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Ein Wochenende im Ministerium – Einladung zum Staatsbesuch 2014

Am kommenden Wochenende (30./31.8.) ist es wieder soweit: Die 14 Ministerien, das Bundeskanzleramt und das Presse- und Informationsamt öffnen ihre Türen für Besucher.

Es gibt nicht nur zahlreiche Infostände, sondern auch Veranstaltungen wie Gespräche und Interviews mit prominenten Gästen, Hausführungen, Spiele, Musik- und Bühnenhighlights, usw. Das zentrale Thema ist dieses Mal „25 Jahre Einheit und Freiheit“, an die z.B. durch Ausstellungen und Gespräche mit Zeitzeugen erinnert wird.

Egal, ob man nun politisch interessiert ist, sich für Geschichte begeistert, sich über bestimmte Projekte informieren oder sich einfach nur einen schönen Tag machen möchte, es ist für jeden etwas dabei.

Hier findet ihr die Highlights des Wochenendes, während hier das gesamte Programm vom Staatsbesuch 2014 zu finden ist.

Zusätzlich bietet die Bundesregierung einen kostenlosen Shuttleservice zu allen Veranstaltungsorten.

 

 

 

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Filmcheck: Divergent – DIE BESTIMMUNG

Jeder Sechzehnjährige muss sich entscheiden, ob er bei der Fraktion bleiben will, zu der seine Familie gehört. Oder ob er wechseln will. Keine leichte Entscheidung…

Von Katja

 

Divergent ist die Verfilmung des Science-Fiction-Romans „Divergent” bzw. „Die Bestimmung“, wie es bei uns im Deutschen heißt, von Veronica Roth.

Der Film spielt in einer Gesellschaft, die sich in 5 verschiedene Lebensformen, in 5 Fraktionen, geteilt hat. Jede von ihnen hält eine andere Eigenschaft für den entscheidenden Makel, der für alles Böse in der Welt verantwortlich ist. Es gibt die Amite, die Ken, die Candor, die Altruan und die Ferox. Die Amite halten Aggression für diesen Makel und stehen daher für Freundschaft und Friedfertigkeit. Die Ken schätzen Wissen und die Candor Freimütigkeit, da sie Doppelzüngigkeit verdammen, während die Altruan Selbstlosigkeit und die Ferox Mut und Tapferkeit für das Wichtigste im Leben halten.

Der Eignungstest

Der Eignungstest
(Foto: Facebookseite Divergent – Die Bestimmung)

Jeder Sechzehnjährige muss sich entscheiden, ob er bei der Fraktion bleiben will, zu der seine Familie gehört, oder ob er zu einer anderen Fraktion wechseln und getreu dem Motto „Fraktion vor Blut“ seine Familie hinter sich lassen möchte. Zuvor findet jedoch ein Eignungstest statt, der den Jugendlichen Aufschluss über ihre Bestimmung geben soll.

Zwischen Tris und Four knistert es.

Zwischen Tris und Four knistert es. (Foto: Facebookseite Divergent – Die Bestimmung)

 

 

In dieser Entscheidungsphase befindet sich auch Beatrice Prior, eine Altruan. Ihr Testergebnis ist jedoch nicht eindeutig, sie ist eine Unbestimmte und für mehrere Fraktionen geeignet. Damit stellt sie eine Gefahr für das Fraktionssystem dar und muss um ihr Leben fürchten, weshalb sie ihre verschiedenen Begabungen verbergen muss. Beatrice entschließt sich, zu den Ferox zu wechseln und gerät damit in das Zentrum eines Konflikts, der die Welt, so wie sie sie kennt, zu zerstören droht. Allerdings bekommt sie Unterstützung: Four, ein Ferox, hilft ihr nicht nur bei der Ausbildung zu einer Ferox, sondern sorgt auch für eine gehörige Portion Romantik.

Um ihren Mut zu beweisen, springen Ferox aus fahrenden Zügen.

Um ihren Mut zu beweisen, springen Ferox aus fahrenden Zügen. (Foto: Facebookseite Divergent – Die Bestimmung)

Am 1.April war die Deutschlandpremiere von Divergent, bei der ich die Gelegenheit bekam, den Film schon vor dem offiziellen Kinostart zu sehen. Ich werde mir den Film aber auf jeden Fall erneut ansehen, denn es lohnt sich: Zwar musste gegenüber dem Roman einiges gekürzt werden, die Spannung kam aber nicht zu kurz. Beatrice, bei den Ferox nur Tris genannt, ist eine sehr sympathische Hauptfigur und man erhält einen guten Einblick in ihre Welt, fiebert mit, wenn sie sich den harten Herausforderungen während der Ausbildung zu einer Ferox stellt und verliebt sich wie sie in ihren Ausbilder Four, der lange Zeit ein ziemliches Rätsel darstellt.

Für alle unter euch, die das Buch gelesen haben: Beim Ende gab es einige Änderungen, die dem Film aber noch mehr Spannung verleihen. Die Nebenpersonen kamen leider etwas kurz, besonders die Beziehung zwischen Tris und Al war kaum vorhanden. Manche aus dem Buch bekannte Charaktere wurden auch komplett weggelassen. Damit konzentriert sich der Film vorwiegend auf Tris und Four, sowie die Entwicklung des Konfliktes, kann dort jedoch mit jeder Menge Spannung und einem tollen Soundtrack aufwarten. Ich kann den Gang ins Kino jedenfalls nur empfehlen!

Titel: Divergent
Länge: 139 Minuten
Filmstart: 10.4.2013

 

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2014 – Der Anfang vom Ende

Was war das nur für ein ereignisreiches Jahr! Darum möchte ich jetzt, im Dezember 2014 zurückblicken und in Erinnerung rufen, was wir 2014 alles erleben und mitmachen mussten.

von Katja Niklas

Thomas Siepmann  / pixelio.de

Thomas Siepmann / pixelio.de

Alles begann mit dem Regierungsantritt der großen Koalition. Das war sozusagen der Anfang vom Ende. Dabei sah es Ende 2013 doch noch so gut aus: Die SPD führte eine Mitgliederbefragung durch, in welcher über den Koalitionsvertrag abgestimmt werden durfte. Die Führungsetage der SPD gab sich gegenüber der Öffentlichkeit zuversichtlich, dass der Vertrag bei ihren Mitgliedern gut ankommen würde, doch in der Basis brodelte es. Sigmar Gabriel war jedes Mittel recht, um zum Ziel – der großen Koalition – zu kommen und schreckte auch nicht vor privaten Gesprächen zurück. Nach und nach verstummten die kritischen Stimmen, aus Angst vor erneutem Besuch, aus Angst vor dem Unmut des Parteivorsitzendens. Die letzten Rebellen mussten sich in den Untergrund zurückziehen und konnten von dort aus nicht mehr an der Befragung teilnehmen. Es kam, wie es kommen musste: Wir hatten die große Koalition am Hals.

Kitas statt Kasernen

Spätestens als Ursula von der Leyen, Bundesministerin für Verteidigung, mit dem Stellenabbau bei der Bundeswehr begann, die frei gewordenen Kasernen in Kindergärten umgestaltete und die Ex-Offiziere zur Erziehung unserer Kinder einzog, dürfte auch den Letzten klar geworden sein, dass die nächsten 4 Jahre kein Zuckerschlecken werden würden. Der Groll auf die Regierung vertiefte sich, als Horst Seehofer – der mit dem Mindestlohn, wie ihn die SPD wollte, noch nie so ganz einverstanden war – sich für einen Flexi-Mindestlohn einsetzte. Nach einigen Hausbesuchen von Sigmar Gabriel fand diese Idee aber zum Glück keine Mehrheit.

Oliver Weber  / pixelio.de

Oliver Weber / pixelio.de

Nur die Satireredaktionen freuten sich und zogen schamlos über jeden Fehltritt der Regierung her – bis Horst Seehofer sie der Gotteslästerung bezichtigte und kurzerhand Thomas de Maizière, Innenminister, „überredete“, die Inquisition wieder einzuführen. Ab da entschied Seehofer (natürlich nicht offiziell), über was auf welche Art und Weise und zu welcher Zeit berichtet wird. Es wurde gemunkelt, dass er de Maizière im Gegenzug versprochen haben soll,  der Kanzlerin weniger oft in den Rücken zu fallen und sich mit seinem unerschöpflichen Selbstvertrauen etwas zurückzuhalten. Falls das stimmt, hatte er jedenfalls wenig Erfolg. Den absoluten Höhepunkt lieferte er im Rahmen der Diskussion um seine PKW-Maut. Als die EU-Kommission ihm mitteilte, dass seine Pläne so nicht umsetzbar sind, nahm er den „Freistaat“ kurzerhand wörtlich und verkündete, dass Bayern aus der EU aussteigen werde. Danach wolle er die PKW-Maut für Ausländer einführen, wobei er das Ausland auf alles außerhalb Bayerns ausdehnte…

Der BER - die ewige Baustelle Kurt Michel  / pixelio.de

Der BER – die ewige Baustelle
Kurt Michel / pixelio.de

BER als Lehrstätte für Bauarbeiter

Ein von Seehofer genehmigtes Thema war der Flughafen Berlin Brandenburg (weil es gegen die Preußen ging), über dessen Verwendung lange Zeit diskutiert wurde. Ein Vorschlag, der mir sehr gefallen hat, war, aus ihm eine Lehrstätte (ihr könnt euch aussuchen, wie ihr es schreibt – Leerstätte passt auch) zu machen, in der sich angehende Bauarbeiter, Architekten, Ingenieure und Elektroniker nach Herzenslust austoben dürfen. Auf einem Gelände wie dem BER bieten sich zahlreiche Möglichkeiten, praktische Erfahrungen für das spätere Berufsleben sammeln zu können, ohne dabei Angst vor Fehlern haben zu müssen. Denn ein paar Fehler mehr machen bei diesem Großpfuschprojekt auch keinen Unterschied mehr. Der Vorschlag scheiterte jedoch, stattdessen wurde die Verantwortung für den Flughafen Berlin Brandenburg an den Beauftragten der Bundesregierung für  Kultur und Medien übergeben, welcher den Antrag stellte, dass der BER in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen wird. Die UNESCO prüfte, inwiefern er die Kriterien für ein Weltkulturerbe erfüllt und nahm den BER schließlich in die Liste auf: „Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass der Flughafen Berlin Brandenburg ein außergewöhnliches Zeugnis einer alternden und damit bald aussterbenden Kultur ist, seine schon lange währende Entstehung ein bedeutendes Beispiel der Hauptstufen der Erdgeschichte darstellt und seine Geschichte ein einzigartiges Meisterwerk der menschlichen Blödheit ist, weshalb wir ihn in die Welterbeliste aufnehmen.“ (Mitglied des Komitees, nach Informationen der NSA).

