One does not simply

Was sind… Memes?

 

Ein Insider-Spruch setzt sich in einem kleinen Personenkreis schnell durch und wird auch nur von ihnen wiederkannt und als lustig befunden – bei den so genannten „Memes“, welche im Internet kursieren (und auch im wahren Leben, wie wir von BerlinImPuls zeigen werden) ist die Gruppe der Anwender wesentlich größer, aber die Anzahl der Personen, die darauf stößt und nur mit einem Schulterzucken vorbeischreitet, auch.

Was sind Memes überhaupt?

Memes sind mysteriöse Wesen, die in vielen Formen auftreten: Tatsächlich kann man sie nicht nur als Internet-Phänomen bezeichnen, sondern finden sie auch im Alltag in der kurzweilligen Kultur einen Platz. Wer erinnert sich nicht an Grup Tekkan, die „Wo bist du mein Sonnenlicht?“ gesungen haben, obwohl niemand das Lied richtig mochte? Welcher Herr-der-Ringe-Fan würde an einem Schild mit dem legendären Satz von Gandalf „You shall not pass!“ vorbeigehen?

Grundsätzlich ist ein Meme ein Trend, der in einem Lebensbereich auftritt und speziell mit einer bestimmten Textzeile oder indivuellem Symbol begleitet wird. Wir von BerlinImPuls stellen euch ein paar Memes vor, die im Internet viele Anhänger finden:

Verzeifeln mit dem Y-U-NO-Guy

Y U NO Guy

BerlinImPuls mit der „Y U NO“ Formel: Nomen + Y U NO + Verb/Tätigkeit.

Viele haben diese verzweifelte Figur vielleicht schon in Ragecomics (auch eine Art Meme) gesehen – ihr Ausdruck stammt tatsächlich aus einem Comic, nämlich einem japanischen Manga namens Gantz. Irgendwann hat ein uns heute unbekannter Internetuser den Ausdruck eines verzweifelten Charakters aus der Mangaseite ausgeschnitten, eingescannt, und auf das Strichmännchen geklebt .. so heißt es zumindest in der Legende. Die Ursprünge von diesen Figuren oder Memes lassen sich nur schwer klar herausfinden, aber einigen devotierten Internetnutzern gelingt es durch Recherche diese Verbindungen herzustellen und so der Herkunft eines Memes auf die Schliche zu kommen.

Noch besser ist es natürlich, wenn man bei der Geburt oder den Anfangsschritten eines Memes gleich dabei ist – das erinnert dann schon mehr an die Insider die im Freundeskreis entstehen. Aber was genau macht man denn jetzt mit „Y U NO“? Man kann es in seine Erkenntnisse oder Empörungen einbinden, und Leute, die das Meme kennen, haben dann gleich das verzweifelte Bild im Kopf.  An der Seite könnt ihr ein BerlinImPulsbezogenes-Beispiel sehen, eine vielleicht für den Laien verständlichere Variante wäre z.B. „Photoshop – y u no sell photos?“ (Photoshop, warum du verkaufst keine Fotos?) – Na das ist doch mal eine berechtigte Frage!

Für immer allein?

Für immer allein, ganz allein – eine bedrückende Perspektive humorvoll umgesetzt

Ewiger Gefährte: Forever Alone

Ein anderer beliebter Charakter in den Ragecomics, welcher sich ständig in neue Memes einschleicht und immer wieder für Lacher und alte neue Wendungen sorgen kann ist Forever Alone. Diese (zugegebenermaßen etwas gewöhnungsbedürftige) traurige Figur zeichnet sich im Gebrauch dadurch aus, dass die Pointe des Witzes auf sein ewiges Alleinsein einspielt. Im Bild rechts könnt ihr ein sehr klassisch umgesetztes Beispiel sehen (welches sogar einen ganz klaren Realitätsbezug hat). Ein ebenso verständliches Beispiel, um den Charme dieses Memes zu verstehen wäre:

Person: Honey, ich bin zu Hause! Man sieht ein Glas Honig im Regal sehen. Person: Forever alone…

Die hier in Bildern vorgestellten Varianten mit einer oberen und unteren Zeile mit der Pointe nennt man übrigens „Advice Animals“ – „Ratgeber-Tiere“, denn unter anderem finden sich da noch ein Wolf mit viel Mut, eine Katze die ganz schön Hipster ist, und Forever Alone könnte man mit seiner Form vielleicht auch als eine Art Tierform bezeichnen?

Der ewige Kreislauf  – Memes aus Medien, Memes in Medien

Zahlreiche Memes entstehen, wie schon im Einleitungstext mit dem Gandalf-Beispiel aufgezeigt, in dem bestimmte Zeilen oder visuelle Merkmale aus einem Medienartikel mit einer großen Fangemeinde humorvoll verändert werden. Ein bekanntes Beispiel dafür ist ein anderer Charakter aus der Herr-der-Ringe-Trilogie: Boromir (dargestellt von Sean Bean. So schnell wird man ein Ratgeber-Tier), der mit seinem Satz „One/You cannot simply walk into Mordor“ (Man/Du kann/st nicht einfach in Mordor reinlaufen) überall verwendet werden kann. Es gibt nämlich eine ganze Menge, was man nicht einfach so tun kann – und mit diesem Meme legt man die Worte diesem ernsten Charakter in einer ernsten Situation in den Mund, was dem Ganzen eine angenehme Note verleiht.

