Title SAE_Alumni_Convention_Messe

Medien entdecken! – SAE Convention 2015

Das SAE Institute lädt in diesem Jahr an seinem Berlin Standort zur 11. SAE Alumni Convention ein

SAE gehört weltweit zu den privaten Bildungsanbietern im Medienbereich. Es hat über 50 Standorte in mehr als  26 Ländern.

Ein Beitrag von Oliver Mattutat

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Auch dieses Jahr dabei ist die Firma RED, die für ihre Kameras bekannt ist.

Die Convention ist offen für alle und findet am 22. Und 23. Oktober in den Räumen der SAE in der Soltauer Straße 18-22 statt. Die Veranstalter bezeichnen sie selbst als „[…] Networking Event für jeden der Interesse an kreativen Medien und deren Technologien hat.“. Mehr als 80 Aussteller aus der Medienbranche unter anderem Firmen wie Apple, Adobe oder Avid sind vertreten. Das SAE Institute bietet in seinen Ausbildungen sechs Bereiche an. Dazu zählen Audio, Games, Music Buiness, Film & TV, Web und Cross Media. 70 Redner aus diesen Sektoren werden erwartet.

Ob Video, Web oder Audio, wie hier im Bild, alle Bereiche werden bei der Convention abgedeckt.

Ob Video, Web oder Audio, wie hier im Bild, alle Bereiche werden bei der Convention abgedeckt.

Am Abend vom 22. findet die Alumni Convention Party im Astra Kulturhaus statt, bei der auch der SAE Alumni Award 2015 vergeben wird. Geehrt werden Produktionen von Studenten der SAE, die bis Mitte August eingereicht werden konnten. Für die Seminare mit den Rednern und die Party müssen Tickets erworben werden. Die Ausstellung an sich ist für alle kostenfrei. Wenn ihr Interesse an Medien habt, ist unser Tipp: Schaut am 22. oder 23. vorbei! Geöffnet ist die Convention am Donnerstag von 9:30  bis 18 Uhr und am Freitag von 10 bis 16 Uhr. Weitere Infos findet ihr unter: http://www.sae-alumni-convention.org/

Wir werden vor Ort sein und berichten, ob sich ein Besuch des Events wirklich lohnt und in wie weit die SAE eine gute Ausbildung für die Arbeitswelt bietet. Denn einen Studiengang am SAE Institute zu belegen ist gar nicht mal so günstig. So kostet ein einjähriges Vollzeitstudium, das bei der SAE unter „Berufliche Ausblidung“ gelistet ist, mit dem Abschluss SAE Diploma schon um die 11.000 €. Fast 6.000 € zusätzlich muss man bezahlen, um den Bachelor of Arts in der jeweiligen Richtung zu machen. Das Ansehen des Studium in der Berufswelt ist unterschiedlich. Die einen sprechen von Unklarheit, inwieweit die Studiengänge anerkannt sind, die SAE sieht alle Anforderungen zur Anerkennung erfüllt. Ein Punkt, den wir ansprechen werden!
Und bei so viel Geld, das man zahlen soll, muss das ja eine ziemlich gute Ausbildung sein. Danach hat man bestimmt einen richtig guten Job. Nun ja wir bleiben skeptisch und schauen, was uns vor Ort erzählt wird!

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,,Jetzt zählt erst mal nur Rio!“

Die sehbehinderte Schwimmerin Emely Telle ist eine der deutschen Medallienhoffnungen für die Paralympischen Spiele 2016 in Rio. Im Interview spricht die 18-Jährige Vize-Weltmeisterin über ihren Weg zum Schwimmen, ihr Leben neben dem Sport und die Spiele in Rio.

Ein Interview von Oliver Mattutat

1596804_829160193799159_6937318286159670598_oOliver Mattutat: Wann und wie kamst du zum Schwimmen?
Emily Telle: Das war 2007. Da war ich zehn Jahre alt. Ich war auf einer Sehbehindertenschule.  Wir haben einen Schwimmwettkampf gemacht und da wurde ich von einer Trainerin entdeckt.

Wann wurde es zum Leistungssport für dich?
Ich bin erst mal zweimal die Woche zum Training gegangen. Dann später in Erfurt auf der Sportschule wurde das Trainingspensum schon höher. Irgendwann, als ich gemerkt habe, dass ich den Sport sehr liebe und sehr erfolgreich werden möchte, bin ich nach Berlin gegangen.

Was ist das Wichtigste für dich beim Schwimmen? 
Ich denke, das Wichtigste ist das Team um einen herum und wie der Trainingspartner oder die Trainingspartnerin ist. Wenn das ein Idiot ist, mit dem ich schwimmen muss, ist das schon blöd. Aber wenn das jemand ist, mit dem ich echt Spaß habe, lacht man auch viel. Das ist das Wichtigste.

Du wurdest vom Tagespiegel als „Gute-Laune-Schwimmerin“ betitelt. Ist das auch deine Mentalität, dass du versuchst gute Laune zu versprühen?
Ich bin auch oft schlecht gelaunt beim Training. Was da beschrieben wurde, ist eher meine Wettkampf-Laune. Denn da bin ich meistens glücklich und locker. Beim Training wechselt es oft.

Konzentriert und gut gelaunt im Wettkampf! Foto: Nora Erdmann

Konzentriert und gut gelaunt im Wettkampf!
Foto: Nora Erdmann

Welche Erfahrungen hast du mit deiner Behinderung im Sport gemacht?
Ich mache ganz normal Training wie die anderen Menschen. Die einzige Behinderung ist die Wende wegen meiner Augen.

Findest du, dass der Behindertensport  in Deutschland ausreichend Beachtung findet?
In Deutschland eher nicht. Der Schwimmsport allmgemein erfährt nicht so viel Beachtung. Es gibt so viele Sportarten, die nicht beachtet werden, zum Beispiel Rudern oder Volleyball. In Deutschland ist im Vordergrund nur der Fußball und das ist schade. In England zum Beispiel ist jede Sportart gleich wichtig und wird finanziell gleich unterstützt. Das finde ich besser.

Was hast du nach deiner Schulzeit vor?
Nach meinem Abitur möchte ich gerne Modejournalismus studieren, wenn sich meine Interessen nicht verändern.

Du trainierst 25 Stunden die Woche und gehst zur Schule. Bleibt da noch freie Zeit?
Ja, doch. Wenn ich ein Wochenende frei habe, mache ich schon sehr viel. Das endet meistens im Stress, weil ich mir zu viel vornehme. Ich gehe dann shoppen und feiern. Ich versuche an einem Wochenende alles rauszuholen, was ein normaler Jugendlicher so macht.

Welche Erwartungen hast du an die Paralympischen Spiele in Rio – sportlich und privat?
Sportlich ein Medaille. Das ist schon das Ziel. Und privat, dass ich einfach glücklich bin. Danach habe ich zwei Monate frei und möchte viel mit meiner Familie machen und genießen, dass ich das geschafft habe.

Welche Ziele hast du darüber hinaus oder ist alles auf Rio ausgerichtet?
Jetzt zählt erst mal nur Rio! Alles danach ist im Moment unwichtig.

Zum Schluss möchte ich dich bitte, dass du folgenden Satz vervollständigst: Das Jahr 2016 wird für mich…
sehr Nerven aufreibend und spannend. Danke für das Gespräch und viel Erfolg!

 

 

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Größer. Schärfer. Intelligenter.

Die IFA 2015 ist vorbei und die großen Neuheiten blieben aus, aber dennoch waren einige Produkte durchaus sehenswert. Ein Rückblick.

