Brustbeutel, Selbstverteidigung und Paranoia – Ausgehen in Berlin

 

Foto: Lilly Jogwer

Foto: Lilly Jogwer

Wer kennt das nicht? Auf Konzerten, in Clubs oder auf einer Party sind schwere Taschen und Jacken einfach nur lästig! Gerade angekommen, durchsucht man ruckzuck den Raum um sich der Ungemütlichkeit zu entledigen. Dabei vergewissert man sich halbherzig, dass sich die Habseligkeiten noch im Blickfeld befinden.Und dann, wenn man nicht aufpasst ist alles weg…

Entspannt und frei in der Bewegung begibt man sich nun auf die Tanzfläche und gibt sich der Musik hin. Wäre da nicht der Durst, der einen nach einer guten halben Stunde zur Bar zieht, der darauf folgende Besuch auf der Toilette und das zufällige Treffen mit der langjährigen Freundin, hätte man sicherlich nichts zu befürchten. Doch leider vergisst man allzu leicht seine hinter der Musikbox schlummernde Tasche und genießt den Abend in vollen Zügen. Danach ist die Aufregung groß, wenn sich zwar die Tasche dort befindet wo man sie zurück gelassen hat, aber der Inhalt derer geschrumpft ist. Nicht nur das Handy und das Bargeld sondern auch das ganze Portemonnaie sind verschwunden! Die Folgen sind nervenaufreibend: Die EC-Karte muss gesperrt, die Bücherei-Karte und Krankenkassenkarte neu beantragt werden und das Geld kriegt man auch nie wieder. Muss man für seinen Leichtsinn bestraft werden? Weiß denn nicht jeder, dass man auf seine Wertsachen aufpassen sollte? Ist es Freunden nicht schon oft genug passiert, sodass man sich gewarnt fühlen sollte? Grundsätzlich schon. Eine Idee Diebstähle und Verluste vorzubeugen muss her: Wenn man nicht sein ganzes Portemonnaie zum Tanzen mitnimmt und das Handy und nötiges Geld in einem Brustbeutel aus Kindertagen unter dem T-Shirt mit sich tragen würde, dann wären die Habseligkeiten sicher. Damit wäre der Abend ungefährdet, doch was ist mit dem Tag? Es kann immer noch sein, dass man mit seinem augenscheinlich teuren Handy in der Hand die Straße lang läuft und es einem von einer Gruppe hinterhältiger Jungs entrissen wird. Diese sprinten johlend von dannen und der Schock ist zu groß um es ihnen gleich zu tun. Hat man davon nicht auch schon allzu oft gehört? Die einzige vorbeugende Alternative wäre doch sich mit dem Rücken zu einer Hauswand in Abwehrposition zu stellen und sein Telefongespräch auf 2 Minuten zu reduzieren. Des Weiteren ist einem zweifellos schon mal erzählt worden, wie einem Freund oder Familienmitglied die Wertsachen in der U-Bahn aus der Tasche stibitzt wurden. Ist ein lästiger Brustbeutel unter dem T-Shirt auch am Tage die einzige Möglichkeit Diebstählen zu entkommen?

Bild: Lilly Jogwer

Bild: Lilly Jogwer

Um nicht Tag und Nacht gebrustbeutelt herum zu laufen, könnte man auch zu Hause bleiben und dort seine Alltagsaktivitäten ausführen und eine Party schmeißen. Doch in diesem Fall ist es natürlich auch möglich, dass vermeintliche Freunde von Freunden in dein geschlossenes Zimmer gehen und deine Wertsachen mitgehen lassen. Auch das ist schon des Öfteren vorgekommen. Alles in allem lässt sich sagen, dass es heutzutage erfahrungsgemäß unmöglich ist, wertvolle elektronische Geräte oder Geld mit sich zu führen ohne einen Brustbeutel zu besitzen, einen Selbstverteidigungskurs abgelegt zu haben und paranoid Fremden gegenüber zu sein.

Eure Lilly

 

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