Mit Perücke und ganz viel Pink durch den Tiergarten – der AVON-Frauenlauf 2013

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Am 4.5.2013 hieß es wieder: In die Turnschuhe, fertig, los! Der alljährliche Avon-Frauenlauf fand nun schon das 30. Mal statt.

Dieses Mal hatte ich auch ordnungsgemäße Kleidung an und war damit bestens gerüstet für den 5km-Lauf durch den Tiergarten. Das Gelände erinnerte an einen Rummel, überall standen Zelte rum, Menschen drängelten sich aneinander vorbei und die Geräuschkulisse war alles andere als ruhig. Ich habe sogar gesehen, dass es ein Zelt gab, bei dem man sich kostenlos massieren lassen konnte. In einem anderen dagegen wurde kostenloses Schminken und Frisieren angeboten. Da bin ich schon so ein bisschen in Versuchung geführt worden, aber leider hatte ich ja keine Zeit – schließlich war ich zum Laufen gekommen!100_5128

Um 16.30 Uhr startete mein Lauf dann auch. Ich machte meine Musik an, wartete, bis sich die Menschenmasse träge in Bewegung gesetzt hatte und joggte dann los. Die Sonne schien, es war schon warm und die Stimmung war super. Dass ich während des Laufens allerdings teilweise ein breites Grinsen im Gesicht hatte, war anderen Gründen zu verdanken: Schon kurz nach dem Start lief ich hinter ein Frau, die ein Schild hinten auf dem Rücken hatte: „weiblich ≠ Barbie“ (die Barbie war als Bild zu sehen). Das Schild hätte aber bestimmt mehr Eindruck erweckt, wenn es nicht an einem leuchtend pinkfarbenen T-Shirt gehangen hätte… sowieso wurden meine Augen von dem ganzen Pink um mich herum geradezu geblendet. Ich meine, klar, der Avon-Lauf ist nur für Frauen, aber muss man deshalb die offiziellen T-Shirt pink machen? Das ist ja wohl ein wandelndes Klischee!

Wo wir gerade bei Frauen sind: Eini100_5131ge Frauen entpuppten sich beim zweiten Blick als Männer. Die Tarnung mit blonder Perücke, Bällen im Top und ganz viel Pink war zwar gut, konnte aber aufgrund mangelnder Natürlichkeit niemanden lange täuschen. Weshalb sie immer wieder belustigte Blicke zugeworfen bekamen. Eine Freundin erzählte mir, sie wäre an einem Mann vorbeigelaufen, der sich das Bein hielt, auf der Stelle rumhüpfte und weinerlich sagte „Ich hab´n Krampf! Aua. Krampf! Aua, Aua, Aua, ich hab `nen Krampf!“. Das hätte ich ja auch gerne gesehen…

Andere Männer standen lieber am Rand und feuerten die Frauen an. Einer stand in voller bayrischer Tracht mit einem Schild „Go Mädels!“ da. Unterstützung wurde uns auch durch Trommelgruppen und eine Band gewährt, die aus vollem Halse „Yeah, baby, she´s got it!“ schmetterte. Von meinen schmerzenden Beinen lenkten mich auch zwei Frauen ab, die ebenfalls Zettel auf dem Rücken hatten: Bei der linken Frau stand „Mutter >“ und bei der rechten Frau dazu passend „< Tochter“. Nette Idee. Eine nette Idee war auch das Schild „Überhol mich ruhig, von vorne sehe ich noch v100_5133iel besser aus!“

Dank dieser vielen amüsanten Kleinigkeiten verging der größte Teil der Strecke wie im Fluge – naja, Ähnlichkeit mit einem Flug hatte es eher weniger. Ich würde es eher als „Lückenhopsen“ bezeichnen, denn obwohl sich auf der Strecke die Masse so langsam verteilte, blieb es ziemlich voll und wenn man voran kommen wollte, musste man jede sich bietende Chance, zu überholen, nutzen. Richtig anstrengend fand ich dann erst den letzten Kilometer. Die Beine fühlten sich immer mehr an wie Gummi, die Zunge hing schon fast seitlich aus dem Mund und gierte nach etwas zu Trinken und die Füße brüllten sowieso schon lange „Aua! Wir wollen Feierabend! Schluss mit dem Schwachsinn! Paaauuuuuuuuusssssssssseeeeeeeeeee!“.

Irgendwie schaffte ich es aber dennoch ins Ziel (die Füße wurden einfach ignoriert) und erhielt meine tolle Medaille. Aber damit war noch lange nicht Schluss. Denn nicht nur der Avon-Lauf war am 5.4., sondern auch die Lange Nacht der Familie, der ich danach noch einen kleinen Besuch abstattete.

Eure BerlinImPulserin Katja

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