Text und Fotos von Oliver Mattutat
(Beitragsbild: Messe Berlin)

Smart, also intelligent, war das Zauberwort der Technikbranche, auch dieses Jahr wieder. Smart- TVs, Smart-Home und Smart-Phone waren die wichtigsten Bereiche auf der IFA dazu. Alle drei sind auch auf dem Vormarsch. Smartphone und Smart-TVs haben schon etwas länger unser Leben erobert und sind kaum noch wegzudenken. Das smarte Zuhause (Smart-Home) ist noch nicht so verbreitet.

Foto: Oliver Mattutat

Mit einem Klick den Haushalt steuern.

Bei Smart-Home lassen sich viele Dinge im Haus per Smartphone erledigen. Fenster öffnen, Heizung einstellen und Licht an- oder ausstellen sind nur einige Beispiele. Der Komfort hat aber auch seinen Preis. Sobald die Haushaltsgeräte im Netzwerk sind, können sie zum Ziel von Hackern sein. Ob man dieses Risiko z.B. für einen Kühlschrank,  der zwei Kameras hat, um den Inhalt zu zeigen, auf sich nehmen will,  muss jeder selbst wissen. Hacker können,  wenn sie einmal im Netz sind, alle smarten Geräte fernsteuern. Es wäre doch schon ziemlich unheimlich, wenn man im Bett läge und plötzlich geht die Kaffeemaschine oder das Licht im ganzen Haus an, oder?

Bei den Fernsehern war auch dieses Jahr vierfaches HD, auch UltraHD (UHD) oder 4k genannt, wortwörtlich der große Hingucker. Die Hersteller versuchten sich bei der Größe, der Flachheit und der „Kurvigkeit“ zu überbieten. Kurvige Fernseher, in der Fachsprache Curve TVs, sind gebogen und sollen so ein besseres Fernseherlebnis bescheren.

Foto: Oliver Mattutat

Die Fernseheindustrie steht auf Kurven.

Sogar die ersten Fernseher, die achtfaches HD anzeigen können, waren ausgestellt.
Im Gegensatz zum letzten Jahr sah man UHD diesmal in der Anwendung und dass mit deutlich weniger Fehlern. Auch der erste Fernsehsender, der sein Programm in UHD ausstrahlt, war zu sehen. Pearl.tv, ein Shoppingsender, ist somit der erste kommerzielle, frei empfangbare Ultra HD-Sender Europas.

Außerdem gab es natürlich auch Smartphones und Smartwatches zu sehen. Dronen und Actioncam erfreuen sich auch großer Beliebtheit. Aber so richtig etwas Neues hatten die Hersteller nicht zu präsentieren. Dennoch gab es schöne Demonstrationen der Produkte.

Sie ist wieder da!

Sie ist wieder da!

Zum Schluss noch das: Ein Klassiker kehrt zurück!  Die Polaroidsofortkamera erlebt unter dem Namen Snap ihr Comeback und das mit erstaunlich guten Ergebnissen. Eine Digitalesofortbildkamera mit 10 Megapixeln. Das verspricht Nostalgie pur!

Der technische Fortschritt schreitet weiter voran und nächstes Jahr wird die IFA wieder viele Menschen nach Berlin locken und begeistern. Unsere Prognose: Bei Fernsehern wird weiter an der Perfektionierung von 4k gearbeitet, Smartphones bekommen bessere Kameras und übernehmen noch mehr Funktionen und Smarthome wird unseren Lebenstil weiter verändern. Wir freuen uns drauf!

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DeutschPoeten trotzen dem Regen

Es ist zur Tradition geworden. Jedes Jahr während der Internationalen Funkausstellung veranstaltet Radio Fritz vom rbb sein ,,Die Neuen DeutschPoeten“-Festival. Auch diese Jahr wieder. Acht deutschsprachige Künstler und Bands gaben sich im Sommergarten der IFA die Ehre. Nur das Wetter war nicht besonders sommerlich.

Ein Text von Oliver Mattutat

Über Berlin war ein bedeckter Himmel und ab und zu gab es eine kühle Dusche von oben. Das hielt aber die Zuschauer nicht vom Kommen ab. 12.000 Menschen waren da – ausverkauft!  Dass das Publikum von dem schlechten Wetter abgelenkt wurde, dafür sorgten auch die Künstler mit ihren super Auftritten.

Den Anfang machten Tonbandgerät, die zum Mitsingen animierten. Darauf folgten drei Newcomer. Zuerst Philipp Dittberner, der mit seinem Song ,,Wolke 4″ wohl andere Wolken meinte, als die dich sich über dem Messegelände versammelt haben. Joris machte weiter und überzeugte nicht nur mit Gesang, sondern auch an der Gitarre und am Klavier. Der dritte war Teesy ,der bei seinen Liedern das Tanzen nicht allein dem Publikum überließ, sondern gleich selbst auf der Bühne tanzte.

Die Orsons, die nach Teesy die Bühne betraten, brachten auf jeden Fall ,,Schwung in die Kiste“ und der Sommergarten kochte. Nach dem Auftritt kam auch wieder langsam die Sonne raus. Die Österreicher von Bilderbuch, eine der Newcomerbands des Jahres, folgte als erste nicht deutsche Band überhaupt beim Die Neuen DeutschPoeten-Festival. Energiereich und gewohnt lässig performten sie und hatten sogar Seifenblasen dabei.

Foto: Oliver Mattutat

Foto: Oliver Mattutat

Die beiden folgenden Künstler sind auf gar keinen Fall mehr ,,neu“. Cro und Jan Delay, der von seiner Band Disko No. 1 unterstützt wurde. Den Anfang machte Cro. Und der ließ den Sommergarten brennen – wortwörtlich. Der Stuttgarter, der dieses Jahr sein MTV unplugged Konzert bekam, startete mit einer kleinen Pyroeinlage. Zugegeben: die war wirklich klein. Unterstützt von seiner Band legte er los und gefühlt im ganzen Sommergarten gingen die Arme hoch. Knapp zwei Stunden unterhielt er das weite Runde mit Songs von seinen zwei Studioalben.

Foto: Oliver Mattutat

Foto: Oliver Mattutat

 

Jan Delay und seine Disko No. 1 rundeten diesen Tag , der musikalisch Klasse war, ab. Wir freuen uns aufs nächstes Jahr, wenn es heißt ,,Die Neuen DeutschPoeten 2016″. Hoffentlich mit ebenso genialen Künstlern und ein wenig besserem Wetter!

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Die ,,Besserwisser“ kommen!

Die Acapella-Gruppe Wise Guys aus Köln ist am 13. September in Berlin zu Gast. Außerdem veröffentlichen sie diese Woche ihr nächstes Studioalbum.

