Kindertrödelmarkt

Primark erobert Berlin

Primark – eine 1969 in Irland gegründete Modekette, welche seit 2009 auch in Deutschland Filialien eröffnet. Bisher sind es schon sieben Stück: unter anderem in Frankfurt oder auch Bremen. Und die Eröffnung einer achten Filliale steht kurz bevor. Mitte 2012 soll im Schloß-Straßen-Center in Berlin-Steglitz die erste Berliner Primark-Filiale seine Tore öffnen, Ende des Jahres eine zweite am Alexanderplatz.

Wenn überhaupt kennt man die irische Modekette nur aus dem Londonurlaub, oder eben, wenn Primark schon einen Standort in der eigenen Stadt hat. Das Unternehmen punktet vor allem mit seinen unschlagbar tiefen Preisen und, im Vergleich zu anderen Discount-Ketten, sehr modischen Artikeln, weniger mit der Qualität der Produkte: Neben Kleidung führt das Unternehmen auch Schuhe, Schmuck und Dekorationsartikel.

Noch ist Primark „relativ“ unbekannt, jedoch fürchten viele, dass die Verbreitung der Kette auf dem deutschen Markt dazu führen könnte, dass der Reiz am irischen Unternehmen verloren gehen könnte, da dann jeder mit dem Pulli rumläuft, den man sich eigentlich als „Souvenir“ für 4 Pfund im Urlaub gekauft hatte.

Meiner Meinung nach ist das aber eben unabdingbar, da die Preise in solchen Ketten ja gerade deshalb so günstig sind, da man ja nicht für Exklusivität zahlt. Der einzige Punkt an dem der Reiz verloren gehen könnte ist der, dass es dann nichts besonderes mehr ist, bei Primark einkaufen zu gehen, da zukünftig bestimmt in jeder größeren Stadt in Deutschland eine Filiale zu finden sein wird.

Ein anderer Kritikpunkt ist der an den Bedingungen, unter denen Billig-Mode-Ketten produzieren. Doch bedeutet dass Primark automatisch noch schlechtere Arbeitsbedingungen hat als beispielsweise H&M, da sie ihre Artikel noch günstiger verkaufen können? Heisst billiger automatisch schlechter?

Ich habe mal recherchiert: Die Produktionsländer sind die gleichen: Sie liegen zum größten Teil alle in Süd-Osten Asien, Indien zum Beispiel. Generell wird heutzutage in unserer globalisierten „Wegwerfgesellschaft“, in der Aktualität einen höheren Stellenwert als Qualität und Nachhaltigkeit hat, meist nur auf sein eigenes Wohl geachtet. Dass möglicherweise Kinder, die vielleicht nicht mal halb so alt sind wie wir, statt in die Schule zu gehen, arbeiten gehen und an 16-Stunden-Arbeitstagen unserer Kleidung fertigen, um ihre Familien über Wasser zu halten, wird meist ausgeblendet. Erst vor ein paar Wochen hat die ARD z.B. im H&M Markencheck ausführlich darüber berichtet.

Im Grunde glaube ich, dass es unter dem ethisch-moralischem Aspekt keinen Unterschied macht, ob man ein T-Shirt für drei Euro bei Primark, für sieben Euro bei H&M oder für 30 Euro bei Hollister kauft, da alle Firmen in den gleichen Ländern, meist sogar in denselben Fabriken produzieren lassen. Der Preisunterschied kommt also eher durch Marketingkosten zu Stande.

Um wirklich sicher gehen zu können, dass in der Produktion seiner Kleidung alles mit rechten Dingen zu ging, muss man schon bei Unternehmen einkaufen, die ausschließlich im eigenen Land produzieren oder Unternehmen, die sich auf „fair-trade-Kleidung“ spezialisiert haben.

Im Allgemeinen sollte man versuchen, wenn man einkaufen geht, nicht auszublenden, was für eine Reise das Produkt, das man in den Händen hält, schon hinter sich hat, und durch wessen Hände es möglicherweise schon gegangen ist. Vielleicht ist es manchmal besser, etwas zu sparen, um sich guten Gewissens neue Kleidung zu kaufen, auch wenn ich weiß, dass das nicht leicht ist, aber man hat ja auch länger was davon, wobei man natürlich darauf achten muss, dass es wirklich „fair-trade“ Produkte sind: Denn im Gegenschluss heisst es:  Teurer bedeutet nicht immer fairer.

 

Christian Wullf - Verpeilt wie immer

Radio-Kolumne: “Das ist das Ende – Vorbereitungen auf den Weltuntergang” – Teil 2 – Heute mit Christian Wulff

Welcher Staat wird am 21.12.2012 ohne Bundespräsident untergehen?

Ein David’scher Christian Wulff ist zu Gast in Davids Version von Günther Jauchs beliebter Quizsendung „Wer wird Millionär“. Doch wie weit wird es der (Noch-) Bundespräsident schaffen, sich auf der Gewinnleiste nach oben zu beantworten? David kann es euch sagen: