Automesse in den USA: Ist ein eigenes Auto eigentlich noch verantwortbar?

Foto: Rolf Handke / pixelio.de

Die Automobilmesse in Detroit/USA geht zu Ende und BerlinImPuls fragt: Ist der Besitz eines eigenen Autos überhaupt noch zeitgemäß? Kann man die Anschaffung eines Fahrzeugs für die Alleinnutzung unter den Gesichtspunkten Umweltbelastung und Verkehrsdichte wirklich noch verantworten? BIP-Redakteurin Lilly hat da eine glasklare Meinung:

Contra eigenes Auto
Ich sage definitiv „Nein!“ zum eigenen Auto. Insbesondere in der Stadt. Nachvollziehbar finde ich es, wenn sich die Bewohner einer Kleinstadt oder einem Dorf nicht auf die öffentlichen Verkehrsmittel verlassen können und weite Strecken zurücklegen müssen, um ihren Alltag zu meistern. Das heißt zur Arbeit oder Schule fahren, Einkaufen gehen oder aber den Nachwuchs vom Kindergarten abholen. Es gibt natürlich auch einige Ausnahmen, bei denen ein Auto in der Stadt unabdingbar wäre. Zum Beispiel Lieferanten, selbstständige Tischler, Obsthändler, Restaurantbesitzer oder Gärtner. Menschen die aufgrund ihres Berufes schwere Lasten von A nach B transportieren müssen, würde ich auch niemals ein Demonstrationsschild vor die Frontscheibe halten. Ich bin nur gegen durch Abgase erzeugte Umweltverschmutzung, die aus Faulheit resultiert. Denn meistens entscheidet man doch aus Gemütlichkeit mit dem Auto zum Restaurant, Theater oder Kino zu fahren. Man findet es großartig, den Weg zu seiner Arbeit nicht eingezwängt zwischen einem Döner essenden Jugendlichen und einem nach Schweiß riechenden Bauarbeiter verbringen zu müssen. Aber was bringt einem die Mülltrennung, wenn man täglich ins Auto steigt? Auch ich habe oft die Vorzüge genossen, von meinen Eltern durch die Stadt kutschiert zu werden und ich selbst bin momentan dabei meinen Führerschein zu machen. Das tue ich aber vor allem für mein Jahr im Ausland, für Fahrten an die Ostsee oder um einmal bessere Jobs angeboten zu bekommen. Leihwagen sind immer eine Alternative! Ich bin fest davon überzeugt, dass man ohne Murren die öffentlichen Verkehrsmittel nutzt, wenn man erst gar kein Auto besitzt. Aus diesem Grund werde ich mir auch keines anschaffen. Um nicht nur mit dem Umweltschutz und der Sinnlosigkeit zu argumentieren, möchte ich auch auf die Kosten hinweisen. Auf der Internetseite http://www.bvg.de kann man seine monatliche Ersparnis ausrechnen lassen, wenn man anstatt des Autos die Bahn benutzt. Ein durchschnittlicher Autofahrer in Berlin gibt monatlich alleine für die Fahrt zur Arbeit 98,03 Euro aus, indes eine Umweltkarte für Bus, Bahn und Tram nur 74 Euro kostet. Somit würden 24, 03 Euro im Monat gespart, das heißt 332,36 Euro im Jahr. Mit dieser Ersparnis könnte man einiges anstellen, nicht wahr? Zumal das Liniennetz in Berlin wirklich alle Stadtteile einbezieht. Glücklicherweise kann man auf www.focus.de nachlesen, dass Berlin unter den Großstädten die geringste Autodichte aufweist. Diesem Magazin zufolge kommen auf 1000 Einwohner gerade einmal 289 private Fahrzeuge. Wenn das nicht mal ein großes Lob verdient! Der Umwelt, dem Geldbeutel und dem guten Gewissen zu Liebe, ist es das wert, auch mal die laute Musik vom Sitznachbarn zu ertragen!

Eure Lilly

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