Ein Text von Oliver Mattutat

Die Wise GuysDie Wise Guys (engl. „Besserwisser“) sind die erfolgreichste Acapella-Gruppe Deutschlands. Für alle, die sich jetzt fragen: „Was ist eigentlich Acapella?“, sei gesagt: Acapella ist Musik ohne Instrumente. Alles, was man hört, wird mit dem Mund fabriziert. Wie die Wise Guys ihre Musik selbst erklären, seht ihr in unserem Beitrag nach dem Konzert am 13. September. Zu Gast sind die Kölner für ein besonderes Konzert in der Gethsemanekirche im Prenzlauer Berg. Ab 18 Uhr heißt es dann: „Wise Guys unplugged“, das bedeutet, dass die Fünf nicht nur ohne Instrumente, sondern auch komplett ohne Strom auftreten.

von links: Dän, Nils, Eddi, Andrea und Sari

von links: Dän, Nils, Eddi, Andrea und Sari

Seit über 20 Jahre gibt es die Gruppe in wechselnder Besetzung. Aber immer als Quintett. Und fast ausschließlich auf deutsch. Drei der Fünf Gründungsmitglieder sind noch an Bord. Das sind Dän, Eddi und Sari. Seit 2009 ist der gebürtige Kieler Nils mit dabei. Das neuste Mitglied ist Andrea, der 2013 zur Gruppe stieß und neben seinem Gesangspart auch noch das letzte Album „Achterbahn“ und das neue Album produzierte.
2013 gewannen die Wise Guys den Echo in der Kategorie Crossover für ihr Album „Zwei Welten“. Auch 2015 waren sie mit „Achterbahn“ in jener Kategorie nominiert. Aber diesmal mussten sie sich der US-amerikanischen Violinistin Lindsey Stirling geschlagen geben. Bemerkenswert: Von ihren letzten sechs Alben in den Albumcharts erreichten fünf die Top drei. So richtig auf dem Radar der großen Öffentlichkeit und der Medien sind sie aber nicht, obwohl  sie mit einigen Alben monatelang in den Top 10 der Albumcharts gastierten und jedes Jahr hunderttausende Konzertbesucher begeistern. Auf ihrer Internetseite werden sie als wohl populärster Geheimtipp Deutschlands umschrieben.

Wir werden für euch am 13. September vor Ort sein, um euch die Fünf, falls ihr sie noch nicht kennt, näher zu bringen. Außerdem führen wir mit ihnen ein Interview und fangen Eindrücke des Konzerts ein. Falls ihr nicht vor Ort sein könnt, habt ihr so die Möglichkeit Teile von dem außergewöhnlichen Konzert bei uns zu sehen.

„Läuft bei euch“
So heißt das neue, diese Woche am 04.09. erscheinende, Album der Wise Guys. Erst ein Jahr ist vergangen seit ihr letztes Album erschienen ist.Läuft bei euch
Eine Anspielung auf das Jugendwort 2014 (,,Läuft bei dir!“) ist nicht von der Hand zu weisen. 16 Songs sind auf dem neuen Album und umfassen ein großes musikalisches Spektrum. Es ist das zweite Album, das die Wise Guys komplett
in Eigenregie produziert haben.
Im ersten Lied ,,Acapella“ prangern sie die obengenannte fehlende Wertschätzung ihrer Musik an
(,,Es ist ganz offenbar nichts fürs Formatradio“). Gleichzeitig ist es ein Lobgesang auf ihre ,,Darbietungsform“- Acapella.
Die große musikalische Bandbreite zeigt sich darin, dass neben gefühlvollen Balladen (z.B. ,,Das Lied bei deinem ersten Kuss“) auch Lieder auf der Platte sind, bei denen es schwer fällt, das Wippen der Beine zu unterdrücken (,,Party unter Palmen“ oder ,,Lasst die Sau raus“). Aber auch ein sehr nachdenklicher Song ist dabei. ,,Tim“ heißt er. Er handelt von einer wahren Geschichte eines Mobbing-Falls.
Sarkastisch und ironisch kommentieren die Wise Guys auch die heutige Gesellschaft. So geht es in ,,Selfie“, der ersten Singleauskopplung, um den Wahn mit allem und jedem ein ,,Selfie“ zu machen. Schaulustige auf Autobahnen und geldgierige Funktionäre nehmen die Fünf ebenfalls ins Visier.

Die CD überrascht mit ihrer musikalischen Vielfalt. Mal gefühlvoll, mal zum Tanzen und auch der typische Wise Guys- Humor machen sie zu einem schönen Gesamtwerk. Für Wise Guys Fans ein Muss, für alle anderen eine Gelegenheit zu hören, dass auch nur mit dem Mund hervorragende Musik entstehen kann. Wer noch nie Acapella-Musik gehört hat, muss sich aber erstmal an den Klang gewöhnen.

 

Foto: Universal Music

Finnischer Newcomer geht auf Tour

Im Juni hat Niila die Berliner als Vorband von Sunrise Avenue in der Wuhlheide (wir berichteten) begeistert. Nun geht er im Dezember auf seine eigene kleine Clubtour durch Deutschland.

Ein Text von Oliver Mattutat

Niila ist einer der vielversprechendsten Newcomer der Musikszene. Kannten ihn vor einem Jahr hier in Deutschland wohl kaum Leute, ist er jetzt vielen Leuten ein Begriff. Zugegeben vor allem Leuten, die die finnische Band Sunrise Avenue bei ihrer Open Air Tournee sahen, kennen Niila. Er und seine Band traten bei einigen Konzerten im Vorprogramm der erfolgreichen Rockband auf. Frontmann Samu Haber ist ein guter Kumpel und erkannte schnell, dass Niila großes Talent besitzt. So gab er ihm die Möglichkeit im Juni zum ersten Mal vor Tausenden Leuten aufzutreten. Und er überzeugte.
Außerdem wurde im Juni auch seine erste EP „Sorry“ veröffentlicht. Darauf sind vier Songs, bei denen man schon die unvergleichliche Stimme und Lieder, die ins Herz treffen, hört. Dabei mischt er verschiedene Genres. Singer- / Songwriter trifft auf HipHop-Beats und viele weitere. Grund dafür könnte auch sein Elternhaus sein. Niila selbst sagt: „Unser Haus war vollgestopft mit unzähligen Musikinstrumenten. Mein Dad hatte außerdem einen unheimlich breiten Musikgeschmack.“

Foto: Universal Music

Foto: Universal Music

Bevor er seine EP veröffentlichte, verging viel Zeit. Mehr als sieben Jahre arbeitete er daran. „Ich habe so lange an den Songs gefeilt und bin einen so langen Weg gegangen – ich denke, die Zeit ist nun gekommen, meine Stücke der Welt vorzustellen.“, reflektiert er die Zeit von der ersten Idee bis zur Veröffentlichung. Und so wird auch sein Album, das Ende 2015, Anfang 2016 erscheinen soll, wohl überlegt sein. Zu erwarten ist ein sehr persönliches Album, wenn er den Stil der EP beibehält. Denn er schreibe seine Songs, um mit Erlebnissen abzuschließen. Zum Beispiel „Forgive Me Brother“ oder „Sorry“ zeigen das deutlich.

Seine erste Tour in Deutschland umfasst fünf Städte in sechs Tagen. Den Start macht Berlin am 01. Dezember. Er tritt im Privatclub auf. Beginn ist um 20 Uhr, Einlass ab 19 Uhr.
Nach der Veröffentlichung des Albums kann mit einer größeren Tour durch Deutschland gerechnet werden.
Wir freuen uns auf Dezember und auf neue Lieder, die ein breites Spektrum abdecken.

Ihr möchtet beim Niila-Konzert am 01. Dezember live dabei sein? So kommt ihr an Karten:

Entweder ihr ruft die Ticketmaster-Hotline an – 01806 – 999 000 555 (20ct/Anruf aus dem dt. Festnetz, max. 60ct/Anruf aus dem dt. Mobilfunknetz) – oder geht im Internet auf www.myticket.de oder www.ticketmaster.de. Außerdem gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen ebenfalls Tickets.

Hier könnt ihr Niilas erste Single „Sorry“ hören!

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Poetisch! Deutsch! Berlin!

Das „Die Neuen DeutschPoeten“ – Festival von Radio Fritz vom rbb geht in die 6. Runde. Mit dabei Newcomer und gestandene Stars der deutschen Musikszene.