Im Nachhinein muss ich zugeben, dass dieser Schritt wirklich genial war. Der Flughafen Berlin Brandenburg ist damit vor Änderungen und Erweiterungen, also jeglichen Bauarbeiten und somit auch vor der Fertigstellung geschützt. Außerdem hatte man damit eine Diskussion losgetreten, die sämtliche Versuche, zu regieren, überschattete. Bewusst wurde mir das aber erst jetzt, wo ich versucht habe, mich an die politischen Höhepunkte und auch Tiefpunkte zu erinnern. Denn außer den Kindergärten und dem Flexi-Mindestlohn fällt mir nichts ein, was dafür sprechen würde, dass unsere Politiker den lieben langen Tag noch etwas anderes gemacht haben, als sich selbst in der Datenbank der NSA (Zur Beruhigung abgehörter Staaten wurde der Regierung dieser Staaten der Zugang zu den Daten über sich selbst gestattet.) zu googeln.

Die NSA hat ihre Ohren überall... Aka  / pixelio.de

Die NSA hat ihre Ohren überall…
Aka / pixelio.de

NSA kauft Telekom

Ach, fast hätte ich die NSA und ihre Skandale vergessen, mittlerweile ist es ja fast Alltag. Wobei die Tatsache, dass die NSA die Telekom gekauft und damit zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen hat, doch noch eine Erwähnung wert ist. Nun bekommt sie nicht nur einen Teil der Abhörkosten über die Telefongebühren erstattet, sondern kann ihre Überwachungsaktivitäten zudem als Qualitätssicherung deklarieren.

Was für ein Jahr!

Bildquelle Artikelbild: SarahC.  / pixelio.de

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Das Europäische Parlament – Es gibt auch Themen außer der Krise!

 

In meinem letzten Artikel zu meiner Reise zum Europäischen Parlament habe ich euch von meinem Besuch im Plenarsaal erzählt. Doch wie schon erwähnt, haben außerdem SPD-Abgeordnete von Themen, mit denen sie zu tun haben, erzählt. Diese möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten:

Hier führten wir am ersten Besuchstag die Gespräche mit den Abgeordneten.

Hier führten wir am ersten Besuchstag die Gespräche mit den Abgeordneten.

Problem der Bürgerferne

Zunächst ging es um ein Problem, das die gesamte EU betrifft und nicht nur das Parlament: Die EU ist schwer greifbar für die Bürger, man blickt nur schwer durch das ganze politische System durch. Dass wir keine starke Verbindung zur EU haben, zeigt sich aber besonders bei den Wahlen zum Europäischen Parlament. Die EU-weite Wahlbeteiligung lag nur bei 43%, Deutschland lag nur mit 0,3% drüber. Es geht sogar so weit, dass teilweise EU-Gegner ins Parlament gewählt werden, einfach, weil einige unüberlegt wählen. Für sie bedeutet die Wahl nichts, die EU scheint auf unser Leben keinerlei Einfluss zu haben. Das liegt zum Teil an der Berichterstattung. Wann hört man schon mal etwas von den Erfolgen der EU? Dagmar Roth-Behrendt nutzte eine leider nur allzu zutreffende Redewendung, um das Problem zu beschreiben: „Wenn die liebe Sonne lacht, dann hat’s das eigne Land gemacht. Gibt es Hagel, Sturm und Schnee, dann war’s sicher die EG.“

Die "Eingangshalle" fand ich sehr hübsch gestaltet - aus zuverlässiger Quelle habe ich erfahren, dass die Pflanzen echt sind.

Die „Eingangshalle“ fand ich sehr hübsch gestaltet – aus zuverlässiger Quelle habe ich erfahren, dass die Pflanzen echt sind.

Der Britenrabatt

Mir war bewusst, dass jedes Mitgliedsland der EU etwas einzahlt, schließlich müssen die Mittel der EU von irgendwoher kommen, aber dass Großbritannien weniger zahlt, als es müsste, wusste ich nicht. 1984 sagte Margaret Thatcher, die damalige Premierministerin Großbritanniens, „I want my money back!“. Die Gründe: Zu der Zeit war Großbritannien wirtschaftlich noch schwächer. Außerdem ging der Großteil der EU-Gelder in die Agrarwirtschaft, an der Großbritannien nur einen kleinen Anteil hatte, weshalb kaum Gelder zu ihnen zurückflossen. Daher bekamen die Briten einen Rabatt auf ihre Mitgliedszahlungen.

Mittlerweile hat sich die wirtschaftliche Situation geändert und auch der Geldanteil der Agrarwirtschaft am EU-Haushalt ist gesunken, doch der Rabatt besteht noch immer. Denn der „Witz“ an der Sache ist: Man hat damals keine Dauer festgelegt und den Rabatt auch noch in einem Vertrag festgelegt und um einen Vertrag zu ändern, benötigt man Einstimmigkeit. Wie die Abgeordnete Jutta Haug so schön sagte: „Es hat sich bisher keine britische Regierung gefunden, die…“ freiwillig zustimmt, mehr zu zahlen. Welch eine Überraschung.

Großbritannien droht mit Austritt

Am zweiten Tag fanden die Gespräche in einem anderen Raum statt.

Am zweiten Tag fanden die Gespräche in einem anderen Raum statt.

Die Briten sind in der EU bekannt für Sonderwünsche, Ausnahmeregelungen und wenig Kompromissbereitschaft. Mittlerweile herrschen in Großbritannien die Euro-Skeptiker vor und setzen Premierminister David Cameron unter Druck. Dieser hat ein Referendum (Volksabstimmung) bezüglich dem Austritt Großbritanniens aus der EU bis 2017 angekündigt, wobei seine Amtszeit 2015 endet. Soll sich sein Nachfolger damit rumschlagen, falls er nicht wiedergewählt wird? Unschlau wäre es nicht, denn die Folgen der Entscheidung, wie auch immer sie ausfallen mag, wird sich sicher auch auf das Ansehen des Premierministers auswirken. „Da werden sich einige Leute, bevor es soweit ist, noch Gedanken machen, inwiefern man die Kunst, sich ins eigene Knie zu schießen, perfektionieren will“ (Dr. Klaus Löffler, Leiter des Besucherdienstes des Europäischen Parlaments). Denn ein Austritt Großbritanniens aus der EU würde auch ihren Austritt aus dem europäischen Binnenmarkt und damit den Verlust ihrer Handelsvorteile bedeuten. Sie müssten also Zölle bezahlen, wenn sie in ein EU-Land exportieren, um es klarer auszudrücken: Ein Austritt wird teuer. Die Frage ist bloß, ob das für die Mehrheit der Stimmberechtigten eine Rolle spielt, sobald sie abstimmen dürfen. Ich bin gespannt.

28 Mitgliedsländer hat die EU mittlerweile.

28 Mitgliedsländer hat die EU mittlerweile.

Und andere interessante Themen

Von den schon beschriebenen Problemen abgesehen, gab es auch weitere Themen, wie z.B. das Problem der Altersarmut. Die Menschen in Deutschland werden älter, aber es kommen immer weniger junge Leute nach. Wer soll also die Rente der Älteren finanzieren? Die „Lösung“ dafür ist einfach: „Es gibt ja Zyniker, die sagen ‚Lasst die Bilder weg! Dann rauchen mehr und desto mehr rauchen, umso mehr sterben früher und umso niedriger werden die Rentenkassenbeiträge‘.“ Das erzählte uns Constanze Krehl und bezog sich damit auf die vom Parlament kurz zuvor beschlossene Bestimmung, dass Zigarettenpackungen mit Schockbildern und Warnhinweisen bedruckt werden müssen.

Die EU beschäftigt sich auch mit dem Datenschutz – die momentane Datenschutzrichtlinie ist allerdings aus dem Jahre 1995. Datentechnisch gesehen, ist das fast aus der Steinzeit. Daher hat das Europäische Parlament im letzten Monat einer Datenschutzreform zugestimmt.

Dagmar Roth-Behrendt setzte sich während meines Aufenthalts in Straßburg mit Erfolg für strengere Bestimmungen bei der Zulassung von Medizinprodukten ein. Bei dieser mangelt es an vielen Stellen, wie ein Versuch britischer Journalisten zeigte: Sie gaben sich als Hersteller künstlicher Hüften aus und erhielten tatsächlich an etlichen Zulassungsstellen in Osteuropa eine Zulassung für ihr „Produkt“, obwohl aus den Unterlagen dazu Sicherheitsmängel hervorgingen. Mit Geld lässt sich eben vieles erreichen.

Doch all diese Themen sind nur ein Bruchteil aller, die im Europäischen Parlament diskutiert werden. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte die Fahrt noch viel länger dauern können, denn ich hätte gern noch mehr erfahren. Ich hoffe, ich konnte euch mit meiner Begeisterung etwas anstecken und euer Interesse für das Europäische Parlament wecken. Denn das Europäische Parlament ist die Institution der EU, über die wir mitwirken können. Es ist sozusagen unsere Stimme, die wir auch nutzen sollten.

Mit dem Boot unter der Brücke bin ich auch gefahren. Ich empfehle das Kinderprogramm und eine nächtliche Fahrt.

Mit dem Boot unter der Brücke bin ich auch gefahren. Ich empfehle eine nächtliche Fahrt und das Kinderprogramm. © European Union – European Parliament

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Straßburg – Eine Stadt mit Geschichte. Ein politischer Treffpunkt. Eine Sehenswürdigkeit!

Das Münster von Straßburg bot besonders bei Nacht ein eindrucksvolles Bild.

Das Münster von Straßburg bot besonders bei Nacht ein eindrucksvolles Bild.

 

Eigentlich bin ich kein sonderlich großer Fan von Städten. Ich weiß ihren Komfort zu schätzen und könnte mir auch nicht vorstellen, woanders als in einer größeren Stadt zu leben, aber ich würde nie auf den Gedanken kommen, nur in eine Stadt zu fahren, um sie zu besichtigen. Das heißt, ich wäre in der Vergangenheit nie darauf gekommen. Doch vom 20.10. bis zum 23.10.2013 war auf einer politischen Bildungsfahrt zum Europäischen Parlament in Straßburg – und war innerhalb kurzer Zeit von der Stadt verzaubert!

SAM_1427Straßburg liegt im französischen Elsass, einem Gebiet, das aus dem Geschichtsunterricht bekannt sein dürfte. Wie oft habe ich mir schon aufschreiben müssen, dass das Elsass von Deutschland an Frankreich bzw. von Frankreich an Deutschland abgegeben wurde…doch nachdem ich da war, kann ich nachvollziehen, warum das Gebiet so begehrt ist 😀

Ein Gebäude wie aus der Winkelgasse. Wo sind die Kupferkessel?