Wie immer tut es ein Beispiel besser: Man kann nicht einfach Aufschieberitis beseitigen. Man steht nicht einfach beim ersten Klingeln auf.

One does not simply

Es gibt eine Menge an Dingen, welche man nicht einfach tun soll

Besonders in den USA, wo die Seiten, welche Memes gesellschaftsfähig machen und verbreiten (zB 4chan oder Reddit) bekannt sind, finden sie auch wieder ihren Platz in traditionelleren Medien – bei den Occupy-Protesten und jetzt mit ACTA auch in Europa wurden viele Spruchbanner und Plakate mit Memes gestaltet und mit den Kameras gefilmt oder als Fotos in Zeitungen abgedruckt, weil sie auf eine humorvolle Art und Weise die Internet-Kultur und ihre Flexibilität darstellen.

Und das Bedürfnis, sich frei auszuleben, auch wenn es auf den ersten Blick seltsam erscheint.

Wenn Mozart ein Stück fernöstliche Popkultur hört

.. dann ist die Animagic in Bonn. BerlinImPuls hat sich 2012 auf der Anime/Manga/Japan-Messe umgesehen und ist in alle Ecken des bunten kulturellen Programms vorgedrungen – was bei solch einer Auswahl selbst mit drei Veranstaltungsaufgaben keine leichte Aufgabe ist! Die AnimagiC ist dieses Jahr vom 26. bis 28. Juli wieder zurück.

Japanische Kultur kann man auch in Berlin auf dem alljährlichen Japan-Festival in der URANIA erleben. Dieses Jahr fand es am 19. und 20. Januar statt und bot neben Kampfkunst- und Musikvorführungen auch Werkstätten und Verkauf japanischer Besonderheiten. Auch nächstes Jahr wird es im Frühjahr wieder ein Japan-Festival mit ähnlichem Programm geben, doch wer im Raum Berlin lebt und nicht bis dahin warten möchte kann auch auf die stärker auf die japanische Popkultur fokussierte MMC gehen, welche vom 4.-6.Oktober im Fontanehaus stattfindet.

Mehr Infos:
http://www.japanfestival.de/
http://www.animania.de/animagic.html

heino

Pro & Contra: Das neue Heino-Album

Heino is back und zack auf Platz 1 der Deutschen Charts. Wer, wie, wo, was, warum? Was issen da los? Genau DAS fragen wir uns auch. Nur unter Erpressung war es möglich, zwei unserer engagierten BiP Redakteure auf das „verbotene“ Heino-Album anzusetzen. Sie haben es getan. Sie haben es gehört. Nur für euch. Was Doro und Benny davon halten… das lest ihr hier. Wir empfehlen die Hörproben erst danach. So ist der Spaß bedeutend größer :-)

PRO

Ein Kommentar von BiP Reporterin Doro

Wenn der Opa einen Text von Peter Fox hört, dann ist es vielleicht Heino zu verdanken. Der Gute hat es sich nämlich zur Aufgabe gemacht, die Zielgruppen einiger – meist nur in jugendlichen Sphären bekannter – deutscher Songs – ins fortgeschrittene Alter zu erweitern. Neue Instrumentalisierung und Heinos Gesangsstil – der sich manchmal an das Original annähert („Sonne“) manchmal entfernt („Songs für Liam“) tun sich neue Interpretationsmöglichkeiten der schon lange abgeschriebenen Texte auf. „Mit freundlichen Grüßen“ ist ein provokant augenzwinkernder Titel, der den Zuhörern schon angekündigt, dass nicht alles zu ernst nehmen ist – aber wenn, dann bitte ganz offen gegenüber dem Alten, dem Neuen, dem Heino sein.

CONTRA 

Ein Kommentar von BiP Reporter Benjamin

Musik ist schön. Sie sorgt für Gänsehaut. Sie sorgt für schöne Erinnerungen. Sie sorgt für Kopfkino. Sie lässt einen tanzen. Sie lässt dein Herz höher schlagen. Zumindest theoretisch. Mir ist es bei der Vorbereitung zu diesem Pro-Contra-Artikel das erste Mal in meinem Leben passiert, dass ich angefangen habe zu heulen. Wegen der Musik. Er hat einige meiner Lieblingssongs geschändet. Und dabei bin ich eigentlich extrem tolerant!

Aber über musikalische Qualität läst sich streiten, daher möchte ich mich lieber auf Fakten stützen, mit denen Heino selbst den Bock abschießt. Beispielsweise dem Fakt, dass Heino die Songs einfach so gecovert hat. Ohne die Bands mal anzufragen; ohne ein Demo; ohne auch nur mal Bescheid zu sagen, was er vorhat. Jede Schülerband weiß, dass das so nicht geht. Und spätestens seit YouTube-versus-GEMA weiß das echt auch der letzte Depp.