Ein Text von Oliver Mattutat

Im Sommer 2010 wurde zum ersten Mal das „Die Neuen Deutsch-Poeten“- Festival ausgetragen. Das Astra war ausverkauft und das Konzept kam bei den Zuschauern richtig gut an. Sogar so gut, dass man 2011 in den deutlich größeren IFA-Sommergarten der Messe Berlin umzog. Seit 2010 konnten sich die Zuschauer von Bosse, Tim Bendzko, Maxim, Andreas Bourani und vielen anderen Sängern begeistern lassen. Vor allem die Mischung aus Newcomern und erfolgreichen Musikern macht dieses Festival aus. Auch dieses Jahr ist der Mix gut gelungen.
Am 04. und 05. September wird wieder im IFA-Sommergarten gesungen, getanzt und gute Musik gehört.
Den Anfang machen am Freitagabend (ab 18:30 Uhr) zwei gegensätzliche Bands. Zum einen der allseits bekannte Sänger Clueso, der mit seinem aktuellen Album ,,Stadtrandlichter“ die Nummer eins der deutschen Albumcharts erreichte, und zum anderen als Support AnnenMayKantereit, die sich erst 2011 gegründet haben und gerade an ihrem ersten Album feilen.
Letztere ist ein Kölner Trio. Ihr Bandname setzt sich aus den Nachnamen der Bandmitglieder zusammen (Christopher Annen, Henning May und Severin Kantereit). Über ihre Musik, die vornehmlich auf Deutsch ist, sagen sie selbst, sie sei „ohne Pathos, stattdessen mit Fingerspitzengefühl und dem eigenen Erfahrungsschatz. Es geht in den Liedern um Liebe, Freundschaft, Verlust – das Leben.“

Am Samstag (ab 14 Uhr) folgen dann acht(!) weitere hochkarätige Bands. Der Hamburger Jan Delay – begleitet von Disko No. 1 – ist von ihnen am längsten im Musikgeschäft. Außerdem ist der Aufsteiger der letzten Jahre dabei – Cro. Dieses Jahr bekam er sein ,,MTV unplugged“ Konzert. Das dazu gehörige Album sicherte sich sofort nach Erscheinen die Spitzenposition in den Charts. Ebenfalls im Moment gut dabei sind Die Orsons. Auch sie sind am Start und werden mit ihrer Wortgewandtheit beeindrucken. Schon als Support von Cro in Erscheinung getreten hat Teesy auch mit seinem eigenen Album überzeugt. Der gebürtige Berliner gibt bei den ,,Neuen DeutschPoeten“ einen Vorgeschmack auf seine eigene Tour, die im Herbst startet. Philipp Dittberner steht kurz vor seinem ersten Album, aus dem er sicherlich einige Songs zum Besten geben wird.

von oben links: Cro, Joris, Die Orsons, Tonbangerät Fotos: Alex Bach, Christoph Voy, Paul Ripke

von oben links: Cro, Joris, Die Orsons, Tonbangerät
Fotos: Alex Bach, Christoph Voy, Paul Ripke

Joris, der selbst sagt: ,,Ich seh mich als Geschichtenerzähler und die Musik als Vermittler für meine Geschichten, die ich selbst erlebt habe oder die mich inspirieren.“, wird mit seiner Ausdrucksstärke das Publikum im Sommergarten berühren. Die Hamburger Jungs und Mädchen von Tonbandgerät, die dieses Jahr ihr zweites Album veröffentlichten, und die angesagten Österreicher von Bilderbuch komplettieren den Samstag.

Der Samstag ist schon seit eineinhalb Wochen restlos ausverkauft. Auch für Freitag sind von den 12.000 Tickets nur noch wenige Restkarten zu haben. Ab dem 17. August verlost Fritz vom rbb im Programm und online noch die letzten, begehrten Kombitickets, die für beide Tage gelten.
Wer kein Ticket gewinnt, kann alle Konzerte live im Radio und im Video-Stream auf fritz.de verfolgen. Zusätzlich zeigt der rbb die Highlights am Donnerstag, den 10. September, ab 22: 45 Uhr im Fernsehen.

 

 

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Rockig. Rockiger. Sunrise Avenue!

Am Samstag rockte die finnische Band um Frontmann Samu Haber die Kindl-Bühne in der Wuhlheide Berlin. Aber auch die Vorbands wussten zu begeistern.

Ein Bericht von Oliver Mattutat

Kein Regen, kein Blitz und kein Sturm sind zu sehen gewesen, als am Samstag um 18 Uhr die Tore der Kindl-Bühne für die Zuschauer geöffnet wurden. Diesmal freute es alle Beteiligten, dass die Wettervorhersage mal wieder nicht eintraf. Es strahlte sogar ein wenig die Sonne. Ein lauer Sommerabend war angerichtet.

Als erstes kam der finnische Singer – Songwriter Niila auf die Bühne. Seine Debüt-EP „Sorry“ erschien erst diesen Juni. Folk gemischt mit dem modernen Beatboxen seines „menschlichen Schlagzeugs“ Felix Zenger umspielt mit ein wenig Saxophon. Das ist, was die Jungs auf die Bühne brachten. Lust auf mehr machte der Auftritt auf jeden Fall.

Foto: Oliver Mattutat

Foto: Oliver Mattutat

Unsere Empfehlung: Die Jungs einfach mal auf Facebook besuchen (www.facebook.com/niilamusic) oder am 01. Dezember im Berliner Privatclub bei der ersten eigenen Tour dabei sein. Von Niila werden wir noch einiges hören.
Eine Stunde vor dem eigentlichen Konzertbeginn durfte sich die dänische Synth Rock-/Elektropop Band Carpark North vor den Berliner beweisen. In ihrer Heimat haben sie Platinstatus erreicht. Ihr Sänger  punktete Samstag mit deutscher Sprachkenntnis beim Publikum. Die drei Dänen legten einen energiereichen Auftritt hin und sind am 23. November im C-Club in Berlin zu sehen.

Für 20:30 waren Sunrise Avenue angekündigt. Kurz nach halb gab’s die ersten Pfiffe aus dem nun mit gut 17.000 Menschen gefüllten  Rund der Kindl-Bühne. Das Publikum nutzte die verlängerte Pause aber auch für eine Laola und zum Warmsingen beim alten Klassiker „Ring Of Fire“ von Jonny Cash, der aus den Boxen der Bühne klang.

Dann war es so weit. Um zehn vor neun ging es los. Und wie!
Schon beim ersten Lied „Funkytown“ wurde allen in der Wuhlheide klar: Die Jungs von Sunrise Avenue haben riesige Lust mitgebracht. Auch Zuschauern, die nur Balladen der Finnen kannten, wurde gleich mal gezeigt, dass es sich hier um ein Rockkonzert handelt.
So ging es weiter Schlag auf Schlag. Unfassbar was für ein Feuerwerk abgebrannt wurde. Auch die Zuschauer hatten ihren kleinen aber feinen Anteil daran. „Are you here to sing and party with us“ („Seid ihr hier, um mit uns zu singen und zu feiern“), fragte Samu Haber und das Publikum stimmte lautstark zu. Textsicher präsentierten sich die Berliner den ganzen Abend lang.