Ein Gebäude wie aus der Winkelgasse. Wo sind die Kupferkessel?

Viele der Sehenswürdigkeiten Straßburgs kann man erlaufen, da sie nah beieinander liegen. Dabei habe ich mir eine schlechte Angewohnheit zugelegt: In Straßburg scheint es an jeder Straße eine Ampel zu geben, mag die Straße noch so unbefahren sein. Und wer sich von einer roten Ampel aufhalten lässt, outet sich sofort als Tourist. Auch ich habe mir schnell ein Beispiel an den Straßburgern genommen und bin bei Rot rüber…Für die etwas weiteren Wege gibt es die Straßenbahn. Mit ihren riesigen Fenstern, aus denen man wunderbar die vorbeiziehende Stadt betrachten kann, und ihren abgeflachten Spitzen sieht sie etwas futuristisch aus. Wobei sich die Automaten zum Entwerten von unseren unterscheiden: Sie ziehen die Fahrkarte komplett ein und spucken sie dann „mit Schwung“ wieder aus. Ich habe mehr als einen Passagier gesehen, der sich erst mal nach seiner Fahrkarte bücken konnte.

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In Straßburg befinden sich der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte, der Europäische Rat und das Europäische Parlament, dem ich einen Besuch abgestattet habe. Hier wird die Politik von morgen gemacht! Im Gegensatz dazu steht die Altstadt Straßburgs, welche von der Ill umgeben und durch  zahlreiche Brücken mit dem Rest der Stadt verbunden ist.

Innerhalb des Wasserkreises fühlt man sich durch die Fachwerkhäuser und alten Paläste wie in einem anderen Jahrhundert, in dem die Politik noch vom König gestaltet wurde und so etwas wie eine europäische Gemeinschaft undenkbar war. Nur allzu gut konnte ich mir Handwerkerstände auf den Plätzen vorstellen. Einige Gebäude sahen aus, wie aus der Winkelgasse – es fehlten nur die Kupferkessel und Zauberstäbe im Schaufenster.

Wie in einem Film kippte hier ein Mann mehrere Eimer Wasser aus, um danach mit einem Besen den Bürgersteig  zu säubern.

Wie in einem Film kippte hier ein Mann mehrere Eimer Wasser aus, um danach mit einem Besen den Bürgersteig zu säubern.

Das Münster - eine der bedeutendsten Kathedralen der europäischen  Architekturgeschichte

Das Münster – eine der bedeutendsten Kathedralen der europäischen Architekturgeschichte

Alles in allem war es einfach eine idyllische, romantische Atmosphäre. Besonders abends, wenn die Gebäude in teilweise farbigem Licht angestrahlt werden und die Kathedrale über die Dächer hinweg in den Himmel ragt, zeigt die Altstadt ihren Charme. Doch nicht nur die Stadt selbst hat ihren Charme: An einem Abend bekamen meine Freundin und ich nach dem Essen von einem Kellner gesagt „I enjoy my work, because pretty girls coming down stairs!“. Da waren wir natürlich hin und weg.

Zusammenfassend kann ich nur sagen: Wenn ihr mal die Gelegenheit bekommt, nach Straßburg zu fahren – Nutzt sie!

 

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Der Plenarsaal
 © European Union - European Parliament

Ein Besuch im Europäischen Parlament – der Bundestag kann einpacken!

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Im ersten Halbjahr der Klasse 12 ist im Fach Politikwissenschaften die EU das zentrale Thema, weshalb ich mich umso mehr gefreut habe, als ich die Möglichkeit bekam, an einer Fahrt zum Europäischen Parlament nach Straßburg teilzunehmen. Veranstaltet wurde diese von Dagmar Roth-Behrendt (zu finden unter Infos –> Besucherfahrten), einer SPD-Abgeordneten im Europäischen Parlament, wobei die Fahrt allen Interessierten offen stand,  unabhängig von der politischen Überzeugung.

Das Europäische Parlament ist die Vertretung der Bürgerinnen und Bürger in der EU, seine Abgeordneten werden von uns Bürgern alle 5 Jahre direkt gewählt und die nächste Europawahl findet am 25.Mai 2014 statt. Zu den wesentlichsten Aufgaben des Europäischen Parlamentes gehört die Gesetzgebung, die Festlegung des Haushalts (beides zusammen mit dem Rat der Europäischen Union) und die Kontrolle der Exekutive. All das war mir aus dem Unterricht bekannt, doch es in Wirklichkeit zu „erleben“, ist natürlich eine andere Dimension.

Innenhof direkt hinter dem Eingang

Innenhof direkt hinter dem Eingang

Zusammen mit etwas mehr als 40 Interessierten reiste ich also nach Straßburg, einer für sich allein schon sehenswerten Stadt, und bekam Einblicke in die Aufgabenbereiche des Europäischen Parlaments. Verschiedene SPD-Abgeordnete erzählten uns, mit welchen Themen sie sich beschäftigen oder was es allgemein für sie an Problemen in der EU gibt. Das war nicht nur spannend, sondern teilweise auch amüsant, doch dazu in einem späteren Artikel mehr.

 

Der Plenarsaal

Während des Aufenthalts beim Europäischen Parlament haben wir nämlich nicht nur mit SPD-Abgeordneten gesprochen, sondern durften auch einmal in den Plenarsaal. Dort durften wir zu meinem Leidwesen keine Fotos machen, denn dieser Saal hat mich wirklich beeindruckt. Er wirkte riesig – der Bundestag kann einpacken dagegen, obwohl er „nur“ 120 Abgeordneten weniger einen Platz bieten muss. Wie im Bundestag war jeder Sitz mit einem Mikrofon ausgestattet, aber im Europäischen Parlament gab es auch noch Kopfhörer und ein „Pult“ zum Regeln der Lautstärke und zum Einstellen des Sprachkanals. Denn im Europäischen Parlament gibt es 24 verschiedene Amtssprachen, jeder spricht also in seiner eigenen Sprache, womit es 552 verschiedene Sprachkombinationen gibt. Das ist ein enormer Aufwand und erfordert viele leistungsfähige

Dolmetscher und Übersetzer. Im Plenarsaal gibt es in den Wänden über zwei Etagen lange Glasscheiben, hinter denen die Dolmetscher sitzen.

Der Plenarsaal  © European Union - European Parliament

Der Plenarsaal
© European Union – European Parliament

Außerdem befinden sich an der Wand hinter dem Tisch der Vorstehenden zwei große Bildschirme, an denen der aktuelle sowie die nächsten Redner samt ihrer Fraktion angezeigt wurden und die Zeit, die der aktuelle Redner schon redete.  Wenn er seine Zeit überschritt, blinkten neben der Zeitanzeige zwei rote Sternchen auf und irgendwann schlug der Vorstehende mit einem Holzhammer auf den Tisch, um ihn zum Schweigen aufzufordern.

Als ich dem Plenarsaal einen Besuch abstattete, fand gerade eine fachspezifische Diskussion zum Budget 2014 statt, was bedeutet, dass nur die Abgeordneten, die sich mit diesem Thema beschäftigen, anwesend waren. Mit anderen Worten: Oben auf den Besuchertribünen saßen gut 10mal so viele Leute wie unten im Plenarsaal. Die Sitzordnung der Abgeordneten richtet sich nicht nach der Staatsangehörigkeit, sondern nach der politischen Überzeugung. Die beiden größten Fraktionen sind die „Europäische Volkspartei“ (EVP), in der sich unsere CDU-Abgeordneten befinden, und die „Progressive Allianz der Sozialisten und Demokraten im Europäischen Parlament“ (S&D), zu der die SPD-Abgeordneten gehören.

Hier wurden Interviews gegeben.

Hier wurden Interviews gegeben.

Obwohl im Parlament eine solche Leere herrschte, war es schwer zu verfolgen, wer gerade das Wort hat. Der Saal ist so groß, dass man nicht immer sofort sah, wer gerade stand und die wenigsten Abgeordneten blickten zum Sprecher, sondern beschäftigten sich mit ihren Notizen, ihrem Tablet, ihrem Handy und einige redeten sogar mit Kollegen. Ich habe schon überlegt, ob die sich gegenseitig überhaupt zuhören, oder ob jeder nur seine Meinung vorträgt und sich dann ausklinkt. Ein Abgeordneter ging sogar, nachdem seine Redezeit vorbei war!

Doch trotz diesem etwas „seltsamen“ Verhalten war ich von der Atmosphäre im Europäischen Parlament begeistert. Hier wird Politik gemacht, die über Grenzen hinaus wirkt. Hier arbeiten 28 verschiedene Staaten mit unterschiedlichen Stärken, Problemen und Ausgangssituationen zusammen, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen. Wenn ich mich nicht schon vorher für Politik interessiert hätte, dann spätestens jetzt!

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„Praktisches Praktikum“ – Mit Praktika zum richtigen Beruf

 

Immer wieder wird einem gesagt, dass man nicht für die Schule lernt, sondern für das Leben. Doch all das Lernen kann einen nur begrenzt auf das Berufsleben vorbereiten. Angehäuftes Wissen hilft einem nicht bei den zahlreichen Entscheidungen, die man auf dem Weg in den Beruf treffen muss. Praktika sind daher eine gute Gelegenheit, sich schon in der Schulzeit zu informieren und zu orientieren.

von Katja Niklas

Der Schulabschluss. Viele Jugendliche arbeiten darauf und auf einen guten Durchschnitt hin, damit sie bei der Arbeitssuche möglichst gute Chancen haben. Aber irgendwann hat man das Abitur in der Tasche und fragt sich „Und nun?“. Studieren. Aber was? Duales Studium oder Universitätsstudium? Oder doch lieber eine Ausbildung? Aber was? Und bei wem? Wie soll man all diese Fragen beantworten, wenn man bisher von keiner der Möglichkeiten einen Einblick bekommen hat?

Bildquelle: bbroianigo / pixelio.de

Praktika sind die Lösung, denn entgegen geläufiger Klischees bestehen sie nicht nur aus Kaffee holen, dem Kopieren von Dokumenten und dem Sortieren von Akten.

Hier also 3 gute Gründe für ein Praktikum:

1.) Man kann sich beruflich orientieren

Während einem Praktikum bekommt man Einblicke in ein Unternehmen, kann Gespräche mit Mitarbeitern und Auszubildenden führen und sich so ein Bild über den Arbeitsalltag machen.

„Sie schnuppern in zukunftsorientierte Ausbildungs- und Studienberufe hinein. Sie packen selbst mit an erfahren so, ob Ihre Vorstellung von einem Beruf mit der Wirklichkeit übereinstimmt. Sie bekommen von Fachexperten oder Auszubildenden Infos aus erster Hand und finden ein offenes Ohr für alle Ihre Fragen. Sie können sich über Einstiegsmöglichkeiten bei uns informieren und erste Kontakte knüpfen.“

Mit diesen Angeboten wirbt Bosch für ein Schülerpraktikum im Unternehmen.