Und dann ist Heino auch noch so dreist und beleidigt die Bands die er covert.“Die Kollegen haben ein Händchen für volkstümliche Texte“ sagt er. Aber nein, damit meint er nicht Hansi Hinterseer, sondern Rammstein. Okay – aber nicht nur das ist böse. Außerdem sagt er, dass er selten „so leichte Lieder“ gesungen hätte. Ähhhh – hallo? Noch dreister geht´s wohl kaum, immerhin reden wir hier von dem Mann, der „Karamba, karacho, ein Whisky“, „Die Schwarze Barbara“ oder „Blau blüht der Enzian“ gesungen hat.

Neu erfinden musste er sich für das neue Album übrigens nicht. Denn Heino klingt auch weiterhin einfach wie Heino. Er singt Pop von Westernhagen, Clueso, Nena oder Stephan Remmler, Hip-Hop von den Fantastischen Vier oder den Absoluten Beginnern oder Metal von Rammstein und Oomph!. Doch statt die Songs mit einem Remix zu seinen eigenen zu machen, beschränkt er sich auf das Plagiat. Gezwungenermaßen, denn eine offizielle Genehmigung der Plattenfirmen oder Bands hat er nicht. Heino singt Ton für Ton nach, um keinen juristischen Ärger zu riskieren. Zwischen den verschiedenen Musikstilen differenziert er nicht. „Wo ist der Unterschied, ob ich ‚Junge komm‘ bald wieder‘ von Freddy Quinn oder „Junge“ von Die Ärzte singe?“, sagt Heino selbst. Nur an seinem Rachen kommen die Lieder nicht ungeschoren vorbei. So wird aus „Ihr Name war Fräulein Meyer“ ein „Ihrrr Name warrr Frrräulein Meyer“.

Was sollen jetzt eigentlich die Bands mit dem Geld machen, dass sie durch die Gema für die Musik bekommen? Schließlich können Rammstein, die Sportfreunde Stiller oder die Fantastischen Vier nicht zugeben, dass sie sich über das Geld freuen. Es ist von Heino. Wie wäre es also damit, das Geld zu spenden? Vielleicht an eine Stiftung, die die Krebsforschung voran treibt. Besonders die Ohrenkrebsforschung…

In diesem Sinne, bis zum nächsten Mal

Euer Benny

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Pro & Contra: Organspende! Ja, nein, vielleicht? Bitte entscheiden Sie sich jetzt!

 

Organspende scheint ein heikles Thema zu sein. Die Krankenkassen müssen neuerdings Organspendeausweise verschicken, das neue „Transplantationsgesetz“ will alles irgendwie leichter machen und in den Medien werden zunehmend Fälle von Organhandel oder Organ-Vergabeskandalen bekannt. Schwer, da eine eigene Meinung zu haben? Nö, finden BiP Reporter Doro und Benjamin. Ihre Sicht der Dinge zum Thema Organspende – hier und jetzt im BiP Pro & Contra (Bildquelle: Gerd Altmann  / pixelio.de)

 

 

PRO – Warum Organspende ne gute Sache ist

Ein Kommentar von BiP Reporterin Doro Zwetkow

In Deutschland klettern Leute mit Geld die Listen hoch, die bestimmen, wer das nächste Spenderorgan bekommen soll, das sagen uns zumindest die aktuellsten Fälle in den Medien.

Darauf erst mal in den Partyurlaub ganz weit weg von den korrupten Instituten und ordentlich die Leber versauen, damit sie auch keinem mehr nutzen kann. Aber Vorsicht! Mit jedem Mal im Urlaub steigt natürlich die Chance, dass du von der Super-Organ-Secret-Geheimbund-Spenden-wir-sind-mit-der-Regierung-unter-einer-Decke-Mafia gekidnappt und ausgenommen wirst. Da hilft dir auch nichts mehr, wenn du dir und denen vorher ordentlich die Leber vermiest hast.

Diese Super-Organ-Secret-Geheimbund-Spenden-wir-sind-mit-der-Regierung-unter-einer-Decke-Mafia (SOSGSWMDRUDM) wird jedes Mal nicht-so-super-secret auf den Tisch gelegt, wenn es in meinem Freundeskreis um Organspenden geht. Denn wenn du einen Organspendeausweis hast, kann dich diese Organisation ganz sicher finden und wird deine Gutmütigkeit ausnutzen.

Ich möchte nicht abstreiten, dass es irgendwo irgendetwas wie eine Mafia um Organe gibt, aber ich glaube, wenn sie wirklich meine Organe haben wollen, geht das auch ganz schnell ohne Organspendeausweis. „Was ist mit den Rettungskräften am Notfallort, die bei der Identifikation in dein Portemonnaie schauen und dich dann wegen eines Organdeals sterben lassen?“

Und da brennen die Ängste in solchen Szenarien und ziehen eine Aschespur durch alle Krimiserien der Zukunft. Dass der Mensch viel sensibler ist, wenn es um so ein heikles Thema wie den eigenen Körper und das eigene Leben geht ist verständlich. Doch wenn es darum geht, sich selbst von einem Organspender retten zu lassen, höre ich von vielen in dieser Diskussion eine klare Befürwortung. Hilft-mir-bitte-aber-ich-helfe-euch-nicht-Mentalität möchte ich ungern in meinem mentalen Ausweis stehen haben und auf meinem physischen Ausweis bin ich Organspender, weil ich auch mal gerettet werden will wenn ich gerettet werden muss.