Foto: Oliver Mattutat

Foto: Oliver Mattutat

Umso länger der Abend wurde und umso dunkler der Himmel, desto mehr wurden die Massen, die am Anfang eher noch ein wenig lasch waren, gerockt. Als dann der Keyboarder Osmo Ikonen die ersten Töne vom Hit „Hollywood Hills“ anspielte, wurde die Wuhlheide endgültig zum Tollhaus. Ein unglaublicher Jubel brandete auf und es wurde eine riesige große Party. Und auch die Mischung passte. So gab es dann auch Passagen, in denen der Gitarrist Solos spielte oder Samu Haber zusammen mit dem Publikum sang.  Gleichzeitig waren das auch geschickte Überleitungen zu den nächsten Liedern.
Nahezu alle Hits ihres Best-Of Albums spielten die Musiker von Sunrise Avenue. Es blieb kein Wunsch offen. Ob  „I Don’t Dance“ oder „Nothing Is Over“  alles war dabei. Und natürlich brachte die einzigartige Stimme von Samu Haber die ein oder andere Gänsehaut.
Ganz besonders war auch das Ende: Der Keyboarder sang, nachdem die komplette Band von der Bühne gegangen war und Zugabe-Rufe laut wurden, alleine und leitete so den Sunrise Avenue Hit überhaupt ein – „Fairytales Gone Bad“. Mit diesem Song schafften sie 2006 ihren Durchbruch. Bei diesem Lied konnte wirklich jeder vor der Kindl-Bühne mitsingen. Aber danach war dann Schluss. Zwei Stunden Vollgas gaben die Finnen und legten einen klasse Auftritt hin.

Vielen Zuschauer wurde an diesem Abend der Wunsch erfüllt, Sunrise Avenue live zu erleben. Einen musikalischen Wunsch erfüllten sich die Finnen nun selbst. Nächstes Jahr gehen sie mit dem Wonderland Orchestra auf Tour und machen auch in Berlin Halt. Am 15. März im Velodrom. Wer schon immer die rockigen Lieder im orchestralen Gewand hören wollte, kann sich ab sofort Tickets sichern.

Foto: Olaf Heine

Die Wuhlheide rockt!

Am 18. Juli ist es soweit! Die finnische Rockband Sunrise Avenue gastiert auf der Kindl-Bühne in der Wuhlheide. Die Finnen um Frontmann Samu Haber werden die Songs von ihrem Best of-Album „Fairytales – Best of 2006–2014“ performen. Berlinimpuls berichtet vom Konzert.

Ein Text von Oliver Mattutat

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Foto: Universal Music

Open-Air und die Form eines Amphitheaters – Das sind Merkmale der Kindl-Bühne im Berliner Bezirk Oberschöneweide. Sie fasst bis zu 17.000 Menschen. Nach der Waldbühne ist sie die zweitgrößte Freilichtbühne Berlins.
Am 18. Juli wird dort die Luft brennen. Denn die vier Finnen von Sunrise Avenue werden zu Gast sein und dem Publikum mächtig einheizen.
Nachdem sie im Februar in restlos ausverkauften Hallen gespielt haben, gehen sie nun auf Open-Air-Tour und stoppen damit auch in Berlin.
„Fairytales – Best Of“ ist der Titel der Tour. Er bezieht sich auf das im letzten Oktober erschienene Best of-Album der Band, das prompt in den deutschen Albumcharts auf der Nummer eins landete. Mit dabei sind Klassiker wie „Fairytales Gone Bad“ oder „Hollywood Hills“. Mitsingen ist also Pflicht. Aber auch neuere Lieder, zum Beispiel „Nothing Is Over“, die auch auf dem Album erschienen sind, werden gespielt. Und wer nicht mitsingen kann oder möchte, kann sich auf jeden Fall auf die wunderbare Stimme von Samu Haber und eine tolle Show freuen. Gänsehaut ist garantiert bei „Sunrise Avenue live on stage“! Als Vorgruppe ist die dänische Synth Rock-Elektro-Band „Carpark North“, die in ihrer Heimat mit ihrem Album Platinstatus erreicht hat, mit an Board.

2006 hatten Sunrise Avenue ihren Durchbruch mit „Fairytales Gone Bad“. Auf die Frage nach einem Erfolgsgeheimnis sagt Sänger Samu Haber: „Wir erzählen Geschichten, die jeder kennt. Geschichten von Menschen um mich herum. Gut, das tun viele, wir aber suchen nach den Momenten wirklicher Gefühle im echten Leben. Leute verlieben sich, Leute trennen sich, sie bekommen ein Baby, andere verlieren ihren Job. Manche sind glücklich und dann passiert etwas Schlimmes. Wenn das alles keine Stoffe für seelentiefe Lieder sind, dann weiß ich es auch nicht.“
Die Geschichten, die in ihren Liedern erzählt werden, sind aber noch nicht zu Ende erzählt und lassen somit viel Platz für eigene Deutungen. Jeder einzelne kann sie für sich zu Ende denken. Auch das ist die Magie von Sunrise Avenue- Songs. Ab Herbst möchte sich Samu Haber ans Texten für ein neues Studioalbum setzten. Deadlines mag er nicht, sagt er.

Wir sind gespannt! Aber erstmal freuen wir uns auf den 18. Juli!
Karten für das Berlin-Konzert gibt es unter der Ticket-Hotline  01806 – 999 000 555 (20ct/Anruf aus dem dt. Festnetz, max. 60ct/Anruf aus dem dt. Mobilfunknetz), im Internet unter www.ticketmaster.deund www.deag.de sowie an den bekannten Vorverkaufsstellen.

 

Foto: Patrick Liste / Porz Entertainment

„Ich bin nun mal ein Klugscheißer“

Guido Cantz ist nicht nur Comedian, Buchautor und Moderator der Sendung „Verstehen Sie Spaß“, sondern er tourt auch mit Bühnenprogrammen durch die Republik. In unserem Interview gibt er Einblicke in sein aktuelles Programm.

Text und Interview von Oliver Mattutat

Seit gut 25 Jahren steht Guido Cantz nun auf der Bühne und unterhält dabei sein Publikum. In seinem aktuellen Bühnenprogramm „Cantz schön clever“, das auf dem gleichnamigen Buch beruht, blitzt wieder der Schlaumeier in Guido Cantz auf, wie er selbst sagt. Er recherierte lustige, spannende und interessante Fakten aus aller Welt und verbindet diese mit Humor.

Foto: Patrick Liste / Porz Entertainment

Foto: Patrick Liste / Porz Entertainment

Wenn ihr also erfahren wollt, ob man eine Bierflasche mit einer Banane öffnen kann und ob sich Gegensätze wirklich anziehen, habt ihr die Möglichkeit am 03. Juni um 20 Uhr Guido Cantz live in den Wühlmäusen Berlin zu erleben. Das ist die letzte Chance ihn mit diesem Programm in Berlin zu sehen.

Wir haben mit ihm unter anderem über Leute gesprochen, die er gerne hereinlegen würde, über sein Bühnenprogramm und ob wirklich jeder Gag immer klappt.


Berlinimpuls: Herr Cantz, Sie moderieren die Fernsehsendung „Verstehen Sie Spaß?“. Sicherlich werden Sie oft gefragt, ob Sie selbst Spaß verstehen. Ich möchte mal andersherum fragen: Gibt es Bereiche, in denen Sie keinen Spaß verstehen?

Cantz: Ja, die gibt es. Da ich sehr ehrgeizig bin, ist es dann der Fall, wenn ich selber auf dem Fußballplatz stehe. Wenn da nicht alles so läuft, wie ich es gerne hätte, ist mein Spaßverständnis relativ gering. Und auch wenn ich manchmal im Taxi sitze. Da habe ich in letzter Zeit sehr viele schlechte Erfahrungen gemacht.

Gibt es Personen, die Sie bei „Verstehen Sie Spaß?“ gerne mal reinlegen würden?
Da gibt es eine Menge. Ich würde super gerne ein paar hochrangige Politiker erwischen. Das ist nicht so einfach. Angela Merkel wäre ein Ziel und Jogi Löw (Anm. d. Red. Fußballbundestrainer) auch. Je prominenter, desto besser.