 

2.) Praktika bessern den Lebenslauf auf

Praktika zeigen, dass man sich bereits informiert hat und bereit ist, Zeit zu investieren, um ideal auf den Berufseinstieg vorbereitet zu sein.

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Bildquelle: lichtkunst.73 / pixelio.de

Praktika sind aus diesem Grund nicht nur für Schüler wichtig, sondern auch für die Unternehmen. Viele Unternehmen bieten Ausbildungen und Duale Studiengänge an und haben ein großes Interesse daran, dass die Schüler genau wissen, was sie von der Ausbildung/dem Studium zu erwarten haben und nicht nach kurzer Zeit abbrechen, weil ihre Erwartungen an den Fachbereich enttäuscht wurden. Von daher bieten immer mehr Unternehmen explizit Schülerpraktika an und versuchen, diese interessant und spannend zu gestalten und Schüler für ihr Unternehmen zu begeistern.

Auch Siemens wirbt auf seiner Webseite für ein Schülerpraktikum: „Im Rahmen eines Schülerpraktikums erlangen Sie einen ersten Einblick in die Arbeitswelt und können in die technischen bzw. kaufmännischen Arbeiten hineinschnuppern. Bei Aufgaben, die Sie zum Teil selbstständig lösen dürfen, sammeln Sie erste Erfahrungen in einem der zahlreichen Arbeitsgebiete der Siemens AG. Nutzen Sie das Praktikum als Ihre persönliche Chance, das von Ihnen bevorzugte Arbeitsgebiet vorab kennen zu lernen. Durch ein Praktikum zeigen Sie Ihrem zukünftigen Arbeitgeber, dass Sie bereits während der Schulzeit Interesse an der Praxis gezeigt haben und Engagement für das spätere Arbeitsleben mitbringen.“

 

3.) Ein Praktikum verbessert die Chancen auf eine Einstellung

Wenn ein Unternehmen in den Bewerbungsunterlagen sieht, dass man bei ihnen schon ein Praktikum absolviert hat, kann es davon ausgehen, dass man über das Unternehmen auch etwas weiß. Womöglich erinnern sie sich sogar an einen und den positiven Eindruck, den man hinterlassen hat. So weist die Sparkasse explizit darauf hin, dass ein Schülerpraktikum bei ihnen „Bessere Chancen bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz“ bringt.

 

Praktika erfüllen also viele Nutzen und sind  für beide Seiten, Schüler und Unternehmen, oftmals ein Gewinn. Man kann sich beruflich orientieren, eine schon getroffene Wahl überprüfen oder dem zukünftigen Arbeitseber einfach nur zeigen, dass man weiß, was man möchte. Praktisch, das Praktikum! Oder was sind eure Erfahrungen?

 

 

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Mit Breakdance in die Nacht – die Lange Nacht der Familie

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Erkennt man den Baby-Freeze? :D


Uff…der 5.4.2013 war schon ein anstrengender Tag. Es fand nicht nur der Avon-Frauenlauf statt, sondern auch die 3. Lange Nacht der Familie.

Gleich nach dem 5km-Lauf machte ich (Katja) mich also auf zu meinem Treffpunkt mit Patricia. Aus dem breiten Angebot der Langen Nacht der Familie, bei dem von Sportvereinen hin zu sozialen Projekten im Grunde alles vertreten war, hatten wir uns als tanzbegeisterte Mädels D!`s Dance School rausgesucht.

Dort angekommen, schauten wir uns erst mal etwas um. Irgendwann bekamen wir dann mit, dass verschiedene Schnupperkurse geboten wurden, bei denen man einfach mitmachen konnte. Da der HipHop-Kurs schon so voll aussah, überredete ich Patricia, bei dem Breakdance-Kurs mitzumachen. Der Trainer erzählte uns dann zunächst ein bisschen über diese Tanzart, was sie von anderen unterscheide und woher bestimmte Bewegungen kommen.

So weiß ich nun z.B., dass auch eine Breakdance-Choreographie aus Einleitung – Hauptteil – Schluss besteht. Bei der Einleitung wird unter anderem dieser Schritt verwendet. Der hat eine bestimmte Herkunft: Früher hatte man oft den Namen der Crew auf dem T-Shirt und hat ihn mit diesem Schritt erst einmal allen Zuschauern präsentiert. Natürlich sollten wir in diesem Kurs mehr lernen als nur Theorie, weshalb er uns dann ein paar dieser „Einleitungsschritte“ beibrachte. Danach ging es dann zum Hauptteil: Er zeigte uns den 6-Step und den 3-Step.

Im Hauptteil werden oft spektakuläre Bewegungen oder komplizierte Schritte gezeigt, damit der Zuschauer aber weiß, wann er klatschen soll, muss man ein klares Ende setzen. Für den Schluss bieten sich z.B. Freezes an, also sozusagen eine Pose. Uns wurde der Baby-Freeze gezeigt, womit wir genug Bewegungen gelernt hatten, um eine ganz simple Choreo zusammenstellen zu können.

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Da habe ich mich mal an einem Shoulder-Freeze probiert.

Zum Abschluss lieferte uns der Trainer uns noch die Antwort auf eine Frage, die ich mir schon ewig gestellt habe: Wie um Himmels willen kam es zu diesen Hosen, deren Schritt auf Höhe der Kniekehlen hängt? Früher war es in armen Familien normal, dass die Kleidung des ältesten Kindes an die jüngeren Kinder weitergegeben wurde. Und wenn die Hose eben nicht passte, wurde sie mit einem Gürtel passend gemacht. In den armen Gebieten kam es auch öfter zu Verbrechen und im Knast wurden einem die Gürtel abgenommen, damit man damit nicht versuchen konnte, zu entkommen oder sich zu erhängen. Die Hose rutschte also wieder runter. Die Jugendlichen, die in den Gefängnishof reinschauten und die „Gangster“ sahen, machten diese aus ihrer Sicht „coole“ Art, sich zu kleiden, nach. Dass die die Hose nur auf der Hose hängen hatten, weil man ihnen die Gürtel weggenommen hatte, interessierte sie wenig.

D!`s Dance School hat sich viel Mühe dabei gegeben, die Kinder zu begeistern und ich wäre gern noch länger dort gewesen, um noch andere Kurse auszuprobieren.

Ich (Patricia) hatte das Glück noch ein paar andere Eindrücke als Katja zu gewinnen. Weil ich noch mit einer Fußverletzung zu kämpfen habe, konnte ich die experimentell aussehenden Breakdance Übungen nicht mitmachen.Trotzdem habe ich versucht, ein zwei Sachen mitzumachen.  Katja hat das auf jeden Fall besser hinbekommen, deswegen hab ich dass denn auch überlassen.

In der Zeit habe ich mitbekommen, dass es ja nicht nur Breakdance Kurse gibt, sondern auch Hip-Hop und Lateinamerikanische Tanzkurse. Also für jeden Geschmack etwas da. Und wie ihr vielleicht schon bei Katja bemerkt habt, sind viele interessante Informationen über das Thema inklusive. Für jeden Tanzbegeisterten ein Besuch wert. :)

Eure BerlinImPulserin Katja und Patricia

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Mit Perücke und ganz viel Pink durch den Tiergarten – der AVON-Frauenlauf 2013

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Am 4.5.2013 hieß es wieder: In die Turnschuhe, fertig, los! Der alljährliche Avon-Frauenlauf fand nun schon das 30. Mal statt.

Dieses Mal hatte ich auch ordnungsgemäße Kleidung an und war damit bestens gerüstet für den 5km-Lauf durch den Tiergarten. Das Gelände erinnerte an einen Rummel, überall standen Zelte rum, Menschen drängelten sich aneinander vorbei und die Geräuschkulisse war alles andere als ruhig. Ich habe sogar gesehen, dass es ein Zelt gab, bei dem man sich kostenlos massieren lassen konnte. In einem anderen dagegen wurde kostenloses Schminken und Frisieren angeboten. Da bin ich schon so ein bisschen in Versuchung geführt worden, aber leider hatte ich ja keine Zeit – schließlich war ich zum Laufen gekommen!100_5128

Um 16.30 Uhr startete mein Lauf dann auch. Ich machte meine Musik an, wartete, bis sich die Menschenmasse träge in Bewegung gesetzt hatte und joggte dann los. Die Sonne schien, es war schon warm und die Stimmung war super. Dass ich während des Laufens allerdings teilweise ein breites Grinsen im Gesicht hatte, war anderen Gründen zu verdanken: Schon kurz nach dem Start lief ich hinter ein Frau, die ein Schild hinten auf dem Rücken hatte: „weiblich ≠ Barbie“ (die Barbie war als Bild zu sehen). Das Schild hätte aber bestimmt mehr Eindruck erweckt, wenn es nicht an einem leuchtend pinkfarbenen T-Shirt gehangen hätte… sowieso wurden meine Augen von dem ganzen Pink um mich herum geradezu geblendet. Ich meine, klar, der Avon-Lauf ist nur für Frauen, aber muss man deshalb die offiziellen T-Shirt pink machen? Das ist ja wohl ein wandelndes Klischee!

Wo wir gerade bei Frauen sind: Eini100_5131ge Frauen entpuppten sich beim zweiten Blick als Männer. Die Tarnung mit blonder Perücke, Bällen im Top und ganz viel Pink war zwar gut, konnte aber aufgrund mangelnder Natürlichkeit niemanden lange täuschen. Weshalb sie immer wieder belustigte Blicke zugeworfen bekamen. Eine Freundin erzählte mir, sie wäre an einem Mann vorbeigelaufen, der sich das Bein hielt, auf der Stelle rumhüpfte und weinerlich sagte „Ich hab´n Krampf! Aua. Krampf! Aua, Aua, Aua, ich hab `nen Krampf!“. Das hätte ich ja auch gerne gesehen…

Andere Männer standen lieber am Rand und feuerten die Frauen an. Einer stand in voller bayrischer Tracht mit einem Schild „Go Mädels!“ da. Unterstützung wurde uns auch durch Trommelgruppen und eine Band gewährt, die aus vollem Halse „Yeah, baby, she´s got it!“ schmetterte. Von meinen schmerzenden Beinen lenkten mich auch zwei Frauen ab, die ebenfalls Zettel auf dem Rücken hatten: Bei der linken Frau stand „Mutter >“ und bei der rechten Frau dazu passend „< Tochter“. Nette Idee. Eine nette Idee war auch das Schild „Überhol mich ruhig, von vorne sehe ich noch v100_5133iel besser aus!“

Dank dieser vielen amüsanten Kleinigkeiten verging der größte Teil der Strecke wie im Fluge – naja, Ähnlichkeit mit einem Flug hatte es eher weniger. Ich würde es eher als „Lückenhopsen“ bezeichnen, denn obwohl sich auf der Strecke die Masse so langsam verteilte, blieb es ziemlich voll und wenn man voran kommen wollte, musste man jede sich bietende Chance, zu überholen, nutzen. Richtig anstrengend fand ich dann erst den letzten Kilometer. Die Beine fühlten sich immer mehr an wie Gummi, die Zunge hing schon fast seitlich aus dem Mund und gierte nach etwas zu Trinken und die Füße brüllten sowieso schon lange „Aua! Wir wollen Feierabend! Schluss mit dem Schwachsinn! Paaauuuuuuuuusssssssssseeeeeeeeeee!“.