Und ja, mir ist mein Körper etwas wert, und ich bin sehr dankbar, dass er mir jeden Tag das Leben ermöglicht. Aber irgendwann geht auch dieses Leben zu Ende, und ich glaube an kein Leben danach, erst Recht nicht in dem gleichen Körper. Da habe ich kein Problem damit ihn los und anderen Leuten zur Hilfe eilen zu lassen… oder?

Ein Kommentar von BiP Reporterin Doro Zwetkow

Artikelbild: Thorben Wengert, pixelio.de

 

CONTRA: Finger weg von meinen Eingeweiden!

 Ein Kommentar von Benjamin Lewerenz

Biep – Biep – Biiiiiiep. „Hab dich lieb, Opa!“ Das Mädchen fängt an zu weinen und legt seinem Opa ein Stofftier unter den Arm. Die Eltern geben dem Arzt einen Organspendeausweis. „Was ist das, Mama?“ – „Es ist gut so!“

Eine merkwürdige Antwort von der Mutter. Aber irgendwo ja auch verständlich – oder wer möchte seiner kleinen sechs jährigen Tocher erklären, dass nach dem Tod noch an Opa rumgeschnippelt wird? Und wie soll man ihr erklären, dass sie ihren Opa das letzte Mal vollständig gesehen hat? Und wie soll man seiner Tochter erklären, dass man sich Teile von Opa nochmal kaufen kann; sozusagen der „Große Opa Schlussverkauf“ (Oder auf Neudeutsch: Grandpa-Sale). Vor allem kann ihr auch niemand erklären, was genau Großvater entnommen wird. Man weiß immer nur, dass irgendwas entnommen wird – aber was, dass bliebt auf immer im Ungewissen…

Ungewiss bleibt außerdem, wer das Organ bekommt. Theoretisch sollte es derjenige bekommen, der es gerade am nötigsten hat. Nur ist es so in letzter Zeit irgendwie… nie passiert. Da haben immer irgendwelche reichen Schnösel bekommen, die zur richtigen Zeit den richtigen Arzt hatten – solche, die gegen ein gewissen Entgelt bereit waren, ihre Patienten bedürftiger zu machen als sie eigentlich sind. Ist ja nicht so, als könne dafür jemand anderes sterben.

Außerdem wird mit den Organen gehandelt wie mit Gemüse. Wer will – wer will – wer hat noch nicht? Der meistbietendste bekommt den Zuschlag – könnte man ja mal als neuen Bereich bei Ebay vorschlagen. Verdienen die bestimmt einen Haufen Geld dabei. Das erinnert mich an einen Spruch aus der US-Amerikanischen Fernsehserie NCIS, wo der Gerichtsmediziner Dr. Mallard einmal deklarierte: „Mit Menschenteilen ist es wie mit den Autos – in Einzelteilen ist beides mehr wert als wenn man es komplett verkauft.“ Solange es aber einen Wettbewerb mit freiem Markt ziwschen den Organtransplanteuren gibt, wird sich das auch nicht ändern.

Also freut Euch, Leute – Eure Organe sind Euch nie sicher. Und wenn ihr Euch denkt, dass ihr mit Euren Organen wenigstens Euren Kindern oder Enkeln das Erbe versüßen könntet – dann sucht Euch (wenn ihr alt seit) einen jungen, aber kranken Reichen und regelt die Organtranplantation privat.

Bildquelle: Jörg Klemme, Hamburg  / pixelio.de

 

logo2klein logo2klein Jugger

Was ist… Jugger?

Schon mal den australischen Endzeit-Gladiatorenfilm „Jugger – Kampf der Besten“ gesehen? Wir auch nicht. Aber unter dem Begriff „Jugger“ findet man heutzutage nicht nur den Film, sondern eine Trendsportart der Extraklasse – mit künstlichen Hundeschädeln, über drei Meter langen Ketten und einem Hin- und Her mit riesigen Wattestäbchen.

Auch in Berlin haben sich die Jugger eingefunden und stecken eifrig ihre Spielfelder ab, um ihre glorreichen Kämpfe zu beginnen:

BiP – Radio: 3/2012: „Dancen mal klassisch, Essen mal trendy, Gentrifizierung mal ehrlich“

Kann Essen im Trend liegen, wenn ja, was gibt es für Essenstrends? Kann klassisches Tanzen spannend sein, ist es auch etwas für junge Leute? Und was ist eigentlich diese Gentrifzierung die wie ein unbekanntes Objekt in den Nachrichten über Mieter herfällt? Abgecheckt in der neuen Radiosendung, schon bereit für euch auf Soundcloud:

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BiP-TV-Sendung 3/2012: “Perfektes Haar beim Weltuntergang, ambitionierte Filmarbeit und gefrorene Wunder“”

In der 3. BerlinImPuls Sendung dieses Jahr geht es gleich zweimal auf den Alexanderplatz – auf der Suche nach der besten Theorie zum Weltuntergang und auf der Suche nach dem Gewinner im Geschlechterkampf ums Hairstyling. Hinter den Wänden Berlins gewährt Dominik Balkow, ein junger Regisseur, Einblicke in seine vielseitige Videoarbeit. Zudem ergründen die Impulser das Phänomen „Frozen Yogurt“ – einschalten und mitentdecken!

