Die Alternative der Woche! mit Casper

„Zu viele Scheißbands – zu viel Hype!“ krächzt die heisere Stimme von Rapper Casper in dem Song „Die Letzte Gang der Stadt“.

Doch von zu viel Hype kann man bei Benjamin Griffey, alias Casper, eigentlich nicht reden: es könnte wohl kaum weniger hypen um ein Ausnahmetalent wie den Halb-Amerikaner mit deutschen Wurzeln. Wieviele deutsche Rapper schaffen es schon, den Geschmack so vieler Zielgruppen außerhalb des Genres zu treffen? Kommentare wie „bin sonst echt kein Rap-Fan, aber der Casper trifft meinen Geschmack!“ sind daher nicht selten unter seinen Musikclips zu finden. Auch ich, die ich CDs deutscher Rapper ansonsten eher von mir fernzuhalten versuche, wurde casper-isiert und musste mir das Album holen.

Wahrscheinlich ist es der Mix aus allem, der dem 30-jährigen zum Erfolg half: die raue Stimme, die schönen Melodien und die gefühlvollen, poetischen Texte, weswegen er, besonders in der Deutsch-Rap Szene, oft als einfacher „Emo-Rapper“ abgetan wird. Doch die Inhalte seiner Songs sind intelligent, gut getextet und handeln vom „Hundeleben“, von der Perspektivlosigkeit der Jugend, vom Außenseitersein und der Flucht aus dem Alltagstrott.
Vieles davon hat Casper selbst erlebt und es passiert nicht selten, dass man sich beim Hören seiner Songs mit ihm identifiziert, so real klingen die Geschichten, die er es schafft in 3 Minuten unterzubringen – Melancholie und Euphorie ganz nah beieinander.

„Auf und davon“ stammt von seinem zweiten Album „XOXO“, mit dem der Rapper 2011 absolut ins Schwarze getroffen hat.

klingt für mich nach… Dymamit, das die herkömmlichen Grenzen des Hip-Hop sprengt

würde sich gut verstehen mit… Prinz Pi, Thees Uhlmann, Kollegah

am besten zu hören… bei allgemeiner Überforderung und dem Bedarf, sich intelligent abzuregen

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