costa Concordia“ im Januar 2012 (32 Menschen kamen dabei ums Leben) im Kopf haben. Ich habe natürlich gehofft, dass die Reederei einiges aus ihren Fehler gelernt hatte. Und das schien auch so. Zahlreiche Verordnungen wurden zugunsten der Sicherheit verändert, um solch einen dramatischen Vorfall in Zukunft zu vermeiden.

Unser Costa-Schiff konnte unglaubliche 3800 Urlauber plus die dazugehörigen 1200 Angestellten an Bord nehmen. Eine Masse an Menschen, die man auch sofort gespürt hat. Auf unserer Route haben wir (von Savona, Italien aus startend) Barcelona, Palma de Mallorca, La Valletta, Catania und Neapel angesteuert und jedes Mal kamen und gingen Hunderte von Menschen auf oder von Board. Insgesamt sind die Costa-Schiffe alle sehr fortschrittlich – jeder Passagier erhält eine Chipkarte, auf der alle wichtigen Daten sind, um so ohne große Schwierigkeiten von Bord zu gehen, auf dem Schiff zu bezahlen oder in die eigene Kabine zu kommen. Eine Karte für alles.

Aber wie siehts auf einem Kreuzer eigentlich mit Aspekten wie Animation, Verpflegung und Ausflügen aus? Hier mal ein Schnell-Check für euch…

Ein bisschen Spaß muss sein… Animation an Board!

Bildquelle: Janina Wildermuth

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Dafür ist auf einem Kreuzfahrt-Schiff gesorgt. Rund um die Uhr ackert das Animationsteam, damit es nie langweilig wird. Von lustigen Spielen, animierenden Tänzen, bis hin zu ausgefallenen Shows wird alles angeboten. Auch die jüngeren Passagiere müssen nicht das Weite suchen. Kinder zwischen 3 und 11 Jahren können sich im „Squok Club“ amüsieren, die 12-17 jährigen in der „Teen-Zone“. Die Nationalitäten-Vielfalt ist groß. Ich habe sowohl Italiener (die in der Überzahl waren), als auch ein paar Franzosen, Briten und auch ein paar Norweger getroffen, aber die Deutschen ließen sich dort nicht wirklich blicken. Ich weiß, dass es ein dutzend Jugendlicher Deutscher an Bord gab, aber ich war stets die Einzige…

See-Luft macht Hungrig: Die Verpflegung!

Rund um die Uhr gibt es etwas zu Essen. Angefangen vom umfangreichen Frühstück, dem fettigen Mittag, der Café Zeit danach, bis hin zum „à la carte“ Essen am Abend. Man kann einfach nicht verhungern. Pizza ist auch um Mitternacht noch zu haben – wer es denn will.

Hop on, Hop off – Ausflüge an Land!

Bildquelle: Janina Wildermuth

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Costa bietet natürlich auch selber Ausflüge an Land an. Doch von denen rate ich ab. Sie werden dem ziemlich teuren Preis nicht gerecht. Gut, ich muss gerechterweise sagen, dass ich es nun anders gewöhnt bin, da wir stets alles intensiv, zumeist mit Auto durchforsten, aber die Ausflüge, die wir direkt vom Schiff gebucht haben sind einfach zu sporadisch aufgebaut. Auf Mallorca setzte man uns 2 Stunden in der Stierkampf-Arena ab und danach noch 2 weitere Stunden an der Kapelle. Da macht es meiner Meinung nach mehr Sinn, eine Stadtrundfahrt mit dem Hop-on Hop-off Bus zu genießen.

Bildquelle: Janina Wildermuth

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Auch wenn man sich wirklich um nichts kümmern muss, viel rumkommt und immer unterhalten wird, demnach einen scheinbar perfekten Urlaub hat, war es für mich vorläufig die letzte Kreuzfahrt. Für meinen Geschmack sind es zu viele Leute auf einem doch noch zu kleinem Schiff. Es ist anstrengend, mit so vielen hungrigen Passagieren beim Essen oder im sehr kleinen Poolbereich. Desweitern sind die Südländer im Allgemeinen sehr temperamentvoll, kontaktfreudig und recht laut, so dass mir persönlich manchmal die Ruhepausen fehlten…Trotzdem ist es für jeden, der es gerne unkompliziert mag, einfach nur unterwegs sein und „die Sau raus lassen möchte“, sicherlich mal eine aufregende Alternative zu herkömmlichen Pauschalreisen.

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