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Was ist denn das für ein Theater?

Performance "Auf der Suche"

Performance "Auf der Suche"

Im Bus. Im Theater. In der Stadt. Im Theater. Im Bus. Die vielen jungen Erwachsenen, die unglaublich erschöpft, aber irgendwie glücklich aussehen, scheinen wie in einer Spirale gefangen, die sie sich über viele Monate hinweg sorgfältig gebaut haben. Das Projekt „Theater Total“ verlangt den schauspielerisch Ambitionierten so einiges ab: Über zehn Monate hinweg wird geprobt, an Bühnen gewerkelt, jedes Staubkorn sorgfältig aus dem Raum getragen, die Gelenke in die richtige Richtung strapaziert und das ganz ohne Nine-To-Five-Feeling – man wird immer gebraucht, irgendetwas ist bestimmt noch nicht so, wie es sein sollte.

Nun sind sie auf Tour durch ganz Deutschland, mit Zwischenstationen in Österreich und der Schweiz. In 32 Städten bauen sie ihre Bühnen auf, passen sich an die gegebenen Verhältnisse an, versuchen ein kleines bisschen der unbekannten Luft einzuatmen, wenn zwischen den Extraproben und dem Sitzen in der Maske Zeit bleibt.

Einige Schauspieler haben extra für das Stück mit dem Rauchen angefangen.

Einige Schauspieler haben extra für das Stück mit dem Rauchen angefangen.

Fasziniert habe ich die Inszenierung des Stücks „Platonov – die Vaterlosen“ von Anton Tschechow vor ein paar Tagen in Berlin miterlebt. Im pulsierenden Kreuzberg haben sie sich ein Heim gesucht und die wenig abstrahierte, aber sehr mitreißende und komplizierte Komödie des russischen Autors gezeigt. Schnell wenden sich die Gedanken jedoch ab von dem unterhaltenden Spiel und bleiben an dem Ensemble hängen. Wurden aufgrund der Aufnahmeworkshops nur so talentierte Leute herausgepickt oder wurden sie in den zehn Monaten so professionell getrimmt? Die Nachbesprechung der Regisseurin Barbara Wollrath-Kramer zeigt, dass sie unglaublich hohe Erwartungen an die jungen Schauspieler hat und selbst bei dem, was mich als Laie total überzeugt hat, noch einiges an Potential sieht. „Vordenken – mitdenken – nachdenken“ ist ihr Motto, und die erschöpften Spieler geben sich Mühe, immer voll dabei zu sein.

Meine Begleitung ins Theater macht mich darauf aufmerksam, wie kaputt die Haare einiger Jungen durch das ständige zurückgelen der Schöpfe für das Stück aus dem 19. Jahrhundert geworden ist. Zwischen zwei Aufführungen liegen selten mehr als zwei Tage, in Berlin sind es sogar zwei Präsentationen an direkt aufeinander folgenden Tagen.

Jede Szene ist perfekt choreographiert, jedes Jubeln und jede Handbewegung muss sitzen.

Jede Szene ist perfekt choreographiert, jedes Jubeln und jede Handbewegung muss sitzen.

Ein Junge, den wir von früher kannten, hat unglaublich viel an Gewicht verloren. Bereut er, dass er an dem Projekt teilgenommen hat? „Nein“, sagt er, sein Gesicht noch mit der Auftrittsschminke verfremdet, „Man lernt ein unglaublich großes Spektrum an Aufgaben am Theater kennen und wird gnadenlos zur Selbstständigkeit erzogen. Morgen werden wir zwar wieder bis drei Uhr nachts die Bühne abbauen, aber ein oder zwei Stunden am Nachmittag haben wir fast immer, um uns die Stadt anzuschauen, in der wir grade sind. Es ist toll, so viele verschiedene Orte kennenzulernen!“

Viele Schauspieler haben das Abitur gerade erst abgeschlossen, einige schon ein freiwilliges Jahr oder eine Ausbildung hinter sich. Für alle ist Theater Total vor allem eins – Orientierung. „Ich wollte halt schauen, ob das wirklich etwas für mich ist, und ob ich diesen Weg verfolgen soll“, sagt Paul-Maurice Röwert, der sich schon früher in Theatern ausgetobt hat, sich aber immer noch nicht sicher war, was die professionelle Umsetzung angeht. Jaqueline Pawliczek neben ihm hat schon Dampf gemacht: „Ich habe mich schon für ein paar Schauspielstudien beworben, vielleicht mach ich auch Theaterpädagogik“.

