Lesen als Flirtstrategie

An alle Jungs: Lesen ist sexy. Für diejenigen unter euch, die Bücher bewusst meiden: die Taktik hat sich geändert. Geflirtet wird jetzt zwischen den Zeilen.

An dieser Stelle schreibt unsere Reporterin Genna-Luisa Thiele regelmäßig eine Kolumne über aktuelle Gedanken, die sie sich macht. Irgendwo zwischen Provokation, Schönmale und -Musikerei, Mitteilungswahn und Poesie sollen sich die Themen, Artikel und Dinge, die hier landen bewegen – von euch beurteilt und kommuniziert werden!

Erkennungsmerkmal: Lesestoff

Eine junge Dame widmet sich unter dem Hashtag #hotdudesreading männlichen Prachtexemplaren. Sie kommen in allen Farben und Formen daher, sind stilvoll in Frisur und Kleidung unterwegs, mit verwegenem Lächeln und auch mal konzentrierter Stirnfalte. Nur eine Eigenschaft eint alle: sie lesen. Echte Bücher, aus Papier, mit abgewetzten Seiten. Kein neumodisches Kindle, sondern ein Stück Bildungsgeschichte in ihren Händen.

Streber sein wird salonfähig…

anders lässt sich nicht erklären, weshalb das Projekt #hotdudesreading auf instagram innerhalb einer Woche bereits 75 000 schmachtende AnhängerInnen findet und sonst unscheinbare Männer zum Sexsymbol emporsteigen. Schlau sein ist halt auch eine Schattierung von Scharfmachen. Natürlich haben wir das immer gewusst, und es ist schön zu wissen wie der Trend endlich auch die Großstädte erreicht. In U-Bahnen findet man sie jetzt, die großen Denker.

Geschichten über die zwei schönsten Nebensachen der Welt

Der Erfolg dieses Accounts liegt nicht allein an den fotografierten Objekten der Begierde oder an den interessanten Buchdeckeln. Die Initiatorin widmet jedem Einzelnen einen persönlichen Text zum Bild, zusammengesetzt aus wilden Fantasien darüber, wie die jeweiligen Typen wohl privat drauf sind, ihr Leben handhaben, uns im Winter bei einem Scotch warmhalten. Oder halt: Hemmungen fallen lassen und das Buch für, you know, intercourse, beiseite legen.

Wer Lust hat auf die schönste Nebensache der Welt (Bücher lesen) samt Besitzer anschmachten: die Marktlücke ist gefüllt. Und nun allemann Buch in die Hand und raus in die Welt, der Frühling kommt …

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