„Ich bin nun mal ein Klugscheißer“

Guido Cantz ist nicht nur Comedian, Buchautor und Moderator der Sendung „Verstehen Sie Spaß“, sondern er tourt auch mit Bühnenprogrammen durch die Republik. In unserem Interview gibt er Einblicke in sein aktuelles Programm.

Text und Interview von Oliver Mattutat

Seit gut 25 Jahren steht Guido Cantz nun auf der Bühne und unterhält dabei sein Publikum. In seinem aktuellen Bühnenprogramm „Cantz schön clever“, das auf dem gleichnamigen Buch beruht, blitzt wieder der Schlaumeier in Guido Cantz auf, wie er selbst sagt. Er recherierte lustige, spannende und interessante Fakten aus aller Welt und verbindet diese mit Humor.

Foto: Patrick Liste / Porz Entertainment

Foto: Patrick Liste / Porz Entertainment

Wenn ihr also erfahren wollt, ob man eine Bierflasche mit einer Banane öffnen kann und ob sich Gegensätze wirklich anziehen, habt ihr die Möglichkeit am 03. Juni um 20 Uhr Guido Cantz live in den Wühlmäusen Berlin zu erleben. Das ist die letzte Chance ihn mit diesem Programm in Berlin zu sehen.

Wir haben mit ihm unter anderem über Leute gesprochen, die er gerne hereinlegen würde, über sein Bühnenprogramm und ob wirklich jeder Gag immer klappt.


Berlinimpuls: Herr Cantz, Sie moderieren die Fernsehsendung „Verstehen Sie Spaß?“. Sicherlich werden Sie oft gefragt, ob Sie selbst Spaß verstehen. Ich möchte mal andersherum fragen: Gibt es Bereiche, in denen Sie keinen Spaß verstehen?

Cantz: Ja, die gibt es. Da ich sehr ehrgeizig bin, ist es dann der Fall, wenn ich selber auf dem Fußballplatz stehe. Wenn da nicht alles so läuft, wie ich es gerne hätte, ist mein Spaßverständnis relativ gering. Und auch wenn ich manchmal im Taxi sitze. Da habe ich in letzter Zeit sehr viele schlechte Erfahrungen gemacht.

Gibt es Personen, die Sie bei „Verstehen Sie Spaß?“ gerne mal reinlegen würden?
Da gibt es eine Menge. Ich würde super gerne ein paar hochrangige Politiker erwischen. Das ist nicht so einfach. Angela Merkel wäre ein Ziel und Jogi Löw (Anm. d. Red. Fußballbundestrainer) auch. Je prominenter, desto besser.

Sie sind ein Multitalent. Moderator, Comedian, Buchautor und in Ihrem Bühnenprogramm spielen Sie sogar Klavier und singen dazu. Gibt es was, was Sie nicht können? Beziehungsweise gibt es was, dass Sie gerne können würden?
Es gibt garantiert viele Dinge, die ich nicht kann. Was ich gerne können würde, wäre Gitarre spielen, weil ich nur Klavier und Schlagzeug spielen kann und sich das Prinzip Gitarre mir nie so richtig erschlossen hat. Und eine Gitarre ist auch deutlich transportabler. Ich würde auch gerne besser Tennis spielen können. Und was ich auf jeden Fall mal wieder besser können würde, was ich mal besser konnte, ist Spanisch sprechen.

In Ihrem Bühnenprogramm und dem gleichnamigen Buch „Cantz schön clever“ haben Sie verblüffende Fakten der Welt recherchiert. Gibt es was, dass Sie am meisten überrascht oder fasziniert hat?
Eine Stelle aus der Bibel. Ich bin katholisch, gehe in die Kirche und war auch acht Jahre Messdiener, aber ich habe meine Zeit nie intensiv mit Bibellesen verbracht. Für mein Buch habe ich das gemacht und bin auf eine Stelle im Alten Testament gestoßen -das „Hohelied“ der Liebe (Anm. d. Red. zu finden im Alten Testament unter „Hoheslied“ bei den „Lehrbüchern“). Das ist sehr interessant und ein sehr eindeutiger Teil der Bibel. Dort geht es um die Liebe zwischen Mann und Frau. Da werden
Komplimente gemacht und ich möchte wissen, ob diese Komplimente auch noch im Jahr 2015 funktionieren. Das ist eine sehr lustige und spannende Stelle in der Bibel.

Foto: Patrick Liste / Porz Entertainment

Foto: Patrick Liste / Porz Entertainment

Was kann man von Ihrem Bühnenprogramm erwarten?
Viel Lachen natürlich.  Und weil ich nun mal ein Klugscheißer bin – ich kann halt nicht raus aus meiner Haut – finde ich es gut, wenn jeder aus dem Publikum so ein, zwei Fakten mitnehmen kann und sie beim nächsten Vorstellungsgespräch einfach mal fallen lassen kann. Ich finde Worte wie Placomusophilie toll. Zum einen ist es ein tolles Wort und wenn man dann noch sagen kann, dass das Sammeln der Metallplättchen von Champagnerkorken ist, kann man gut andere beeindrucken.

Gibt es einen Gag, der mal so richtig in die Hose gegangen ist?
Oh Gott, da gibt es viele. Es gibt Gags, bei denen denkt man beim Schreiben:„Das ist ein riesiger Brüller“, und der funktioniert auf der Bühne einfach nicht.  Mich packt dann immer der Ehrgeiz und ich versuche die Gags anders zu erzählen z.B. einen Witz, den ich immer in der Zugabe gebracht habe. Aber der hat einfach nicht geklappt und dann muss man sich davon trennen.

Was macht Ihnen mehr Spaß, die Moderation von „Verstehen Sie Spaß?“ oder das Auftreten mit Ihrem Bühnenprogramm?
Mir macht Spaß, dass ich beides machen kann. Das Unterschiedliche macht mir Spaß. Das Tolle ist, dass es nicht langweilig wird. Ich moderiere, mache mein Bühnenprogramm und habe jetzt gerade ein neues Buch geschrieben, was im Herbst rauskommt. Das ist das, was Spaß macht. Würde ich nur eine Sache machen, wäre mir wahrscheinlich relativ schnell langweilig.

Sie treten am 03. Juni um 20 Uhr in den Wühlmäusen in Berlin auf. 
Was sind die ersten drei Assoziationen, wenn Sie an Berlin denken?
Erstmal ist Berlin eine große, tolle Stadt. Meine zweite Assoziation sind große Fußballspiele z.B. das Weltmeisterschaftsfinale 2006 und das DFB-Pokal-Finale jedes Jahr. Und das Dritte: In Berlin gibt es Läden zum Einkaufen, aber auch Bars und Clubs, die es in Deutschland so nicht gibt und vielleicht sogar weltweit ihresgleichen suchen.

Vielen Dank Herr Cantz für das Gespräch und  weiter viel Erfolg mit Ihrem Bühnenprogramm!

 

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