Diesen Sommer, wenn die jetzige Tour vorbei ist, wird wieder eine neue Generation bei Theater Total aufgenommen, ein neues Stück gespielt. Wer den Theaterbetrieb intensiv kennenlernen möchte, und nicht davor zurückschreckt, für eine vielseitige Erfahrung alles zu geben, kann sich in den kommenden Aufnahmeworkshops der Herausforderung stellen..

Theater Total online:
http://www.theatertotal.de/
http://youtube.com/theatertotalyt

Bildquelle: Pressefotos, Theater Total

artikelbildnicolehise

BiP-Radio: Synchronsprecherporträt – Nicole Hise

 

Nicole Hise beim Aufnehmen

Aufnahmebereit?

 

Bevor eine ausländische Produktion, egal ob Serie oder Film, über das deutsche Privatfernsehen flimmern kann, wird in den meisten Fällen eine deutsche Adaption produziert. Obwohl ein großes Team an so einer übersetzten Umsetzung beteilligt ist, sind Synchronsprecher, die Menschen, welche den Originalschauspielern ihre deutschen Stimmen leihen, der größten Publikumsresonanz ausgesetzt.

Die junge Sprecherin Nicole Hise ist erst seit ein paar Jahren im Geschäft und gab BiP-Reporterin Doro einen kurzen Einblick in ihren Werdegang und ihre Erlebnisse hinter dem Mikrofon:

 

Bildquelle: Nicole Hise

Bildquelle: http://www.flickr.com/photos/banditob

BiP-TV: Was ist… Frozen Yogurt?

Frozen Yogurt – gefroren klingt ja ganz schön, Joghurt klingt ja ganz schön, aber reicht um Beides zusammenzubringen nicht die Tiefkühltruhe? Wir, Ani, Caro und Doro waren auf der Reise durch Berlin, haben sich in den Laden „Wonderpots“ verirrt und eine ganze Menge an Eindrücken mitgebracht.

Uns hat es jedenfalls super geschmeckt und auch von dem Stil und der Philosophie her (Märchen-Hörspiele im Bad? Modernes Design mit Kuschelecken? Kostenloses W-Lan und Zugang zu Naturstrom? Immer her damit!) hat uns der Laden ganz schön beeindruckt.

Aber egal, wo und wie ihr einmal Frozen Yogurt gegessen habt, wir sind daran interessiert, wie es euch geschmeckt hat! Was ist die beste Zutaten-Kombo für den leckersten Yogurt? Findet ihr ein stimmiges Rundum-Paket des Ladens wichtig oder sind das für euch nur Marketingtricks?

Frozen Yogurt in Berlin | Wonderpots

Bildquelle Artikelbild: flickr / banditob

Gute Hühner – Schlechte Hühner?

 

Was ist in unserem Essen eigentlich überhaupt noch drin? Egal ob gut oder schlecht, Fakt ist, besonders Hühner haben es in sich und haben in den letzten Tagen in den Medien prächtig die Federn aufgewirbelt. In Massentierhaltungen wurden antibiotikaresistente Keime, wie z.B. der Krankenhaus-Keim MRSA, welcher unter anderem Wunden langsamer regenerieren lässt, auf jedem zweiten Huhn gefunden.

Das neue Fleischproblem kurz von Caro und Doro illustriert:

 

 

Und bei euch? Bleibt das Frisch-mh-Antibiotika-Fleisch in den Fächern liegen oder haut ihr rein trotz der Meldungen? Nur Panikmache? Wie muss die Regierung handeln? Sollen wir gleich alle Vegetarier werden? Viele Hühner, viele Fragen.

gottdesgemetzels

Filmtipp „Der Gott des Gemetzels“

Zugegeben, der Titel ist etwas irreführend – denn es handelt sich nicht, wie man beim Hören des Wortes „Gemetzel“ annehmen könnte, um einen Film der auf der gleichen Schiene wie Horror-Splatter-Reihen à la Saw oder Final Destination läuft, sondern um eine schwarze Komödie von Roman Polanski, in dem ein sehr kleines Ensemble von vier Personen auf geringem Raum miteinander agiert.

Vier Personen, geringer Raum – nun, das klingt jetzt schon etwas sanfter als der gedanklich schon abgelaufene „Gemetzelfilm“ aber der Film zeigt auf eine sehr schöne Weise, welch unterhaltendes Szenario entstehen kann, wenn man vier Charaktere mit einem offensichtlichen und vielen im Keller vergrabenen Problemen auf einen Haufen wirft.

Das Ganze beginnt mit einem Erziehungsproblem (worin sich hoffentlich nicht allzu viele Leser wiederfinden) – das Kind von Alan (gespielt von Christoph Waltz) und Nancy (Kate Winslet) hat das Kind von Penelope (Jodie Foster) und Michael (John C. Reilly) geschlagen, worauf sie sich in der Wohnung des letztgenannten Pärchens einfinden um den Vorfall zu klären. Mit dem nahezu ununterbrochen piependen Handy des Businessmanns Alas, einem 18-Jahre-lang-gereiften Single Malt Whisky und Dramadreiecken die sich nicht oft genug drehen können, wird die anfängliche Situation zu einem mentalen Gemetzel, dessen Einzelteile jeder mal in subtilerer Form im Alltag kennengelernt hat.