Irgendwie schaffte ich es aber dennoch ins Ziel (die Füße wurden einfach ignoriert) und erhielt meine tolle Medaille. Aber damit war noch lange nicht Schluss. Denn nicht nur der Avon-Lauf war am 5.4., sondern auch die Lange Nacht der Familie, der ich danach noch einen kleinen Besuch abstattete.

Eure BerlinImPulserin Katja

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So erweckt man Ameisen zum Leben – meine Erlebnisse beim Girls’Day

Am 25. April 2013 war es wieder soweit: Mädchen hatten die Möglichkeit, beim 13. Girls‘Day in Berufsfelder reinzuschnuppern, die momentan noch eher „Jungsdomäne“ sind. Das sind z.B. Informatik, Naturwissenschaften oder Politik. Der Girls’Day soll dazu beitragen, dass sich mehr Mädchen für diese Gebiete interessieren. Auch dieses Jahr habe ich mir wieder eine Veranstaltung rausgesucht, die Mädchen an die Informatik heranführen soll: “Erwecke deinen Ameisenstamm zum Leben!“. Ich weiß, das hört sich eher nach Biologie an…aber was Ameisen mit Informatik zu tun haben, erläutere ich später.

Bevor ich irgendetwas zum Leben erwecken konnte, musste ich erst mal zum Veranstaltungsort, dem Hasso-Plattner-Institut, gelangen. Der Campus des vom SAP-Mitgründer Hasso Plattner gesponserten Privatinstituts liegt direkt neben dem S-Bahnhof Griebnitzsee. Die Fahrt von Hellersdorf dorthin war lang, aber unkompliziert und so stand ich dann um kurz vor 10 Uhr in der Empfangshalle – zusammen mit etwa 30 anderen Mädchen. Auf mein „Guten Morgen!“ wurde nu100_5123r leise geantwortet, wie das eben so ist: Man kennt keinen und traut sich auch nicht, jemanden anzuquatschen. Bis wir von ein paar Studenten abgeholt wurden, lag also eine unbehagliche Stille über der Halle. Und ich konnte natürlich gar nicht mehr aufhören zu grinsen, bei dem Gedanken daran, wie die Situation von außen wirken musste: 31 junge Mädchen, schweigend und darauf bedacht, bloß niemanden anzusehen.

Die Veranstaltung begann mit einer kurzen Einführung: Was ist das Hasso-Plattner-Institut (HPI)? Was muss man mitbringen, um hier studieren zu können? Was werden wir heute machen? Nachdem wir alles geklärt hatten und die wenigen Fragen (es dauerte eine Weile, bis alle auftauten) geklärt waren, wurden wir in zwei Gruppen eingeteilt und getrennt.

Ameisen sind nicht gleich Ameisen!

Nun ging es richtig los: Immer 2 Mädchen wurden vor einen Computer gesetzt, an dem sie in den folgenden Stunden zusammen ihr Ameisenvolk zum Leben erwecken sollten. Mithilfe des Spiels „AntMe! – Die Ameisensimulation“ wurden wir an die objektorientierte Programmierung herangeführt. Erschaffen werden konnten 2 Arten von Ameisen: Kampfameisen und Ameisen, die Zucker oder Äpfel sammeln sollten. Das war jedoch nicht so einfach, denn man musste dem Computer irgendwie verständlich machen, wann genau die Ameisen was tun sollten. Zum Beispiel hat die Ameise, wenn sie Zucker gesehen hat, diesen nicht automatisch genommen. Man musste erst einen Befehl verwenden und dafür, dass sie dann den Zucker auch noch in den Bau trägt, einen weiteren.

Um es noch komplizierter zu gestalten, konnten die Ameisen dann auch noch ihren Freunden Bescheid sagen, dass sie Zucker gefunden haben. Diese konnten aber erst dann etwas mit der Information anfangen, wenn wir es ihnen gesagt haben. Alles in allem war es zwar nicht ganz leicht, aber lustig. Schon ein fehlendes Komma konnte jedoch den Erfolg wieder zerstören… Zur Stärkung ging es um 12 Uhr in die Mensa, wo uns ein leckeres Mittagessen spendiert wurde. Spätestens beim Essen gab es dann auch die ersten intensiveren Gespräche mit den anderen Mädchen und daher ging es danach auch viel entspannter an die Endarbeit.

Krieg der Ameisen

Denn mit dem Programmieren unseres Ameisenstammes war der Spaß ja noch nicht vorbei: Nun wurden immer zwei Stämme ausgewählt, die gegeneinander antraten. Hatte die eigene Strategie bisher immer gut geklappt, stellte sich nun teilweise heraus, dass sie im Kampf gegen ein anderes Team nur wenig taugte – so auch bei mir. Hatten die Ameisen bisher die Äpfel einfach weggeschleppt, mussten sie sich plötzlich mit anderen Ameisen um sie streiten. Jedes Ameisenteam zog die Äpfel in die Richtung seines Baus, mit dem Erfolg, dass sie sinnlos in der Gegend rumtorkelten und nicht vom Apfelabließen.

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Quelle: girls-day.de

Schlimmer traf es aber ein anderes Team, dass kurz vor Ende noch etwas ausprobiert hatte und dann vergaß, das veränderte Zeichen zurück zu ändern. Nun mussten sie zusehen, wie ihre Ameisen chillig in der Gegend rumlungerten, allen ihren Freunden sagten, dass da Zucker und Äpfel sind, sie aber nicht einsammelten. Dieser Ameisenstamm verlor mit 0:6200… und das alles wegen einem „>“-Zeichen, das eigentlich ein „<“-Zeichen sein sollte. Denn genau das ist ja die Kunst des Programmierens.

Nachdem die Hälfte der Teams ausgeschieden war, trafen wir uns wieder mit der anderen Gruppe und veranstalteten mit deren Gewinnern das Finale. Das war dann leider auch schon das Ende des lehrreichen, aber unterhaltsamen Tages am Hasso-Plattner-Institut.

Mitgenommen habe ich nicht nur einen ersten Eindruck vom HPI und seinen sehr sympathischen Studenten, sondern auch einen etwas anderen Einblick in die projektorientierte Programmierung. Denn aus dem Unterricht war ich zwar mit dem grundsätzlichen Aufbau eines solchen Programms schon vertraut, aber es macht schon einen gewaltigen Unterschied, ob man mit englischen Begriffen einen Taschenrechner bastelt, oder mit größtenteils deutschen Begriffen ein lustiges Spiel! So versteht man viel leichter, wie man vorgehen muss und warum man bestimmte Dinge tut. Mit Spaß lernt es sich eben einfach leichter :)

Ich kann die Veranstaltung des HPI bzw. generell den Girls’Day nur weiterempfehlen!

Eure BerlinImPulserin Katja

Artikelbild: Angelika Koch-Schmid  / pixelio.de

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Filmrezension „Rubinrot“

 

Titel: Rubinrot

Länge: 122 Minuten

Filmstart: 14.3.2013

Empfehlung: 5/5 Fernsehtürme

KreaTiefität: 5/5 Fernsehtürme

 

 

Schon 2009 erschien Rubinrot als erster Teil einer Trilogie – und nun wurde er endlich verfilmt!

Ich selbst bin ein großer Fan der Reihe „Liebe geht durch alle Zeiten“, die sich aus den Teilen „Rubinrot“, „Saphirblau“ und „Smaragdgrün“ zusammensetzt. Doch für die, die die Bücher nicht gelesen haben, möchte ich die Story kurz zusammenfassen:

Die 16-jährige Gwendolyn Shepherd wächst in einer etwas sonderbaren Familie auf. Denn in ihrer Familie wird ein Gen vererbt, das dafür sorgt, dass der Träger dieses Gens in der Zeit reisen kann. Eigentlich war ihre Cousine Charlotte die „Auserwählte“ und wurde schon ihr ganzes Leben auf den Zeitpunkt vorbereitet, an dem sie zum ersten Mal in der Zeit springen würde. Das umfasste nicht nur das Lernen verschiedener Sprachen und der Verhaltensweisen in der Vergangenheit, sondern auch Fechten, Krav Maga und Gavotte tanzen. Doch dann stellt sich heraus, dass Gwendolyn die Genträgerin ist. Gwendolyn, die als ganz normales Mädchen aufgewachsen ist und somit völlig unvorbereitet an einer nicht ganz ungefährlichen Mission teilnehmen soll, die sich immer mehr verkompliziert.

Auf ihren Zeitreisen wird sie von dem arroganten, aber teuflisch gutaussehenden Gideon de Villiers begleitet, der ebenfalls in der Zeit reisen kann. Zwischen diesen beiden liegen Welten (Gideon wuchs wie Charlotte auf), weshalb es nicht verwunderlich ist, dass es zu einigen Reibereien kommt.

Es ist immer etwas schwerer, einen Film über eine Story zu drehen, zu der schon ein Buch erschienen ist – die Bücher haben meist eine große Fangemeinde, die ihre gefeierte Story so genau und überzeugend umgesetzt haben will wie möglich, die sich die Personen in Gedanken schon vorgestellt hat und die Kulisse vor Augen hat. Doch wie es bei Büchern nun mal so ist, können die Vorstellungen dort ziemlich weit auseinander gehen.

Meine Vorstellung der Charaktere wurde jedenfalls gut getroffen. Gwendolyn ist einfach liebenswert, ihre Cousine Charlotte ist genauso eingebildet, wie ich sie mir ausgemalt habe und in Gideon habe ich mich natürlich auf der Stelle verliebt…

Beim Film „Rubinrot“ findet man einige Veränderungen und Neuerungen, andere Sachen wurden weggelassen. Ich finde allerdings, dass das der Story nicht geschadet hat. Sie ist genauso spannend und lustig wie im Buch.

