Der 50-Teile Kleiderschrank

Die Fastenzeit hat begonnen, und damit liegt Verzicht im Trend. Bisher habe ich mich nicht für zeitlich begrenzten Minimalismus interessiert.

An dieser Stelle schreibt unsere Reporterin Genna-Luisa Thiele regelmäßig eine Kolumne über aktuelle Gedanken, die sie sich macht. Irgendwo zwischen Provokation, Schönmale und -Musikerei, Mitteilungswahn und Poesie sollen sich die Themen, Artikel und Dinge, die hier landen bewegen – von euch beurteilt und kommuniziert werden!

Das ändert sich mit dem Experiment von Modeprotest. Ganz im Sinne der Slow-Fashion-Bewegung rufen die Diplomdesignerinnen Lenka Petzold und Annika Cornelissen dazu auf, vom 18. Februar – 04. April 2015 den eigenen Kleiderschrank zu entleeren und das eigene Konsumdenken zu beleuchten. Ziel ist es, bis zum Osterfest mit 50 Kleidungsstücken auszukommen.

Herausforderung angenommen!

Seit 1 1/2 Jahren reduziere ich mein Hab und Gut vor allem in diesem Bereich und habe festgestellt, dass ich so gar nichts vermisse. Nicht die Shoppingtouren durch überfüllte Kaufhäuser, bei denen ich mit gierigem Blick und ruhelos doch nur genauso unausgeglichen nach Hause gekommen bin. Seitdem ich nicht mehr bei Primark, H &M, Zara und Co. einkaufe, fällt mir der unangenehm chemische Geruch schon vor den Pforten auf. Ich leihe mir stattdessen Feshes über die Plattform Kleiderei und vergesse auch schon mal das Oberteil, bei dem ich einen Tag vorher noch überlegt habe, ob es mir nicht fehlen wird. Damit bin ich, was die Relation von Luxus und Notwendigkeit im Bereich Bekleidung angeht schon wesentlich rationaler geworden, und vor allem zufriedener.

Trotzdem: 50 Kleidungsstücke, unabhängig von Winter und Frühlingssaison? Das Vorhaben ist eine Herausforderung, der ich mich gerne spielerisch stelle. Meine facebook-„Freunde“ habe ich zur der Akion eingeladen. Wenige nehmen teil, mehr lehnen ab, die meisten reagieren nicht. Doch auch wer bereits Minimalist ist und nur 50 Teile aktiv trägt, kann sich weiterentwickeln. Und Ballast in Form von Klamottenhaufen und Fehlkäufen an die Kleiderei schicken, per Kleiderkreisel verkaufen oder verschenken. Kann sich mal umschauen, ob es nehmen Ausbeutern auch Marken gibt, die kein Blut von Kinderhänden mit in ihre Kleidung nähen. Kann herausfinden, welche Teile er immer, wirklich immer mit Stolz und Liebe tragen würde, wenn die Qualität reicht. Es ist ein Schritt in ein schönes Dasein. Innen wie außen!

 

 

 

 

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