Auf einem Theaterstück von Yasmina Reza basierend, wurde das Schauspiel elegant für die Leinwand umgesetzt  und kann sich mit seinen dynamischen Darstellern und gewitzten Dialogen mehr als einmal sehen lassen. Ein idealer Film für einen unterhaltsamen Ausklang oder Einklang eines Abends, nicht zu sehr beschwerend, aber feine, intelligente Denkanstöße gebend.

Kurz im Überblick

Filmstart:                  24.11.2011

Länge:                       80 Minuten

FSK:                           12 Jahre

Einschätzung:        sehr wenig Elemente sehr kurzweilig sehr unterhaltend gemacht

 

Trailer:

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We ♥ MH – feiern und Gutes tun!

Erinnert ihr euch an Daniel Geidel aus der ersten BerlinImPulssendung zum Thema Jugend-von-heute – unseren Jungpolitiker mit Herz und Engagement? Für den Spätaugust ist da noch eine mehr als interessante Aktion geplant…

Offizielle Pressemitteilung: WE LOVE MH

„…mach dir ´ne Platte!“ lautet der Aufruf zum Benefizkonzert am 26. August 2011. Marzahn-Hellersdorfer Musiker spielen für soziale Einrichtungen aus dem Bezirk. Gesammelt werden hier Gelder für den sich aus Spenden finanzierenden gemeinnützigen Verein Straßenkinder e.V. mit seinem Kinder – und Jugendhaus „Bolle“. Seit Jahren wird sich hier um Kinder von der Straße bemüht und sich für deren Rechte stark gemacht.

„Uns ist es wichtig, dass gezeigt wird, dass in diesem Bezirk niemand auf sich allein gestellt sein muss und man durch kleines Engagement für andere Großes bewirken kann“, so Dmitri Geidel Vorsitzender der Jusos Marzahn-Hellersdorf.

Mit akustischen Klängen von Beautiful Disaster sowie elektronisch Tanzbarem von Marcio Kantana als Liveact unterstützt von Marc Delor meets Pflaumenbaum [Berlin] wird dem Publikum pure vielfältige Plattenenergie entgegengefeuert.

Beweg dich mit im Anna Landsberger (Prötzeler Ring 13, 12685 Berlin) für den guten Zweck! Ab 20h startet der Spaß; Plätze sichern geht schon ab 19h. Spendenhöhen liegen zwischen 3,50€ (ermäßigt) und 5€.
Die Veranstaltung wird unterstützt von den „Jusos in der SPD Marzahn-Hellersdorf“.

Feiern gehen und die Einnahmen gehen an eine wohltätige Stiftung? Genau das richtige für engagierte Jugendliche! Also nichts als ran an den Terminkalender und mit Freunden diese Chance nutzen, würde ich sagen :)

Eure BerlinImPulserin Doro

„Wir müssen reden“ – Wenn Dichtung zuschlägt

… oder eine Moment-diese-Aufführung-dauert-drei-Stunden-Aufnahme. Im Heimathafen Neukölln fand am 19. Juli mit dem „Saalslam“ wieder Neuköllns größter Poetry-Slam statt.

Ein prachtvoller Saal ist es, das warme Licht in den goldenen Verzierungen der bequem anmutenden Stühle gefangen. Nur die Bühne ist etwas stärker beleuchtet und muss den Vorhang nur anstrahlen, anstatt farblich zu kaschieren; im weltgewandten Rot gehalten ist er der perfekte Hintergrund für die Künstler, die diesen Abend ihre Werke präsentieren. Sie bemühen sich um Kontrast, um Leben, um Vielfalt, bittere Wahrheiten und humorvolle Anekdoten – es scheint egal, ob sie über Raufasertapeten oder Hamster in Afghanistan reden. Es ist die Sprache die fesselt, die Stimme mit der gearbeitet wird und die Performance ist geschliffen bis auf den letzten Buchstaben.

Auf der prunkvollen Bühne tragen die Slammer ihre Werke vor.

Auf der prunkvollen Bühne tragen die Slammer ihre Werke vor.

 

Für Svenja nicht? „Ich wollte eigentlich üben, aber das hat sich irgendwie nicht ergeben..“ Die Worte der jungen Slammerin verwirren mich. Ihr „Gedicht“ vereinte Ruhe und den Drang alles so schnell wie möglich zu erledigen, die Wärme einer Beziehung und einen Pfefferminztee der kalt geworden war. Auch wenn sie kaum geübt hatte, ihre präzisen Betongen und ihr versatiler Sprachgebrauch haben überzeugt. „Ich habe schon immer geschrieben.. Aber ich wurde erst durch eine Freundin, die mit einer Slammerin zusammenlebt, auf diese Sache aufmerksam“, erzählt sie mir. Sie ist schon seit anderthalb Jahren im Geschäft, im Körper eines Poetry-Slammers.Die Zuschauer gehen in die Pause – letzte Überlegungen werden getroffen. Für welchen Slammer werden sie stimmen?

Die Zuschauer gehen in die Pause - letzte Überlegungen werden getroffen. Für welchen Slammer werden sie stimmen?