Sie sind ein Multitalent. Moderator, Comedian, Buchautor und in Ihrem Bühnenprogramm spielen Sie sogar Klavier und singen dazu. Gibt es was, was Sie nicht können? Beziehungsweise gibt es was, dass Sie gerne können würden?
Es gibt garantiert viele Dinge, die ich nicht kann. Was ich gerne können würde, wäre Gitarre spielen, weil ich nur Klavier und Schlagzeug spielen kann und sich das Prinzip Gitarre mir nie so richtig erschlossen hat. Und eine Gitarre ist auch deutlich transportabler. Ich würde auch gerne besser Tennis spielen können. Und was ich auf jeden Fall mal wieder besser können würde, was ich mal besser konnte, ist Spanisch sprechen.

In Ihrem Bühnenprogramm und dem gleichnamigen Buch „Cantz schön clever“ haben Sie verblüffende Fakten der Welt recherchiert. Gibt es was, dass Sie am meisten überrascht oder fasziniert hat?
Eine Stelle aus der Bibel. Ich bin katholisch, gehe in die Kirche und war auch acht Jahre Messdiener, aber ich habe meine Zeit nie intensiv mit Bibellesen verbracht. Für mein Buch habe ich das gemacht und bin auf eine Stelle im Alten Testament gestoßen -das „Hohelied“ der Liebe (Anm. d. Red. zu finden im Alten Testament unter „Hoheslied“ bei den „Lehrbüchern“). Das ist sehr interessant und ein sehr eindeutiger Teil der Bibel. Dort geht es um die Liebe zwischen Mann und Frau. Da werden
Komplimente gemacht und ich möchte wissen, ob diese Komplimente auch noch im Jahr 2015 funktionieren. Das ist eine sehr lustige und spannende Stelle in der Bibel.

Foto: Patrick Liste / Porz Entertainment

Foto: Patrick Liste / Porz Entertainment

Was kann man von Ihrem Bühnenprogramm erwarten?
Viel Lachen natürlich.  Und weil ich nun mal ein Klugscheißer bin – ich kann halt nicht raus aus meiner Haut – finde ich es gut, wenn jeder aus dem Publikum so ein, zwei Fakten mitnehmen kann und sie beim nächsten Vorstellungsgespräch einfach mal fallen lassen kann. Ich finde Worte wie Placomusophilie toll. Zum einen ist es ein tolles Wort und wenn man dann noch sagen kann, dass das Sammeln der Metallplättchen von Champagnerkorken ist, kann man gut andere beeindrucken.

Gibt es einen Gag, der mal so richtig in die Hose gegangen ist?
Oh Gott, da gibt es viele. Es gibt Gags, bei denen denkt man beim Schreiben:„Das ist ein riesiger Brüller“, und der funktioniert auf der Bühne einfach nicht.  Mich packt dann immer der Ehrgeiz und ich versuche die Gags anders zu erzählen z.B. einen Witz, den ich immer in der Zugabe gebracht habe. Aber der hat einfach nicht geklappt und dann muss man sich davon trennen.

Was macht Ihnen mehr Spaß, die Moderation von „Verstehen Sie Spaß?“ oder das Auftreten mit Ihrem Bühnenprogramm?
Mir macht Spaß, dass ich beides machen kann. Das Unterschiedliche macht mir Spaß. Das Tolle ist, dass es nicht langweilig wird. Ich moderiere, mache mein Bühnenprogramm und habe jetzt gerade ein neues Buch geschrieben, was im Herbst rauskommt. Das ist das, was Spaß macht. Würde ich nur eine Sache machen, wäre mir wahrscheinlich relativ schnell langweilig.

Sie treten am 03. Juni um 20 Uhr in den Wühlmäusen in Berlin auf. 
Was sind die ersten drei Assoziationen, wenn Sie an Berlin denken?
Erstmal ist Berlin eine große, tolle Stadt. Meine zweite Assoziation sind große Fußballspiele z.B. das Weltmeisterschaftsfinale 2006 und das DFB-Pokal-Finale jedes Jahr. Und das Dritte: In Berlin gibt es Läden zum Einkaufen, aber auch Bars und Clubs, die es in Deutschland so nicht gibt und vielleicht sogar weltweit ihresgleichen suchen.

Vielen Dank Herr Cantz für das Gespräch und  weiter viel Erfolg mit Ihrem Bühnenprogramm!

 

ALEXBOMME

Alexander Bommes – vom Profihandballer zum gefragten Moderator

Alexander Bommes ist der Newcomer im öffentlich-rechtlichen Fernsehen der letzten Jahre. Wir haben mit ihm gesprochen.

Text und Interview von Oliver Mattutat

Foto: Uwe Ernst / ARD

Foto: Uwe Ernst / ARD

Es ist nicht unüblich, dass ehemalige Profisportler später ins Fernsehen drängen. Aber die meisten kommen dort nicht über die Expertenrolle hinaus. Bei Alexander Bommes ist das anders. Er spielte u.a. für Dormagen und Gummersbach in der ersten Handball-Bundesliga. Nach seiner Profikarriere begann er ein Volontariat beim Norddeutschen Rundfunk. Das war 2006. Und heute 2015 moderiert er Sportveranstaltungen, seine eigene Talkshow zusammen mit Bettina Tietjen – „Bettina & Bommes“ – seine eigene Quizshow und ab Juli die Samstagssportschau. „Gefragt – Gejagt“ heißt das Quiz. Es läuft seit 2012 im NDR Fernsehen und schafft es nun ins Hauptprogramm.
Ab 18. Mai läuft „Gefragt – Gejagt“ immer montags bis freitags um 18 Uhr in der ARD.

In unserem Interview sprechen wir mit ihm über die Sendung, aber auch über seine steile Karriere im öffentlich-rechtlichen Fernsehen.

©Manuel Berninger

Ein Mann. Ein Anzug. Ein Mikrofon.


Der Humorist Sebastian Pufpaff begeistert die Menschen. Was macht er überhaupt? Und ist das überhaupt etwas für Jugendliche?

Ein Text von Oliver Mattutat

©Manuel Berninger

Foto: Manuel Berninger

Sebastian Pufpaff ist einer der erfolgreichsten Kabarettisten Deutschlands. Um die wohl meist gestellte Frage gleich zu Anfang zu beantworten: Ja, sein Nachname ist echt. Er ist kein Künstlername. Sebastian Pufpaff erzählte in einer Talkshow, dass der Name auf seine Vorfahren zurückginge, die mit Schießpulver gehandelt hätten.
Nach seinem Politikwissenschaftsstudium gründete er mit zwei Freunden sein erstes Kabaretttrio „Das Bundeskabinett“, mit dem er auch die dunklen Seite des Künstlerseins erlebte, zum Beispiel leere Spielorte oder Fischvergiftung auf der A9. Doch seit 2010 geht’s aufwärts. In dem Jahr bekam er den Publikumspreis beim Prix Pantheon, einem Kabarett-Wettbewerb, der jedes Jahr stattfindet. Sein erstes Programm „Warum?“ kam super beim Publikum an.
Nun ist er mit seinem zweiten Programm unterwegs. „Auf Anfang“ heißt es. In unserem Interview, das ihr in voller Länge unter diesem Text findet, sagt er, dass sein Programm jetzt auch ein paar Jahre diesen Titel behalten wird. Aber es wird regelmäßig aktualisiert.