Wenn man vom Film eine exakte Verbildlichung des Buches erwartet hat, findet man sicherlich einige Kritikpunkte (vor allem beim Ende wurde etwas dazu erfunden), aber als eigenständiger Film betrachtet, war er echt klasse.

Ich werde ihn mir jedenfalls demnächst ein zweites Mal ansehen!

Eure BerlinImPulserin Katja

 

Quelle Artikelbild: Facebookseite von Rubinrot

 

 

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Pro und Contra: Königshaus

 

Am 22.September wählt Deutschland sein (wenn auch nur indirekt) neues Regierungsoberhaupt. Die Wahl liegt im Grunde zwischen einer 58-jährigen Frau, deren mitreißende Ausstrahlung und Lebensfreude zu wünschen übrig lassen, und einem älteren Herren, der nicht gerade unserer Vorstellung von einem Charmebolzen entspricht und auch sonst als der nette Opa von nebenan durchgehen könnte.

Andere Länder dagegen haben eine Königin, an der man auf offener Straße nicht einfach vorbeilaufen könnte oder einen Prinzen, der Mädchen jeden Alters ein hingerissenes Seufzen entlockt.

Wir –  Clara, Leonie und Katja –  haben uns gefragt: Was sind die Vor- und Nachteile eines Königshauses und sollten wir froh sein, keine Monarchie zu sein oder eher alten Zeiten nachtrauern?

 

Pro und Contra Königshaus

Ein Kommentar von Clara Sziborra

Ich bin eher geteilter Meinung und konnte irgendwie keine Seite schwerer werten, als die andere:

Das britische Königshaus kennt jeder und viele haben sich bestimmt auch die Hochzeit von Prinz William im Fernsehen angeguckt.  Das Königshaus ist wunderbar, ja, zum Schwärmen, aber auch zum Beschweren.

Wer würde nicht gern einen Prinzen heiraten, vielleicht mal Königin werden? Aber wer würde schon gern ständig sein Staatsoberhaupt in der Presse sehen, weil das Kleid zu kurz oder der Bikini zu grell gewesen war? Andererseits sind wir ja doch neidisch auf die Briten, Dänen und Spanier mit ihren tollen Vorzeigefamilien, aber würden wir unsere Angie dagegen eintauschen?

Einen politschen Nutzen haben sie nicht wirklich, aber sie machen einen guten Eindruck.

 Die erste Frage wäre natürlich: Wer sollte denn nun noch König   werden?  Wir haben die Thronfolgerfamilie schon vor ca. 100 Jahren von ihrer Vormachtstellung ‚befreit‘, die Erben sind längst verstreut und vielzählig. Man müsste sie erst suchen und nachfragen, ob sie überhaupt bereit wären, das symbolische Zepter wieder zu übernehmen. Noch dazu müsste etwas in unsere Verfassung geändert werden, was auch nur möglich ist, wenn 2/3 im Bundestag dafür sind.

Wie jedoch sollten die Politiker davon überzeugt werden? Was bringen die Adligen an der Spitze denn schon?

Hohe Einschaltquoten für die öffentlichen Sender zum Beispiel, Geschichten über die Thronerben verkaufen sich auch in Zeitungen immer gut und außerdem kann man schöne kleine Souvenirs herstellen, wie die Königin mit Wackelkopf oder als Teebeutel.

Es würde die deutsche Wirtschaft sicherlich ein wenig ankurbeln, wenn da nicht diese Unmengen von Kosten wären! Man stelle sich vor, Kates Kleid wäre von Steuerzahlern finanziert worden – die wären bestimmt mächtig stolz gewesen, aber der Staat hätte nur geseufzt. Wie viele Kindergärten, Schulen oder Spielplätze von dem ganzen Geld gebaut werden könnten. Letztendlich verschlucken die Kronenträger doch mehr als sie dem jeweiligen Land bringen.

Aber dennoch sind wir neidisch auf die Schweden, die stolz von ‚ihrer‘ neuen Prinzessin erzählen, wir wünschten, die Deutschen hätte etwas, was sie so sehr zusammenschweißen würde und ihnen abgesehen von Autos und Bier noch etwas geben würde, worauf sie stolz sein könnten.

Man bedenke mal, wie berühmt und tätig unsere Adelshäuser in der Vergangenheit waren! Katharina die Große zum Beispiel, kam doch eigentlich aus Stettin und heiratete sich dort erst ein, um schließlich ihren Mann mit Hilfe der russischen Revolutionäre zu beseitigen und allein an der Spitze zu stehen. Auch die Vorfahren der britischen Krone haben – na, wer hätte das gedacht – deutsche Wurzeln. Aber wie gesagt, wie soll man eben diese Familien wiederfinden und genau den richtigen König raussuchen? Wird per Los gezogen oder wählen wir unser neues repräsentatives Oberhaupt? Wer soll das entscheiden, wer hat das Recht dazu? Der Bundestag scheint dafür mehr als unangemessen, der König soll ja eigentlich auch fürs Volk sein und mit der Politik fast gar nichts zu tun haben. Aber da wären wir eben wieder beim Nutzen. Wobei sich auch die Dänen längst nicht mehr von ihrem Monarchen sagen lassen, was sie zu tun oder zu lassen haben, nein, auch sie haben ein Parlament und eine richtige Regierung. Das Königshaus ist einfach nur noch von früher übrig, wie ein zurückgebliebener Partygast, der irgendwie zur Attraktion des Hauses geworden ist und einfach als Anhängsel behalten wird. Zum Anlocken der Gäste sozusagen.

 

Pro Königshaus

Ein Kommentar von Leonie Herz

Eben dieser von Clara angesprochene Stolz auf eine Figur des Staates ist es, was für mich ein Königshaus so attraktiv macht, auch, wenn das vielleicht ein bisschen altmodisch, politisch nicht gerade weit entwickelt und kitschig klingt.

Natürlich kann man die Legitimation der Königsfamilie in Frage stellen und sich über die Ausgaben, die durch königliche Hochzeiten entstehen, aufregen, aber irgendwie gehört die Queen nun mal zu England, wie schon die britische Nationalhymne, deren Text ja schließlich lautet ,, God save the queen‘‘ schon ganz deutlich macht. Und irgendwie ist das doch auch ganz schön.

Ich war kurz vor der Hochzeit von William und Kate in London und ich habe noch nie eine Stadt so bunt und aufgeregt gesehen. Die Straßen waren voll britischer Flaggen und überall gab es lustige Hochzeitssouvenirs. Kitschig?? Ja, vielleicht schon! Aber auch irgendwie toll. Ich meine, manche Leute werden verrückt, wenn die deutsche Nationalmannschaft ein Spiel gewinnt und rennen mit der Deutschlandflagge durch die ganze Stadt. Warum darf man das dann nicht auch in England anlässlich einer Hochzeit machen?

Angela Merkel würde man nie auf Geldscheine drucken…

Ich finde nicht, dass Deutschland jetzt unbedingt eine Königsfamilie bräuchte, aber als Repräsentanten wären mir vielleicht William und Kate doch lieber als die mürrische Frau Merkel. Und mehr macht die Königsfamilie ja auch nicht. Sie repräsentiert einfach nur, in die Politik kann sie sich fast gar nicht mehr einmischen. Außerdem verkörpert sie Tradition, zieht jede Menge Touristen an und ist vielleicht sogar eine Identifikationsfigur für ihr Volk. Laut einer Umfrage nämlich steht der Großteil der Briten nämlich immer noch hinter ihrer Monarchie.

Und solange es Menschen gibt, die vorm Buckingham Palace stehen und sehnsüchtig darauf warten, dass die Königsfamilie den Balkon betritt, solange finde ich es gerechtfertigt, dass es Königshäuser gibt.

 

 Contra Königshaus

Ein Kommentar von Katja Niklas

Ich bin dagegen schon irgendwie froh, dass Deutschland keine Monarchie ist. Klar, wir können nicht hingebungsvoll zu unserem attraktiven Prinzen und seiner wunderschönen Prinzessin aufschauen oder einen Freudentanz aufführen, wenn sich königlicher Nachwuchs ankündigt.

Aber so kommen wir auch nie in die Verlegenheit, dass sich die Welt über Partybilder des königlichen Sprosses amüsiert oder mokiert, auf denen nackte Tatsachen zu sehen sind.

Denn welcher Paparazzi wartet stundenlang auf eine günstige Gelegenheit, Frau Merkel und ihren Mann in Badeklamotten am Strand zu erwischen?

Unsere Politiker sind im Großen und Ganzen einfach Politiker und werden auch als solche behandelt: Ihr Privatleben interessiert eigentlich nur dann, wenn es Handlungen beinhaltet, die dem Bürger unrecht vorkommen – und dazu zählt die Frage, ob jemand 7 Eier zum Frühstück bestellt, aber nur eines isst, eher nicht.

Zumal das Königlich-Sein ja nicht automatisch bedeutet, dass diejenigen gut aussehen und uns durch z.B. soziales Engagement stolz machen. Stellt euch mal vor, wie es wäre, wenn wir nicht nur unsere jetzigen Politiker hätten, sondern auch noch eine Königsfamilie, die jedem Klischee (Schönheit, Klugheit, Hilfsbereitschaft, Liebe zu ihrem Volk, etc.)trotzt und stattdessen nur im Schloss rumgammelt, gönnerhaft aus dem Fenster winkt, Deutschland durch unpassende Bemerkungen in Verruf bringt und seine Bürger nur benötigt, damit es sich mit dessen Steuern in die Karibik absetzen kann…

 

Eure BerlinImPulser Clara, Leonie und Katja

 

Titelbild: HAUK MEDIEN ARCHIV / Alexander Hauk / www.alexander-hauk.de  / pixelio.de

Bild (Geld): Jens Märker  / pixelio.de

Bild (Puppen): Maret Hosemann  / pixelio.de

 

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Wer abschreibt…wird Minister.

 

Artikelbild: Petra Bork  / pixelio.de

Artikelbild: Petra Bork / pixelio.de

Hach, wäre ich doch noch mal in der 6. Klasse! Da beschränkten sich die Probleme, die einen beschäftigten, noch auf das Umfeld. Heute, wo ich im ersten Jahr der Abiturphase bin, sieht die Welt schon ganz anders aus. Denn obwohl ich weiß, dass ich die Welt nicht groß verändern kann, fühle ich mich unter Druck gesetzt.

Wo soll ich anfangen, sobald ich mein Abitur habe? Soll ich einen Flughafen bauen, eine Oper renovieren, den S-Bahn-Verkehr organisieren oder lieber das Schulsystem überarbeiten? Schon der Gedanke an einige der Pannen kann einen in die Verzweiflung treiben.