Die Zuschauer gehen in die Pause - letzte Überlegungen werden getroffen. Für welchen Slammer werden sie stimmen?

Poetry-Slams sind Dichterwettstreite. Doch vor allem sind Poetry-Slams eine Bühne für Gedanken, Ideen und Worte die irgendwann zu viel in den Köpfen waren. In einer Welt die sich in den rasenden Bahnen der neuen Technologien bewegt wird der Wunsch danach, den Worten ihre Fremdheit zu nehmen immer größer. In Deutschland allein fanden im Jahr 2009 über 100 regelmäßige Poetry-Slam Veranstaltungen statt.

Svenja ist auf sich allein gestellt. Ein Poetry-Slammer darf keine Kostüme, Freunde, keine Instrumente mit in die Schlacht nehmen. Doch die höchsten Töne werden mit der wichtigsten Waffe angeschlagen. Dem eigenen Kopf, der eigenen Sprache. „Ich dichte hauptsächlich anspruchsvolle Lyrik“, klärt Svenja. Eine wichtige Aussage, denn man findet häufig nur zwei Texttypen in den Schlachten – humorvolle Texte, die mit intelligenten Pointen den Lachmuskeln der Zuschauer keine Pause gestatten und emotionale, sehr menschliche Texte in denen man sich wiederfindet und dessen Worte einen noch lange begleiten werden. „Es variiert sehr“, antwortet das Mädchen auf die Frage, wie ihre Dichtungen entstehen, „meist ist es eine Idee oder ein Satz der mir in den Sinn kommt, die ich dann zu einem längeren Text ausbaue.“ In den anderthalb Jahren ihres Slammerdaseins konnte sie schon Erfahrungen auf zahlreichen Berliner Slams sammeln, trat auch schon im Team mit anderen Slammern auf.

In die zweite Runde des Saalslams „Wir müssen reden“ schafft es Svenja nicht. Das durchwachsene Publikum, jung und alt, zwischen Menschen deren deutsch so hoch ist, dass man es kaum versteht und Menschen die gar kein deutsch sprechen hat mit ihren Chips für andere Künstler gestimmt. Sergio, der erste Finalist, stellt ein Chatgespräch in vielen verschiedenen Sprachen dar. Aber Sergio hat sich des Humor wegens einen Freund zur Seite gestellt – und wird trotz begeisterten Publikums diqualifiziert. „Poetry-Slams finden ohne Zusätze wie Instrumente, andere Personen oder Kostüme statt“, erklären die Moderatoren Tilman Birr und Maik Martschinkowsky, „Wir können da keine Ausnahmen machen.“ Der nächste Kandidat, Sudan, schreibt einen unverblümten Text mit unerwarteter Pointe an seine Exfreundin, welcher ebenfalls beim Publikum auf großes Wohlwollen stößt. Obwohl der nächste Slammer, Daniel Hoth, in der ersten Runde auf eine humorvolle Improvisation gesetzt hatte, wartet er in dieser Runde mit einem emotionalen Text auf. Die Reaktionen des Publikums sind in solchen Fällen schwerer abzusehen, das Thema schwer exakt zu fassen – vielleicht nimmt Klarheit dem Ganzen die Magie – aber der enorme Applaus danach ist mehr als gerechtfertigt. Sarah kämpte in der ersten Runde gegen eine Mücke in ihrem Schlafzimmer, nun kämpft sie gegen „Es“ – die inneren Bedürfnisse, die Gier, die Lustlosigkeit, die Lust und immer mit einer Flasche Vodka an den Lippen beschreibt sie die inneren Dämonen die einen im Alltag bedrängen.

Die Finalisten Daniel und Sarah verteilen Flyer, um Zuschauer für andere Slam-Shows zu gewinnen.

Die Finalisten Daniel und Sarah verteilen Flyer, um Zuschauer für andere Slam-Shows zu gewinnen.

Sudan und Sarah können mit ihren menschlich greifbaren Texten gewinnen. Sie sehen nicht glücklicher oder trauriger als vor der Bekanntgabe aus. Vielleicht ist der Kampf Routine geworden. Mit blauen Flecken übersäht fühlt man nichts mehr.

Svenja wirkt etwas bedrückt, gar melancholisch. „Ich hätte mehr üben sollen.“ Sie wirkt enttäuscht von sich selbst, doch sie starrt gedankenvoll in die Leere und man weiß, dass sie bereit ist hart an sich zu arbeiten. Sie willigt ein, in der BerlinImPuls-Sendung über Sprache aufzutreten, die auch einen Bericht über einen Saalslam enthält. Was wird sie vortragen? „Das wird eine Überraschung. Mal schauen.“ Ich bin mir sicher, dass die Überraschung positiv sein wird.

Eure BerlinImPulserin Doro

Interessiert? Lasst auch versprechen:
Saalslam im Heimathafen Neukölln
Die Slam-Show im Kaffee Burger (mit Finalisten Daniel Hoth und Sarah Bosetti)
Couchpotatoes – die sesshaftte Nomadenlesebühne

Und natürlich in einer baldigen BerlinImPuls-Sendung…