In seinem Programm erzählt er die verschiedensten Geschichten. Er hat keinen Text, sagt er, er erzählt Pointen. Und das macht er hervorragend. So beginnt er: „Sie kommen hier her, um zu sehen, wie ich mich aufrege. Aber ich kann mich im Moment gar nicht aufregen. Ich wache sogar morgens auf und lächle. Grundlos! Wir haben einen Ausländer im Ort und der ist integriert und selbst mein Nutella-Brot ist auf die Brotseite gefallen. Es läuft!“ Pufpaff führt durch den Abend mit verschiedenen Gesichtern. Einem bleibt er aber treu. Seinem Anzug. Sein Programm besteht aus Autobiografischem, Satire und Anekdoten. Dabei vergisst er aber nicht der Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten. So stellt er provokant das Gedankenexperiment auf, dass ein Ausländer Kanzler werden würde, und das dann auch richtig gut macht. „Wäre schlimm, oder?“ fragt er das Publikum. Für Sebastian Pufpaff gibt es keine Ausländer. „Es gibt nur Arschlöcher und Nicht-Arschlöcher.“ Sein Wunsch ist, dass wir uns alle mal „blitzdingsen“, also alles vergessen, um Leute wieder neu einzuschätzen und vorurteilsfrei zu bewerten. Genau darauf zielt auch der Programmtitel „Auf Anfang“ ab.
Pufpaff ist einer der Kabarettisten, die gerne mit ihrem Publikum kommunizieren. So fragt er mancherlei Sachen und nimmt Anmerkungen aus dem Publikum auf. Er bezieht das Publikum mit ein, zum Beispiel auch beim Thema Scheidungen: „Jede zweite Ehe wird heute geschieden. 1, 2, schade. Da hast du wohl Pech gehabt.“
So wie er in seinem Vorgängerprogramm fragte, wer zum Beispiel die Tür Tür genannt hat, so stellt er auch in seinem jetzigen Programm interessante Fragen. „Der Strudelwurm ist das dümmste Tier der Welt. Wie hat man das herausgefunden? Hat man verschiedene Tiere in einen Kreis gesetzt und gefragt: Was ist 1 + 1? Und alle haben nachgedacht nur der Strudelwurm hing da so rum?“

Pufpaff schafft es zwei Stunden lang das Publikum zu begeistern und in seinen Bann zu ziehen. Es ist auf jeden Fall etwas für Jugendliche, weil er nicht nur harte politische Themen behandelt, sondern auch lustige Geschichten erzählt, bei denen man aus dem Lachen gar nicht herauskommt. Auch das Kabarett wandelt und öffnet sich für jüngeres Publikum. So drängen immer mehr Künstler auf die Bühne, die auch wieder junge Leute in die Theater locken. 
Wenn ihr euch selbst ein Bild von ihm machen wollt,  empfehle ich euch, unser Interview anzuhören und bei YouTube seine Sendung „Pufpaffs Happy Hour“ anzusehen.

Ihr werdet merken, Kabarett macht Spaß!

Hier das ganze Interview mit Sebastian Pufpaff

Foto: Dieter Schütz / pixelio.de

Wie viel dürfen sich Medien erlauben ?

Die Berichterstattung über den Flugzeugabsturz in Frankreich – ein Armutszeugnis für den deutschen Journalismus

Ein Kommentar von Oliver Mattutat
(Beitrags-Foto: Dieter Schütz / pixelio.de)

Kurz nach der ersten Meldung über einen möglichen Absturz überschlug sich die deutsche Medienlandschaft. Es gab zwar noch keine gesicherten Informationen, aber um zu spekulieren, braucht man nicht zwangsweise Fakten. Und so häuften sich die Spekulationen im Fernsehen und auf den Internetseiten der Medienhäuser.
Es ist diese Art von Sensationsgier, die perfide erscheint. Der Zwang immer als erstes über das zu berichten, was gleich passiert, also schneller als „live“ zu sein, lässt für Fingerspitzengefühl keinen großen Raum. Ein Moderator bei den BBC World News ermahnte in den ersten Stunden nach der ersten Meldung, klar zwischen bestätigten Fakten und Spekulationen bzw. Behauptungen zu trennen. Leider haben nicht viele so ein Verantwortungsbewusstsein.

Im Laufe des Tages wurde es dann traurige Gewissheit. 150 Menschen starben bei dem Absturz. Darunter auch Schüler aus dem Gymnasium Haltern. So zogen die Kamerateams vom Flughafen Düsseldorf ab und machten sich auf den Weg nach Haltern, um von dort zu berichten. Leider fehlte es auch dort bei der Berichterstattung an allen Ecken und Enden an Feinfühligkeit. Nicht unkenntlich gemachte trauernde Schüler oder sogar Interviews mit Schülern wurden gesendet und publiziert. Wie extrem das Medienaufgebot in Haltern gewesen ist, zeigt der Bericht eines Schülers des Joseph-König-Gymnasiums. Am Anfang waren es nur Regionaljournalisten, die sich an der Schule befanden. Später dann mehrere Übertragungswagen von den großen Medienmachern. Die Bildzeitung rief sogar bei diesem Schüler an und wollte Informationen haben. Außerdem wurde bekannt, dass ein Spiegel-TV Reporter in Haltern an Türen geklingelt haben soll, um Leute zu befragen. Unglaublich wie weit Medienleute gehen, um an Geschichten zu kommen. Das war aber nur der Tag der Katastrophe.

In den folgenden Tagen kamen immer mehr Details über den Absturzhergang ans Tageslicht, die breit genug veröffentlicht und diskutiert wurden.
Als die Marseiller Staatsanwaltschaft dann den Namen des Co-Piloten veröffentlichte, machte dieser und ein Foto von ihm in sämtlichen Medien die Runde. Ob die Veröffentlichung des Namens nötig war, um dem Zuschauer einen Mehrwert zu geben, lässt sich diskutieren. Klar ist, dass alle Menschen mit dem gleichen Namen schnell eine volle Mailbox hatten. Nicht immer waren es nette Anrufe, wie man sich vorstellen kann.
Die Polizei suchte im Elternhaus des Co-Piloten nach Beweisen. Ein jeder, der im Fernseher den Beitrag über diesen Vorgang sah, konnte das Haus der Eltern im rheinland-pfälzischen Montabaur erblicken. Ob die Eltern, die mit den Tod ihres Sohnes schon einen großen Schicksalsschlag erlitten haben, in diesem Ort noch einen ruhigen Moment haben können, bleibt abzuwarten. Stand heute ist es zum Glück in Montabaur ruhig geblieben.

Dieses Unglück lehrt uns ,die im Medienbereich arbeiten, wieder mal, dass man seine Begierde nach aktuellen Nachrichten und Sensationen gerade in solchen Situationen zurückstellen sollte und Sendeminuten und Webseiten nicht mit Spekulationen zu füllen. Gerade dann gilt es den Pressekodex zu beherzigen. Dort heißt es in Ziffer 11:

Die Presse verzichtet auf eine unangemessen sensationelle Darstellung von Gewalt, Brutalität und Leid. Die Presse beachtet den Jugendschutz.

Es stellt sich die Frage auf: Hätten es nicht auch zwei oder drei Kamerateams am Gymnasium in Haltern getan? Die Aufnahmen hätten dann unter den Medienhäusern verteilt werden können. Ob drei oder zehn Kamerateams, das Abgebildete würde es nicht ändern. 
Das nächste medienintensiven Ereignis rund um den Flugzeugabsturz steht am 17. April an. Der Gedenkgottesdienst im Kölner Dom.
Hoffentlich wahren die Medien dort eine gewisse Distanz und lassen den Angehörigen und Freunde gebührende Ruhe, um zu trauern.

Wie hast du die Berichterstattung über den Absturz erlebt?

BRAUCHTBERLINOLYMPIA

Sommermärchen oder Millionengrab?

Die Olympiabewerbung Berlins teilt die Bevölkerung in drei Lager. Die einen dafür, die anderen dagegen, und wiederum anderen ist es völlig gleich. Uns ist es nicht egal. Deshalb blicken wir kritisch auf diese Großveranstaltung.