Beim Schulsystem ist vermutlich noch am meisten zu retten. Am wichtigsten wäre es, hier bei Entscheidungen mal die zu fragen, die es auch betrifft: Schüler und Lehrer. Wen wundert es denn, dass viele Schüler so unmotiviert sind? Sie wissen genau: Die Rahmenpläne sind teilweise nicht zu schaffen, weil einfach zu viel in zu kurzer Zeit erwartet wird. Das Berliner Abitur ist nicht so viel wert wie ein Bayrisches. Von den Referendaren wird erwartet, dass sie größtenteils Gruppen- bzw. Partnerarbeit machen, obwohl uns Schülern die schon zum Halse raushängt.

Zu all dem kommen dann aber noch sogenannte „Vorbilder“: In der Wirtschaft sieht man, dass die, die den größten Mist bauen, oftmals mit am besten bezahlt werden und unter Politikern findet sich in letzter Zeit öfter mal jemand, dem „aus Versehen“ einige Plagiate in die Doktorarbeit gerutscht sind.,Der aktuellste und für mich als Schülerin empörendste Fall ist wohl die ehemalige Bildungsministerin Annette Schavan. Lasst euch das mal auf der Zunge zergehen: Die BILDUNGSministerin hat vermutlich ABGESCHRIEBEN……und uns Schülern gibt man eine 6, wenn wir die Hausaufgaben abschreiben – obwohl wir für gemachte Hausaufgaben nicht mal einen Titel bekommen. Obwohl man bei uns auch nicht immer sicher sein kann, dass wir abgeschrieben und nicht stattdessen zusammen zu dem Ergebnis gekommen sind, da man uns ja kein ausgiebiges Prüfungsverfahren zubilligt.

Andererseits hat man so ein Ziel vor Augen – wenn in der Welt alles perfekt wäre, würde das Leben langweilig sein. Vielleicht würde ich mich sogar etwas nutzlos fühlen 😀

 

Eure BerlinImPulserin Katja

Artikelbild: Petra Bork  / pixelio.de

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Berlin kann alles… außer einchecken!

 

Hallöchen und willkommen im neuen BerlinImPuls-Jahr!

Auch ich bin nun – Ende Januar – wieder aus meiner (erdbebensicheren) Höhle gekrochen, nachdem ich festgestellt habe, dass der Weltuntergang seine Zeitplanung wohl nach der S-Bahn-Regel gemacht hat: Die Leute glauben eh nicht, dass ich noch komme, also kann ich mir auch richtig Zeit lassen.

Doch auch, wenn wir das Jahr des Weltuntergangs hinter uns gelassen haben, bedeutet das leider noch lange nicht, dass wir von Katastrophen verschont bleiben – im Gegenteil, in Berlin folgen Niederlagen auf Dummheit, Fehler auf Verspätungen und Pleiten auf Pannen.

Im Grunde bräuchte ich gar nicht deutlicher zu werden, denn die Wörter sind schon fast ein Synonym für den „neuen“ Berliner Flughafen BER. Gibt man bei Google „BER“ ein, wird man fast erschlagen mit Meldungen über die fehlerhaften Entrauchungs-, Kühlungs-  und Tankanlage… um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Doch ich bin optimistisch und glaube fest an eine Eröffnung des Projektes in diesem Jahrhundert, weshalb ich auch schon die Eröffnungsrede geschrieben habe. Nur, wer sie halten wird, ist dann eben fraglich.

 

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kinder,

Wir haben uns heute, an diesem wunderschönen Augusttag [nach Belieben änderbar] des Jahres [Hier bitte Jahr eintragen], hier versammelt, um ein Ereignis zu zelebrieren, auf das wir schon lange gewartet haben. Viel zu lange, würden einige vielleicht sagen.

Aber dieses Warten hat sich gelohnt! Nach vielen Höhen und Tiefen, auch wenn die Höhen nicht so hoch wie die Tiefen tief waren, habe ich nun die Ehre, diese Rede anlässlich der Eröffnung des Willy-Brandt-Flughafens halten zu dürfen!

Schweiß und Blut mehrerer Generationen haben wir in diesen Flughafen gesteckt, von den zusätzlichen Milliarden ganz zu schweigen. Die Entstehungsphase des Flughafens erinnert an eine steinige Dürrestrecke mit mangelnden Oasen – doch letztendlich haben wir sie bewältigt!

Große Opfer mussten wir auf unserem Weg erbringen: Zahlreiche Köpfe mussten rollen, damit wir den heutigen Stand erreichen konnten und zahlreiche Milliarden mussten in den Sand gesetzt werden. DM, Euro und griechische Drachmen wechselten den Besitzer. Wir mussten erleben, wie die restliche Welt über uns lachte, wie wir zum Gespött der Leute wurden. Doch nun haben wir unser Ziel erreicht und können endlich die Früchte unserer Arbeit ernten!

Probleme wie das des Lärmschutzes konnten wir nach etlichen Missverständnissen und Fehlentscheidungen bewältigen und auch die zunächst nicht funktionierende Brandschutzanlage hat unsere Arbeit nur um einige Jahre verzögert!

An dieser Stelle möchte ich mich herzlichst bedanken bei den Anwohnern, die sich bereit erklärt haben, im Falle eines Brandes die Eimer zu schleppen. Vielen Dank.

Doch all das war nur Schall und Rauch und liegt nun hinter uns – und vor uns liegt die strahlende Zukunft!

Im letzten Jahr haben Tegel und Schönefeld zusammen 24 Millionen Passagiere [hier bitte Zahl aktualisieren] bewältigt, doch da unser Flughafen vorrausschauend geplant wurde, ist er ausgelegt auf sensationelle 27 Millionen Passagiere!

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kinder,

lasst uns also die Früchte unserer Arbeit ernten, bevor die wie ein Damoklesschwert über uns hängende Insolvenz niederfährt und sie zu Matsch verarbeitet! Lasst uns also durchstarten, wie es auch einige Piloten tun werden, wenn sie der Koffer auf der Landebahn ansichtig werden, die nicht mehr auf die 8 Gepäckbänder gepasst haben!

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kinder,

frei nach dem Motto „was lange währt, wird endlich gut“ möchte ich hiermit die Zwischenlösung für den Berliner Großflughafen eröffnen!

 

Eure BerlinImPulserin Katja

Artikelbild: Jan Kowalski  / pixelio.de

 

 

 

 

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Kolumne:“Das ist das Ende–Vorbereitungen auf den Weltuntergang” –Teil 14: Der Weltuntergang 2012…Das ist ja morgen?!

 

Heute ist es nun soweit – es wird sich zeigen, ob die Welt wie wir sie kennen, einen grandiosen Abgang hinlegt!

Denn eines kann man von einem Weltuntergang ja wohl erwarten: Eine bühnenreife Inszenierung. Dazu gehören Erdbeben und Tsunamis genauso wie Vulkanausbrüche und Hurrikans.

Ich bin bestens vorbereitet und habe schon Taschentücher und Schokolade neben meinem Laptop bereitgelegt. Den Tee werde ich mir aber erst aufbrühen, wenn es dann losgeht.

Für diejenigen, die den angekündigten Weltuntergang etwas weniger gelassen nehmen, habe ich mich etwas umgehört und bin zu dem Schluss gekommen, dass man – wenn man versuchen möchte, sich in Sicherheit zu bringen – in die Schweiz fliehen sollte. Denn in der Schweiz gibt es unzählige Bunker, die insgesamt Platz für über 8,6 Millionen Menschen bieten. Einwohner gibt es in der Schweiz aber nur um die 8 Millionen, für einige ist also noch Platz.

Falls euch das zu langweilig ist, könnt ihr dem Untergang aber auch auf einer der zahlreichen Weltuntergangspartys zuprosten. (Denkt aber daran, dass es nicht 100%ig sicher ist, dass die Welt untergeht…es ist also nicht gesichert, dass ihr dem Kater entkommt XD)

Allerdings muss ich ja sagen, dass mich die Zeugnisausgabe morgen mehr beschäftigt, als das eventuelle Ende. Denn seien wir mal ehrlich: Was ist schon ein Weltuntergang gegen die vorwurfsvollen Blicke der Eltern und Lehrer? 😀

BerlinImPuls jedenfalls weiß: Zu einem Weltuntergang kann/darf es gar nicht kommen, schließlich wollen wir das beste Jugenmedienmagazin 2013 werden!

 

Eure BerlinImPulserin Katja

 

Titelbild: Hartmut910  / pixelio.de

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Kolumne:“Das ist das Ende–Vorbereitungen auf den Weltuntergang” –Teil 13: Der Weltuntergang 2012…und was mache ich bei Vulkanausbrüchen?

 

In ein paar Tagen ist es schon soweit – dann wird sich zeigen, ob die Weltuntergangspropheten Recht hatten oder ob wir stattdessen noch ein bisschen Aufschub bekommen, bis es dann zum nächsten todsicheren Weltuntergang kommt.

Was auch immer passiert, es schadet nicht, auf alles vorbereitet zu sein. Mittlerweile wissen wir, was man bei Tsunamis, Hurrikans und Erdbeben macht – doch was ist, wenn es feurig wird? Wenn sich die Erde öffnet und dem Winter etwas einheizen will? Kurz: Was macht man, wenn ein Vulkan ausbricht?

Für einen Vulkanausbruch sind die Vorgehensweisen ziemlich einfach: Wenn man rechtzeitig erfährt, dass er ausbricht, dann flieht man möglichst schnell möglichst weit weg. Erfährt man es nicht mehr rechtzeitig, kann man sich die Puste sparen und stehen bleiben.

Man unterscheidet zwischen effusiven und explosiven Vulkanausbrüchen, wobei sich letzterer nicht nur fieser anhört. Bei einem effusiven Vulkanausbruch ist die Lava dünnflüssiger und tritt eher „gemächlich“ an die Oberfläche. Ein explosiver Vulkanausbruch dagegen macht seinem Namen alle Ehre: Die Lava ist zähflüssig und enthält viel Gas, das aber aufgrund eben dieser Zähflüssigkeit nur schwer entweichen kann. Dadurch entlastet sich der vorhandene Druck wie bei einer Sektflasche. Nur eben nicht mit einem „Plopp“ sondern mit einem „Bumm“.

Falls ihr das Pech habt, zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort zu sein, könnt ihr aber noch Glück im Unglück haben: Denn eine solche Druckentlastung zerreißt die Lava in Fragmente und aus dem Vulkan kann eine Mischung aus Gestein, heißer Asche und eben jenen Gasen schießen. Wenn diese Mischung schwerer als Luft ist, bleibt sie am Boden und wandert den Berg hinab. Dieser „Pyroklastische Strom“ hat im Inneren eine Temperatur von angenehmen 300-800°C und kann locker eine Geschwindigkeit von 400km/h erreichen.  Auf ein Wettrennen würde ich es also nicht unbedingt anlegen.

