Die App, die uns das Glück lehrt

Happify heißt die englischsprachige App, auf die mein innerer Nörgler nicht gewartet hat. Genau deswegen ist es die erste, die auf meinem Smartphone landen wird.

An dieser Stelle schreibt unsere Reporterin Genna-Luisa Thiele regelmäßig eine Kolumne über aktuelle Gedanken, die sie sich macht. Irgendwo zwischen Provokation, Schönmale und -Musikerei, Mitteilungswahn und Poesie sollen sich die Themen, Artikel und Dinge, die hier landen bewegen – von euch beurteilt und kommuniziert werden! 

Die Berliner heute in der Bahn sind meine Gleichgesinnten. Zumindest sagt mir das ihr Gesichtsausdruck. Es sind Leute, denen es schwer fällt, geistig und körperlich tief entspannt zu sein.

Zum Glück (haha, Wortwitz) gibt es nun die App für unseren inneren Lachmuskel. Basierend auf den Ergebnissen anerkannter Forschung hilft sie uns mit Fähigkeiten, die wir im Alltag vernachlässigen. Faktoren wie der gelassene Umgang mit Stress, Dankbarkeit für all das Gute in unserem Leben. Zeit, die allein zur Bespaßung da ist. Das Streben, ein sinnvolles und soziales Leben zu feiern.

Glück ist ein Muskel, den man trainieren kann

Happify gibt es als Homepage mit Login und als App für Android und Apple. Ich fühle mich fast analog, als ich die Variante Mitglied mit Mailadresse wähle. Zwar sitze ich unfrisiert vor dem Laptop und habe nur wenig Zeit, von meinem Ort A pünktlich zum Ort B zu kommen, aber die Website ist so schön bunt und strukturiert. Es ist das Versprechen, künftig den eigenen Stimmungsschwankungen überlegen zu sein, das mich vor den Bildschirm fesselt.

Mit Fragen zur Wurzel allen Übels

Ich fülle einen Fragebogen aus: Alter, Geschlecht, Arbeit. Dann wird es intimer: sorgt mich dieses und jenes? Die Beispiele zielen darauf ab zu ermitteln, wo ich Frohsinn-technisch gesehen noch Potenzial nach oben habe.

Der Pfad, den ich gehen soll heißt: „Komm herunter“ und kümmert sich interaktiv um mein Vermögen, Stress zu reduzieren.

Fokus und Dankbarkeit sind die ersten Schlüssel

Meine erste Aufgabe ist aufzuschreiben, für welche drei Menschen oder Dinge ich dankbar bin. Für Familie, Freunde und Freund die mich schätzen wie ich bin und mir helfen zu werden, wie ich sein möchte, tippe ich sinngemäß. All die Briefe, Umarmungen, Küsse, die Wärme die sie mir schenken, zum Beispiel. Die ehrlichen und unbequemen, lustigen und albernen Gespräche, die ich führe, Tag ein und aus.

Sofort bin ich in der Gegenwart verankert. Wie ein Honigkuchenpferd grinsend. Neben den Zeilen finde ich einen Link zu den Gründen warum diese Methode so schnell funktioniert. Spannend.

Das Leben ist ein Spiel, geh toben

Meine erfolgreiche Bewältigung schaltet den nächsten Pfad frei, ein Spiel. Ich darf mir eine Landschaft aussuchen. In ihr flattern Heißluftballons über den Bildschirm. Die Aufgabe: nur jene anklicken, auf denen ein positives Wort steht. Es gibt ein Highscore, mehrere Leben. Ich verdiene mir einen Orden des Glücks nach dem anderen.

Beinahe komme ich deshalb zu spät, doch ganz ehrlich? Nie habt ihr mich glücklicher die Straße entlang sprinten sehen. ich vernehme eine optimistische Stimme, die mich beruhigt. Bisher kam sie nur selten zum Anklang. 17:25, fünf Minuten vor der Zeit komme ich am Treffpunkt an. Verschwitzt, aber mit einem süffisanten Lächeln auf den Lippen.

Glücksforschung: Her mit den Fördermitteln!

Jahrzehnte lang wurde die Forschung über unser Glücksempfinden belächelt. Doch da nun klar ist, dass unser aller Glück in Zusammenhang mit neurobiologischen Prozessen, Transmittern, Botenstoffen steht, suchen weltweit Wissenschaftler nach Patentrezepten für die zufriedene Grundstimmung. Vielleicht gibt das nicht. Meins habe ich gefunden. Als nächstes schieße ich meine schlimmsten Sorgen mit einer virtuellen Steinschleuder ab. Because I’m happy!

Hier gehts zu Gennas facebook-Kolumne! 

Schreib einen Kommentar