Ein Kommentar von Oliver Mattutat

Pro: Sommermärchen 2.0

Schon 2006 war die Welt „zu Gast bei Freunden“. Während der Weltmeisterschaft konnte sich ganz Deutschland weltoffen zeigen. Auch die Hauptstadt Berlin bekam viel internationales Lob. Und Olympia passt perfekt in diese Stimmung, weil es ist ein Friedensfest. Sportler aus aller Herren Länder messen sich in unzähligen Disziplinen. Zuschauer aus den verschiedensten Ecken der Welt feuern während der Wettkämpfe die Athleten an. Eine einzigartige Stimmung entsteht. Denn trotz aller Rivalität steht Olympia für Sportsgeist und Fairness. Der Olympische Gedanke würde wieder in Berlin aufleben. In der Stadt, die eine einzigartige Geschichte hat. 1936 waren die Olympischen Spiele das letzte Mal in Berlin. Damals eine einzige Inszenierung der Nationalsozialisten. Die grausame Zeit des Nationalsozialismus darf nicht vergessen werden. Dennoch wird durch Olympische Spiele diese Zeit nicht verdrängt, viel mehr kann man diese Großveranstaltung dazu nutzen, daran zu erinnern und zu feiern, dass es heute nicht mehr so ist. Die Teilung Deutschlands zusammenhängend mit der Berliner Mauer ist ein weiterer Teil der außergewöhnlichen Geschichte Berlins.
Durch die Investitionen, die rund um Olympia gemacht werden, sollen die Sportstätten profitieren. Denn eine Reihe davon soll im Zuge der Vorbereitung saniert werden. Weil durch die Paralympics eine behindertengerechte Stadt gefordert ist, würde die Barrierefreiheit in Berlin vorangetrieben. Auch der soziale Wohnungsbau sei durch den Bau des Olympischen Dorfes in Tegel garantiert.

Contra: Das Geld, welches für Olympia veranschlagt wird, könnte viel besser verwendet werden.

Natürlich dreht sich bei den Olympischen Spielen alles ums Geld. Es lohnt sich, auf einige Zahlen einen Blick zu werfen. Der Senat veranschlagt zwei bis zweieinhalb Milliarden Euro, die rund um Olympia ausgegeben werden müssen. Diese Zahl ist ja schon sehr hoch. Blickt man dennoch auf die letzten Spiele in London 2012, kann einem Angst und Bange werden. Die Kalkulation der Londoner ähnlich zu der des Berliner Senats. Am Ende standen in der Bilanz aber nicht zweieinhalb Milliarden, sondern 15 Milliarden. Also sechsmal mehr als vorher angenommen. Das kann Berlin nicht stemmen. Wenn es um Bildung oder ähnlich wichtige soziale Angelegenheiten geht, verweist der Senat zu meist auf die klamme Stadtkasse und die hohen Schulden. Aber eine Großveranstaltung wie die Olympischen Spiele kann sich geleistet werden. Ein wenig suspekt ist das schon. Auch kostet die Bewerbung alleine 50 Millionen Euro.
Der Vertrag, den die austragende Stadt mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) abschließen muss, enthält viele merkwürdige Klauseln. So soll es eine Fahrspur geben, die sogenannte „Olympic Lane“, die nur von Offiziellen befahren werden darf. Ob sich das überhaupt umsetzen ließe, kann ich nicht beurteilen. Weiterhin fordert das IOC, eine Steuerbefreiung und ein Werbemonopol während der Spiele in der jeweiligen Stadt.
Es ist zu erwarten, dass auch viel Geld eingenommen wird. Aber dieses Geld wird der Breitensport nicht zu sehen bekommen. Denn der Weiterbetrieb der Olympiaanlagen allein wird einen großen Teil der Einnahmen schlucken.


Fazit:

Olympia in Berlin wäre eine Großveranstaltung fürs Gefühl und fürs Herz. Rein wirtschaftlich muss gesagt werden, dass sich eine Bewerbung sehr schwer rechtfertigen lässt.
So oder so kann diese Diskussion am 21. März ganz schnell beendet sein. Falls sich der Deutsche Olympische Sportbund für Hamburg entscheidet, wird der Fokus in Berlin ganz schnell wieder auf etwas anderes gerichtet. Ein oder zwei Dinge würden mir da spontan einfallen.

 

Was hältst du von der Olympiabewerbung Berlins? Sag‘ uns deine Meinung!

Bild: Tim Reckmann / pixelio.de

Wozu Berlinale? Pro & Contra zum Filmfestival

Bild: Tim Reckmann / pixelio.de

Bild: Tim Reckmann / pixelio.de

Die Berlinale spaltet die Geister. Braucht man dieses Festival eigentlich?

ein Kurzkommentar von Oliver Mattutat


Contra: Viele wollen, nicht alle können hin zur Berlinale

Das Kartenverkaufssystem ist eines der meist diskutierten Themen rund um die Berlinale. Vorverkaufsstart war der 02. Februar um 10 Uhr. Aber schon früh morgens waren viele Filmfans am Potsdamer Platz anzutreffen. Das System, in dem die Tickets vergeben werden, muss man erstmal verstehen. Drei Tage im voraus kann man Karten für die jeweilige Vorstellung erwerben beziehungsweise vier Tage, wenn es eine Wiederholung ist. Aber ein Ticket zu ergattern ist gar nicht so einfach. Viele Veranstaltungen sind binnen weniger Momente ausverkauft und viele gehen leer aus.

Auch die Überflutung der Stadt durch Eventtouristen stellt ein Problem für Einheimische dar. Natürlich ist Berlin immer, ich möchte sagen, belebt, aber zur Berlinalen kommen abertausende Touristen in die Stadt und es wird voll. Der Bund unterstützt den ganzen Zirkus mit 6,5 Millionen Euro. Ob das gut investiertes Geld ist, muss jeder für sich entscheiden.

Pro: Ein Festival der Sinne, das nicht nur Mainstream abbildet

Die Berlinale ist mit fast einer halben Millionen Besuchern das größte Publikumsfestival der Welt. Es ist das Einzige aus Deutschland kommende A-Filmfestival. Die 65. Ausgabe startete nun am 5. Februar mit einer Eröffnungsfeier, auf der sich viele Weltstars die Ehre gaben z.B. Christoph Waltz.
Mit 441 Filmen aus 72 Ländern bietet sie eine große Bandbreite. Filme aus den unterschiedlichsten Genres werden in ein Dutzend Berliner Kinos gezeigt. Für die Kinobesucher sind besonders die Independent Titel und die Newcomer sehr interessant. Denn auf der Berlinale werden auch nicht so bekannte Titel gezeigt und unter denen gibt es auch die ein oder andere Perle. Auch die Eintrittspreise sind erschwinglich und so können sich auch Kinder und Jugendliche einen Kinobesuch locker leisten.
Dieses Event ist selbstverständlich auch für die Stadt Berlin ein Gewinn. Eine Unzahl von Touristen strömt in die Stadt und somit schwemmen sie auch Geld in die Kassen der Läden in Berlin.
Die Berlinale unterstreicht das Thema Kultur der Hauptstadt und ist ein Erlebnis für Jung und Alt.

Fazit: Die Berlinale ist ein Event, das der Stadt einen Mehrwert gibt. Man kann die Veranstaltung durchaus kritisch sehen, aber man muss auch beachten, dass es überwiegend positive Aspekte gibt. Unter den 441 Filmen ist für jeden Geschmack etwas dabei und man kann in kurzer Zeit einen Einblick in die verschiedensten Genres gewinnen.

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