Wenn ihr aber doch entkommen seid (vielleicht war es ja ein freundlicher Vulkan?), macht euch auf das Dessert gefasst: Vulkanausbrüche können zu Tsunamis führen.

Ihr merkt also: Ausruhen ist nicht. Wenn ein Weltuntergang eins zu bieten hat, dann Action. Wie viel man davon mitbekommt, ist dann eine andere Sache. Aber vielleicht möchtet ihr euch schon mal ein bisschen auf den Weltuntergang einstimmen? Dann kann ich euch „Pompeji – der letzte Tag“ wärmstens empfehlen. Oder wollt ihr noch mehr über Vulkane wissen? Dann lest hier mehr.

 

Eure BerlinImPulserin Katja

 

Artikelbild: Mathias Klingner  / pixelio.de

 

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Youki – Im wahrsten Sinne international!

 

Am Freitag gab es den letzten Teil des Filmsofas – diesmal war es allerdings auf Englisch! Das hat das Gespräch für die Gäste, die aus verschiedenen Teilen der Welt kamen, natürlich enorm erleichtert, mir jedoch einige Schwierigkeiten bereitet…

Diesmal drehte sich alles um das Thema „It´s all about love“, weshalb auch Filmemacher eingeladen waren, deren Werke eines gemeinsam hatten: Sie handelten von Liebe.

Auf dem Sofa saßen Ling Hong, Macherin von „Duet Dance“, aus China, Thomas Kuratli („What ist Love“) aus der Schweiz, die aus Dänemark kommenden „Lost Picture“-Macher Marisól Ortiz und Freja Sofie Kirk und Bianca Emilia A. Fjellstad („C and C“) aus Norwegen – man sieht also, dass sich die Youki zu Recht international nennt!

Während des Gespräches ging es vorrangig darum, dass die Liebe so oft ihren Weg in Filme findet, wenn auch manchmal nur versteckt. Die Filmemacher wurden zu ihren Filmen befragt und Fragen wie „Könntest du dir deinen Film ohne den Aspekt der Liebe vorstellen?“ oder „Wie hast du deine Schauspieler ausgewählt und wie hast du mit ihnen gearbeitet?“ bestimmten zusammen mit der kurzen Vorstellung der Filme das Gespräch.

Für mich hob sich dieser dritte Teil des Filmsofas zu wenig vom ersten ab, da das Thema zu ähnlich war und die Fragen zu wenig Neues ans Licht brachten. Außerdem ist es schwer, mit so vielen Gästen eine gewisse Gesprächstiefe zu erreichen, da man auf jeden eingehen muss – wenn man zwei zu ihren Film befragt und von diesen einen Ausschnitt zeigt, wäre es unfair, die anderen zu übergehen.

Von daher riss mich dieser Talk nicht sonderlich mit. Allerdings gab es auch hier einen Satz, der mir in Erinnerung geblieben ist: Die Filmemacherin von „C and C“ sagte „Ich liebe es, Leute einfach dadurch zu berühren, dass ich die Wahrheit sage.“ (Ich hoffe, ich habe es richtig übersetzt :D) und ich finde, das ist einfach eine prima Einstellung.

Außerdem habe ich an diesem Tag aber noch in das Hörspiel-Projekt reingeschaut…äh, reingehört! Meine Ergebnisse erhaltet ihr  hier „Wie entsteht ein Hörspiel?“.

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Youki – „Glück ist langweilig“

 

Auch am Donnerstag war auf dem Filmfestival wieder viel los. Es begann schon in der Früh um 7 Uhr: Einige aufgeweckte Kinder rannten kreischend und Türen schlagend durch den Gang vor unserem Zimmer und rissen uns damit auf grausamste Weise aus unseren süßen Träumen…

 

Dementsprechend müde saßen wir nach dem Frühstück im Alten Schlachthof und sahen uns die am Wettbewerb teilnehmenden Filme an.

Da so viele Filme eingereicht wurden, dauerte das wieder bis in den späten Vormittag hinein, sodass wir uns direkt im Anschluss auf die Suche nach etwas zum Essen machten: Es gibt einen McDonalds in Wels!

 

Um 15.30 Uhr kam dann der 2. Teil des Filmsofas: „Ich möchte Teil einer Protestkultur sein oder: Im Zweifel für den Zweifel“. Zu Gast waren diesmal Peter Schernhuber von der Festivalleitung der Youki, Vera Schöpfer von Screenagers und Agnes Aistleitner, Macherin des Films „State of Revolution“.

In dieser Folge des Filmsofas ging es zwischen Zusammenhänge von Festivals und Protest, von Filmen und Protest. Führt man den Protest weiter, wenn man einen Film dazu produziert? Welchen Personen gibt man ein Forum und welchen nicht?

Diese Fragen wurden – wieder live im dorf tv – gestellt und diskutiert.

Vera Schöpfer war Leiterin eines Projektes, in dem 6 deutsche und 6 griechische Jugendliche zusammen Dokumentarfilme gedreht haben – sowohl in Deutschland als auch in Griechenland. Allerdings kamen ihnen kurz vor ihrer Reise nach Griechenland die dortigen Demonstrationen in die Quere. Sie entschieden sich jedoch, trotzdem hinzufahren. Dort angekommen, wechselten sie kurzentschlossen ihr Thema – statt einen Film über einen Astrologen zu drehen, dokumentierten sie die Protestbewegung und drehten den Film „Athens Calling„: „Nach der großen Demonstration gegen die Sparbeschlüsse des Parlaments brennen mehr als 40 Gebäude in Athen, darunter drei Kinos. Unmittelbar nach den Krawallen durchstreifen junge deutsche und griechische Filmemacher die Stadt und suchen Antworten auf die Frage: Warum der Angriff auf die Tempel der Kultur?  Stimmen von Athener Künstlern, Lehrern, Jugendlichen, Politikern – Eindrücke und Bilder aus einer Stadt am Abgrund.“ (screenagers.de)

Auch Agnes Aistleitner beschäftigte sich in ihrem Film „State of Revolution“ mit einer Protestbewegung. Dabei war sie jedoch nicht in Griechenland, sondern in Kairo. Ihr Anliegen war es, zu untersuchen, ob das Bild, das die Nachrichten von der Situation zeichneten, wirklich der Realität entsprach. Dafür suchte sie die Begegnung mit Menschen, die ihr ihre Sicht darlegen konnten und startete eine Gesprächsrunde.

Peter Schernhuber war gewissermaßen Vertreter für die Festivals und legte seine Meinung zum Zusammenhang zwischen Protest und Festivals dar.

Dieser zweite Teil des Filmsofas hat mich wesentlich mehr gefesselt als der letzte, denn er gab mir neue Denkanstöße. Bisher hatte ich nicht darüber nachgedacht, was es eigentlich bedeutet, einen Film über Protestbewegungen zu drehen. Bezieht man damit Stellung? Ist es überhaupt möglich, in einem solchen Film die eigene Meinung außen vor zu lassen? Denn schon beim Zusammenschneiden des Materials muss man sich ja für bestimmte Stellen entscheiden und andere auslassen. Bezieht ein Festival Stellung, wenn es einem solchen Film eine Plattform bietet?

Besonders zu denken gegeben, haben mir zwei Aussagen von Vera Schöpfer: „Wenn man einen Film machen will, muss es einen bewegen. Weil sonst macht man keinen guten Film.“ und „Glück ist langweilig.“

Ich finde, diese beiden kann man nicht nur auf Filme beziehen, sondern auf unser komplettes Leben. Was wäre, wenn alles immer fantastisch wäre – könnten wir uns dann überhaupt noch für etwas begeistern? Schließlich gäbe es nichts Außergewöhnliches mehr.

Eure BerlinImPulserin Katja

Anmerkung: Der Film „Athens Calling“ ist momentan nur in Ausschnitten zu sehen. Wenn ihr den vollen Film sehen wollt, solltet ihr eine Anfrage an vera(at)screenagers.de schicken.

 

 

 

 

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Youki – Mehr als nur Filme schauen

 

Das Festival besteht ja nicht nur aus den Film-Wettbewerben, sondern auch aus Projekten und interessanten Talks. Es gibt unteranderem die Möglichkeit, bei einem Hörspiel-Projekt mitzumachen, zu erfahren, wie wichtig eigentlich eine passende Geräuschkulisse für Filme ist und zu lernen, wie man qualitativ hochwertige Skatevideos dreht.

In diese Projekte werden wir in den nächsten Tagen auf jeden Fall mal reinschnuppern und euch dann berichten, was es dort Spannendes zu sehen bzw. hören gibt!

 

 

Weiterhin gab es am Mittwoch den ersten Teil vom „Filmsofa“ (insgesamt gibt es drei) zum Thema „Es wird geliebt“. Mit auf dem Sofa saßen die jungen Filmemacher der Kurzfilme „Liebe für Anfänger“, „für Valerie“ und „Begegnungen“.

Zusammen mit der Moderatorin Laura-Lee Röckendorfer sprachen sie über das Gefühl, das in so vielen Filmen verarbeitet ist und das man sich oft wünscht, wenn es nicht dabei ist – Liebe. „Kommen Filme ohne Liebe aus?“ und was muss ein guter Teenie-Film enthalten? Um solche Fragen drehte sich dieser Teil des Filmsofas, der übrigens – genau wie die beiden nächsten Teile – um 15.30 Uhr live auf dorf tv ausgestrahlt wurde.

Ebenfalls auf dem Programm stand das „Media Meeting“ Teil 1: „Bonus Material. Übers Fernsehen, seriell Schauen & die vielen ersten Male“. In diesem wurde ein Video gezeigt, in dem mehrere Personen gebeten wurden, zu zweit bestimmte Szenen aus den Serien „Blossom“, „Dawson´s Creek“ und „The O.C.“ vorzulesen. In diesen Szenen ging es um Sexualität, Beziehungen und das Erwachsenwerden – alles Themen, die einen als Jugendlichen durchaus beschäftigen. Es war sehr interessant, die Reaktionen der Leser zu beobachten, denn es ist eine Sache, einem solchen Dialog im Fernsehen zu lauschen und eine andere, ihn laut vorzulesen. Erst da wird einem teilweise bewusst, dass man selbst so etwas nicht sagen würde.

Eine Leserin formulierte es ganz treffend: „Man könnte glauben, dass die Serie von Männern geschrieben wurde. Frauen würden nie so reden.“

Auf jeden Fall fand ich das „Media Meeting“ sehr interessant. Denn man wächst gewissermaßen mit den Protagonisten der Serien auf, die oftmals die gleichen Probleme wie man selbst haben.

Tja, das war es auch schon von meinen Erlebnissen, morgen geht es weiter!

 

youki14deutsch