Berlin kann alles… außer einchecken!

 

Hallöchen und willkommen im neuen BerlinImPuls-Jahr!

Auch ich bin nun – Ende Januar – wieder aus meiner (erdbebensicheren) Höhle gekrochen, nachdem ich festgestellt habe, dass der Weltuntergang seine Zeitplanung wohl nach der S-Bahn-Regel gemacht hat: Die Leute glauben eh nicht, dass ich noch komme, also kann ich mir auch richtig Zeit lassen.

Doch auch, wenn wir das Jahr des Weltuntergangs hinter uns gelassen haben, bedeutet das leider noch lange nicht, dass wir von Katastrophen verschont bleiben – im Gegenteil, in Berlin folgen Niederlagen auf Dummheit, Fehler auf Verspätungen und Pleiten auf Pannen.

Im Grunde bräuchte ich gar nicht deutlicher zu werden, denn die Wörter sind schon fast ein Synonym für den „neuen“ Berliner Flughafen BER. Gibt man bei Google „BER“ ein, wird man fast erschlagen mit Meldungen über die fehlerhaften Entrauchungs-, Kühlungs-  und Tankanlage… um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Doch ich bin optimistisch und glaube fest an eine Eröffnung des Projektes in diesem Jahrhundert, weshalb ich auch schon die Eröffnungsrede geschrieben habe. Nur, wer sie halten wird, ist dann eben fraglich.

 

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kinder,

Wir haben uns heute, an diesem wunderschönen Augusttag [nach Belieben änderbar] des Jahres [Hier bitte Jahr eintragen], hier versammelt, um ein Ereignis zu zelebrieren, auf das wir schon lange gewartet haben. Viel zu lange, würden einige vielleicht sagen.

Aber dieses Warten hat sich gelohnt! Nach vielen Höhen und Tiefen, auch wenn die Höhen nicht so hoch wie die Tiefen tief waren, habe ich nun die Ehre, diese Rede anlässlich der Eröffnung des Willy-Brandt-Flughafens halten zu dürfen!

Schweiß und Blut mehrerer Generationen haben wir in diesen Flughafen gesteckt, von den zusätzlichen Milliarden ganz zu schweigen. Die Entstehungsphase des Flughafens erinnert an eine steinige Dürrestrecke mit mangelnden Oasen – doch letztendlich haben wir sie bewältigt!

Große Opfer mussten wir auf unserem Weg erbringen: Zahlreiche Köpfe mussten rollen, damit wir den heutigen Stand erreichen konnten und zahlreiche Milliarden mussten in den Sand gesetzt werden. DM, Euro und griechische Drachmen wechselten den Besitzer. Wir mussten erleben, wie die restliche Welt über uns lachte, wie wir zum Gespött der Leute wurden. Doch nun haben wir unser Ziel erreicht und können endlich die Früchte unserer Arbeit ernten!

Probleme wie das des Lärmschutzes konnten wir nach etlichen Missverständnissen und Fehlentscheidungen bewältigen und auch die zunächst nicht funktionierende Brandschutzanlage hat unsere Arbeit nur um einige Jahre verzögert!

An dieser Stelle möchte ich mich herzlichst bedanken bei den Anwohnern, die sich bereit erklärt haben, im Falle eines Brandes die Eimer zu schleppen. Vielen Dank.

Doch all das war nur Schall und Rauch und liegt nun hinter uns – und vor uns liegt die strahlende Zukunft!

Im letzten Jahr haben Tegel und Schönefeld zusammen 24 Millionen Passagiere [hier bitte Zahl aktualisieren] bewältigt, doch da unser Flughafen vorrausschauend geplant wurde, ist er ausgelegt auf sensationelle 27 Millionen Passagiere!

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kinder,

lasst uns also die Früchte unserer Arbeit ernten, bevor die wie ein Damoklesschwert über uns hängende Insolvenz niederfährt und sie zu Matsch verarbeitet! Lasst uns also durchstarten, wie es auch einige Piloten tun werden, wenn sie der Koffer auf der Landebahn ansichtig werden, die nicht mehr auf die 8 Gepäckbänder gepasst haben!

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kinder,

frei nach dem Motto „was lange währt, wird endlich gut“ möchte ich hiermit die Zwischenlösung für den Berliner Großflughafen eröffnen!

 

Eure BerlinImPulserin Katja

Artikelbild: Jan Kowalski  / pixelio.de

 

 

 

 

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